24.07.2017

Kontexte 02.07.2017


Kein leichter Weg

Aus: Augustin Schmied, Farben des Anfangs. Jesus und seine Botschaft. Biblische Betrachtungen. Verlag Neue Stadt, München Zürich Wien 2015.


In England erinnert man sich noch immer an eine Rede, die Winston Churchill während des Zweiten Weltkriegs gehalten hat. Im Mai 1940 hatte die deutsche Wehrmacht Frankreich eingenommen, und England musste mit einer deutschen Invasion rechnen. In dieser gefährlichen Situation erklärte der britische Premierminister seinen Landsleuten ehrlich und lakonisch, dass sie sich auf harte Zeiten und große Opfer, auf „Blut, Schweiß und Tränen“ einstellen müssten, wenn sie entschlossen seien, sich gegen Hitlers Eroberungspläne zu wehren. Nur so sei es möglich, den Tyrannen zu stoppen. Wichtig war dabei, dass er den Leuten den Sinn der angekündigten Anstrengungen und Entbehrungen deutlich machen konnte: gegen ein totalitäres Regime Freiheit und Menschenwürde zu verteidigen. Ein hoher Wert, ein bedeutendes Ziel kann es rechtfertigen, Opfer zu verlangen und auf sich zu nehmen. An diese Rede Churchills kann man denken, wenn man die ernsten Worte liest, mit denen Jesus seine Anhänger auf schwierige und schmerzliche Situationen vorbereitet hat. Solche Worte Jesu finden sich zum Beispiel im Lukasund im Matthäusevangelium (Lk 14,25-33; Mt 10,37-42).

Worauf sich an Jesus Glaubende einstellen müssen
Wer sich Jesus anschließt, sollte sich keinen Illusionen hingeben. Er muss sich bewusst machen, worauf er sich einlässt; dass ein ernster Einsatz gefordert ist; dass mit Widerständen und Bedrängnissen zu rechnen ist. Wer sich zu Jesus bekennt, muss im Konfliktfall (der nicht immer gegeben sein muss) bereit sein, selbst Eltern oder nahe Verwandte „gering zu achten“, das heißt an die zweite Stelle zu rücken. Er muss bereit sein, „auf seinen ganzen Besitz zu verzichten“, wenn es anders nicht möglich wäre, den Glauben an Jesus zu leben und den Weg zu gehen, den Jesus gewiesen hat. Wer zuckt nicht zusammen, wenn ihm so etwas gesagt wird?

Den Zusammenhang der Worte Jesu sehen
Aber auch Jesus ging es - ähnlich wie in der Rede Churchills - nicht darum, Opfer und Leiden, Kreuz um ihrer selbst willen zu fordern oder gar zu verherrlichen. Jesus konnte so ehrlich und deutlich von den Risiken und Schwierigkeiten der Nachfolge reden, weil er überzeugt war, den Menschen etwas ganz Wichtiges und Kostbares zu bringen, und weil er darauf vertraut hat, dass sich Menschen finden werden, die ihn verstehen und den Wert der Verbindung mit ihm erkennen.

Die zitierten Jesusworte dürfen nicht aus dem Gesamtzusammenhang der Botschaft und des Lebens Jesu herausgelöst werden. Es sind ja nicht die einzigen und nicht die ersten Worte, die Jesus gesprochen hat. Die ersten Worte, die Jesus nach dem Lukasevangelium in der Öffentlichkeit spricht, sind: „Der Herr [Gott] hat mich gesandt, dass ich den Armen eine gute Nachricht bringe, den Gefangenen die Entlassung verkünde... und ein Jahr der Gnade ausrufe“ (Lk 4,18-21).

