21.09.2017

Kontexte 20.08.2017


Auferstehung - mitten im Leben

Aus: Hermann Schalück, Stationen der Hoffnung, Ein Kreuzweg, München 2002.


Ich bin mir gewiss: Jahwe ist der Ursprung allen Lebens.
Er schuf das Universum.
Die Meere und die Kontinente.
Die Galaxien, die Sonnen und Kernenergie.
Die Menschen, Tiere und Pflanzen.
Alles hat in ihm seinen Ursprung und seinen Bestand.
Ein unsichtbarer Lebensstrom erfüllt alles.
Auch ich selber fühle mich von ihm erfasst und getragen.

Dich, Herr, preist die ganze Schöpfung.
Männern und Frauen, Kindern und Altern,
aus allen Stämmen, Rassen, Nationen, Kulturen
sind Spuren deiner Ordnung,
Logik, Intelligenz, Weisheit erschlossen.
Du selber bist Schönheit, Liebe, Beziehung, Leben.

Doch die Menschen aller Zeiten
erzählen nicht nur von Leben und Glück:
Oft hast du dein Antlitz verdunkelt, Herr.
Tief eingegraben in das Gedächtnis der Menschheit
sind die Etappen und Stationen eines Kreuzweges,
den Jesus mit ihr geht:
Denn da sind die unzähligen scheinbar sinnlosen
großen und kleinen Tode unzähliger Menschen aller Zeiten.
Die Traurigkeit derer, die niemand mehr tröstet.
Die Schreie der Gefolterten.
Die leeren Blicke der Hungernden und am Leben Verzweifelnden.
Die anonymen Opfer aller Katastrophen und Kriege.
Die Spuren der Verwüstungen und der Plünderung
unseres Planeten.

Die gesamte Schöpfung seufzt und ist voller Erwartung.
Obwohl aus deiner Kraft und Liebe geschaffen,
ist sie, wie unser Herr Jesus Christus,
auf dem Weg zur Vollendung.
Die gesamte Materie, Elementarteilchen, Licht,
genetischen Codes,
alles entwickelt sich nach deinem geheimen Plan,
strebt auf den Punkt Omega zu,
dem neuen Himmel, der neuen Erde, dem Menschen,
der in Wahrheit dein vollkommenes Abbild und Gleichnis ist.

Mit den unzähligen Menschen
aller Epochen, Kulturen, Religionen
glaube ich fest:
Jesus ist vom Tod erstanden.
Das Weizenkorn hat das Erdreich durchbrochen
und bringt Frucht.
Die Schöpfung ist auf dem Weg des Lebens
und nicht der Zerstörung.
Der Mensch ist geschaffen, um zu lieben,
nicht um zu hassen und zu zerstören.
Unser Leben und unsere Geschichte
sind von Todeserfahrungen durchkreuzt.
Doch wir leben aus der Hoffnung des Anfangs
und der Ahnung,
auf einem sinnvollen Weg zu sein.



Gott will das Heil aller Menschen

Aus: Walter Kardinal Kaspar, Barmherzigkeit, Grundbegriff des Evangeliums - Schlüssel christlichen Lebens, Freiburg 2015.


Gott will im Jesus Christus das Heil aller Menschen (1 Tim 2,4). Jesus sagt von sich selbst, er sei in die Welt gekommen, nicht um sie zu richten, sondern um sie zu retten und versprach: "Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen (Joh 12,32). Paulus hat diese Botschaft in hymnischer Weise aufgegriffen und vom erhöhten Herrn gesagt, dass alle im Himmel, auf Erden und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt "Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes des Vaters" (Phil 2,10). In ihm wollte Gott alles versöhnen, im Himmel und auf Erden (Kol 1,20). Durch Jesus Christus will Gott am Ende alles in allem sein (1 Kor 15,27f; vgl. Röm. 11,32) und alles zusammenfassen und alles vereinen, was im Himmel und auf der Erde ist (Eph 1,4f. 10). Irenäus von Lyon hat den zuletzt erwähnten Gedanken sympathisch aufgegriffen und von der Zusammenfassung und Kulmination der ganzen Menschheitsgeschichte, ja des gesamten Kosmos unter und in Jesus Christus als das Haupt aller Wirklichkeit gesprochen.



Konformismus ist einfacher als Gottvertrauen

Aus: Richard Rohr, Das entfesselte Buch, Eine Einführung in die Bibel, Altes und Neues Testament, Freiburg 2003.


