21.08.2017

Lesungen 23.06.2017


1. Lesung am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
Dtn 7,6-11

Lesung aus dem Buch Deuteronomium.

Mose sprach zum Volk:
Du bist ein Volk, das dem Herrn, deinem Gott, heilig ist.
Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt,
damit du unter allen Völkern, die auf der Erde leben,
das Volk wirst, das ihm persönlich gehört.
Nicht weil ihr zahlreicher als die anderen Völker wäret,
hat euch der Herr ins Herz geschlossen und ausgewählt;
ihr seid das kleinste unter allen Völkern.
Weil der Herr euch liebt
und weil er auf den Schwur achtet,
deshalb hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt
und euch aus dem Sklavenhaus freigekauft,
aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.
Daran sollst du erkennen:
Jahwe, dein Gott, ist der Gott;
er ist der treue Gott;
noch nach tausend Generationen achtet er auf den Bund
und erweist denen seine Huld,
die ihn lieben und auf seine Gebote achten.
Denen aber, die ihm Feind sind, vergilt er sofort
und tilgt einen jeden aus;
er zögert nicht, wenn einer ihm Feind ist,
sondern vergilt ihm sofort.
Deshalb sollst du auf das Gebot achten,
auf die Gesetze und Rechtsvorschriften,
auf die ich dich heute verpflichte,
und du sollst sie halten.


Antwortpsalm am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
Ps
103,1-4. 6-8. 10 R Die Huld des Herrn währt immer und ewig. – R

Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: - (R)

der dir all deine Schuld vergibt
und all deine Gebrechen heilt,
der dein Leben vor dem Untergang rettet
und dich mit Huld und Erbarmen krönt. - (R)

Der Herr vollbringt Taten des Heiles,
Recht verschafft er allen Bedrängten.
Er hat Mose seine Wege kundgetan,
den Kindern Israels seine Werke. - (R)

Der Herr ist barmherzig und gnädig,
langmütig und reich an Güte.
Er handelt an uns nicht nach unseren Sünden
und vergilt uns nicht nach unserer Schuld. - R



Es handelt sich um den ersten der beiden Schöpfungsberichte aus dem Buch Genesis. Er entstammt in seiner Endgestalt vermutlich der Zeit nach dem Babylonischen Exil, also frühestens der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts vor Christus. Ein zentrales Anliegen war es damals wohl zu zeigen, daß der Gott des kleinen, machtlosen Israel der Schöpfer des Himmels, der Erde und der Menschen ist. Von seiner Gattung her ist der erste Schöpfungsbericht der Genesis eine "Kosmogonie", also eine Erzählung von der Entstehung des Kosmos. Allerdings darf er nicht als eine naturwissenschaftliche Darstellung im heutigen Sinn verstanden werden. Es handelt sich nicht um einen Tatsachenbericht, sondern es geht um eine theologische Aussage über Gott und sein Verhältnis zur Welt und zum Menschen. Wichtige Aspekte dieser Aussage seien im folgenden genannt: 1. Der Schöpfungsbericht ist das Bekenntnis, daß die Welt und der Mensch sich Gott verdanken und deshalb in guten Händen geborgen sind. 2. Die Schöpfung ist Gleichnis und Ausdruck Gottes. So wie ein Kunstwerk auf seinen Meister verweist, verweist die Welt auf ihren Schöpfer. Gott gibt der Welt seine Gutheit mit und will sie in ihr zur Geltung gebracht sehen. 3. In besonderer Weise gilt dies vom Menschen. Er wird als das Ebenbild Gottes bezeichnet (Gen 1:27). Im ganzen antiken Denken hat das Ebenbild engste Beziehung mit dem Urbild. Es ist gewissermaßen der Stellvertreter des Urbildes. 4. Zum menschlichen Sein gehört von Anfang an die Dimension der Gemeinschaft. Gerade in der Gemeinschaftlichkeit und im Aufeinander-verwiesen-sein von Mann und Frau ist der Mensch Ebenbild Gottes. 5. Gott als Schöpfer anzuerkennen heißt, auch die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung zu sehen. Der sogenannte Herrschaftsauftrag (Gen 1:28) versetzt den Menschen in die Stellung eines Sachwalters. Er soll die Schöpfung sich aneignen und kreativ weiterführen. Wer den Herrschaftsauftrag des Menschen über die Schöpfung im Sinne von bloßer Selbstherrlichkeit auffaßt, mißversteht ihn. Der Mensch und die übrige Schöpfung bilden eine Solidargemeinschaft, da sie beide von Gott hervorgebracht sind. Außerdem wird der Herrschaftsauftrag in einem Segenswort übertragen. Das heißt: Nur unter den Bedingungen des Segens ist dieser Auftrag erfüllbar. Für das Volk Israel war die Vorstellung von Gott als Schöpfer gegenüber der Vorstellung von Gott als dem geschichtsmächtigen Befreier aus der Knechtschaft Ägyptens lange Zeit eher zweitrangig, wiewohl freilich nicht unwichtig. Erst die frühe Kirche hat den Schöpfungsglauben zu einer vorrangigen Lehre gemacht: siehe Glaubensbekenntnis. In der Osternacht, die in vielerlei Hinsicht aufs Ganze geht, haben beide Sichtweisen des einen Gottes ihren Platz. Gott als der gute Schöpfer und der in der Geschichte wirkende Gott.


