22.06.2017

Kontexte 08.01.2017


Weltgeschichte ist Weltgericht: Rückblick in die Vergangenheit

01.01.2017 | 17:22 | (Die Presse) - Thomas Chorherr war langjähriger Chefredakteur und Herausgeber der „Presse“.
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1914, 1939, 1945 und so weiter. Volkes Stimmeist Gottes Stimme: Aber bisweilen flüstert sie nur.

Hat gestern ein neues Zeitalter begonnen? Die Weltgeschichte, heißt es, ist das Weltgericht. Gibt es Gerichtsferien? Wir leben in einer Zeit des permanenten Wandels. Die Weltgeschichte macht niemals Pause, im Weltgericht schließt eine Sitzungsperiode nahtlos an die nächste. Die Urteile werden von jenem gefällt, der Herr ist über die Geschicke.
Noch einmal: Hat gestern ein neues, ein anderes Zeitalter begonnen? Die Weltgeschichte ist das Weltgericht, und Gerichtsferien gibt es nicht. Der Richter ist in drei Personen ein Einziger. Das Gerichtsgebäude ist die Erde. Was tun wir, um einen milden Richtspruch zu erreichen? Nein, das ist nicht bloße Salbaderei. Es gibt Jahre, die in der Tat anmuten wie ein Gerichtstermin, und das Urteil kann nicht angefochten werden. Es gibt weder Einspruch noch Berufungsinstanz.
Hat also gestern wirklich ein neues Zeitalter begonnen? So ist es, und das Weltgericht tagt in Permanenz. Das Jahr 2016 ist eines, das sich in manchem von den vorigen unterscheidet. Es hat Entscheidungen gebracht, die unwiderruflich sind. Und die in späteren Jahren in den Geschichtsbüchern, wenn es solche noch geben wird, rot angestrichen werden müssten. Was nicht politisch gemeint ist. 2016 war das Jahr, das in Österreich und in der Welt das Unterste zu oberst gekehrt hat. Auch dies ist nicht politisch zu verstehen. Zum ersten Mal ist in den USA ein Milliardär zum Staatsoberhaupt gewählt worden, den viele als minder tauglich bezeichnen, viele sogar als Narren. Aber Volkes Stimme ist Gottes Stimme, nicht wahr? Bisweilen flüstert er freilich nur.

Und in Österreich? Da hat – Volkes Stimme ist Gottes Stimme – im selben Jahr 2016 die Hofburg ihre Türen einem Kandidaten geöffnet, der zum ersten Mal seit Staatsgründung 1945 von keiner der beiden Großparteien (die nicht mehr groß sind) gestellt wurde. Er duellierte sich in der (verzögerten) Stichwahl mit einem Anwärter, der gleichfalls von der Opposition nominiert worden war.
Die Weltgeschichte als Weltgericht, und sei es nur eine Bezirksjury. Lassen wir es dabei. Blicken wir in den historischen Almanach – und lassen uns überzeugen, dass geschichtliche Perioden immer schon von Ereignissen eingeläutet wurden, die dann der Historie ihren freien Lauf ließen, mit Betonung auf frei. Und auch dies ist nicht politisch zu verstehen – oder kaum politisch.
Da war das Jahr 1914, das einen Umbruch der Welt und ihrer historischen Ordnung bescherte. Diese Ordnung ist umgestoßen worden, mit Nachwehen, die bis tief ins Heute reichen. Da war aber auch das Jahr 1939, das den Zeitgenossen und deren Nachgeborenen eine Veränderung in Haupt und Gliedern aufzwang. Sie hat das politische Antlitz der Erde radikal umgestaltet und das, was war, als Vorkriegszeit bezeichnet.
Die Weltgeschichte ein Welttribunal, in dem Schuldsprüche und Freisprüche nicht so verteilt waren, wie es sich gehört. 1945 wiederum muss im Weltkalender doppelt angestrichen werden: Die Atombombe schuf neue Gefahren und mit ihr neues politisches Gewissen, das bis zum Handschlag der USA und Japans, soll heißen Obamas und Abes, reichte.
Das Weltgericht in Gestalt der Weltgeschichte tagt weiter, in Permanenz, von der deutschen Einheit bis zur Europäischen Union. Und zur neuen Völkerwanderung. Es wird weiter tagen. Und Freisprüche wird es nur wenige geben. Vielleicht im Vatikan?

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Religionszugehörigkeiten in Deutschland

01.01.2017 | 17:22 | (Die Presse) - Thomas Chorherr war langjähriger Chefredakteur und Herausgeber der „Presse“.
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Der Anteil der Katholiken und Protestanten in der deutschen Bevölkerung ist 2015 auf 28,9 beziehungsweise 27,1 Prozent gesunken. 36 Prozent der Bevölkerung gehörten keiner Religionsgemeinschaft an. Der Anteil der konfessionsgebundenen Muslime lag bei 4,4 Prozent. Die Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften (u. a. Orthodoxe Kirchen, Freikirchen, Juden, Hindus und Buddhisten) stellten rund 3,6 Prozent der Bevölkerung.

mehr:
https://fowid.de/meldung/religionszugehoerigkeiten-deutschland-2015



Schönborn: "Würde mir wünschen, dass Naher Osten wieder christlich wird"

© DiePresse.com - 01.01.2017 | 13:49 | (DiePresse.com)
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Umgekehrt nimmt Wiens Erzbischof den Muslimen den Wunsch nach einem islamischen Europa nicht übel.

