21.09.2017

Lesungen 17.09.2017


1. Lesung vom 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A:
Sir 27,30 - 28,7

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach:

Groll und Zorn sind abscheulich,
nur der Sünder hält daran fest.
Wer sich rächt, an dem rächt sich der Herr;
dessen Sünden behält er im Gedächtnis.
Vergib deinem Nächsten das Unrecht,
dann werden dir, wenn du betest, auch deine Sünden vergeben.
Der Mensch verharrt im Zorn gegen den andern,
vom Herrn aber sucht er Heilung zu erlangen?
Mit seinesgleichen hat er kein Erbarmen,
aber wegen seiner eigenen Sünden bittet er um Gnade?
Obwohl er nur ein Wesen aus Fleisch ist,
verharrt er im Groll, wer wird da seine Sünden vergeben?
Denk an das Ende, laß ab von der Feindschaft,
denk an Untergang und Tod, und bleib den Geboten treu!
Denk an die Gebote, und grolle dem Nächsten nicht,
denk an den Bund des Höchsten, und verzeih die Schuld!



Jeder Mensch ist angewiesen auf die Vergebung seiner Sünden durch Gott. Aber Gott wird ihm am Ende seines Lebens nur vergeben, wenn er seinen Zorn und seine Rachsucht ablegen kann. Der Gedanke an das Ende müßte jede Form der Feindschaft eigentlich schon im Keim ersticken und den Menschen anleiten, den Geboten Gottes zu folgen. Wer durch den Bund sich mit Gott so eng verbunden weiß, muss bereit sein, sich mit dem Nächsten, d.h. für die Menschen des Alten Bundes zunächst den Angehörigen des eigenen Volkes, zu versöhnen. In diesem Sinn wirkt dieser Text aus dem 2. Jhdt vor Christus geradezu neutestamentlich und wie ein Vorläufer der Bitte im Vaterunser: "Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben." (Mt 6,12) oder: "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben." (Mt 6,14).


Das Buch Jesus Sirach ist die einzige Weisheitsschrift, deren Verfasser namentlich bekannt ist: Jesus, Sohn des Sirach (51,30b). Das Buch gehört nicht zum Kanon der jüdischen Bibel. Es entstand um 190 v. Chr., also vor dem Aufstand der Makkabäer. Das Buch ist eine Sammlung von Lebens- und Verhaltensregel. Vergebung und Versöhnung stehen u. a. im Mittelpunkt. Wer am Zorn Mitmenschen und auch sich selbst gegenüber festhält, kann nicht mit Gott versöhnt sein. Das Buch ist geprägt vom Tun-Ergehen-Zusammenhang: von meinem Verhalten hängt es ab, wie es mir ergeht. Umkehr ist möglich, wo ein Mensch gottesfürchtig lebt. Das Engagement für die Armen zieht sich durch die Weisungen. Der Lesungsabschnitt erinnert an die Vergebungsbitte im Vater unser. Das Loslassen des eigenen Zorns und die Bereitschaft zu vergeben, sind Voraussetzungen, um selbst Heilung und Heil zu erlangen. Der Zusammenhang: Gott-Mitmensch-ich selber ist der Maßstab für die Versöhnung: Versöhnung mit Gott ist erst möglich, wenn wir unseren Mitmenschen gegenüber entsprechend handeln. Unsere Beziehung mit Gott und unsere Beziehung zu den Mitmenschen gehören untrennbar zusammen.


Das Buch Jesus Sirach ist nach dem Autor benannt. Es entstand etwa 180 vor Christus in Jerusalem und enthält Lebens- und Verhaltensregeln. Unser Lesungsabschnitt ist bedeutsam, da er Zeugnis einer differenzierteren Ethik ist als etwa eine Ethik nach dem Grundsatz "Aug um Auge, Zahn um Zahn". Jesus Sirach fordert Vergebung, weil nur Gott allein den Menschen vom Bösen zu heilen vermag, und die Rache das Unrecht nicht wieder gutmachen kann. Der Mensch ist auf die Vergebung Gottes angewiesen. Deshalb tut er gut daran, an sein Ende zu denken, von Feindschaft abzulassen und jenen zu verzeihen, die ihm Unrecht getan haben.


