20.04.2018

Lesungen 25.03.2018

25. Mär `18
Palmsonntag (B)


Evangelium zur Palmweihe, Lesejahr B:
Mk 11,1-10

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

Es war einige Tage vor dem Osterfest:
Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen,
nach Betfage und Betanien am Ölberg,
schickte er zwei seiner Jünger voraus.
Er sagte zu ihnen:
Geht in das Dorf, das vor euch liegt;
gleich wenn ihr hineinkommt,
werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden,
auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat.
Bindet ihn los, und bringt ihn her!
Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?,
dann antwortet: Der Herr braucht ihn;
er läßt ihn bald wieder zurückbringen.
Da machten sie sich auf den Weg
und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden,
und sie banden ihn los.
Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen:
Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden?
Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte,
und man ließ sie gewähren.
Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier,
und er setzte sich darauf.
Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus;
andere rissen auf den Feldern Zweige von den Büschen ab
und streuten sie auf den Weg.
Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen:
Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!
Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt.
Hosanna in der Höhe!



Mit den vorliegenden Versen beginnt der fünfte Hauptteil des Markus-Evangeliums: die Passionsgeschichte Jesu. Die Erzählung entnimmt Markus einer ihm bekannten Quelle, die Exegese ist sich sicher, dass es keine weitere Bearbeitung gibt. Damit ist diese Erzählung die gleichsam "reinste", d.h. von theologischen Zusätzen des Schreibers freiste Überlieferung der Passionsgeschichte. Sie hat einen geschichtsschreibenden Charakter: Die Abläufe sind in historischer Reihenfolge hintereinander und nicht etwa wie bei Johannes in theologischer Absicht zusammen gestellt. Ein Beispiel: Die Tempelreinigung spielt sich nach Markus (11,15-19) am Tag nach dem Einzug in Jerusalem ab, bei Joh (2,13ff.) vorher. Derweil andere Einzugsberichte darum bemüht sind, in der Darstellung ein himmlisches Königtum direkt zu vermitteln (etwa durch Zitation alttestamentlicher Texthinweise etc.), findet sich diese Theologie bei Markus nur implizit in der ausführlichen Beschreibung von der Reittierbeschaffung und des Verhaltens der Begleitschar beim Einzug. Nach Gen 49,11 war ein ungerittenes Fohlen ein Herrschern vorbehaltenes Reittier, 2 Kön 9,13 beschreibt das Ausbreiten der Kleider als Gestus zum Empfang eines Königs.


Jesus kommt auf seinem Weg nach Jerusalem jetzt ans Ziel. Die letzte Station davor ist Betfage - Betanien am Ölberg. Bei der Vorbereitung für seinen Einzug handelt Jesus mit einem geheimnisvollen Vorauswissen: Er weiß, was er im Auftrag des Vaters und damit die Schrift erfüllt wird, tun muß (vgl. Sach 9,9: Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin). Jesus bezeichnet sich an dieser Stelle - das einzige Mal im Markusevangelium – als Herr, der sich erwartet, dass seinen Wünschen entsprochen wird. Doch er kommt nicht als König, als politischer Befreier, sondern als Friedensfürst auf einem Fohlen. Jünger und Volk tragen auf ihre Weise dazu bei, die Würde dieses Ereignisses hervorzuheben. Drei Handlungen werden genannt: Die Jünger legen Kleider als Reitdecke auf das Tier, wie es bei Vornehmen üblich war. Die Leute breiten statt Teppichen Kleider auf der Straße aus und reißen Zweige von den Büschen ab. Die Akklamation durch "Hosanna!" (hebr. hoschiah-na = Hilf doch!) ist ein Bitt- und Heilruf, der dem Volk bekannt war (vgl. Ps 118,25) und an den großen Festen gesungen wurde. Auch der folgende Vers war ein Segensspruch über alle Pilger, die in den Tempel einzogen und wurde wahrscheinlich von den Priestern gesungen. Vielleicht hat der Zuruf: Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt - bei einigen Leuten aus der Volksmenge messianische Hoffnungen entzündet, doch handelt es sich eher um ein christliches, nachösterliches Verständnis des Kommens des Reiches Gottes: Die jüdische Messiashoffnung erfüllt sich in Jesus, aber nicht in der Form, wie es sich die damaligen Juden erwarteten.


Evangelium zur Palmweihe, Lesejahr B: Auswahl:
Joh 12,12-16

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:

In jenen Tagen hörte die Volksmenge,
die sich zum Fest eingefunden hatte,
Jesus komme nach Jerusalem.
Da nahmen sie Palmzweige, zogen hinaus, um ihn zu empfangen,
und riefen:
Hosanna!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels!
Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf -
wie es in der Schrift heißt:
Fürchte dich nicht, Tochter Zion!
Siehe, dein König kommt;
er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin.
Das alles verstanden seine Jünger zunächst nicht;
als Jesus aber verherrlicht war, da wurde ihnen bewußt,
daß es so über ihn in der Schrift stand
und daß man so an ihm gehandelt hatte.



In der Version des Johannes zieht die Volksmenge auf die Nachricht hin, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, ihm mit Palmzweigen entgegen. Der Palmzweig gilt als Symbol des Sieges. Jesus kommt als der „messianische König und Sieger“ in seine Stadt. Die Passion Jesu wird damit zu einer „Siegesgeschichte“. Johannes verzichtet auch auf die „legendenhaften Züge“ der Markus-Version, wie die Aussendung der Jünger, das Finden des Fohlens, das Ausbreiten der Gewänder u.a. Mit dem feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem und seiner Akklamation als „König von Israel“ ist ein weiterer Höhepunkt im öffentlichen Wirken Jesu erreicht. Die Menge stellt mit ihrem positiven Zeugnis für Jesus vor allem die Hohenpriester und Pharisäer vor eine Entscheidung. Der Konflikt erreicht seinen Höhepunkt. Bei diesem Erfolg Jesu müssen sie etwas unternehmen und versuchen, die Angelegenheit zu einem Ende zu bringen. Die Bemerkung, die Jünger hätten den Vorgang, als er sich abspielte, gar nicht verstanden, zeigt, dass Johannes einen Unterschied macht zwischen dem ursprünglichen Ereignis selbst, dem Zeichen, das von Jesus gesetzt worden war, und dem nachösterlichen Verständnis.