..."Das glaubt man halt als guter Katholik" oder "Das gehört sich eben nicht für einen guten Franziskaner." Und allzu oft war das schon alles. Wir haben das Katholischsein gepredigt (manchmal sogar nur die nationalistische Variante davon) oder eine bestimmte Spiritualität hochgehalten - anstatt Christus zu verkündigen.
Aus dem Blickwinkel späterer Glaubensstadien können wir sehen, wie einschränkend diese religiöse Mentalität ist. Es ist, als ob die Menschen in dieser Phase sich weigern den Ruf Gottes klar und deutlich zu vernehmen, weil sie das überfordern würde. Die Einladung, sich auf eine tiefe existentielle Beziehung mit Gott einzulassen, erfordert andauerndes Hören, Zurücknehmen des Egos und Hingabe an den Herrn. Deshalb verharren viele Menschen in diesem ersten Stadium (oder ziehen sich auf dieses Stadium zurück, wie es die Israeliten oft getan haben) und gehen davon aus, dass Gott von ihnen nichts anderes erwartet als Loyalität zu den "Insidern". Es macht die Dinge viel einfacher, wenn wir meinen, Gott will von uns nur, dass wir das machen, was alle anderen auch machen. Konformismus ist einfacher als Gottvertrauen.



Lieben mit dem Herzen Gottes: Universal und zugleich konkret

Aus: Gerd Bauer, Leben heißt Lieben, Drei Minuten Impulse, München 2014.


Gottes Liebe schließt jeden Menschen ein. Keiner ist davon ausgeschlossen, der es nicht selber will. Gott "lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte" (Matthäus 5,45).
Zum anderen ist seine Liebe ganz persönlich. Sie meint mich ganz konkret, so wie ich bin, hier und jetzt. Und er liebt mich mit einer Liebe, die einmalig ist. Ich, einer von mehr als sieben Milliarden Menschen (ohne die vielen Verstorbenen mitzuzählen), bin ich von Gott geliebt, als ob es nur mich gäbe.
Alle lieben - und zugleich für jeden einzelnen da sein, als ob es nur ihn gäbe: Wie soll das für uns gehen, die wir in den Grenzen von Zeit und Raum leben? Hier auf Erden mit dem Herzen Gottes lieben, das heißt "das Herz weit machen nach dem Maß des Herzens Jesu: einen jeden, der zu uns kommt, so zu lieben, wie Gott ihn liebt, ...einen nach dem anderen" (Chiara Lubich, Die große Sehnsucht unserer Zeit, München 2011, Seite 2002).
Auch Jesus konnte zeit seines Lebens nicht für alle gleichzeitig und gleichermaßen da sein. Es geht nicht um eine "allgemeine, weltumschlingende Menschenfreundlichkeit", sondern die bewusste Zuwendung zu denen, die Gott mir im nächsten Augenblick zum Nächsten werden lässt. Dafür hellhörig sein bedeutet unter Umständen auch, Erwartungen zu enttäuschen:
"Wie Jesus Begegnung abweist und ermöglicht, wie er an herkömmlichen Ansprüchen vorbeigeht und kühn und ungemäß erscheinende andere Erwartungen zugeht, wie er sich zuwendet, aber auch Abschied nimmt, dies lässt sich nur vom Augen Blick Gottes her verstehen ... keine Zeit für die Verwandten - Zeit für die kleinen Kinder; Einkehr bei Zachäus, Zeit für alle, Zeit für die Jünger, Unruhe und Ruhe ... Je inniger Menschen mit Gott leben, desto mehr gewinnen sie Anteil gerade an dieser Kraft der Zuwendung Jesu zu dem, der im Augenblick Gottes der Nächste ist" (Klaus Hemmerle, Gerufen und verschenkt, München 2013, S. 177).



Dein Nachbar ist nur ein Ausländer?

Herkunft unbekannt


Dein Christus ist ein Jude
Dein Auto ist ein Japaner
Deine Pizza ist italienisch
Dein Mittagsmahl ist chinesisch
Dein Champagner ist französisch
Deine Demokratie ist griechisch
Dein Kaffee ist brasilianisch
Dein Urlaub ist türkisch
Deine Schrift ist lateinisch



Die innere Verwandtschaft

Aus: Betriebsseelsorger Erwin Helmer, Fokus Mensch, Impulse für ein gerechtes Leben, Köln 2009.


