28.06.2017

Kontexte 25.12.2007


Manchmal bricht dein Licht

Huub Oosterhuis, Manchmal bricht ein Licht. In: Weisheit für die Seele. Gute Gedanken für alle Tage. Freiburg/Br.: Herder 2007, S. 49.


Manchmal bricht dein Licht
in Menschen durch, unaufhaltsam,
so wie ein Kind geboren wird.

Gedenk des Menschen,
der genannt wird: dein Kind,
dein Königreich, dein Licht.

Keine Finsternis hat ihn je überwältigt.

Gedenk unser, die wir wie er
geboren sind, ein für allemal,
die aus seinem Namen deinen Namen hörten,

die leben müssen im Schatten des Todes,

leben, ihm nach.



Shalom in Dorf und Stadt

Psalmübertragung (zu Ps. 62) in EG Rheinland 779


Ich stehe unter Gottes Schutz,
er lässt mich nicht ins Leere laufen
und macht aus mir keinen Kriegsknecht.
Ich suche den Frieden und will mich ausruhen,
ihn mit allen zu finden, die noch unter Waffen stehen.

Ich stehe unter Gottes Schutz,
ich bin sein Fleisch und Blut,
und meine tage sind von ihm gezählt.
Er lehrt mich, den zu umarmen,
dessen Tage ebenfalls gezählt sind,
und alle in die Arme zu nehmen,
weil wir die Trauer und die Freude teilen wollen.

Ich stehe unter Gottes Schutz,
ich weiß das seit geraumer Zeit.
Er nahm den Gram und das Bittere aus meinem Wesen
und machte mich fröhlich.
Und ich will hingehen,
alle anzustecken mit Freude und Freundlichkeit,
auf dass die Erde Heimat wird
für alle Welt:

Durch seinen Frieden
Und unseren Glauben.
Shalom in Dorf und Stadt



Wir singen dir, Immanuel

Paul Gerhardt (1653) in EG Rheinland 542,1-5 u. 11


Wir singen dir, Immanuel,
du Lebensfürst und Gnadenquell,
du Himmelsblum und Morgenstern,
du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn.

Wir singen dir in deinem Heer
aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr,
daß du, o lang gewünschter Gast,
dich nunmehr eingestellet hast.

Von Anfang, da die Welt gemacht,
hat so manch Herz nach dir gewacht,
dich hat gehofft so lange Jahr
der Väter und Propheten Schar:

»Ach, daß der Herr aus Zion käm
und unsre Bande von uns nähm!
Ach, daß die Hilfe bräch herein,
so würde Jakob fröhlich sein!«

Nun du bist hier, da liegest du,
hältst in dem Kripplein deine Ruh,
bist klein und machst doch alles groß,
bekleidst die Welt und kommst doch bloß.

Ich will dein Halleluja hier
mit Freuden singen für und für,
und dort in deinem Ehrensaal
solls schallen ohne Zeit und Zahl.



Warum zwei Messen in der Nacht gesungen werden

Rupert von Deutz, Der Gottesdienst der Kirche, 2. Teilband, hrsg. und übersetzt Helmut und Ilse Deutz, FChr 33/2, Freiburg-Basel-Wien-Barcelona-Rom-New York: Herder 1999, S. 445


Deshalb erhellen zwei Messen, die Papst Telesphorus seligen Angedenkens eingerichtet hat, in überaus würdiger Verehrung die hochheilige Gedächtnisfeier jener Nacht. Der wahrhaft apostolische Glaube der heiligen römischen Kirche, dieser Glaube an die Geburt des einen Sohnes Gottes, hat für die jährlich wiederkehrende Nacht nach den feierlichen Vigilien die Herrlichkeit der doppelten Geburt, nämlich der göttlichen und der menschlichen, in der Weise zu vergegenwärtigen festgesetzt, dass er zur Ehre seiner Geburt, in der Gott der Vater ihn "aus seinem Schoße", das heißt aus dem Geheimnis seines eigenen Wesens, "vor dem Morgenstern gezeugt hat" (Ps 110,3: Vg. Ps. 109,3), das heißt vor den Geschöpfen der Engel und "ehe er etwas schuf" (Spr 8,22), die erste Messe anordnete und zur Verehrung dessen, der im Schoß der Jungfrau als der "Gesegnete im Namen des Herrn" angekommen ist (Ps 118,26: Vg. Ps. 117,26), die zweite lobpreisend und frohlockend folgen ließ.



Weihnachtsessen

Angelo Roncalli (Johannes XXXIII) an die Eltern, 20.12.1927, in: Johannes XXXIII, Worte der Güte, Freiburg-Basel-Wien: Herder 1973, S. 20


Damit ihr am Weihnachtstag an mich denkt, schicke ich euch den letzten 100-Lire-Schein, der mir von der Rückkehr aus Italien verblieben ist. Ich habe in diesem Jahr ein bisschen zuviel verschossen, deshalb muss ich mir jetzt etwas größere Sparsamkeit auferlegen. Aber keine Angst. Ich bin ein Kind der Vorsehung, und die Vorsehung lässt es weder mir noch euch am Notwendigsten fehlen: sie wird uns zur rechten Zeit auch das, was wir brauchen, geben. Das bisschen Geld, das ich euch jetzt schicke, soll für das Weihnachtsessen sein und für nichts anderes.