1. Lesung vom Palmsonntag: Jes 50,4-7 

Lesung aus dem Buch Jesaja:

Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers,
damit ich verstehe,
die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort.
Jeden Morgen weckt er mein Ohr,
damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.
Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
Doch Gott, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, daß ich nicht in Schande gerate.



Es ist das Lied eines Knechtes Gottes. Gleichzeitig ist es ein Lied über den Knecht Gottes. Wer er war? Ein Einzelner? Womöglich Israel selbst? Die Gesichtszüge haben sich nie rekonstruieren lassen. Aber das Lied legt Spuren: Der Knecht Gottes hat die Zunge eines Jüngers und stärkt die Müden mit einem Wort, das aufrichtet - und ihm wird jeden Morgen das Ohr geöffnet, um von Gott das Wort zu bekommen, das ihn hält. Auch, als er geschlagen, geschmäht und bespuckt wird. Dem Lied gelingt, in einem Satz zu sagen, was der Knecht Gottes tut und was mit ihm geschieht. Er wird von der Zusage Gottes gehalten und richtet mit seinem Wort andere, hier: Müde, auf. Im Lied bekommt sein Vertrauen Worte, die seitdem vielen Menschen helfen, Tiefpunkte, Erniedrigungen und Verletzungen auszuhalten, aber auch den Kampf mit der Resignation zu gewinnen. Als drittes Gottesknechtlied wurde dieser Text mit den anderen - insgesamt 4 - in das Buch Jesaja eingefügt. Es ist nicht sicher, wann das geschah, aber was gelegentlich wie ein Fremdkörper wirkt, entpuppt sich als Pfeiler: Die Trost-Botschaft, die Deuterojesaja den Menschen im babylonischen Exil - einer der größten Tragödien überhaupt, die Israel erlebte - gibt, ruht wie eine Brücke auf diesen Pfeilern und wird von ihnen gehalten. Natürlich war damals von Jesus noch nicht die Rede und das später entwickelte Schema "Verheißung - "Erfüllung" noch nicht formuliert, aber der Gottesknecht hat in diesem Lied vertraute Züge, die uns im Evangelium wieder begegnen: dass eine Zunge Kraft hat, Menschen ohne Hoffnungen aufzurichten - und dass das Ohr Leben empfängt. Dieses Lied vom Knecht Gottes ist eine Hommage auf die Sinne - und das sehr sinnliche Wort Gottes. Das Knecht-Gottes-Lied hat in Röm 8,31-39 von Paulus eine bemerkenswerte Auslegung erhalten: In dem Verfahren, in dem die Auserwählten Gottes angeklagt werden, können sie von der Liebe Christi nicht geschieden werden. Das Urteil ist ein Frei-Spruch, ein Lebens-Urteil.


Wie auch am Karfreitag begegnet uns heute eines der vier Gottesknechtslieder, die sich im Deuterojesaja befinden und zum Teil als eigene literarische Schicht gegolten haben (so z. B. bei B. Duhm). Individuell gedeutet kann der Ebed JHWH’s als königliche oder prophetische Gestalt. Andererseits in der kollektiven Deutung als Israel/Jakob, als das Volk Gottes. Das stellvertretende Leiden jenes einen Knechtes bringt Recht für die Völker und die Vergebung der Sünden (vgl. Jes 42,1-4; 49,1-6; 50,4-9; 52,13-53,12). Es ist eine reine christliche Deutung, in diesem Gottesknecht Jesus Christus sehen zu wollen, in die Texte des Ersten Testamente nach dem Schema Verheissung – Erfüllung die Christologie hineinzulegen, wenngleich es vielfach in unsere katholische Tradition Einzug gehalten hat und diese alttestamentlichen Lesungen aus dem Buch des Propheten Jesaja deshalb aus der Karwochenliturgie nicht mehr wegzudenken sind. Eine Einladung erneut an uns, Obacht zu geben und Wert darauf zu legen, dass das Erste Testament in seinem Eigenwert zu lesen ist. Nach der Gottesrede in Jes 50,1-3 hat Gott den Mund eines anderen geöffnet, dessen Rede in diesem Abschnitt mit der zweimaligen Aufforderung zum bewussten Wahrnehmen der Grösse und Hilfe Gottes endet (Vers 9), bevor der Sprecher mit Mahnungen und Aufforderungen erneut einsetzt. JHWH hat seinem Knecht die Sinne geöffnet (Zunge und Ohr), gleichsam als Voraussetzung dafür, alles als Gottesknecht erdulden zu können. Auf ihn hin ist er ausgerichtet. Das und das Vertrauen allein geben ihm Kraft. Die ihm Gewalt antun, hat das Gericht des Herrn bereits getroffen.


Die Leseordnung der Kirche hat für diesen Sonntag eines der Gottesknechtlieder aus dem Buch Deuterojesaja ausgewählt. Der Schüler des Propheten spricht in diesem Text von seiner Beauftragung. Er soll mit der Zunge eines Jüngers den entmutigten Menschen im babylonischen Exil neue Hoffnung machen. Um diesen Dienst aber auch erfüllen zu können, bedarf es eines offenen Ohrs. Gott öffnet dem Jünger das Ohr, damit er wie ein guter Schüler den Menschen zuhören kann. Dieses "Ohrenöffnungsritual" wiederholt sich gleichsam jeden Tag, denn Gott weiß, wie leicht die Menschen unter "verstopften Ohren" leiden können und nur mehr hören, was sie hören wollen. Ein offenes Ohr ist aber die Voraussetzung für gutes und erfolgreiches pastorales Arbeiten und eine aufrichtige Verkündigung. Bevor der Jünger von Gott spricht, gilt es den Menschen gut zuzuhören.