Antwortpsalm am 24. Sonntag im Jahreskreis (A)
Ps 103,1-4. 9-10. 12-13
R Gnädig und barmherzig ist der Herr,
voll Langmut und reich an Güte. – R

Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: - (R)

der dir all deine Schuld vergibt
und all deine Gebrechen heilt,
der dein Leben vor dem Untergang rettet
und dich mit Huld und Erbarmen krönt. - (R)

Er wird nicht immer zürnen,
nicht ewig im Groll verharren.
Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. - (R)

So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang,
so weit entfernt er die Schuld von uns.
Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten. - R


2. Lesung vom 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A:
Röm 14,7-9

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer:

Keiner von uns lebt sich selber,
und keiner stirbt sich selber:
Leben wir, so leben wir dem Herrn,
sterben wir, so sterben wir dem Herrn.
Ob wir leben oder ob wir sterben,
wir gehören dem Herrn.
Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden,
um Herr zu sein über Tote und Lebende.



In der Christengemeinde von Rom gab es offensichtlich Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen. Paulus spricht in diesem Zusammenhang von den "Starken" und "Schwachen" (vgl. Röm 14,1). Heute würden wir vielleicht von Christen mit einem ängstlichen Gewissen und solchen, die die Dinge großzügiger sehen, sprechen. Die Verse 7-9 sind ein dramatischer Aufruf zur Einheit in Christus, dem Herrn. Dies zeigt sich formal: Der Stil ist beinahe hymnisch und könnte in ähnlicher Form im Gottesdienst gebraucht worden sein. Durch die Verwendung der Wir-Form erhält er nahezu einen Bekenntnischarakter. Inhaltlich wird dieser Appell durch die Parallelsetzung von Leben und Sterben des Herrn auf der einen Seite und dem Tod von uns Menschen auf der anderen besonders eindrucksvoll und stellt die Inhalte der Streitigkeiten als belanglos hin.


Die Verbundenheit unter allen Christen und Christinnen wird in diesem Abschnitt betont. Für Paulus ist daran die christliche Gemeinschaft erkennbar. Nur im Glauben an Jesus Christus ist diese Einheit möglich. Paulus schreibt den Brief in der Vorbereitung zur Reise nach Rom. Der Römerbrief ist eine Art Zusammenfassung der paulinischen Verkündigung des "Evangeliums Jesu Christi". Ausgehend von dem Bekenntnis (1,3ff) entfaltet Paulus seine Theologie, sein Verständnis der Frohen Botschaft. Im Kapitel 14 kommen die Konflikte innerhalb der Gemeinde zum Tragen. Paulus bringt eine neue Perspektive in die Auseinandersetzungen. Letztlich geht es darum, dass Christinnen und Christen in den unterschiedlichen Formen der Frömmigkeit Jesus Christus dienen. Nur die Beziehung zu Christus stiftet Gemeinschaft, überwindet Spaltungen, verbindet inmitten unterschiedlicher Frömmigkeitsformen.


Der Lesungsabschnitt ist jenem Teil des Römerbriefes entnommen, in welchem Paulus auf Streitfragen in der Christengemeinde von Rom eingeht. Die Frage, ob man Fleisch essen dürfe (was in der damaligen Alltagspraxis immer in einem Zusammenhang zu heidnischen Opferkulten stand) entzweite die Gemeinde. Paulus geht auf die Auseinandersetzung ausführlich ein. Ihm bereitet es theologisch keine Schwierigkeit, das Fleischessen zuzulassen. Ihm geht es vor allem um das Zusammenleben als Gemeinschaft, um gegenseitige Rücksicht der "Starken" und "Schwachen". Die "aufgeklärt" und aufgeschlossen mit dem Problem umgehen können, sollen die Ängstlichen nicht überfahren. Paulus zitiert in diesem Zusammenhang die Verse, die für diesen Sonntag ausgewählt sind. Sie bilden eine in sich geschlossene Einheit und dürften Paulus schon "griffbereit" vorgelegen sein, vielleicht als Bekenntnisformel in irgendeinem Zusammenhang mit dem Taufritus. Der Text betont die enge Zusammengehörigkeit mit Christus. Er vergleicht die Beziehung des Christen mit Christus mit der eines Sklaven zu seinem Herren. Zum geistigen Horizont dieses Textes gehört auch der Vorrang des Gemeinwohles, wie er in der griechisch-römischen Tradition selbverständlich war. Der Staat verlangte eine weitgehende Unterordnung des einzelnen. Die wechselseitige Abhängigkeit der Menschen, die im Staat lebten, war Alltagsrealität. - Diese Denkweise paßt zur Tauftheologie des Paulus (vgl. Kapitel 6). Der Getaufte ist auf Leben und Tod mit Christus verbunden. Mit ihm stirbt er, mit ihm hat er Anteil am neuen Leben, mit ihm wird er auferstehen.


