17.12.2017

Kontexte 27.08.2017


An Jesus glauben

Aus: Alois Kraxner CSsR, In Christus neu werden. Orientierungshilfe für das Christsein in einer Kirche der Auseinandersetzungen. Dom-Verlag Wien 1990.


Jesus hat die Frage „Für wen halten die Leute den Menschensohn?" (Mt 16,13) nicht am Anfang seines Wirkens gestellt. Er hat sie erst gestellt, nachdem die Jünger eine Zeitlang mit ihm Umgang hatten, seine Worte gehört und seine Taten gesehen hatten. Erst als sie imstande sind, an ihn zu glauben oder an ihm Anstoß zu nehmen, stellt Jesus an sie in Cäsarea Philippi die Frage: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?" (Mt 16,15) oder in Kafarnaum, wo viele Anstoß nehmen und sich abwenden, die Entscheidungsfrage: „Wollt auch ihr Weggehen?" (Joh 6,67).

Damals bekannte Petrus im Namen der Zwölf: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes" (Mt 16, 16). Und bei der Auseinandersetzung in Kafarnaum: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes" (Joh 6,68f).

Solche Fragen sind auch an uns gerichtet, und ähnliche Antworten werden auch von uns erwartet. Denn Christsein heißt nicht nur mit Jesus glauben, sondern auch an Jesus glauben. Christsein heißt auf Jesus von Nazareth vertrauen, sich auf ihn verlassen, wie man sich auf Gott verläßt.

Von Jesus wird Unerhörtes gesagt. Er trägt viele Namen: Messias, Sohn des lebendigen Gottes, Retter, Erlöser der Menschen, Weg, Wahrheit und Leben, Licht der Welt, Anfang und Ende... Er ist alles, was diese Namen bezeichnen. Und doch ist er auch wieder Bruder, Helfer der Armen, Freund...

Viele fragen sich heute, ob sie das alles glauben dürfen, was von Jesus gesagt wird. Ist das wirklich der Jesus, der vor zweitausend Jahren gelebt hat, oder hat man im Laufe der Zeit all das aus ihm gemacht?

Was haltet ihr von Christus? Diese Frage ist entscheidend für die Kirche und auch für jeden Christen. „Nur in Verbindung mit Jesus ist die Kirche mehr als eine Organisation, ihre Botschaft mehr als eine Lehre, ihre Weisung mehr als ein Gesetz. Nur der Impuls seiner Anwesenheit erfüllt ihre Strukturen mit Leben, gibt ihrem Glauben Gewißheit, ihrem Gebet Zuversicht, ihrer Hoffnung Flügel, ihrem Handeln Wärme" (Eugen Biser).

Wer ist Jesus, von dem all das gesagt werden kann? Wie können wir uns dieser Frage nähern? Was haltet ihr von Christus?

Vielleicht beginnt am besten jeder zuerst bei sich selbst: Was halte ich von Jesus? Wer ist Er für mich? Jeder soll zuerst sagen, was ihm Jesus in seinem Leben bedeutet, und nicht was er über Jesus im Katechismus gelernt hat. Denn Jesus „bekennen" kann nur jener Mensch, der selbst etwas von Jesus ganz persönlich erkannt hat.

Wir sollen für jedes Bekenntnis dankbar sein; auch wenn es unvollständig ist. Wer etwas von Jesus begriffen hat, kann in der Erkenntnis Christi wachsen. Er wird zu einem tieferen „Wissen" kommen und kann ähnlich wie Petrus seinen Glauben immer treffender und besser bezeugen.

Wir dürfen aber nicht vergessen, daß Glaube Gnade ist. „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt" (Joh 6,44). Darum sollen wir auch nicht so tun, als ob wir über den eigenen Glauben und den unserer Mitmenschen verfügen könnten. Wir können Empfänger und Diener des Glaubens sein, aber nicht dessen Herren.



Wir sind sein Lasttier

Thorsten Paprotny in: Johannes Röser (Hg.), Mein Glaube in Bewegung. Stellungnahmen aus Religion, Kultur und Politik. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2008.


Woran glaube ich? Das kann ich, mit freimütigem Ernst und in heiterer Gelassenheit, ganz einfach sagen, mit Worten von Benedikt XVI., die er in seiner ersten Enzyklika »Deus caritas est« gewählt hat: »Wir haben der Liebe geglaubt.« Das ist mein Grundentscheid, mein Bekenntnis.

Von Haus aus bin ich Religionsphilosoph, mit katholischem Herzen und mitunter protestantisch gesinntem Geist. Ich weiß mich seelisch mit Gestalten wie Hiob, Jeremia, dem greisen Simeon und ganz besonders Simon Petrus verbunden. 1985 reiste ich nach Rom, das erste Mal, stand am Grab des Apostelfürsten. Als Firmnamen wählte ich »Simon Petrus«. Einer wie Petrus konnte mir Vorbild sein, ein Mann mit unverkennbaren Schwächen und Fehlern. Die Fischer am See Genezareth haben mich sofort überzeugt. Solche Männer laufen nicht mit jedem, der ihnen zuruft: »Folge mir nach!«, einfach mit. Da musste schon Jesus kommen. Dieser Simon konnte der »Kephas«, konnte zu Petrus, zum Felsen, werden, weil er im entscheidenden Augenblick sagte, was zu sagen war. Ich denke an das Petrusbekenntnis in Cäsarea Philippi: »Für wen halten mich die Menschen?«, fragt Jesus seine Jünger, und diese antworten, wie Menschen oft antworten: Die einen behaupten dies, die anderen vertreten eine abweichende Meinung. Heute hätten sie vielleicht noch eine Umfrage gemacht. Jesus fragt beharrlich weiter: »Und ihr, für wen haltet ihr mich?« Da spricht nur einer, als erster, Petrus - und er bekennt sich zu diesem Jesus Christus, ganz und gar.