Antwortpsalm am Palmsonntag
Ps 22,8-9. 17-20. 23-24

R Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? – R

Alle, die mich sehen, verlachen mich,
verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
„Er wälze die Last auf den Herrn,
der soll ihn befreien!
Der reiße ihn heraus, wenn er an ihm solch Gefallen hat!“ - (R)

Viele Hunde umlagern mich,
eine Rotte von Bösen umkreist mich.
Sie durchbohren mir Hände und Füße.
Man kann all meine Knochen zählen;
sie gaffen und weiden sich an mir. - (R)

Sie verteilen unter sich meine Kleider
und werfen das Los um mein Gewand.
Du aber, Herr. halte dich nicht fern!
Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe! - (R)

Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden,
inmitten der Gemeinde dich preisen.
Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn,
ihr alle vom Stamme Jakobs, rühmt ihn;
erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels! - R


2. Lesung vom Palmsonntag: Phil 2,6-11

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper:

Christus Jesus war Gott gleich,
hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
sondern er entäußerte sich
und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen,
der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt:
"Jesus Christus ist der Herr" -
zur Ehre Gottes, des Vaters.



Paulus zitiert einen Hymnus, der in der frühen Kirche unbefangen das Geheimnis Christi mit dem –alten und in der Mythologie verbreiteten – Schema Abstieg / Aufstieg besingt. Der Entäußerung, die bis in den Tod reicht, wird der "verliehene Name" gegenübergestellt, der im Christus-Bekenntnis "Herr ist Jesus" mündet. Wir begegnen hier dem ursprünglichen Glaubensbekenntnis, das noch ohne streitbehaftete (und auslegungsbedürftige) Sätze zusammenfasst, was christliches Leben ausmacht: dass er das letzte Wort hat, über alles – und für alle. Paulus, ein Meister, der das Evangelium in Briefen zu den Menschen bringt, entwindet den Hymnus mythologischen Denkmustern und verbindet das Leben Jesu mit dem seiner Jüngerinnen und Jünger: Seid untereinander auch so gesinnt… In einem Leben, das dem "Leben in Christus Jesus entspricht", erweist sich das Bekenntnis zu ihm als tragfähig und wirklich. Bedenken, zumal die vielen Bedenken, die von Gottesdienst zu Gottesdienst heute variiert werden, werden von Paulus nicht geteilt. Er hat das Zutrauen, das ein Leben gelingt, in dem Jesus als der "Kyrios" bekannt und angerufen wird. Dass der Ort Philippi keine Insel der Seligen ist, weiß Paulus, hindert ihn aber nicht, den Lebenslauf Christi als Verheißung und Vorbild hinzustellen. Als Paulus den Hymnus aufgreift und ihn zitiert, gibt es die schriftlich ausformulierten Evangelien noch nicht. Heute gelesen, mutet er wie eine Kurzfassung des Evangeliums an, das vierfach überliefert wird und auch die Briefe im NT prägt. Nicht zuletzt geht es darum, Jesu Namen zu tragen (Taufe), sich mit ihm zu schmücken und zu segnen. Im übrigen: der Christus-Hymnus, aus alter Zeit von Paulus gerettet, steht auch dafür, dass, wie der Theologe Edmund Schlink sagte, das Dogma Lobpreis und Lebenshilfe ist (und nicht das Gerüst, um Wahrheiten festzulegen).


Paulus schreibt in seiner Gefangenschaft einen Brief an die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden, an Philippi. Mit ihr weiss er sich sehr verbunden, ist besorgt um sie. Von daher sind auch die Grundanliegen des Briefes zu verstehen, die sich auch in dieser Lesung widerspiegeln: Inmitten eines heidnischen Umfeldes bedarf die junge Christengemeinde der Festigung und Belehrung im Glauben. Die paulinische Paraklese meint darin mehr als Ermahnung "Dies und jenes sollt ihr tun", sondern vielmehr ein Besorgtsein, ein Sichkümmern, ein Inverantwortunggenommensein über die Distanz hinweg. Paulus wird von Unstimmigkeiten, von Streitereien und Prahlerei gehört haben, worauf er nun reagiert. Die Ermahnung hat dort ihren Platz, wo die Gemeinschaft im Geist und das Wohlwollen des Herzens wohnen. Grund und Motivation für diese geschwisterliche Zurechtweisung, die auch Eingang in unsere katholische Tradition gefunden hat, ist das Gemeinwohl vor allem Eigenwohl. In Phil 2,6-11 schiebt Paulus einen Christus-Hymnus ein. Die feierliche, gehobene Sprache der Mahnrede in den Versen 1-4 deutet bereits an, dass dieser Teil in einem engen Zusammenhang steht mit dem Christuslied, das schon vor Paulus in den Gemeinden gesungen wurde. Vers 5 leitet über: Als getaufte Christen sollen sich die Glieder der Gemeinde in einem neuen, besonderen Verhältnis zu Jesus Christus begreifen: Nicht nur nach dem Vorbild Jesu Christi zu leben, sondern das ganze Dasein als In-Christus-Sein zu verstehen. Durch die feierliche „Ermahnung in Christus“ wird der darauffolgende Hymnus einerseits vorbereitet, andererseits wird die Mahnung des Apostels durch das Lied christologisch begründet. Wenn die Gemeinde eines Sinnes ist, in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig, dann deutet schon etwas auf von der großen Freude, die Gott am Ende der Zeiten schenkt ( ... macht meine Freude dadurch vollkommen, ...). Das Christuslied selbst läßt zwei Teile erkennen: Die Erniedrigungsaussagen (Verse 6-8), in denen Christus der Handelnde ist, und die Erhöhungsaussagen (Verse 9-11); hier ist Gott der Handelnde. Der ganze Hymnus ist geprägt vom Stilmittel des Parallelismus. Die Verse 6 und 7 stehen einander gegenüber als These und Antithese: Er, der sich in der Daseinsweise Gottes befand, nahm Sklavendasein an; der nicht mit aller Macht daran festhielt, Gott gleich zu sein, entäußerte sich. Das gleiche gilt für die Verse 8 und 9: Er, der sich selbst erniedrigt hat, wird von Gott erhöht – und die Verse 7cd und 10: Der den Menschen völlig gleich gewordene wird vom ganzen Kosmos geehrt. Der Hymnus endet mit der Proklamation: Jesus Christus ist der Herr! Der Name Jesus, der noch einmal an sein Menschsein erinnert, ist zugleich der Hoheitstitel. Aus dem ganzen Abschnitt wird klar: Kultische Verehrung, Bekenntnis des Glaubens und Leben aus seiner Gesinnung gehören zusammen. Durch alle Lebensvollzüge der Gemeinde wird Christus bekannt und geehrt, und durch ihn Gott der Vater. De Hymnus ist geprägt von der Dynamik der Kenosis, der Entäusserung Christi. Gott geht für uns bis ins Letzte hinunter. Am Kreuz aber ist der Wendepunkt - der Aufstieg Jesu Christi nimmt dort seinen Anfang bis zum Lobpreis und dem Bekenntnis aller Geschöpflichkeit.


