28.06.2017

Kontexte 25.12.2012


Gott aus Licht und Licht aus Licht

Georg Schmid 1989


Gott aus Licht und Licht aus Licht,
Feuer, das aus Feuer bricht,
Ewigkeit, noch nie erkannt,
Himmel, der zur Erde fand.
Licht, das sich den Hirten zeigt,
Wort, das in Palästen schweigt,
Macht, die unsre Ohnmacht sieht,
Gott, der seine Himmel flieht.
Kind, von dem die Mutter singt,
Leben, das uns Leben bringt,
Frucht, die in der Erde reift,
Geist, der unsern Geist ergreift.
Kind, das in der Krippe liegt,
König, der sich selbst besiegt,
Wind, der durch die Herzen weht,
Lebend, das aus Gott entsteht.
Friede, den kein Sturm zerstört,
Wort, das unsre Worte hört,
Wahrheit, die an Blinde denkt,
Liebe, die sich selbst verschenkt.
Himmel, der die Erde liebt,
Liebe, die dem Feind vergibt,
Feuer, das für alle brennt,
Gott, der keine Grenzen kennt.
Lobt die Macht, die sich verneigt.
Lobt den Himmel, der nicht schweigt.
Lobt das Licht, in uns entfacht,
Licht aus Licht in unsrer Nacht.



"Rettungsroutine" - Wort des Jahres 2012



Komet – Kommet – Jesuskom(m)et


Da kam doch vor 2000 Jahren
ein Stern auf die Erde,
einer, der vieles zerstörte:
            aber nicht die Welt,
            sondern die Sünde und den Tod,
            die Lüge und den Hass.

Er war zugleich ein Stern
der leuchtete und strahlte
            aus der Liebe seines Vaters
            und aus seiner eigenen Liebe heraus.

Wir warten auf diesen Kometen,
nicht auf den, der den Weltuntergang bringt,
sondern auf den, der neu anfangen lässt.

Wir feiern diese Verheißung jedes Jahr:
      Ja, er kommt - Jesus kommt in die Welt.
      Sein Licht erstrahlt
            von Betlehem
            in die ganze Welt.

(Weihnachten 2012 – Johann Pock)



Jesu Sprechen - ein Ereignis


Jesus: "Das Wort". Mit dieser Ausdrucksweise ist zunächst einmal festgehalten, dass bei Jesus sein Wort, sein Reden ein zentrales und charakteristisches Element gewesen ist.

Jesus hat gesprochen, und sein Sprechen war ein Ereignis. Zuhörer haben ihre Betroffenheit einmal so ausgedrückt: "Noch nie hat ein Mensch so gesprochen wie er" (Joh 7,46). Ein anderes Mal sagen die Leute: "Er lehrt, spricht wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten" (Mk 1,22). Das Wort Jesu hatte eine beeindruckende Originalität, und es hatte eine innere Autorität und Kraft.

Dabei ist nicht nur an seine Predigt zu denken an Gruppen von Leuten. Genauso wichtig und mächtig waren die Worte, die Jesus zu Einzelnen persönlich sprach. Dazu gehören z.B. die Nachfolge-Worte. Das waren wirkmächtige Anrufe, die dem Leben der Apostel eine völlig neue Richtung gaben. Oder die heilenden und befreienden Worte. "Öffne dich!", sagt Jesus zu dem Taubstummen, und das Evangelium vermerkt: "da öffneten sich seine Ohren und das Band seiner Zunge wurde gelöst" (Mk 7,34f).

Solche Ereignisse und Erfahrungen waren mit ein Grund, dass man von Jesus sagen konnte: "Er ist das Wort". Was er sagte, das hat gewirkt. Es hat herausgefordert -man musste Stellung beziehen - und es hat befreit, ermutigt, geheilt.

Deshalb war eines der frühesten schriftlichen Dokumente im Urchristentum eine Sammlung von Jesus-Worten, die sogenannte Spruch- oder Redenquelle.

