23.01.2017

Kontexte 01.01.2014


Der Gott der Zukunft

Aus: Huub Oosterhuis, Ich steh vor dir. Meditationen, Gebete und Lieder. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2005 (2004).


Was hat die Bibel uns mitzuteilen? Einen Namen. Den Namen. Und eigentlich nicht mehr als dies. Und nun müssen wir sehen, ob das genug ist, ob wir darin so viel Kraft und Zukunft finden, dass das unser mühseliges All­tagsleben verändert. Dieser Name lautet: Ich werde da sein.

Die Bibel will dem Leben eine Weisung geben und sie tut dies in Form einer Geschichte. Die Geschichte dieses Namens ist die Geschichte eines Weges, den Menschen ge­hen: aus Sklavenhaus, Angstland hin zu Freiheit, gutem und weitem Land, aus Tod zum Leben, aus einem Leben, das kein Leben ist, in die Fülle des Lebens, zu ewigem Leben.

»Tod« ist in dieser Geschichte eine Bezeichnung für ei­ne Lebensweise, die den Namen »Leben« nicht verdient. Man kann lebend tot sein. Man kann in Teilen seines Kör­pers, seines Erinnerungsvermögens, seines Herzens tot sein. »Tod« bedeutet, verstockt und ohne Hoffnung zu sein, sehend blind, mit niemandem etwas anfangen zu können, nichts empfangen und nichts geben zu können. Tod ist Angst vor Selbstverlust, vor allem, was man nicht berechnen und fest im Griff haben kann, Angst vor Zu­kunft: Man hat Todesangst, man stirbt hundertmal in sei­nem Leben aus Angst vor dem Tod.

»Leben« ist in den Geschichten der Bibel auch ein Aus­druck für eine bestimmte Lebensart. »Wer bereit ist zu ge­ben, was er hat, wird leben.« Leben heißt: sterben wie ein Weizenkom, um fruchtbar zu werden und Frucht zu brin­gen. Brunnen von Leben für andere zu werden. Leben ist: leben zur Befreiung von anderen. Und: dass der Tod uns nicht mehr terrorisiert. »Er ruft mein Leben heraus aus dem Grab, und wie ein Adler lebt meine Jugend wieder auf« (Psalm 103).



Maria und die Kirche

Aus: Karl Rahner Lesebuch, herausgegeben von Karl Kardinal Lehmann und Alber Raffelt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1982.


Das Ergebnis der Heilsgeschichte ist die Erlösung. Wir können uns nun fragen: ist die Idee des erlösten, des neuen, sündelosen, in Gottes inniges Leben eingegliederten Menschen nur ein abstraktes Ideal oder kommt ihre Verwirklichung bei uns vor? Darauf ist zu sagen, saß sie keineswegs eine bloß asymptotisch erreichbare Norm darstellt, sondern in einem ganz bestimmten Fall verwirklicht ist. Wenn wir danach Ausschau halten, was wir sein sollen, brauchen wir uns nicht mit einem abstrakten Bild abzufinden. Im Reich des lebendigen Gottes sind die Ideale keine bloß allgemeinen Postulate, sondern - so wie Gott selbst - ganz konkrete Perso­nen. Das verwirklichte Ideal des absolut erlösten, sündelosen, ganz heiligen, Gott hingegebenen, vollendeten Menschen finden wir in der gebenedeiten Jungfrau und Mutter unseres Herrn Jesus Christus.



Segen – Guthaben

Aus: Susanne Niemeyer / Matthias Lemme, Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt. Kreuz Verlag, Freiburg im Breisgau 2013.



Friede

Aus: Roland Breitenbach / Stefan Philipps, Segen für Dich. Ein Begleiter durch das Jahr. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2005.