Der Text des Apostels Paulus steht im Rahmen eines großen Zuspruchs an die Gemeinde (Phil 1,27 - 2,18). In diesen Brief läßt Paulus einen Hymnus (die heutige Lesung) einfließen, der wohl bereits den Urchristen bekannt war und auch liturgisch verwendet wurde. Der Text (oder das Lied) hat zwei Strophen, die mit schöner Linienführung den "Weg des Christus" zeichnen. Im Mittelpunkt steht die Botschaft vom Kreuz. Sie gibt dem Leben des Christen Mitte und Ziel; für die Christen bedeutet das Kreuz Hoffnung und Heil. Am Beginn versucht er das Unsagliche auszusprechen. Im 2. Teil tritt Gott selbst auf den Plan. Gott selbst ist jetzt der Handelnde. Der Schluß des Liedes endet mit dem Ruhme Gott-Vaters. Mit der Erwähnung des Vatergottes wird der Gemeinde im Hymnus gegenwärtig, daß sie zu Gott Vater, Abba (vgl. Röm 8,15) sprechen dürfen.


Ruf vor der Passion am Palmsonntag
Phil 2,8b-9

Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit! – R

Christus wurde für uns gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen gegeben, der größer ist als alle Namen.

Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!


Palmsonntag: Passionsgeschichte, Lesejahr B:
Mk 14,1 - 15,47

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Markus:

Der Beschluß des Hohen Rates

Es war zwei Tage vor dem Pascha und dem Fest der Ungesäuerten Brote. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten nach einer Möglichkeit, Jesus mit List in ihre Gewalt zu bringen, um ihn zu töten. Sie sagten aber: Ja nicht am Fest, damit es im Volk keinen Aufruhr gibt.

Die Salbung in Betanien

Als Jesus in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen bei Tisch war, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echtem, kostbarem Nardenöl, zerbrach es und goß das Öl über sein Haar. Einige aber wurden unwillig und sagten zueinander: Wozu diese Verschwendung? Man hätte das Öl um mehr als dreihundert Denare verkaufen und das Geld den Armen geben können. Und sie machten der Frau heftige Vorwürfe. Jesus aber sagte: Hört auf! Warum laßt ihr sie nicht in Ruhe? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn die Armen habt ihr immer bei euch, und ihr könnt ihnen Gutes tun, so oft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht immer. Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat im voraus meinen Leib für das Begräbnis gesalbt. Amen, ich sage euch: Überall auf der Welt, wo das Evangelium verkündet wird, wird man sich an sie erinnern und erzählen, was sie getan hat.

Der Verrrat durch Judas

Judas Iskariot, einer der Zwölf, ging zu den Hohenpriestern. Er wollte Jesus an sie ausliefern. Als sie das hörten, freuten sie sich und versprachen, ihm Geld dafür zu geben. Von da an suchte er nach einer günstigen Gelegenheit, ihn auszuliefern.

Die Vorbereitung des Paschamahles

Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm schlachtete, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm, bis er in ein Haus hineingeht; dann sagt zu dem Herrn des Hauses: Der Meister läßt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann? Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoß zeigen, der schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet alles für uns vor! Die Jünger machten sich auf den Weg und kamen in die Stadt. Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

Das Mahl

Als es Abend wurde, kam Jesus mit den Zwölf. Während sie nun bei Tisch waren und aßen, sagte er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern, einer von denen, die zusammen mit mir essen. Da wurden sie traurig, und einer nach dem andern fragte ihn: Doch nicht etwa ich? Er sagte zu ihnen: Einer von euch Zwölf, der mit mir aus derselben Schüssel ißt. Der Menschensohn muß zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.

Der Gang zum Ölberg

Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet alle (an mir) Anstoß nehmen und zu Fall kommen; denn in der Schrift steht: Ich werde den Hirten erschlagen, dann werden sich die Schafe zerstreuen. Aber nach meiner Auferstehung werde ich euch nach Galiläa vorausgehen. Da sagte Petrus zu ihm: Auch wenn alle (an dir) Anstoß nehmen - ich nicht! Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Noch heute nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Petrus aber beteuerte: Und wenn ich mit dir sterben müßte - ich werde dich nie verleugnen. Das gleiche sagten auch alle anderen.

