26.07.2017

Kontexte 02.04.2017


ausharren

Aus: Heinrich Engel, Rufer ins Unendliche. Über Gebete berühmter Persönlichkeiten. Steyler Verlag, Nettetal 1997.


Lebendiger Gott,
wir glauben an dich.
Lehr uns, die Stunde verstehen,
in der es ist,
als habest du uns verlassen,
du, dessen Treue die Ewigkeit ist,
als seist du nicht du,
der uns seinen Namen genannt:
der da ist.      /
Lebendiger Gott,
wir glauben an dich.
Gib uns die Stärke, auszuharren,
wenn alles wesenlos wird.



Machtwechsel vom Tod zum Leben

Aus: Heinrich Engel, Rufer ins Unendliche. Über Gebete berühmter Persönlichkeiten. Steyler Verlag, Nettetal 1997.


Das österliche Geheimnis der Auferstehung bewirkt den Machtwechsel vom Tod zum Leben. Es ist verortet, wo Menschen unfreiwillig Armut erfahren und zu Opfern werden. Victims erleiden etwas, das sie nicht wollen, weil es sie verwun­det und schmerzt. Sie stehen in der Gefahr, in einen Teufelskreis der Gewalt hineinzugeraten - Gewalt sich selbst und anderen gegenüber. Auferstehung will dem widerstehen. Daher ist die österliche Lebenskunst widerständig gegen die Macht des Todes. Beharrlich richtet sie den Blick auf jene Zeichen der Hoff­nung, mit denen der Machtwechsel gelingen kann. »Gesät ist die Hoffnung« - mit dieser Metapher benennt daher Margot Käßmann den Kern des Osterglaubens (Käßmann 2011).

Wer an die Auferstehung glaubt und sie als Lebenskunst praktizieren will, richtet die Aufmerksamkeit gezielt auf diesen Wendepunkt: das Wunder der Wandlung. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Worte »Wunde« und »Wunder« heute noch ähnlich klingen. Das war schon im Althochdeutschen der Fall - wunta ist die Verletzung und wuntar das Wunder. Das größte Wunder des Lebens ist die Heilung von Wunden, das Wunder der Wandlung vom Tod zum Leben. Es macht aus ohnmächtigen Victims inspirierende Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung. Wandlung, Verwandlung und Metamor­phose spielen daher im Neuen Testament eine zentrale Rolle. So appelliert Paulus im Römerbrief 12,2: »Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Den­ken«. Paulus verwendet hier das Wort »Metamorphose«, um deutlich zu machen, dass es um eine radikale Verwandlung geht. Lasst euch verwandeln, geht das Wagnis der Metamorphose ein.

Der Apostel ist davon überzeugt, dass der österliche Glaube eine solch tiefgreifende Wandlung ermöglicht. Niemand muss so bleiben, wie er oder sie ist. Mit der Auferstehung vor Augen, können Menschen gewohnte Verhaltensmuster aufbrechen, aus­gefahrene Straßen verlassen und einen Neuanfang wagen. Denn, so sagt es der 2. Brief an Timotheus 1,7: »Gott hat uns nicht ei­nen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.« Dem Geist der Verzagtheit zu folgen, verhindert Wandlung. Wer jedoch an die Auferstehung glaubt, vertraut sich Gottes Geistkraft an, die tatkräftig, liebe­voll und besonnen macht. Der Glaube an die Auferstehung lädt zum Leben mitten im Leben ein. Er ist die Triebkraft, die Victims dazu befähigt, ihren Opferstatus zu überwinden.



weinen

Aus: Arnold Mettnitzer, Was ich glaube. Überlegungen & Überzeugungen. Styria Verlag, Wien Graz Klagenfurt 2015.


Als Sophia Loren einmal zu Besuch in New York wehrlos Einbrechern gegenübersteht, fordern diese von ihr den gesamten Schmuck. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als die Juwelen aus dem Tresor zu holen. Als Freunde später meinen, dass sie über den Verlust ihrer Schmuckstücke wohl sehr traurig sein müsse, zuckt sie mit den Achseln und verrät ihnen ein Lebensmotto, das sie ihrem Vater verdankt: „Weine nie über Dinge, die nicht über dich weinen können!“ Vieles von dem, worüber wir uns erregen oder Sorgen machen, ist die Aufregung nicht wert. Geschätzte 80 bis 90 Prozent der Situationen, die uns in Hektik versetzen, stellen sich nachher als Belanglosigkeiten heraus. Je früher ich das erkenne, je schneller ich das Unwichtige vom Wichtigen zu unterscheiden weiß, umso weniger gerate ich in die Gefahr, im Spinnennetz des beruflichen und privaten Alltags zu ersticken.