Den herausfordernden Aussagen war vieles andere vorausgegangen, das mitgehört und mitbedacht werden muss: Jesus hat mit seiner Botschaft Hoffnung geweckt, hat eine freudige und festliche Atmosphäre um sich verbreitet. Er konnte seine Gegenwart mit einer Hochzeitswoche vergleichen (vgl. Mk 2,18f). Um Jesus herum entfaltete sich ein befreites und zuversichtliches Leben; er hat es verstanden, das Leben der Menschen aufzuhellen (vgl. Mt 4,16), vor allem durch die Art, wie er von Gott, von der zuvorkommenden Güte Gottes sprach. Um Jesus entstand eine Atmosphäre, in der man aufatmen konnte (vgl. Mt 11,28). Einen riefen Eindruck machte das heilende Wirken Jesu, seine Aufmerksamkeit für die Leidenden und Geplagten. Und die Mitte des Ganzen war die Strahlkraft der Person Jesu, die Ausstrahlung, die von ihm ausging, sein beeindruckendes Wesen.

Dieser Hintergrund, dieser Zusammenhang muss gesehen werden; dann lassen sich auch die fordernden Aussagen Jesu verstehen. Sie haben ein positives Ziel: Es geht darum, in der Verbindung mit Jesus zu bleiben, mit den Kräften, die in ihm wirken, auch wenn es Opfer kostet. Es geht darum, sich von niemandem rauben zu lassen, was Jesus gebracht und ermöglicht hat. In diesem Sinne kann der Apostel Paulus im Philipperbrief schreiben: „Was mir früher als Gewinn galt, das habe ich um Christi willen als Verlust erkannt; ... weil die Erkenntnis Christi Jesu [und die Gemeinschaft mit ihm] alles übertrifft“ (Phil 3,7f). Paulus hat den Schatz entdeckt (vgl. Mt 13,44), für den man vieles hergeben kann.

Zeugnisse aus der Geschichte
Auch im weiteren Lauf der Geschichte haben immer wieder christlich und menschlich vorbildliche Persönlichkeiten einen spürbaren und hohen Preis gezahlt, um ihrer Gewissensüberzeugung und ihrem Glauben treu zu bleiben. Das gilt von den vielen Märtyrern der Kirche bis in die neuere Zeit.

Man braucht nur die Briefe zu lesen, die Männer und Frauen des deutschen Widerstands gegen die Naziherrschaft aus den Gefängnissen geschrieben haben: an ihre Ehepartner, an Familie und Freunde. Darunter die Geschwister Scholl, Willi Graf, Helmut Graf Moltke, Nikolaus Groß, die Bonhoeffer-Brüder. Es waren Menschen, die das Leben durchaus geliebt haben, die keine perverse Selbstzerstörung betrieben haben. Aber sie wussten, dass ein wahrhaft menschenwürdiges Leben auf Werten gründet, die hochgehalten werden müssen, auch wenn das einen Einsatz kostet, der ans Leben geht. Sie waren überzeugt, dass Christen widerstehen müssen, wenn Religion und Menschenwürde missachtet werden, und sie spürten die Kraft, die ihnen aus der Verbindung mit Christus zukam.



Wie hältst du’s mit dem Kreuz?

Aus: Augustin Schmied, Farben des Anfangs. Jesus und seine Botschaft. Biblische Betrachtungen. Verlag Neue Stadt, München Zürich Wien 2015.


„Die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben. Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehrfür sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde“ (2 Kor 5,14/).

"Wie hältst du’s mit der Religion?“ Ich glaube, daß diese Gretchenfrage für uns Christen ganz anders lautet, nämlich: "Wie hast du’s mit dem Kreuz?“

Auf dem letzten Konzil stand ein Bischof aus der Dritten Welt vor dem Mikrophon. Er nahm das Kreuz, das er auf seiner Brust hängen hatte, in die Hand, schaute es ein wenig an und rief dann in die Aula des Petersdomes: Wir tragen alle ein Kreuz auf der Brust, es wäre besser, wir würden es auf dem Rücken tragen!

Dazu noch eine Geschichte: Vor zweihundert Jahren lebte in Moskau ein deutscher Arzt, der sich in besonderer Weise der Gefangenen und Armen annahm und den man deshalb nur den „Engel von Moskau“ nannte. Er war befreundet mit dem Metropoliten von Moskau, der, wie sollte es anders sein, auf seiner Brust ein großes goldenes und mit Edelsteinen geschmücktes Kreuz trug. Eines Tages sprachen sie miteinander über die Strafgefangenen.

