27.06.2017

Kontexte 25.12.2013


Stille Nacht! Heilige Nacht

Gotteslob


Originaltext:

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab’ im lockigen Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Jesus! in deiner Geburt!
Jesus! in deiner Geburt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n
Uns der Gnade Fülle lässt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschengestalt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoss
Und als Bruder huldvoll umschloss
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Halleluja!“
Tönt es laut bey Ferne und Nah:
„Jesus der Retter ist da!“
„Jesus der Retter ist da!“

Gebräuchliche Fasssung
:

Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh,
Schlaf in himmlischer Ruh.

Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt.

Stille Nacht, Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
Durch der Engel Halleluja.
Tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter ist da,
Christ, der Retter ist da.

 

 



Jesus, die Gabe Gottes

Unser Glaube, Herder-Verlag,1990.


Jesus ist die Gabe Gottes, eine unvergleichliche Gabe: empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria. Das ist der Kern der Botschaft, die auf den ersten Seiten des Evangeliums nach Matthäus und Lukas zum Ausdruck kommt.
In Jesus hat Gott unser Fleisch angenommen: Im Hebräischen bezeichnet das Wort »Fleisch« den ganzen Menschen in seiner Hinfälligkeit, die ganze Person, insofern sie schwach und vergänglich ist. Im Leib seiner Mutter geformt, wurde Jesus nackt geboren; Maria und Josef liebten ihr Kind, da er wie alle Menschenkinder lachte und weinte. In ihm nahm Gott die Augen eines Kindes an, und mit seinen kleinen Füssen musste Jesus lernen, die Wege der Menschen zu gehen.



Ein einziger Tag im Jahr gehört der Liebe.

Peter Rosegger, Zeitschrift „Heimgarten“, 24.12.1907


Ein einziger Tag im Jahr gehört der Liebe.
Ein einziger Tag ist ja den Toten frei.
Schon morgen heben
an die anderen Triebe.
Statt geben – nehmen.
Statt fördern – hemmen.
Statt Liebe – Hiebe.
Ach, dass es bei der Liebe bliebe!



Weihnachten – Fest der Geschichte

Karl Rahner, Das große Kirchenjahr, Herder-Verlag, Wien-Freiburg, 1987.


Diese Feste (Weihnachten) feiern nicht die Gültigkeit der immer bleibenden, wenn auch in einem Zyklus von immer neuen Wiederkehr sich bewegenden Natur, sondern die Einmaligkeit der Geschichte: die Geburt Jesu unter Augustus, seinen Tod unter Pontius Pilatus usw. In diesen Festen bleibt der Feiernde nicht in seiner Gegenwart und macht nicht das immer Gültige seiner Existenz in religiöser oder profaner Feier ausdrücklich, sondern wendet seinen Blick in die geschichtliche Vergangenheit zurück, feiert das Gedächtnis eines je einmaligen geschichtlichen Ereignisses. Er feiert nicht Gegenwart, er proklamiert nicht unmittelbar Zukunft, er stellt sich vielmehr einem scheinbar vergangenen ja einmaligen Ereignis und räumt ihm Bedeutung und Macht für seine eigene Gegenwart und Zukunft ein; er begeht die ewige Gültigkeit des je einmalig Geschichtlichen. Er verwandelt das Geschichtliche weder zu einer immer gültigen Idee, für die dieses Geschichtliche letztlich doch nur ein Fall wäre, neben dem auch andere gleichberechtigte Verwirklichungen dieser Idee gegeben sind oder denkbar bleiben, noch lässt er dieses einmalig Geschichtliche in eine verweste Vergangenheit zurückfallen, in der es für jetzt und für die Zukunft keine Bedeutsamkeit hätte.