24.11.2017

Lesungen 16.07.2017


1. Lesung vom Fest des Heiligsten Erlösers:
Jes 55,2b-6

Lesung aus dem Buch Jesaja:

So spricht der Herr:
Hört auf mich,
dann bekommt ihr das Beste zu essen
und könnt euch laben an fetten Speisen.
Neigt euer Ohr mir zu, und kommt zu mir,
hört, dann werdet ihr leben.
Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen
gemäß der beständigen Huld, die ich David erwies.
Seht her:
Ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht,
zum Fürsten und Gebieter der Nationen.
Völker, die du nicht kennst, wirst du rufen;
Völker die dich nicht kennen, eilen zu dir,
um des Herrn, deines Gottes,
des Heiligen Israels willen,
weil er dich herrlich gemacht hat.
Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt,
ruft ihn an, solange er nahe ist.



Dieser Text gehört noch zum zweiten Teil des Jesajabuches und ist im babylonischen Exil entstanden. Der Prophet spricht dem Volk das Heil Gottes zu. Der Herr wirbt um sein Volk und bietet ihm einen Bund an, der den Bund mit David übertrifft. Während die anderen Könige die Völker mit Waffengewalt unterwerfen müssen, werden die Völker freiwillig zu dem einen Gottesvolk hindrängen (Motiv der Völkerwallfahrt). Der Neue Bund und alles, was damit verheißen ist, hängt allerdings eng zusammen mit der Bereitschaft des Gottesvolkes, Gott zu suchen.


Antwortpsalm am Fest des Heiligsten Erlösers
Jes 12,2-6

R. Der Herr ist meine Stärke und mein Lied. - R.
Gott ist meine Rettung;
ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.
Denn meine Stärke und mein Lied ist der Herr.
Er ist für mich zum Retter geworden. - R.

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem Herrn, ruft seinen Namen an!
Macht seine Taten unter den Völkern bekannt,
verkündet: Sein Name ist groß und erhaben! - R.

Preist den Herrn, denn herrliche Taten hat er vollbracht;
auf der ganzen Erde soll man es wissen.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner von Zion,
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. - R.


2. Lesung vom Fest des Heiligsten Erlösers:
Röm 5,12-21

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer:

Durch einen einzigen Menschen
kam die Sünde in die Welt
und durch die Sünde der Tod,
und auf diese Weise
gelangte der Tod zu allen Menschen,
weil alle sündigten.
Sünde war schon vor dem Gesetz in der Welt,
aber Sünde wird nicht angerechnet,
wo es kein Gesetz gibt;
dennoch herrschte der Tod
von Adam bis Mose auch über die,
welche nicht wie Adam
durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten;
Adam aber ist die Gestalt,
die auf den Kommenden hinweist.
Doch anders als mit der Übertretung
verhält es sich mit der Gnade;
sind durch die Übertretung des einen
die vielen dem Tod anheimgefallen,
so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe,
die durch die Gnadentat
des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist,
den vielen reichlich zuteil geworden.
Anders als mit dem,
was durch den einen Sünder verursacht wurde,
verhält es sich mit dieser Gabe:
Das Gericht führt wegen der Übertretung des einen
zur Verurteilung,
die Gnade führt aus vielen Übertretungen
zur Gerechtsprechung.
Ist durch die Übertretung des einen
der Tod zur Herrschaft gekommen,
durch diesen einen,
so werden erst recht alle,
denen die Gnade
und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteil wurde,
leben und herrschen durch den einen, Jesus Christus.
Wie es also durch die Übertretung eines einzigen
für alle Menschen zur Verurteilung kam,
so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen
für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen,
die Leben gibt.
Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen
die vielen zu Sündern wurden,
so werden auch durch den Gehorsam des einen
die vielen zu Gerechten gemacht werden.
Das Gesetz aber ist hinzugekommen,
damit die Übertretung mächtiger werde;
wo jedoch die Sünde mächtig wurde,
da ist die Gnade übergroß geworden.
Denn wie die Sünde herrschte und zum Tod führte,
so soll auch die Gnade herrschen
und durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben führen,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.



Paulus stellt Adam und Christus gegenüber. Durch den Ungehorsam des einen kam der Tod in die Welt, durch den Gehorsam des anderen wurde das Leben neu geschenkt. Beide sind als "korporative Persönlichkeiten" anzusehen. D.h.: Im Stammvater eines Volkes ist bereits die gesamte Nachkommenschaft präsent. In diesem Sinne - und nicht in einem geschichtlichen - ist die Sünde der Nachkommen Adams und die Gerechtsprechung der "Nachkommen" des Christus zu verstehen. Adam verkörpert den Menschen, wie er von Anfang an verfaßt ist, die Menschheit schlechthin. Die Menschen haben sich von Anfang an von Gott und seinem Gebot gelöst und sind eigene Wege gegangen. Erst in Jesus Christus wurde diese Loslösung von Gott überwunden. Auch hier wieder durch die Tat des einen. Den "vielen", das sind alle, die sich zu Christus gehörig wissen, wird die Gerechtsprechung als unverdientes Geschenk (Gnade) zuteil.


Ruf vor dem Evangelium am Fest des Heiligsten Erlösers
Jes 53,10b

Halleluja. Halleluja.
Der sein Leben als Sühnopfer hingab,
wird lange leben und viele Nachkommen sehen.
Durch ihn setzt der Wille des Herrn sich durch.

Halleluja.


Evangelium vom Fest des heiligsten Erlösers:
Joh 3, 13-18. 21

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus:
Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen
außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist:
der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat,
so muß der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der (an ihn) glaubt,
in ihm das ewige Leben hat.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt,
daß er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt,
nicht zugrunde geht,
sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes
nicht geglaubt hat.
Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht,
damit offenbar wird,
dass seine Taten in Gott volbracht sind.



Im Johannesevangelium stehen ziemlich am Beginn des Wirkens Jesu zwei Gespräche: eines mit dem Pharisäer Nikodemus und eines mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Die in Jesus erschienene Liebe Gottes zeigt sich in diesen Gesprächen in der besonderen Zuwendung zum bzw. zur Einzelnen. Nikodemus ist ein einflussreicher gebildeter Jude, der zwar an Jesus interessiert ist, aber Angst hat, sein Interesse in der Öffentlichkeit zu zeigen. Er kommt in der Nacht. In dem Lehrgespräch mit Jesus geht es um die Heilsabsicht Gottes in der Sendung seines Sohnes. Der Abstieg in die Welt und der Aufstieg in den Himmel ist zur Rettung des Menschen. Wer daran glaubt, dem geschieht Heil. Wenn es dennoch zu einem Gericht kommt, so resultiert dies aus dem Unglauben, da sich der, der an den Gottessohn nicht glaubt, damit selbst sein Urteil spricht.