Einheit von Wort und Leben
Jesus ist das Wort. In dieser Formulierung ist weiterhin zum Ausdruck gebracht, dass bei Jesus Reden und Tun, Reden und Sein eine Einheit bildeten. Darin war seine Autorität letztlich begründet.

Wort und Existenz sind bei ihm nicht auseinandergeklafft. Jesus war selbst drin in dem, was er sagte: Er, mit seiner Überzeugung, mit seiner Hoffnung, seiner Liebe, auch mit der Bereitschaft, sein Wort wahrzumachen durch den Einsatz seines Lebens. Was er z.B. gesagt hat, gepredigt hat über das Erbarmen und die grenzenlose Liebe Gottes, das hat er gesagt im Wissen darum, dass ihm diese Botschaft das Leben kosten kann.

Bei Charles Peguy, einem französischen christlich orientierten Schriftsteller (1873-1914), findet sich der Satz: "Das Wort: der eine zieht es aus der Manteltasche, der andere reißt es aus seinem Fleisch". Das heißt: Der eine sagt etwas, ohne dass es ihn selbst tiefer berührt; bei dem anderen gibt es diesen Abstand nicht. Jesus ist mit seinem Wort eins geworden. Er hat es "aus seinem Fleisch gerissen". Er ist das Wort, das er spricht. Sein Wort ist "Fleisch geworden": in seinem Tun, seinem Leben und Leiden.

Gott zur Sprache gebracht
Jesus: Das WORT. Damit ist schließlich und vor allem gemeint, dass durch Jesus und in Jesus Gott zu Worte gekommen ist: der letzte Ursprung und Grund der Welt und unseres Lebens.

Was Gott seit je den Menschen sagen und mitteilen wollte, das ist in Jesus endgültig hörbar und sichtbar, hat in ihm Gestalt bekommen, ist "Fleisch geworden". Er ist das leibhaftige Wort Gottes, DIE Offenbarung des Vaters (vgl. Hebr 1,1f).

Wenn die Hl. Schrift vom "Worte Gottes" redet, dann ist damit auch gemeint, dass Gott sich uns zuwendet. Verbindung mit uns aufnimmt, Gemeinschaft zwischen sich und uns begründet, einen Bund stiftet. Jesus, das Wort Gottes in Person, das heißt dann: Er ist es, in dem Gott sich in letzter Konsequenz mit uns verbunden hat. Jesus selbst verkörpert die unauflösliche Verbindung zwischen Gott und den Menschen, den Neuen, ewigen Bund.

Aus: Augustin Schmied, Lichter, die uns begleiten. Gedanken zu den christlichen Festen, veröffentlicht im Dezember 2012 hier im Downloadbereich des Predigtforums.



Wir danken Dir, Gott, für Jesus, dein Wort

Aus: W.Willms, roter faden glück, Kevelaer (Verlag Butzon & Berker) 1974


"In Wahrheit ist es würdig und recht
Dir, Gott und Vater, Dank zu sagen
durch und für Jesus Christus,
der deine Stimme auffing für unsere Erde;
für unsere Erde,
die lange keine Stimme mehr hörte von oben,
die nur noch sich selbst hörte.

Wir danken Dir, Gott, Vater,
durch Jesus Christus, dessen Speise es war
deine Stimme zu hören,
herauszuhören aus den vielen Stimmen,
die uns umschwirren.
Wir danken Dir um Jesu willen,
der für uns zu deiner Stimme wurde,
zu deinem Wort,
zum lebendigen Wort,
zu einer Stimme, die 37 Jahre alt wurde
und dann unterging in unserem Geschrei,
das oft genug klingt wie "kreuzige ihn".

Wir danken Dir, Gott, für Jesus, dein Wort,
das im Tode doch nicht unterging,
das neu zu sprechen begann
unauslöschbar - in seiner Auferstehung."