Das Gebet in Getsemani

Sie kamen zu einem Grundstück, das Getsemani heißt, und er sagte zu seinen Jüngern: Setzt euch und wartet hier, während ich bete. Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Da ergriff ihn Furcht und Angst, und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht! Und er ging ein Stück weiter, warf sich auf die Erde nieder und betete, daß die Stunde, wenn möglich, an ihm vorübergehe. Er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst (soll geschehen). Und er ging zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Simon, du schläfst? Konntest du nicht einmal eine Stunde wach bleiben? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Und er ging wieder weg und betete mit den gleichen Worten. Als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend, denn die Augen waren ihnen zugefallen; und sie wußten nicht, was sie ihm antworten sollten. Und er kam zum drittenmal und sagte zu ihnen: Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus? Es ist genug. Die Stunde ist gekommen; jetzt wird der Menschensohn den Sündern ausgeliefert. Steht auf, wir wollen gehen! Seht, der Verräter, der mich ausliefert, ist da.

Die Gefangennahme

Noch während er redete, kam Judas, einer der Zwölf, mit einer Schar von Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren; sie waren von den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten geschickt worden. Der Verräter hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist es. Nehmt ihn fest, führt ihn ab, und laßt ihn nicht entkommen. Und als er kam, ging er sogleich auf Jesus zu und sagte: Rabbi! Und er küßte ihn. Da ergriffen sie ihn und nahmen ihn fest. Einer von denen, die dabeistanden, zog das Schwert, schlug auf den Diener des Hohenpriesters ein und hieb ihm ein Ohr ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen, um mich festzunehmen. Tag für Tag war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht verhaftet; aber (das ist geschehen), damit die Schrift in Erfüllung geht. Da verließen ihn alle und flohen. Ein junger Mann aber, der nur mit einem leinenen Tuch bekleidet war, wollte ihm nachgehen. Da packten sie ihn; er aber ließ das Tuch fallen und lief nackt davon.

Das Verhör vor dem Hohem Rat

Darauf führten sie Jesus zum Hohenpriester, und es versammelten sich alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten. Petrus aber war Jesus von weitem bis in den Hof des hohepriesterlichen Palastes gefolgt; nun saß er dort bei den Dienern und wärmte sich am Feuer. Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat bemühten sich um Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tod verurteilen zu können; sie fanden aber nichts. Viele machten zwar falsche Aussagen über ihn, aber die Aussagen stimmten nicht überein. Einige der falschen Zeugen, die gegen ihn auftraten, behaupteten: Wir haben ihn sagen hören: Ich werde diesen von Menschen erbauten Tempel niederreißen und in drei Tagen einen anderen errichten, der nicht von Menschenhand gemacht ist. Aber auch in diesem Fall stimmten die Aussagen nicht überein. Da stand der Hohepriester auf, trat in die Mitte und fragte Jesus: Willst du denn nichts sagen zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen? Er aber schwieg und gab keine Antwort. Da wandte sich der Hohepriester nochmals an ihn und fragte: Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten? Jesus sagte: Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen. Da zerriß der Hohepriester sein Gewand und rief: Wozu brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist eure Meinung? Und sie fällten einstimmig das Urteil: Er ist schuldig und muß sterben. Und einige spuckten ihn an, verhüllten sein Gesicht, schlugen ihn und riefen: Zeig, daß du ein Prophet bist! Auch die Diener schlugen ihn ins Gesicht.

Die Verleugnung durch Petrus

Als Petrus unten im Hof war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters. Sie sah, wie Petrus sich wärmte, blickte ihn an und sagte: Auch du warst mit diesem Jesus aus Nazaret zusammen. Doch er leugnete es und sagte: Ich weiß nicht und verstehe nicht, wovon du redest. Dann ging er in den Vorhof hinaus. Als die Magd ihn dort bemerkte, sagte sie zu denen, die dabeistanden, noch einmal: Der gehört zu ihnen. Er aber leugnete es wieder ab. Wenig später sagten die Leute, die dort standen, von neuem zu Petrus: Du gehörst wirklich zu ihnen; du bist doch auch ein Galiläer. Da fing er an zu fluchen und schwor: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet. Gleich darauf krähte der Hahn zum zweitenmal, und Petrus erinnerte sich, daß Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er begann zu weinen.

Die Verhandlung vor Pilatus

Gleich in der Frühe faßten die Hohenpriester, die Ältesten und die Schriftgelehrten, also der ganze Hohe Rat, über Jesus einen Beschluß: Sie ließen ihn fesseln und abführen und lieferten ihn Pilatus aus. Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es. Die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor. Da wandte sich Pilatus wieder an ihn und fragte: Willst du denn nichts dazu sagen? Sieh doch, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen. Jesus aber gab keine Antwort mehr, so daß Pilatus sich wunderte. Jeweils zum Fest ließ Pilatus einen Gefangenen frei, den sie sich ausbitten durften. Damals saß gerade ein Mann namens Barabbas im Gefängnis, zusammen mit anderen Aufrührern, die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten. Die Volksmenge zog (zu Pilatus) hinauf und bat, ihnen die gleiche Gunst zu gewähren wie sonst. Pilatus fragte sie: Wollt ihr, daß ich den König der Juden freilasse? Er merkte nämlich, daß die Hohenpriester nur aus Neid Jesus an ihn ausgeliefert hatten. Die Hohenpriester aber wiegelten die Menge auf, lieber die Freilassung des Barabbas zu fordern. Pilatus wandte sich von neuem an sie und fragte: Was soll ich dann mit dem tun, den ihr den König der Juden nennt? Da schrien sie: Kreuzige ihn! Pilatus entgegnete: Was hat er denn für ein Verbrechen begangen? Sie schrien noch lauter: Kreuzige ihn! Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufriedenzustellen, Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.

