22.06.2017

Kontexte 09.01.2011


Erster Höhepunkt

http://www.christ-im-dialog.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1714&Itemid=30


Die Taufe Jesu bleibt ein Höhepunkt in der Wirksamkeit des Herrn. Jesus, der selbst nie taufte, ließ sich von dem taufen, der auf ihn verwies, Johannes den Täufer.
Hier am Jordan reihte sich Jesus unter die Menschen ein. Und doch geschah etwas Einmaliges: Gott war bei der Taufe Jesu nicht nur dabei, sondern mitten drin. Er tat danach den Himmel auf und ließ seinen Geist wie eine Taube niedersteigen und über ihn kommen, mit den Worten: "Das ist mein geliebter Sohn an dem ich Wohlgefallen habe."
Hier spricht man auch von der "Adoptionsformel", weil Gott Jesus zu seinem Sohn erklärt.

Heiliger Geist
Genau das geschieht bei unserer Taufe, wenn auch nicht so spektakulär aber dennoch mit der gleichen Kraft und Macht. Auch wir werden als Getaufte, zu Söhnen und Töchtern Gottes. Der heilige Geist soll die treibende Kraft in uns sein, daran sollen wir erkannt werden, dass wir Gottes Kinder sind.
"Du bist von Gottes Geist getrieben - nicht im Strudel von Ereignissen und enthusiastischem Überschwang, sondern in Kraft, Liebe und Besonnenheit."*

Weihwasserbecken
In der Nähe der Kirchentüre ist in den allermeisten Kirchen ein Weihwasserbecken aufgestellt. Das soll uns an unsere eigene Taufe erinnern. Man taucht zwei oder mehr Finger kurz in das Wasser und bekreuzigt sich damit.
Manche, die zu Zweit oder zu Dritt in die Kirche kommen, befeuchten die Finger mit Weihwasser, um diese dann auch den anderen Eintretenden zu reichen, bevor sie selbst das Kreuzzeichen an sich vollziehen. Das deutet an, dass der getaufte Christ selbst zur "Quelle lebendigen Wassers" geworden ist.

In die Taufe kriechen
Luther spricht davon, täglich in die eigene Taufe zu kriechen. Von Luther wird berichtet, wie er, als er sich in einem Gespräch besonders missverstanden und von seinen Gegnern verfolgt fühlte, diesen Satz "Ich bin getauft.” auf einen Tisch schrieb. Er rief immer wieder: "Bapticatus sum", ich bin getauft.”
Unabhängig davon, ob diese Legende tatsächlich der historischen Wahrheit entspricht: Die Gewissheit, getauft zu sein, gab Luther Kraft, die ihn hoffen ließ, von Gott nicht alleine gelassen zu werden. Was auch immer in seinem Leben passieren würde: Gott hatte versprochen, bei ihm zu sein. Deshalb verstand Luther die Taufe auch als den Beginn und das Zentrum des christlichen Lebens. Ja, jeden Morgen neu - so schrieb Luther - solle man in die Taufe hineinkriechen. Denn das, was sich einmalig in der Taufe vollzogen hat, bedürfe, dass wir es für uns tagtäglich aneignen.
Der getaufte Mensch gehört unwiderruflich zu Gott. Dies wird in der Taufe jedem Einzelnen zugesagt: Du bist ein Kind Gottes. Du gehörst zu Ihm und Er ist mit dir.

Die Bekreuzigung
Das Bekreuzigen, welches an die eigene Taufe er-innern soll, wird in der katholischen Kirche sehr stark gepflegt, in den evangelischen Kirchen gewöhnlich nicht mehr. ... Jedoch gibt Martin Luther beim Beginn der Anweisung zu seinem Abend- und Morgensegen:
"Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, magst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sollst sagen: "Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen."



Christ, unser Herr

Martin Luther (1541) in EG 202.


Ein geistlich Lied von unsre heiligen Taufe, darin fein kurz gefasset: Was sie sei? Wer sie gestiftet habe? Was sie uns nützt? usw.

Christ, unser Herr, zum Jordan kam
Nach seines Vaters Willen,
Von Sankt Johannes die Taufe nahm,
Sein Werk und Amt zurfüllen.
Da wollt er stiften uns ein Bad,
Zu waschen uns von Sünden,
Ersäufen uns den bittern Tod
Durch sein selbst Blut und Wunden.
Es galt ein neues Leben.

So hört und merket alle wohl,
Was Gott heißt selbst die Taufe,
Und was ein Christen glauben soll,
Zu meiden Ketzerhaufen.
Gott spricht und will, daß Wasser sei,
Doch nicht allein schlecht Wasser,
Sein heilges Wort ist auch dabei
Mit Geist ohn Maßen, reichen
Der ist allhie der Taufer.

Solchs hat er uns beweiset klar
Mit Bildern und mit Worten.
Des Vaters Stimm man offenbar
Daselbst am Jordan horte.
Er sprach: Das ist mein lieber Sohn,
An dem hab ich Gefallen,
Den will ich euch befohlen han,
Daß ihr ihn höret alle
Und folget seinen Lehren.

Auch Gottes Sohn hie selber steht
In seiner zarten Menschheit.
Der heilig Geist hernieder fährt,
In Taubenbild verkleidet.
Das wir nicht sollen zweifeln dran,
Wenn wir getaufet werden:
All drei Personen getaufet han,
Damit bei uns auf Erden
Zu wohnen sich ergeben.

Sein Jünger heißt der Herre Christ:
Geht hin, all Welt zu lehren,
Daß sie verlorn in Sünden ist,
Sich soll zur Buße kehren.
Wer glaubet und sich taufen läßt,
Soll dadurch selig werden,
Ein neugeborner Mensch er heißt,
Der nicht mehr könne sterben,
Das Himmelreich soll erben.