Zu glauben, das ist nicht immer leicht. Das hat auch Simon Petrus gewusst. Ich ging durch das sengende Feuer philosophischer Skepsis, spürte den radikalen Zweifel, vor dem wenig zu bestehen vermag, vielleicht einzig die karge Gewissheit, dass ich die kühne Mutmaßung, es sei ein Gott, nicht zu beweisen, aber auch nicht zu widerlegen vermag. Manchmal blieb mir vom Glauben einzig das ratlose Fragen übrig, fern der immer inständig erstrebten existentiellen Gewissheit, dass ich in meinem Sein und Wesen mich doch in Gottes Hand geborgen wissen könne.

Ich entdeckte für mich Augustinus, Bonaventura und Thomas von Aquin - und finde mich selbst ganz und gar von den Worten getroffen, die der große Suchende in seiner Weihnachtspredigt, vermutlich etwa um 410, wählte. Er sagte da: »Schäme dich nicht, ein Lasttier deines Herrn zu sein. Christus wirst du tragen, so wirst du nicht in die Irre gehen und vom Weg abkommen ... Möge der Herr auf uns sitzen und uns lenken, wohin immer er will. Wir sind sein Lasttier auf dem Weg nach Jerusalem. Sitzt er auf uns, so werden wir nicht erdrückt, sondern erhöht, führt er uns, so gehen wir nicht in die Irre. Wir gehen zu ihm, wir gehen durch ihn. So gehen wir nicht zugrunde.«

Dr. Thorsten Paprotny lehrt antike Philosophie, Philosophie des 20. Jahrhunderts und Religionsphilosophie in Hannover.



EDV

diepresse.com/home/techscience/maschinenraum/4979381 - ("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.05.2016)


Die Maschinen sind intelligenter, die Meinungsforscher dümmer geworden. Oder ist es doch eher umgekehrt?

Ganzer Beitrag: diepresse.com/home/techscience/maschinenraum/4979381



Meinungsforschung

diepresse.com/home/techscience/maschinenraum/4979381 - ("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.05.2016)


Die Meinungsforschung (auch: Demoskopie (altgriechisch δῆμος démos „Volk“, σκοπείν skopeín „spähen“) oder Umfrageforschung) dient der Ermittlung von Meinungen, das heißt von Einsichten, Einstellungen, Stimmungen oder Wünschen der Bevölkerung. Sie stellt das Gegenstück zur Ökoskopie oder ökoskopischen Marktforschung dar, die mit Hilfe empirischer Verfahren objektive Befunde (Umsätze, Preisentwicklungen, Käuferstrukturen usw.) ermittelt.

Ganzer Beitrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Meinungsforschung



Die Basis der Antwort

Aus: Johannes Bours; Da fragte Jesus ihn. Schritte geistlicher Einübung in die Jesusnachfolge. Herderverlag Freiburg - Basel - Wien 1983.



Christus, göttlicher Herr

Aus: Die Feier des Stundengebetes. Stundenbuch für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch. Div Verlage 1978.



Let’s talk about Jesus!

Aus: Petra Focke, Hermann Josef Lücker; Gott und die Welt. Gebete und Impulse für junge Menschen in allen Lebenslagen Ohne Verlag, ohne Jahr.



Jesus

Aus: Petra Focke, Hermann Josef Lücker; Gott und die Welt. Gebete und Impulse für junge Menschen in allen Lebenslagen Ohne Verlag, ohne Jahr.



Dreifaltigkeit

Aus: Elisabeth Alferink; Auf den Spuren des Jakobus. Mein spiritueller Wegbegleiter. Verlag Katholisches Bibelwerk 2003.



Petrus der Fels

Aus: Anselm Grün, Kämpfen und lieben. Wie Männer zu sich selbst finden. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2003.



Vision am Petersplatz

Aus: Helmut Krätzl, Eine Kirche, die Zukunft hat. 12 Essays zu scheinbar unlösbaren Kirchenproblemen. Styria Verlag, Wien Graz Klagenfurt 2007.



Vom Vertrauen in der Kirche

Aus: Karl Rahner Lesebuch, herausgegeben von Karl Lehmann und Alber Raffelt. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2004 (1982).



Ich bin Wohnung und Wirkraum Gottes. Gott ist in mir

Aus: Jörg Zink, Schöpfungsglaube. Alles ist gut. Denn in allem ist Gott. Kreuz Verlag, Stuttgart 2006.



Zu wissen, wer du bist

Aus: Huub Oosterhuis, Ich steh vor dir. Meditationen, Gebete und Lieder. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2004.



Petrus, der Fels

Aus einer Predigt des hl. Augustinus (+430) zum Fest der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni).



Gotteserkenntnis und Weite des Lebens

Aus: Bischof Kurt Koch, Fenster sein für Gott. Unzeitgemäße Gedanken zum Dienst in der Kirche. Paulusverlag Freiburg Schweiz 2002.



Ausgerechnet Babst

Aus: Martin Suter, Business Class. Geschichten aus der Welt des Managements. Diogenes Verlag Zürich 2000.



Elite

Dagmar Schipanski in: Was kommt. Was geht. Was bleibt. Hrsg. Markus Schächter. Herder Freiburg Basel Wien 2001.