Die Verspottung Jesu durch die Soldaten

Die Soldaten führten ihn in den Palast hinein, das heißt in das Prätorium, und riefen die ganze Kohorte zusammen. Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um und flochten einen Dornenkranz; den setzten sie ihm auf und grüßten ihn: Heil dir, König der Juden! Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf und spuckten ihn an, knieten vor ihm nieder und huldigten ihm. Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und zogen ihmn seine eigenen Kleider wieder an.

Die Kreuzigung

Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Einen Mann, der gerade vom Feld kam, Simon von Zyrene, den Vater des Alexander und des Rufus, zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota, das heißt übersetzt: Schädelhöhe. Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war; er aber nahm ihn nicht. Dann kreuzigten sie ihn. Sie warfen das Los und verteilten seine Kleider unter sich und gaben jedem, was ihm zufiel. Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und eine Aufschrift (auf einer Tafel) gab seine Schuld an: Der König der Juden. Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, den einen rechts von ihm, den andern links. Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Ach, du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? Hilf dir doch selbst, und steig herab vom Kreuz! Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn und sagten zueinander: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Der Messias, der König von Israel! Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben. Auch die beiden Männer, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden, beschimpften ihn.

Der Tod Jesu

Als die sechste Stunde kam, brach über das ganze Land eine Finsternis herein. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloï, Eloï, lema sabachtani?, das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Hört, er ruft nach Elija! Einer lief hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Dabei sagte er: Laßt uns doch sehen, ob Elija kommt und ihn herabnimmt. Jesus aber schrie laut auf. Dann hauchte er den Geist aus. Da riß der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn. Auch einige Frauen sahen von weitem zu, darunter Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses, sowie Salome; sie waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient. Noch viele andere Frauen waren dabei, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

Das Begräbnis Jesu

Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat, und es schon Abend wurde, ging Josef von Arimathäa, ein vornehmer Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete, zu Pilatus und wagte es, um den Leichnam Jesu zu bitten. Pilatus war überrascht, als er hörte, daß Jesus schon tot sei. Er ließ den Hauptmann kommen und fragte ihn, ob Jesus bereits gestorben sei. Als der Hauptmann ihm das bestätigte, überließ er Josef den Leichnam. Josef kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes. Maria aus Magdala aber und Maria, die Mutter des Joses, beobachteten, wohin der Leichnam gelegt wurde.