Der Metropolit wollte den Arzt in seinem Einsatz zurückstutzen und meinte: „Wer bestraft wird, ist auch schuldig.“ Der Arzt wurde zornig und schleuderte dem Metropoliten nur einen Satz ins Gesicht: „Sie haben nur Christus vergessen“ - und zeigte auf das goldene Kreuz.

Beide Geschichten haben etwas gemeinsam: den falschen Umgang mit dem Kreuz, Man kann es mit dem Ewigen Juden Goethes sagen:
            „Er war nunmehr der Länder satt,
            wo man so viele Kreuze hat
            Und man, für lauter Kreuz und Christ
            Ihn eben und sein Kreuz vergißt.“

Anders gesagt: Das Kreuz richtet unser Tun. Das Kreuz ist die größtmögliche Kritik an unserem eigenen Leben, an unseren christlichen Gemeinschaften, an unserer Kirche.

Um es noch einmal anders zu sagen: Das Kreuz ist nicht in erster Linie ein Gegenstand, den man als Schmuck in die Stuben oder um den Hals hängt; das Kreuz ist nicht bloß ein Betrachtungsgegenstand, nicht etwas, was man nur anschaut, bei Prozessionen herumträgt oder in der Karfreitagsliturgie feiert. Das Kreuz ist eine Lebensform, eine Prägung des Denkens, des Fühlens, des Handelns. Das Kreuz ist eine Perspektive, mit der ich die Welt als Ganzes und den Menschen im einzelnen anschaue.

Das mag etwas theoretisch klingen, doch vielleicht kann ich es an Franz von Assisi deutlich machen. Franziskus ist ja ein Mensch, der das Kreuz als Lebensform begriffen hat. Er hatte eine besondere Beziehung zum Kreuz: Wenn er an eine

Wegkreuzung kam, wenn sich zwei Äste gabelten, wenn immer er ein Kreuz sah, fühlte er sich mit Christus verbunden. In diesem ständigen Meditieren des Kreuzes machte er eines Tages zwei Entdeckungen und eine tiefe Erfahrung, die ihn zeit seines Lebens prägte.

Die zwei Entdeckungen waren: Franz von Assisi schaute das Kreuz an, meditierte es, würden wir heute sagen, lange, sehr lange. Ja, er war versucht, nur noch das Kreuz zu kennen, von allem Abschied zu nehmen und sich in eine Einsiedelei zurückzuziehen. Plötzlich fiel es wie Schuppen von seinen Augen: Der Gekreuzigte ist deswegen gestorben, weil er wollte, daß alle Menschen echt und intensiv leben können. Dann kam ihm der Abendmahlsbericht in den Sinn, in dem es heißt: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird; das ist mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird.

Es ging ihm also auf: Christus ist das Brot, nach dem die Welt hungert, der Wein, der alle begeistern könnte. Und nun hielt es ihn nicht mehr in der Einsiedelei. Er mußte hinaus, in die Welt, zu den Armen, Zerstrittenen, am Sinn ihres Lebens Verzweifelnden. Er mußte zu den Kranken, den Aussätzigen, den Ungläubigen, den Andersgläubigen. Er mußte alle Grenzen übersteigen, damit ja alle sich am Brot nähren können. Diese Entdeckung formulierte er dann so: Nicht für sich allein leben, sondern dem, der für alle gestorben ist.

Das Kreuz war also nicht mehr bloß Gegenstand, den er anschaute, sondern Perspektive, durch die die ganze Welt in den Blick kam, eine Kraft, die in die ganze Welt sandte.