2. Lesung am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
1 Joh
4,7-16

Lesung aus dem ersten Johannesbrief

Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott,
und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott.
Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.
Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart,
dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat,
damit wir durch ihn leben.
Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben,
sondern dass er uns geliebt
und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat,
müssen auch wir einander lieben.
Niemand hat Gott je geschaut;
wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns,
und seine Liebe ist in uns vollendet.
Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt:
Er hat uns von seinem Geist gegeben.
Wir haben gesehen und bezeugen,
dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.
Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist,
in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott.
Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt
und gläubig angenommen.
Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.


Ruf vor dem Evangelium am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
Mt 11,29ab

Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig.
Halleluja.



Es handelt sich um den ersten der beiden Schöpfungsberichte aus dem Buch Genesis. Er entstammt in seiner Endgestalt vermutlich der Zeit nach dem Babylonischen Exil, also frühestens der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts vor Christus. Ein zentrales Anliegen war es damals wohl zu zeigen, daß der Gott des kleinen, machtlosen Israel der Schöpfer des Himmels, der Erde und der Menschen ist. Von seiner Gattung her ist der erste Schöpfungsbericht der Genesis eine "Kosmogonie", also eine Erzählung von der Entstehung des Kosmos. Allerdings darf er nicht als eine naturwissenschaftliche Darstellung im heutigen Sinn verstanden werden. Es handelt sich nicht um einen Tatsachenbericht, sondern es geht um eine theologische Aussage über Gott und sein Verhältnis zur Welt und zum Menschen. Wichtige Aspekte dieser Aussage seien im folgenden genannt: 1. Der Schöpfungsbericht ist das Bekenntnis, daß die Welt und der Mensch sich Gott verdanken und deshalb in guten Händen geborgen sind. 2. Die Schöpfung ist Gleichnis und Ausdruck Gottes. So wie ein Kunstwerk auf seinen Meister verweist, verweist die Welt auf ihren Schöpfer. Gott gibt der Welt seine Gutheit mit und will sie in ihr zur Geltung gebracht sehen. 3. In besonderer Weise gilt dies vom Menschen. Er wird als das Ebenbild Gottes bezeichnet (Gen 1:27). Im ganzen antiken Denken hat das Ebenbild engste Beziehung mit dem Urbild. Es ist gewissermaßen der Stellvertreter des Urbildes. 4. Zum menschlichen Sein gehört von Anfang an die Dimension der Gemeinschaft. Gerade in der Gemeinschaftlichkeit und im Aufeinander-verwiesen-sein von Mann und Frau ist der Mensch Ebenbild Gottes. 5. Gott als Schöpfer anzuerkennen heißt, auch die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung zu sehen. Der sogenannte Herrschaftsauftrag (Gen 1:28) versetzt den Menschen in die Stellung eines Sachwalters. Er soll die Schöpfung sich aneignen und kreativ weiterführen. Wer den Herrschaftsauftrag des Menschen über die Schöpfung im Sinne von bloßer Selbstherrlichkeit auffaßt, mißversteht ihn. Der Mensch und die übrige Schöpfung bilden eine Solidargemeinschaft, da sie beide von Gott hervorgebracht sind. Außerdem wird der Herrschaftsauftrag in einem Segenswort übertragen. Das heißt: Nur unter den Bedingungen des Segens ist dieser Auftrag erfüllbar. Für das Volk Israel war die Vorstellung von Gott als Schöpfer gegenüber der Vorstellung von Gott als dem geschichtsmächtigen Befreier aus der Knechtschaft Ägyptens lange Zeit eher zweitrangig, wiewohl freilich nicht unwichtig. Erst die frühe Kirche hat den Schöpfungsglauben zu einer vorrangigen Lehre gemacht: siehe Glaubensbekenntnis. In der Osternacht, die in vielerlei Hinsicht aufs Ganze geht, haben beide Sichtweisen des einen Gottes ihren Platz. Gott als der gute Schöpfer und der in der Geschichte wirkende Gott.