Der Beschluß des Hohen Rates Die Zeitangabe - nach zwei Tagen - ist nicht das Datum, mit dem die Leidensgeschichte beginnt, sondern blickt vorwärts und sagt sinngemäß: zwei Tage vor dem Fest. Das Paschafest erinnert so an die Befreiung Israels aus Ägypten und zugleich verheißt es die vollkommene Erlösung durch Jesus Christus, die durch sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung geschieht. Der Evangelist ist bemüht, die Führer des Judentums, für die der Tod Jesu schon längst beschlossene Sache ist, vom Volk abzuheben. Der Menschensohn soll durch List, Tücke und Verrat heimlich ausgeliefert werden. Die Angst, dass es beim Paschafest zu einem Aufruhr kommen könnte, ist berechtigt. Denn dieses Fest weckte starke nationale Emotionen und messianische Erwartungen, die wiederholt zu Aufständen geführt hatten. Ein Volksaufruhr hätte aber sicher zur Folge gehabt, dass die Römer den jüdischen Führern die letzten Machtbefugnisse entzogen hätten. Die Salbung in Bethanien Die Geschichte der Salbung wurde schon früh in den Gemeinden erzählt. Trotz unterschiedlicher Darstellungen - z.B. salbt bei Johannes die Frau die Füße Jesu (12,3) - gibt es keinen Grund an der Geschichtlichkeit zu zweifeln. Sie zeigt, dass Jesus neben Tücke und Verrat auch von großer Wertschätzung und Liebe umgeben ist. Jesus deutet das Liebeswerk der Frau als Totenbestattung. Sein vorausgesagter Tod und sein Begräbnis werden aber nicht das Ende sein, sondern sein Evangelium wird in die Welt vordringen und sein irdisches Wirken seinen Tod und seine Auferstehung verkünden. Der Verrat durch Judas Die Hohenpriester finden unerwartet Hilfe bei einem der Zwölf. Judas erklärt sich bereit, Jesus auszuliefern; aber letztlich "liefert" ihn Gott "aus". Die Vorbereitung des Paschamahls Am ersten Tag der Ungesäuerten Brote mußte das Paschalamm auf dem Tempelplatz geschlachtet und am Abend nach strengem Brauch innerhalb der Stadt Jerusalem gegessen werden (vgl. Ex 12,14-20). Die Art der Vorbereitung zeigt, wie Jesus im Wissen um Gottes Ratschluss die letzte Stunde seines Zusammenseins mit seinen Jüngern genau vorbereitet. Das Mahl Beim Mahl wird der Verrat angekündigt. Der Verrat ist in den Heilsplan Gottes hineingenommen (vgl. Ps 41,10). Der Verräter bleibt aber für seine Tat verantwortlich und wird durch das Gericht Gottes gewarnt. In schlichten Worten erfahren wir den Einsetzungsbericht für das Herrenmahl und das "Brotbrechen". Jesus bezeichnet mit Brot und Wein sich selbst und zwar als den, der sein Leben im Tod hingibt. Wer glaubend isst und trinkt erreicht die Gemeinschaft mit Gott und Anteil am Neuen Bund und seinen Verheißungen. Die Worte, die Jesus bei seiner Handlung spricht sind Machtworte, die das verwirklichen, was sie aussprechen; sie machen das Brot zum Leib und den Wein zu seinem Blut. Der Einsetzungsbericht endet mit einem Ausblick in die Zukunft: Jesus versichert seinen Jüngern, dass er mit ihnen in freudiger Gemeinschaft "essen" und "trinken" wird. Der Gang zum Ölberg Das Paschamahl endet mit einem Lobgesang (zweiter Teil des Hallel Ps 115-118). Danach geht Jesus mit seinen Jüngern auf den Ölberg. Mit diesem Gang beginnt die Verlassenheit Jesu mit zwei schmerzlichen Ankündigungen: Der Zerstreuung der Jünger und der Verleugnung des Petrus. Der selbstüberhebliche Anspruch des Petrus und sein Pochen auf menschliche Kraft werden sich bald in Ohnmacht und Versagen auflösen; denn nur das Vertrauen auf Gottes Macht führt zur Kraft. Das Gebet in Getsemani Jesus erlebt das bevorstehende Leiden und Sterben und hat Furcht und Angst davor. Seine Todesangst wird durch ein Psalmwort (meine Seele ist betrübt bis zum Tod Ps 42,6) ausgedrückt. Jesus bewältigt diese schwere Situation durch Gebet zum Vater (Abba). Das Versagen der drei vertrauten Jünger wird dreifach gesteigert. Ohne die Hilfe Gottes erliegt der Mensch seiner Schwäche ("Fleisch"); Schlafen bedeutet: in die Versuchung fallen. Aber der Geist des Menschen kann, wenn er wacht und betet, durch Gott gestärkt werden. Mit der Aufforderung zu gehen - nicht zu fliehen - zeigt der Evangelist, dass Jesus jetzt gefasst dem Kommenden entgegengeht. Die Gefangennahme Mit Vers 46 ist bereits alles erzählt; dann werden noch Einzelheiten nachgetragen: Der Widerstand eines Dabeistehenden (V 47), Jesu Antwort an die bewaffnete Schar, die von den Hohenpriestern geschickt ist (V 48f), die Flucht aller Jünger (V 50) und die Episode mit dem jungen Mann (V 51f). Ganz allein muss Jesus jetzt seinen schweren Weg gehen. Der Prozeß Jesu Jesus stand vor dem Gericht der Juden (Synedrium) und vor dem Gericht des römischen Statthalters Pontius Pilatus. Die Berichte der Evangelisten lassen eine genaue zeitliche Rekonstruktion der Ereignisse nicht zu. Die Evangelisten konnten und wollten kein genaues "Gerichtsprotokoll" geben. Markus wollte vor allem zeigen, dass Jesus Unrecht getan wurde, er aber trotzdem auch in größter Verlassenheit Gottes geliebter Sohn ist. Zwischen den beiden Gerichtsverhandlungen ist die Verleugnung durch Petrus eingeschoben. Während Jesus seinen irdischen Richtern gegenübersteht und misshandelt wird, verleugnet ihn der Jünger, der Treue bis zum Tod gelobt hatte. Der Bericht zeigt eine gewollte Steigerung: Petrus will nicht verstehen, er leugnet, flucht und schwört. Erst der Hahnenschrei bringt ihn zur Besinnung und lässt ihn reumütig weinen. Wahrscheinlich sollte diese Episode den Christen, die in der Verfolgung vor Gericht versagt hatten, Hoffnung machen. Pilatus hat auf Druck des von ihren Führern aufgewiegelten Volkes sein Urteil gefällt: Jesus ist ein politischer Verbrecher und wird den Soldaten zur Geißelung und Kreuzigung übergeben. Die Verspottung Jesu durch die Soldaten Die römische Wachmannschaft verspottet Jesus als "König der Juden". So werden neben Juden auch Heiden schuldig. Die Szene wird ohne Beschönigung, aber auch ohne Übertreibung erzählt. Über das Verhalten Jesu fällt dabei kein Wort. Die Kreuzigung In nüchterner Sprache, die knapp die Tatsachen berichtet und ohne jede Gefühlsäußerung wird bei Markus die Ausführung des Todesurteils erzählt. Als Zusatz zu dem Bericht, den Markus vorfand, gilt die Bemerkung, dass Simon von Zyrene der Vater des Alexander und Rufus ist, die vielleicht als Mitglieder einer Christengemeinde bekannt waren. Weiters wird der Name Golgota - Schädelhöhe - erklärt. Nachdem Jesus den Betäubungstrank aus Myrrhe gemischt mit Wein abgelehnt hatte, weil er in vollem Bewusstsein leiden wollte, stirbt er um die dritte Stunde. Diese Stundenangaben waren der frühen Kirche wichtig, weil sie sich daran mit ihren Gebetszeiten orientierte. Eine Tafel über den Grund seiner Verurteilung wird über dem Haupt des Gekreuzigten angebracht: "Der König der Juden". Jesus wird zwischen zwei Räubern (Partisanen?) gekreuzigt, als Rebell zwischen Rebellen. Die Umgebung inklusive der beiden Mitgekreuzigten distanzieren sich von Jesus, verspotten und beschimpfen ihn. Jesus der Verkannte und Gescheiterte. Der Tod Jesu Die Sonnenfinsternis ist kein natürliches Ereignis, da ein solches zur Zeit des Paschafestes – Vollmond - nicht möglich war. Jesu Tod ist das Gericht Gottes über die Sünde der Menschen. Das Äußerste seines Leidens ist der qualvolle Schrei der Verlassenheit ausgedrückt durch Ps 22,2 in aramäischer Sprache. Der letzte Aufschrei, mit dem Jesus stirbt, mag für Markus ein Zeichen des Sieges gewesen sein. Durch das Zerreißen des Tempelvorhanges soll ausgedrückt werden, dass der Alte Bund mit dem Tempel und seinen Ordnungen ein Ende gefunden hat. Der heidnische Hauptmann spricht das Glaubensbekenntnis der Kirche aus und bekennt Jesus als Sohn Gottes. Die Frauen, die von weitem zuschauen, sind die gleichen, die am Ostermorgen zum Grab kommen werden und stellen so die Verbindung von Jesu Tod und Auferstehung her. Das Begräbnis Nach jüdischem Gesetz durften Gehenkte nicht über Nacht am Pfahl bleiben (Dtn 21,22f), vor allem nicht, wenn der nächste Tag ein Sabbat war. Die Leichname, der von den Römern Gekreuzigten standen in der Verfügungsgewalt des Prokurators und kamen in ein Massengrab. Jesus aber fand ein ehrenvolles Grab. Die beiden Frauen stellen wieder die Verbindung zum Ostermorgen her.


