19.02.2018

Kontexte 08.01.2012


Aus dem Glauben wächst die Gewissheit, gewollt zu sein

Papst Benedikt XVI., Ansprache vom 22. Dezember 2011, anl. des Weihnachtsempfanges für die römische Kurie. In: OR und Deutsche Tagespost, Nr. 155 vom 29.12.2011.


Als ein nicht zu übersehendes Kennzeichen der Spiritualität der Weltjugendtage möchte ich die Freude nennen: Woher kommt sie? Wie erklärt sie sich? Sicher wirken viele Faktoren zusammen. Aber der entscheidende ist nach meinem Dafürhalten die aus dem Glauben kommende Gewissheit: Ich bin gewollt. Ich habe einen Auftrag. Ich bin angenommen, bin geliebt. Josef Pieper hat in seinem Buch über die Liebe aufgezeigt, dass der Mensch sich selbst nur annehmen kann, wenn er von einem anderen angenommen ist. Er braucht das Dasein des anderen, der ihm nicht nur mit Worten sagt: Es ist gut, dass du bist. Nur vom Du her kann das Ich zu sich selbst kommen. Nur wenn es angenommen ist, kann es sich annehmen. Wer nicht geliebt wird, kann sich auch nicht selber lieben. Dieses Angenommenwerden kommt zunächst vom anderen Menschen her. Aber alles menschliche Annehmen ist zerbrechlich. Letztlich brauchen wir ein unbedingtes Angenommensein. Nur wenn Gott mich annimmt und ich dessen gewiss werde, weiß ich endgültig: Es ist gut, dass ich bin. Es ist gut, ein Mensch zu sein.



Das allgemeine Priestertum

Pius Parsch, Volksliturgie. Ihr Sinn und Umfang, 1940 (Volksliturg. Verlag), 105f.


Das allgemeine Priestertum wird uns erteilt durch zwei Sakramente, durch die Taufe und die Firmung. Bei der Taufe möchte ich sogar einen eigenen Teil dafür besonders hervorheben, nämlich, was unmittelbar auf die eigentliche, schon vollgültige Taufspendung folgt: die Salbung mit Chrisam, die Übergabe des Kleides und der Lampe. Chrisam ist Salböl zur priesterlichen Würde, jenes besondere, christverbundene heilige Öl, welches die Gläubigen mit königlicher, prophetischer, priesterlicher Würde bekleidet.



Taufe im Urchristentum

Vgl. Erich Dinkler: Taufe II. Im Urchristentum, in: RGG³ Band 6, Sp. 636f.


Wer sich in den ersten Jahrzehnten des Christentums taufen ließ, tat dies wohl im Glauben daran, noch zu Lebzeiten die Wiederkunft Jesu Christi zu erleben. In der Taufe wurde der Täufling aus dem heidnischen Kontext herausgenommen und dem Machtbereich Jesu Christi unterstellt - was mit der Formulierung Taufe εις Χριστόν Ιησοῦν (eis Christón Iēsoûn, wörtl: "in Christus Jesus hinein") gemeint ist. Und er wurde von ihm durch den Heiligen Geist "versiegelt" (Eph 4,30 LUT) und in den Leib Christi eingegliedert (1 Kor 12,13 EU). Oft ließ man sich mit seinem ganzen Haus taufen. Dabei ist anzunehmen, dass alle Bewohner des Hauses (einschließlich Ehefrauen, Kinder und Sklaven) getauft wurden.
Immer verbunden mit der Taufe war das Glaubensbekenntnis, dessen älteste Formulierung κύριος Ιἠσοῦς - Kyrios Jesus - "Jesus ist der Herr" lautet (vgl. Röm 10,9 NT).

Bei den Apostolischen Vätern verschob sich der Charakter der Taufe zu einem "gesetzlich verstandenen Eintrittsritus" in die Kirche. Während die biblischen Berichte die Taufe auf den Namen Jesu Christi kennen, folgte die frühe Kirche dem Taufbefehl Mt. 28,19 und taufte auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ab dem ausgehenden 2. Jahrhundert wurden die Täuflinge in Rom und Nordafrika nur in der Feier der Osternacht getauft, um das Sterben des alten Menschen und das Auferstehen des neuen mit Jesus Christus zu verdeutlichen.

Im Urchristentum geschah die Taufe vermutlich durch vollständiges Untertauchen des Täuflings. Bis etwa zum 12. Jahrhundert war das Untertauchen durchaus eine übliche Taufform in der römisch-katholischen Kirche. Als Nottaufe konnte die Taufe jedoch durch Besprengen mit Wasser bereits im zweiten Jahrhundert durchgeführt werden. Die Nottaufe wurde in Situationen praktiziert, in denen das Untertauchen des Täuflings nicht möglich war (Krankheit, Todesgefahr, Verfolgung). Erste Erwähnungen der Kindertaufe finden sich um 200 in der Hippolytischen Kirchenordnung (Baptismus infantium). Offensichtlich war sie allgemein akzeptiert. Nur vereinzelt findet sich Kritik an der Kindertaufe.



Würde der Christen

Papst Leo der Große, Sermo, 21,4.


Erkenne, o Christ, deine Würde. Teilhaber bist du geworden der göttlichen Natur. Kehre darum nicht mehr zurück in die degenerierte Lebensform deiner alten Niedrigkeit. Denke daran, dass du entrissen bist der Gewalt der Finsternis, hineingenommen bist du in Gottes Licht und Gottes Königreich.



Christentum, das ist Jesus!

Papst Benedikt XVI., Ansprache vom 22. Dezember 2011, anl. des Weihnachtsempfanges für die römische Kurie. In: OR und Deutsche Tagespost, Nr. 155 vom 29.12.2011.


Das Christentum ist keine Religion der Ideen oder ausgedachter Einrichtungen, oder irgendwelcher Gefühle oder Erlebnisse, und wären sie noch so edel. Es ist eine ganz positive Religion. Es steht und fällt mit der geschichtlichen Persönlichkeit Jesu. Das Christentum, das ist Jesus!



Christentum und Taufe

Jacques-Benigne Bosset (1627-1704)


"Das Christentum ist soweit abgeschafft, als die Taufe in Vergessenheit geraten ist"