Eines Tages machte Franz von Assisi eine zweite Entdeckung: Er breitete nämlich seine Arme aus, um sich dem Gekreuzigten anzugleichen. Plötzlich ging ihm auf, daß diese Angleichung ja bereits in der Gestalt seines Körpers gegeben war, daß das Kreuz nicht einfach sein Gegenüber, sondern seine eigene Form war. Er selber war Kreuz. Darum nannte er seinen Orden: „Wahre Arme des Gekreuzigten.“

Und nun die Grunderfahrung, die Franziskus zeit seines Lebens prägte. Franziskus fühlte nämlich, wie sein Herz weit wurde, wie er am Leiden der Welt litt. Darum fühlte er mit, wenn ein Aussätziger oder Kranker auf ihn zukam. Er fühlte mit, wenn ein Regenwurm im Staub vertrocknete.

Mitleiden und Mitfühlen gehörten in die Mitte seines Lebens: so als ob er selber am Kreuz hängen würde, um alles Leid der Welt zu tragen.

Diese Erfahrung nannte man „compassio“: mit Christus leiden am Leiden der Welt. Und man fügte ein anderes Wort hinzu, in dem noch etwas mehr ausgedrückt werden sollte: „condescensio“: mit Christus auf die Ebene der Notleidenden hinuntersteigen und ihnen menschlich nahe sein wollen.

Ich glaube, daß sich die Welt verändern würde, wenn wir das Kreuz als Lebensform entdeckten, wenn wir im Kreuz eine Perspektive sähen, durch die wir die Welt in den Blick bekommen, wenn wir begännen, mitzuleiden und einander menschlich nahezukommen.

Der Gekreuzigte ist der Verratene. Als Christ werde ich darum alles aus der Perspektive der Betrogenen, Im-Stich-Gelassenen, Geschiedenen, Einsamen anschauen.

Der Gekreuzigte ist der Gefangene und Gefolterte. Als Christ werde ich darum alles aus der Sicht der Internierten, Eingesperrten, Entwürdigten und Gefolterten betrachten.



Der verlorene Kindersinn der Menschheit gegenüber Gott

Aus: A. M. J. M. Hermann van de Spijker, Narzisstische Kompetenz .- Selbstliebe – Nächstenliebe. Sigmund Freuds Herausforderung der Theologie und Pastoral. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1993.


Der "Herzdenker" H. PESTALOZZI, der in einer "religiösen", in einer "paradiesischen Unmittelbarkeit" zu Kindern steht, meditiert: "Wahrlich, wir sind dem Ebenbild Gottes im Menschen - unseren Brüdern mehr schuldig - wie klein, wie wenig ist der Unterschied vom Großen hinab zum Bettler am Wege - wie wesentlich sind sie gleich! - warum wissen wir das nicht mehr - war es immer so? - oder ist unser Jahrhundert mit so ewigen absondernden Kreisen - mit seinem ewigen Empormodeln zur Unempfindlichkeit mehr als alle Jahrhunderte schuldig - daß unser Herz tot, und wir nicht mehr sehen, nicht fühlen, die Seele, die in dem Sohn unseres Knechts lebt - und mit uns nach der ganzen Befriedigung ihrer Menschheit dürstet - Nein, der Sohn der elenden, verlorenen, unglücklichen - ist nicht da, bloß um ein Rad zu treiben, dessen Gang einen stolzen Bürger emporhebt - Nein! Nein! dafür ist er nicht da! Mißbrauch der Menschheit - wie empört sich mein Herz! - daß doch mein letzter Atem in jedem Menschen meinen Bruder noch sehe - und keine Erfahrung - von Bosheit und Unwürdigkeit - das Wonnegefühl der Liebe mir schwäche." Dieser Pädagoge kennt die Ursache einer solchen Gegenwart, in der er lebt und zu der er nicht gehören möchte: "Der verlorene Kindersinn der Menschheit gegenüber Gott ist das größte Unglück der Welt." Darum wünscht er sich das Herz seiner Mutter: "Mutter, heilige du mir den Übergang von deinem Herzen zu dieser Welt durch die Erhaltung deines Herzens." Trotz schrecklicher Erfahrungen mit Menschen und inmitten der Menschen bleibt H. PESTALOZZI bei seiner Überzeugung: "Aber dennoch glaube ich ewig und allgemein an das Menschenherz und sehe jetzt in diesem Glauben meine bodenlose Straße, wie wenn sie ein römisch gepflasterter Weg wäre."