Die Passionsgeschichte bildet das Zentrum des Markusevangeliums. Auf das Leiden des Menschensohnes läuft das ganze Evangelium zu und enthüllt das Geheimnis des Messias, Menschensohnes und Gottessohnes Jesus von Nazaret. Die Mitte dieser kerygmatischen (Frohbotschaft verkündigenden) Erzählung bildet das Bekenntnis: Jesus ist der Menschensohn. Folglich bildet das durch das Sterben mit einem lauten Schrei hervorgerufene paradoxe Bekenntnis des heidnischen Hauptmanns: "Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!" den Höhepunkt der Erzählung. Markus schreibt für Christen aus der griechisch-römischen Tradition, den sog. Heidenchristen. Im Sterben Jesu enthüllt sich seine Sendung als Sühneopfer und sein Wesen als Mensch und Gottessohn. Gott vollendet und offenbart in Jesus Christus seinen Heilsplan und Heilswillen an den Menschen. Sieht das NT im "Gottesknecht" der Jesajatexte Jesus, so wird der "Knecht" individualisiert: Jesus, der verwirklichte, was Gott seinem ganzen Volk, seiner alttestamentlichen/neutestamentlichen Kirche zugedacht hat. Es versteht ihn aber auch kollektiv und verbindet den Gottesknecht Jesus mit seinen Jüngern (die Jüngerinnen sind sicherlich nicht ausgeschlossen) als "Knechte". Mit Jesu Leben und Sterben bricht das "Reich Gottes" an. Es geht dabei nicht nur um ein göttliches "Herrschen", sondern auch um die von Gott "regierte" Gesellschaft und ihren Raum ("Reich"). "Königsherrschaft Gottes" ist vom Bezugsfeld her ein politisch-theologischer Begriff. Auch wenn sich dieses Bezugsfeld im Laufe der Geschichte verändert, bleibt der gesellschaftliche Bezug und Auftrag bestehen. Marlene Laaber


Kurzfassung der
Passionsgeschichte, Palmsonntag, Lesejahr B:
Mk 15,1-39

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Markus:

Die Verhandlung vor Pilatus

Gleich in der Frühe faßten die Hohenpriester, die Ältesten und die Schriftgelehrten, also der ganze Hohe Rat, über Jesus einen Beschluß: Sie ließen ihn fesseln und abführen und lieferten ihn Pilatus aus. Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es. Die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor. Da wandte sich Pilatus wieder an ihn und fragte: Willst du denn nichts dazu sagen? Sieh doch, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen. Jesus aber gab keine Antwort mehr, so daß Pilatus sich wunderte. Jeweils zum Fest ließ Pilatus einen Gefangenen frei, den sie sich ausbitten durften. Damals saß gerade ein Mann namens Barabbas im Gefängnis, zusammen mit anderen Aufrührern, die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten. Die Volksmenge zog (zu Pilatus) hinauf und bat, ihnen die gleiche Gunst zu gewähren wie sonst. Pilatus fragte sie: Wollt ihr, daß ich den König der Juden freilasse? Er merkte nämlich, daß die Hohenpriester nur aus Neid Jesus an ihn ausgeliefert hatten. Die Hohenpriester aber wiegelten die Menge auf, lieber die Freilassung des Barabbas zu fordern. Pilatus wandte sich von neuem an sie und fragte: Was soll ich dann mit dem tun, den ihr den König der Juden nennt? Da schrien sie: Kreuzige ihn! Pilatus entgegnete: Was hat er denn für ein Verbrechen begangen? Sie schrien noch lauter: Kreuzige ihn! Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufriedenzustellen, Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.

Die Verspottung Jesu durch die Soldaten

Die Soldaten führten ihn in den Palast hinein, das heißt in das Prätorium, und riefen die ganze Kohorte zusammen. Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um und flochten einen Dornenkranz; den setzten sie ihm auf und grüßten ihn: Heil dir, König der Juden! Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf und spuckten ihn an, knieten vor ihm nieder und huldigten ihm. Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und zogen ihmn seine eigenen Kleider wieder an.

Die Kreuzigung

Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Einen Mann, der gerade vom Feld kam, Simon von Zyrene, den Vater des Alexander und des Rufus, zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota, das heißt übersetzt: Schädelhöhe. Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war; er aber nahm ihn nicht. Dann kreuzigten sie ihn. Sie warfen das Los und verteilten seine Kleider unter sich und gaben jedem, was ihm zufiel. Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und eine Aufschrift (auf einer Tafel) gab seine Schuld an: Der König der Juden. Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, den einen rechts von ihm, den andern links. Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Ach, du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? Hilf dir doch selbst, und steig herab vom Kreuz! Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn und sagten zueinander: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Der Messias, der König von Israel! Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben. Auch die beiden Männer, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden, beschimpften ihn.

Der Tod Jesu

Als die sechste Stunde kam, brach über das ganze Land eine Finsternis herein. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloï, Eloï, lema sabachtani?, das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Hört, er ruft nach Elija! Einer lief hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Dabei sagte er: Laßt uns doch sehen, ob Elija kommt und ihn herabnimmt. Jesus aber schrie laut auf. Dann hauchte er den Geist aus. Da riß der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.