In der Tat, die katholische Kirche, und mehr noch die christlichen Kirchen, sind die größten "Global player" auf dieser Erde. Indem sie die Botschaft der Nächstenliebe und der "Fernstenliebe" leben, in dem sie das Reich Gottes verkünden und Gott als guten Vater aller Menschen loben, verkünden sie die Vision von der "Globalisierung mit menschlichem Antlitz".
Alle Menschen sind geistig und geistlich verwandt, alle sind Schwestern und Brüder. Es gibt keine Juden mehr und keine Griechen, keine Sklaven mehr und keine Freien, nicht Mann und Frau. "Denn ihr alle seid einer in Christus Jesus", heißt es im Galaterbrief des Völkerapostels Paulus.
Diese innere Verwandtschaft drückt sich sehr schön in einem Gebet aus Südafrika aus:

"Herr Jesus Christus,
der du von einer hebräischen Mutter geboren wurdest,
aber voll Freude warst über den Glauben einer syrischen Frau.

Der du einen römischen Soldaten zum Glauben führtest,
die Griechen, die dich suchten, freundlich aufnahmst und es zuließest, dass ein Afrikaner dein Kreuz trug.

Hilf uns, Menschen aller Rassen als Miterben in dein Reich zu führen. Amen.



Damit aus Fremden Freunde werden

Rolf Schweizer 1982, in: EG 674.



Gib Frieden, Herr, gib Frieden

Jürgen Henkys (1980) 1983 nach dem niederländischen »Geef vrede, Heer, geef vrede« von Jan Nooter 1963, in: EG 430.



Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all

Joachim Sartorius 1591, in: EG 293.



Herr, unser Gott, auf den wir trauen

Matthias Jorissen 1798 nach Ps. 67, in: EG 620.



Die Beziehungen zum Judentum

Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium des Heiligen Vaters Papst Franziskus, 24.11.2013. http://w2.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html



16. August

Boris Vildé, Trost der Philosophie. Tagebuch und Briefe aus der Haft, hrsg. von Felix Philipp Ingold, Berlin: Matthes & Seitz 2012.



Friede braucht Wahrnehmung des anderen

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Warum gibt es immer wieder Krieg?

msc in: Christ in der Gegenwart Nr. 30/2014. Katholische Wochenzeitschrift, Verlag Herder.



Franz Liszt, Komponist

Aus: Georg Markus, Das heitere Lexikon der Österreicher. Die besten Anekdoten von Altenberg bis Zilk. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2007 (3).



Kontaktstörungen

Aus: Antony de Mello, Warum der Schäfer jedes Wetter liebt. Weisheitsgeschichten. Herder Spektrum, Freiburg Basel Wien 1988 (3).



Zielstrebigkeit

Aus: Marco Aldinger, Geschichten für die kleine Erleuchtung. Das Buch zur Bewusstseinserheiterung. Herder Spektrum, Freiburg Basel Wien 2002.



Am Rand die Mitte suchen

Aus: August Janisch, Mit weitem Herzen. Gedanken eines Grenzgängers. Styria Verlag, Graz Wien Köln 2002.



Der Ausweg

Aus: Hans Magnus Enzensberger, Die Geschichte der Wolken. 99 Meditationen, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003.



Franz Jägerstätter

http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=34567



Wat kümmert mich ming Jeschwätz von jestern?

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/W



Gehorsam im Ordensleben

Herder Korrespondenz 62 7/2008



Ich sehne mich nach einem neuen Ohr für Dein geheimes Wort

Otto Betz in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. Lizenzausgabe für Verlag Hohe, Erfstadt 2007.



Kein stummer Gott

Eberhard Jüngel in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. Lizenzausgabe für Verlag Hohe, Erfstadt 2007



Perspektiven zur theologischen Grundlegung christlicher Mission

Aus: Karl Kardinal Lehmann, Perspektiven zur theologischen Grundlegung christlicher Mission. Eröffnungsvortrag beim Internationalen Kongress der Katholischen Kirche in Deutschland "WeltMission", veranstaltet von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Katholischen Missionsrat am 2. Mai 2006 in Freising.



Wo die Sonntagsmesse fünf Stunden dauert

© DiePresse.com 05.08.2008 | 18:40 | CLARA AKINYOSOYE (Die Presse)