Ruf vor dem Evangelium am 24. Sonntag im Jahreskreis (A) 
Joh
13,34ac

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Halleluja.

Oder: 
Dies ist mein Gebot:
liebet einander, wie ich euch geliebt.


Evangelium vom 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A:
Mt 18,21-35

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte:
Herr, wie oft muß ich meinem Bruder vergeben,
wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?
Jesus sagte zu ihm:
Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König,
der beschloß, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann,
brachte man einen zu ihm,
der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte,
befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß,
zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat:
Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener,
ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Diener hinausging,
traf er einen anderen Diener seines Herrn,
der ihm hundert Denare schuldig war.
Er packte ihn, würgte ihn und rief:
Bezahl, was du mir schuldig bist!
Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte:
Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht,
sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen,
bis er die Schuld bezahlt habe.
Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt;
sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles,
was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm:
Du elender Diener!
Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen,
weil du mich so angefleht hast.
Hättest nicht auch du mit jenem,
der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht,
Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten,
bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln,
der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.



Petrus, der Vorsteher der Apostel, tritt an Jesus heran, um eine Frage nach dem Maß der Vergebung zu stellen. Wie oft darf man von einem Jünger erwarten, dass er verzeiht, wenn von der anderen Seite keine Gegenleistung erfolgt? Die Siebenzahl, die Petrus nennt, ist schon eine heilige Zahl und meint damit etwas Vollkommenes, eine Höchstleistung: Ich bin bereit über das vom Liebesgebot geforderte eine Mal hinauszugehen und auch sich wiederholende Verfehlungen zu verzeihen. Aber die Antwort Jesu geht noch weit darüber hinaus. Siebzigmal bedeutet eine unbegrenzte Bereitschaft, dem anderen zu vergeben. Die Erklärung für diese für jeden rational denkenden Menschen unvernünftige Forderung bringt erst das folgende Gleichnis. Die ganze Geschichte klingt zunächst äußerst unwahrscheinlich. Selbst wenn man unter den Knechten hohe Beamte versteht, ist die riesige Summe der aufgehäuften Schuld (ca. 21 Millionen Euro) kaum vorstellbar und könnte auch durch den Verkauf des verschuldeten Knechtes samt Frau und Kind nicht annähernd hereingebracht werden. Genauso unglaublich klingt es, dass der andere Diener erbarmungslos wegen einer ganz geringen Schuld (ca. 35 Euro) sofort ins Gefängnis geworfen wird. Die Sinnanlage dieses Gleichnisses muss wohl auf einer anderen Ebene liegen. Sie zeigt auf der einen Seite die Größe und Majestät Gottes und zugleich sein grenzenloses Erbarmen mit uns Menschen. Gott allein kann eine so riesige Schuld einfach vergeben. Aber auch er allein kann ein so furchtbares Urteil fällen: Bei dieser Größenordnung der Schuld wird der Knecht für immer zu büßen haben, d.h. Strafe für Ewigkeit steht ihm bevor. Die erste Aussage dieser Erzählung ist daher eine Warnung an uns: Wenn wir gegenüber unseren Mitmenschen hart sind und ihnen nicht verzeihen, dann wird auch Gott im Himmel, wie der König im Gleichnis, uns nicht verzeihen. Nur derjenige hat Aussicht darauf, dass ihm seine Schuld erlassen wird, der vorher an seinen Mitmenschen in gleicher Weise gehandelt hat. Ebenso groß wie die angedrohte Strafe ist aber das Ausmaß der Vergebung Gottes. Er ist der König, der auf eine bloße Bitte hin auch die größte Schuld erläßt. Es gibt daher für uns, die wir alle "Knechte" sind und in der Rolle des Schuldners stehen, keine andere Möglichkeit, als das uns von Gott entgegengebrachte Erbarmen an unsere Mitmenschen weiter zu verschenken.