Komm! ins Offene, Freund

Aus: Egon Kapellari, Aber Bleibendes stiften die Dichter. Gedanken für den Tag. Styria Verlag, Graz Wien Köln 2001.



Trübe Mischung von Leben und Tod

Aus: Karl Rahner-Lesebuch. Herausgegeben von Karl Kardinal Lehmann und Albert Raffelt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2004 (1982).



Sterben I

Johann Gottlieb Fichte, Tod wird Leben. In: In meinem Herzen die Trauer. Texte für schwere Stunden. Herausgegeben von Lis Bickel und Daniela Tausch-Flammer. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1998.



Sterben II

Werner Sprenger, Überprüfung eines Abschieds. In: In meinem Herzen die Trauer. Texte für schwere Stunden. Herausgegeben von Lis Bickel und Daniela Tausch-Flammer. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1998.



Weine nicht!

G. Perico, S.J. In: In meinem Herzen die Trauer. Texte für schwere Stunden. Herausgegeben von Lis Bickel und Daniela Tausch-Flammer. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1998.



Was auf dem frei gewordenen Platz auftaucht

Aus: Tomás Halik, Berühre die Wunden. Über Leid, Vertrauen und die Kunst der Verwandlung. Aus dem Tschechischen von Markéta Barth unter Mitarbeit von Benedikt Barth. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2013.



Auferstehung ist das Stärkersein der Liebe gegenüber dem Tod

Aus: Joseph Ratzinger, Einführung in das Christentum, Kösel-Verlag KG, München 1968.



Der verwundete Arzt

Aus: Anselm Grün, Bilder von Seelsorge. Biblische Modelle einer therapeutischen Pastoral, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1991.



Der neue Mensch

Aus: Franz Kamphaus, Gott beim Wort nehmen. Zeitansagen, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2006.



Ostermorgen

Aus: Herbert Jung, Gesegnet sollst du sein. Segensgebete für Seelsorge und Gottesdienst, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2002.



Kreatürlichkeit als radikaler Unterschied und radikale Abhängigkeit von Gott

Aus: Karl Rahner, Grundkurs des Glaubens. Einführung in den Begriff des Christentums, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 1984.



Wenn ich noch einmal zu leben hätte

Quelle: http://www.christuskirche-hangelar.de/segenswuensche.htm 31.03.2011



Gedanken über den Frühling und die Auferstehung

Quelle: http://www.gnadenkinder.de/board/showthread.php?t=1613 31.03.2011



Tränen und Trost

Aus: Andreas Beck, Meine Psalmen, Clio-Verlag, Konstanz 2010.



Hilfe in großer Not

Aus: Andreas Beck, Meine Psalmen, Clio-Verlag, Konstanz 2010.



Warum ist der Mann am Kreuz tot?

Elaine Champagne, Spiritualität aus dem Munde der Kinder und Säuglinge, in Concilium, Internationale Zeitschrift für Theologie, Dezember 2007, 43 Jahrgang / Heft 5, S 572, Stichting Concilium, Erasmusplein 1, 6525 HT Nijmegen, Niederlande Martin Laroque, Jésus, Sacha et Moi, in Entfants Québec 18 (2006/6) 96



Selbstbildnis

Michai Ursachi, Selbstbildnis, in Die schönsten Gedichte aus Rumänien, Antololgia Liricã Orfeu, Hrsg. Matei Albastru, România Press, Bukarest 2003, S 272



Um drei

Alfons Jestl, Die Sandalen des Mose, Lyrik, Bibliothek der Provinz, Weitra 2003 Holzschnitt zu diesem Text von Thomas Resetarits - siehe www.alfons-jestl.at -Link: um drei



Gerettet

Nelly Sachs, Fahrt ins Staublose, Gedichte, Suhrkamp Taschenbuch 1988, Frankfurt am Main, S 279



Lebensgemeinschaft mit Gott über den Tod hinaus

Edward Schillebeeckx, Christen und die Christen, Die Geschichte einer neuen Lebenspraxis, Herder Freiburg 1977, S 782



Das Johannesevangelium als Quelle historischer Erkenntnis

Edward Schillebeeckx, Christen und die Christen, Die Geschichte einer neuen Lebenspraxis, Herder Freiburg 1977, S 335