Kardinal Christoph Schönborn hat angesichts der Flüchtlingsbewegungen erklärte, er nehme den Muslimen den Wunsch nach einem islamischen Europa nicht übel. Umgekehrt wünsche auch er sich, "dass der Nahe Osten wieder christlich wird, wie er es einmal war", oder auch Nordafrika, so Schönborn in der "Kronen Zeitung": "Die Türkei war einmal zur Gänze christlich, bevor sie von den Türken erobert worden ist. Kleinasien war ein durch und durch christianisiertes Land. Natürlich würde ich mir als Christ wünschen, dass der Nahe Osten wieder christlich wird, wie er es einmal war, oder Nordafrika. Nordafrika war zur Gänze christianisiert"

Gefragt, ob er nicht Angst habe, dass der Stephansdom einmal zu einer Moschee werden könnte, sagte Schönborn in der Sonntags-"Krone": "Natürlich wünsche ich mir, dass der Stephansdom ein lebendiges christliches Gotteshaus, ein Ort des Gebetes, bleibt und nicht nur eine Touristenattraktion für fünf Millionen Touristen im Jahr. Aber wir haben in Wien schon jetzt zweihundert islamische Gebetsstätten. Dass Religionen miteinander in Konkurrenz stehen, das ist so alt wie die Welt."

Angst vor Islamisierung "unsinnig"

Angst vor einer Islamisierung Europas zu haben, sei "unsinnig, wenn man nicht selber etwas dazu beiträgt, dass Europa christlich bleibt. Wenn in Holland eine Kirche nach der anderen verkauft wird, wenn uns Supermärkte wichtiger sind als die christlichen Wurzeln Europas, dürfen wir uns nicht wundern, dass Europa sich entchristlicht. Aber es ist nicht Schuld der Muslime." Wenn man sehe, dass die Moscheen gut besucht sind und die Kirchen schlecht besucht sind, "dann dürfen wir nicht den Muslimen den Vorwurf machen, dass sie Europa islamisieren wollen. Sondern wir müssen uns den Vorwurf machen, dass wir nicht genug tun, um ein christliches Europa zu erhalten."
[...]



Heiliger Geist

Aus. Michael Broch, Von Auferstehung bis Zweifel. Den Glauben neu sagen. Schwabenverlag, Ostfildern 2001.



Schaff in mir, Herr, den neuen Geist

Johann Friedrich Ruopp in: Hildegund Wöller, Gott, höre meine Stimme. Gebete aus Bibel und Tradition. Kreuz Verlag, Stuttgart 2006.



Dein Evangelium

Aus: Das Lächeln Gottes, Gebete unserer Zeit. Herausgegeben von Maria Otto und Ludger Hohn-Morisch. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.



Herr, schenke mir die Erkenntnis deines Willens

Aus: Jörg Müller, Ich hab die was zu sagen, Herr. Gebete für alle Zeiten. Betulius Verlag, Stuttgart 1994.



Ein Plädoyer für die Gerechtigkeit

Aus: P. Alois Kraxner, Wie Kristalle in taubem Gestein. Christsein im Alltag. Wagner Verlag Linz 2008.



Werkzeug sein

Christoph Jacobs in: Walter Krieger / Balthasar Sieberer (Hg.), Der Geist macht lebendig. Pastorale Spiritualität in Zeiten des Umbruchs. Lahn Verlag, Kevelaer 2006.



Erster Höhepunkt

http://www.christ-im-dialog.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1714&Itemid=30



Christ, unser Herr

Martin Luther (1541) in EG 202.



Gottes Namen

Jochen Klepper (1941), EG 208.



Anfänge des Verstehens

Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, DBW 8, Gütersloh 1998.



Überfließende Himmel

Rainer Maria Rilke, Aus den Gedichten an die Nacht http://www.textlog.de/22450.html



Jahr der Taufe

http://www.domradio.de/news/70498/evangelische-kirche-in-deutschland-eroeffnet-jahr-der-taufe.html



Einladung zum Kindertauffest

http://www.evlka.de/content.php?contentTypeID=1425



Eine Geschichte aus dem Paradies

Nathanael Wirt OSB in: Die Augen meiner Augen sind geöffnet. Erfahrungen der Dankbarkeit. Eine Hommage an David Steindl-Rast. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.



Meditation über das Feuer

Aus: Hans Joachim Remmert, Firmung vorbereiten, Freiburg 1995, Seite 135.



Er, der aller Kreatur entrückt ist

Symeon der neue Theologe (949 - 1022) in: Im Spiegel der Seele. Die Quellen der Mystik. Ausgewählt und eingeleitet von Elisabeth Hense. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1997.



Gottes Namen

Jochen Klepper (1941), EG 208



Lebens Licht

Nach Johann Jakob Rambach (1729) von Detlev Block (1990), EG 593



Anfänge des Verstehens

Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, DBW 8, Gütersloh 1998



Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Reformierte Liturgie



Überfließende Himmel

Rainer Maria Rilke Aus den Gedichten an die Nacht http://www.textlog.de/22450.html



Hinabsteigen in die Menschentiefe und Ausbruch aus der Höhe

Romano Guardini, Der Herr. Betrachtungen über die Person und das Leben Jesu Christi, Würzburg: Werkbund-Verlag 11., unveränderte Aufl. 1959, S. 27 - 28.



Christ, unser Herr

Martin Luther (1541) in EG 202