In Form einer Rede sind bei Matthäus Hinweise und Richtlinien gegeben für das Leben in der Gemeinde. Matthäus verbindet die Gemeinderegeln mit Gleichnissen, die der Erläuterung und Zuspitzung der Weisung dienen. "Wie oft muß ich meinem Bruder vergeben, wie oft muß ich meinem Nächsten verzeihen?" Das sind die Kernfragen des heutigen Abschnittes und dem Petrus wird diese Frage in den Mund gelegt. Jesu Antwort übertrifft die Anzahl: Sieben als die Zahl der Fülle wird nochmal gesteigert. Das Gleichniss vom "König" erweitert die Frage dies Petrus. Der König rechnet die Schuld nicht an. Er handelt gnädig und barmherzig an dem Knecht. Doch erst wenn der Mensch, der so eine Gnade erfährt, weitergibt, macht diese Tat, dieses Handeln Sinn. "Von ganzem Herzen..." sollen wir vergeben. Nicht wie oft, siebenmal oder siebenundsiebzigmal, sondern die Haltung, die innere Gesinnung macht es aus, ob Vergebung geschehen kann. Es bedarf einer großen Freiheit, sich nicht von Rechnerein abhängig zu machen. Die Zusage im Text des Matthäus ist herausfordernd und tröstlich zugleich: Wie groß auch immer die Schuld des Menschen ist: Gott vergibt. Damit ist jedoch der Mensch in die Pflicht genommen: Die Vergebung, die er durch Gott erfahren hat, muss sichtbar werden im und durch den eigenen Lebens- und Glaubensweg und im Umgang mit den Mitmenschen.


Im Evangelium dieses Sonntags geht es um die Pflicht der Christen, einander zu vergeben. Der ausgewählte Abschnitt steht in der sog. Gemeindeordnung des Matthäusevangeliums. Die Gemeinden, in denen die Evangelien überliefert und festgehalten wurden, standen offenbar vor der Schwierigkeit, wie man mit Menschen verfahren solle, die Schuld auf sich geladen haben, obwohl und nachdem sie getauft wurden. Die Christen haben die Pflicht zur Vergebung, weil ihnen aus dem Perspektive Gottes noch viel mehr vergeben wurde. Die Frage des Petrus und das Zahlenspiel (nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal) erinnert an das Lied des Lamech im Buch Genesis. Lamech ist ein Nachkomme Kains, der ja trotz des Brudermordes unter dem Schutze Gottes stand: "Jeder der Kain erschlägt, soll siebenfacher Rache verfallen sein" (Gen 4,15). Lamech versucht in seiner maßlosen Rachsucht Kain zu übertreffen: "Lamech sagte zu seinen Frauen: Ada und Zilla, hört auf meine Stimme, ihr Frauen Lamechs, lauscht meiner Rede! Ja, einen Mann erschlage ich für eine Wunde und einen Knaben für eine Strieme. Wird Kain siebenfach gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigfach." (Gen 4:23-24). Das Böse im Menschen kann nur durch die maßlose Vergebung überwunden werden. Diese Forderung an die Jünger Jesu wird noch durch eine beispielhafte Erzählung unterstrichen. Das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger spiegelt Rechtsverhältnisse wider, wie sie außerhalb Palästinas herrschten. Im ptolemäischen Ägypten z.B. konnten die Finanzbeamten persönlich für die gesamten Einnahmen ihres Territoriums haftbar gemacht werden. Als Knechte werden hier die königlichen Beamten bezeichnet, die in einem sklavenähnlichen Abhängigkeitsverhältnis zum König standen, wie es in Israel und im Judentum nicht bekannt war. Auf ein solches Verhältnis weist der hohe Geldbetrag hin, den er im Gleichnis dem König schuldet. Gleichzeitig wird damit der Kontrast zur geringen Schuld des Untergebenen herausgestrichen. Die unerbittliche Härte des Königs unterstreicht Notwendigkeit Vergebung in der christlichen Gemeinde.