Evangelium am Fest des Heiligsten Herzens Jesu (A)
Mt 11,25-30

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:

In jener Zeit sprach Jesus:
Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du all das den Weisen und Klugen verborgen,
den Unmündigen aber offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden;
niemand kennt den Sohn, nur der Vater,
und niemand kennt den Vater, nur der Sohn
und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Kommt alle zu mir,
die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.
Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.



Es sind drei Abschnitte in diesem Sonntagsevangelium zusammengefasst. Zum einen ist der Dank Jesu an den Vater in den Versen 25 - 27, dann die Einladung Jesu zur Ruhe in ihm und schließlich seine Aufforderung, sein Joch aufzunehmen. Im ersten Teil ist Gott der Ansprechpartner, im zweiten alle Glaubenden und im dritten die Jünger Jesu. Das heutige Evangelium hat in der Kirchengeschichte eine große Rolle gespielt. Am Vers 27 entschied sich die Frage, ob Jesus wahrer Gott und Mensch ist oder nicht. Wenn der Vater das Reich übergeben hat, ist dies dann ein Hinweis darauf, dass Jesus nicht von Anfang an als Sohn bei Gott war und daher seine Gottheit in Frage steht?


Die meisten Wunder Jesu ereigneten sich in dem kleinen Gebiet am Nordufer des Sees Genezareth um Kapernaum, Chorazin und Bethsaida. Die Bewohner dieser Gegend zeigten trotzdem nur sehr wenig Interesse an Jesus. Darum trifft sie die Drohrede Jesu unvermeidlich. Aber nicht alle versagen Jesus den Glauben. Die "Unmündigen" (nicht die Kinder, sondern die einfachen, kleinen Leute, die nicht viel gelten, aber ihr Vertrauen auf Gott setzen), nehmen die Offenbarung Gottes an. Die Worte Jesu enthalten zuerst dankenden Lobpreis (25.26), dann Selbstoffenbarung (27): Jesus ist der Menschensohn, dem alles übergeben ist und Gottes Sohn, der in einzigartiger Gemeinschaft mit seinem Vater lebt. Für die einfachen Menschen gilt seine Einladung. Ihnen, die ihre Lasten kaum mehr tragen können, gibt er Kraft, sodass sie nicht überfordert werden.


Der Lobpreis Jesu Verse 25-27 folgt unmittelbar auf die Weherufe in Verse 20-24. Ihm schließen sich die Verse 28-30, der Ruf an die Mühseligen und Beladenen an. V. 25 spiegelt wohl die Verkündigungssituation Jesu wider: Er wird von den Gelehrten abgelehnt, von den vielen aus dem Volk aber angenommen. V. 27 ist ein Offenbarungswort: Die Gotteserkenntnis ist hier an die Offenbarung (durch den Sohn, durch Jesus) gebunden. V. 28-30: Der, dem alles übergeben worden ist (V. 27) lädt nun alle zu sich ein. Die Einladung ergeht an die "Mühseligen und Beladenen" – damit sind wieder die Unmündigen von V. 25 aufgegriffen. Ihnen wird "Ruhe" verheißen (vgl. Jes 28,12). Es geht um das "Joch" des Gesetzes: Wer sich an Jesus und seine Weisung hält, trägt ein leichtes Joch. Jesus stellt den Menschen vor die Entscheidung. Der Mensch soll von Jesus lernen – aber nicht einzelne Sätze, sondern von seinem Leben. Die Grundstimmung der Perikope ist Freude über das Heil, das Jesus offenbart (vgl. auch Sach 9,9-10!).


Dem Evangelienabschnitt geht bei Matthäus eine Gerichtsrede über die galiläischen Städte voraus, weil diese aus Hochmut die Predigt Jesu nicht angenommen haben. Gegenüberstellungen von Weherufen und Seligpreisungen begegnen in der Hl. Schrift öfter; z.B. die Seligpreisungen und Weherufe bei Lukas oder in der Weisheitsliteratur. Den stolzen Galiläern werden die "Unmündigen" - Menschen, die nicht als weise und gebildet gelten, aber die Predigt Jesu annehmen - gegenübergestellt. Für sie preist und dankt Jesus dem Vater. In diesen Geringgeachteten erkennen sich die Christen der ersten Generation wieder, denn auch sie fühlten sich von ihrer jüdischen Umgebung geringgeschätzt. Darauf folgt eine Selbstoffenbarung Jesu, eine Einführung in die Christologie der Jesus-Gemeinde, in das Christus-Mysterium. Dieses wird nicht näherhin erläutert. Schließlich lädt Jesus alle, die schwere Lasten zu tragen haben, ein, ihm zu folgen. Nur auf dem Weg der Nachfolge kann man in dieses Mysterium eingeführt werden. Denen, die ihm folgen, verheißt er Ruhe für die Seele und eine Last, die im Vergleich zu der der Schriftgelehrten leicht ist.