Wer nicht glaubt dieser großen Gnad,
Der bleibt in seinen Sünden
Und ist verdammt zum ewigen Tod
Tief in der Höllen Grunde.
Nicht hilft sein eigen Heiligkeit,
All sein Tun ist verloren,
Die Erbsünd machts zur Nichtigkeit,
Darin er ist geboren,
Vermag ihm selbst nichts helfen.

Das Aug allein das Wasser sieht,
Wie Menschen Wasser gießen,
Der Glaub im Geist die Kraft versteht
Des Blutes Jesu Christi.
Und ist vor ihm ein rote Flut
Von Christi Blut gefärbet,
Die allen Schaden heilen tut,
Von Adam her geerbet.
Auch von uns selbst gegangen.



Gottes Namen

Jochen Klepper (1941), EG 208.


Gott Vater, du hast deinen Namen
In deinem lieben Sohn verklärt
Und uns, so oft wir zu dir kamen,
die Vatergnade neu gewährt.

So rufe dieses Kind mit Namen,
das nun nach deinem Sohne heißt.
Wir glauben, du Dreiein'ger! Amen!
Zum Wasser gabst du Wort und Geist.

Erhalte uns bei deinem Namen!
Dein Sohn hat es für uns erfleht.
Geist, Wort und Wasser mach zum Samen
der Frucht des Heils, die nie vergeht.



Anfänge des Verstehens

Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, DBW 8, Gütersloh 1998.


Dietrich Bonhoeffer schrieb anlässlich der Taufe an sein Patenkind im Mai 1944:

"Du wirst heute zum Christen getauft. Alle die alten großen Worte der christlichen Verkündigung werden über Dir ausgesprochen, und der Taufbefehl Jesu Christi wird an Dir vollzogen, ohne dass Du etwas davon begreifst. Aber auch wir selbst sind wieder ganz auf die Anfänge des Verstehens zurückgeworfen. Was Versöhnung und Erlösung, was Wiedergeburt und Heiliger Geist, was Feindesliebe, Kreuz und Auferstehung, was Leben in Christus und Nachfolge Christi heißt, das alles ist so schwer und so fern, dass wir es kaum mehr wagen, davon zu sprechen... Unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen..."

Dietrich Bonhoeffer schließt seinen Brief mit dem Wunsch, dass sein Patenkind zu den Menschen gehören möchte, "die beten und das Gerechte tun und auf Gottes Zeit warten", und dass es von ihm einmal heißt: "Des Gerechten Pfad glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet bis auf den vollen Tag" (Sprüche 4, 18).



Überfließende Himmel

Rainer Maria Rilke, Aus den Gedichten an die Nacht http://www.textlog.de/22450.html


Überfließende Himmel verschwendeter Sterne
prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen,
weine hinauf. Hier, an dem weinenden schon,
an dem endenden Antlitz,
um sich greifend, beginnt der hin-
reißende Weltraum. Wer unterbricht,
wenn du dort hin drängst,
die Strömung? Keiner. Es sei denn,
daß du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung
jener Gestirne nach dir. Atme.
Atme das Dunkel der Erde und wieder
aufschau! Wieder. Leicht und gesichtlos,
lehnt sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste
nachtenthaltne Gesicht gibt dem deinigen Raum.



Jahr der Taufe

http://www.domradio.de/news/70498/evangelische-kirche-in-deutschland-eroeffnet-jahr-der-taufe.html


Die Evangelische Kirche in Deutschland begeht 2011 als ein "Jahr der Taufe". In den kommenden zwölf Monaten sind unter anderem große Tauf- und Tauferinnerungsgottesdienste geplant. Außerdem soll es Seminare für Erwachsene und Projekte für Jugendliche geben. Laut dem EKD-Ratsvorsitzenden Schneider ist die Taufe "das Grunddatum christlicher Freiheit schlechthin". Der westfälische Präses Buß bezeichnete die Taufe als ein Gottesgeschenk, das ausgepackt werden wolle. Dabei wollten die Kirchen helfen.



Einladung zum Kindertauffest

http://www.evlka.de/content.php?contentTypeID=1425


Liebe Familie von ..........................,

bei der Geburt Ihres Kindes haben viele gute Wünsche Sie begleitet. Inzwischen ist Ihr Kind herangewachsen, hat Ihnen viel Freude aber vielleicht auch Sorgen bereitet. Wir wünschen Ihnen ein Zusammenleben, das von gegenseitiger Liebe und Achtung getragen ist.

Es ist ein großes Geschenk, wenn wir Liebe erfahren. Auch die Taufe ist ein solches Geschenk, denn in ihr wird einem Menschenkind Gottes Liebe zugesagt. So ist die Taufe der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Gott und einem Menschen.

Dass viele Kinder nicht getauft sind, hat verschiedene Gründe, die wir natürlich respektieren. Manche Eltern wollen, dass sich ihre Kinder für die Taufe selbst entscheiden. Bei anderen haben äußere Gründe bisher gegen eine Taufe gestanden. Vielen Familien fehlte einfach nur der konkrete Anlass.

Den möchten wir Ihnen nun bieten und wollen den Wünschen vieler Familien mit einem besonderen Kindertauffest nachkommen. Wir laden Sie, Ihre Angehörigen und Freunde zu einem Tauffest mit Kaffee, Kuchen und Kinderaktionen am ........... in ........... herzlich ein. Einzelheiten entnehmen Sie dem beiliegenden Flyer.

Es grüßt Sie herzlich ...

P.S.: Sollte Ihr Kind bereits getauft sein und dieser Brief Sie irrtümlicherweise erreichen, dann bitten wir Sie, uns dieses mitzuteilen, damit wir die Taufe in das Kirchenbuch eintragen und damit dokumentieren können.