Liebe ist anormal

Aus: Peter Schellenbaum, Die Wunde der Ungeliebten. Blockierung und Verlebendigung der Liebe. Kösel Verlag, München 1989.


»Erotische Ergriffenheit sprengt die festen Strukturen, mit denen sich das Ich bisher identifiziert hat, seien diese mehr familiärer und gesellschaftlicher oder mehr individueller Art.«1 So schrieb ich in »Das Nein in der Liebe«. - Liebe sprengt Normen: zunächst die von der Ursprungsfamilie her übernommenen Normen, wie »man« denkt und fühlt: der geliebte Mensch ist anders, stellt mich in Frage und macht mein Leben weiträumiger; dann durch gesellschaftliche Konventionen abgesicherte Normen und somit die reaktive Anpassung an das, was andere von mir erwarten und fordern: in der Liebe ziehen und drängen mich eigene Bedürfnisse; schließlich die Normen, die sich das Individuum mit seinen Ängsten und Unsicherheiten selber gegeben hat: Liebe macht unerschrocken, läßt ins Freie treten und Unbekanntes wagen. Liebe kann zu Beginn wie ein Urknall sein, der die durch Jahre aufgerichteten Schranken eingezäunter Anschauungen und gedämpfter Gefühle mit plötzlichem Druck von innen nach außen niederfegt und rundherum in wellenförmig pulsierender Ausbreitung den offenen Horizont erschließt. Lassen wir uns in ihre erste Spontanbewegung hineinziehen und tragen wir sie bewußt weiter, führt sie trotz gelegentlicher Rückzugsgefechte nach und nach zu einer neuen Grundhaltung, zur erotischen Einstellung. Mit dieser sind wir instinktiv immer daran, einen Vorhang zu lüften, eine Wand zu durchstoßen, eine Mauer zu durchbohren, unwandelbare Vorstellungen in bloße Perspektiven zu wandeln, sakrosankte Normen spielerisch von allen Seiten her zu betasten, bis sie unter unseren Händen zerbröckeln und an ihrer Stelle neue, der Situation gemäßere, aber ebenso vorläufige Normen entstehen. Liebe schafft unvorhergesehene, neue Verbindungen. Entscheidungen, die wir innerhalb unserer alten Grenzen sorgfältig berechnet und geplant hatten, kann sie leicht und schnell aufheben.

Das lateinische Wort »norma«, das zum deutschen Wort »Norm« geführt hat, bedeutet »Winkelmaß, Regel, Richtschnur, Vorschrift«. Norm ist also das kollektiv Vorgesehene und Vorgeschriebene, das von vielen einzelnen uniform Erwartete. Sie will das Gegebene bewahren, während Liebe das Gegebene sprengt. Liebe ist anormal, insofern sie potentiell alles Normative außer Kraft setzt, was nicht heißt, daß wir Gesetze überschreiten müßten, um lieben zu können. Wer den instinktiven Drang der Liebe in seinem Sinn bejaht, gelangt zur Emanzipation und Befreiung in allen Bereichen. Die Normen haben ihre absolute Macht über ihn verloren. Lieben und Befreien meinen dasselbe. 



Kommt, Kinder, laßt uns gehen

Gerhard Tersteegen (1738) in: EG 393.



Wandercharismatiker

Gerd Theißen, Sozilologie der Jesusbewegung, ThEx 194, München: Chr. Kaiser 1977.



Nicht mit leeren Händen

Dietrich Bonhoeffer, Nicht mit leeren Händen. Aus Matthäus 10,40-42, in: Bonhoeffer Brevier, zusammengestellt und herausgegeben von Otto Dudzus. München: Chr. Kaiser Verlag 1968.



Bezogenheit auf das Ganze

Joseph Ratzinger, Dogma und Verkündigung, München, Freiburg/Br.: Erich Wewel Verlag 1973.



Abenteuernaturen

Eugen Drewermann, Tiefenpsychologie und Exegese. Band II, Zürich und Düsseldorf: Walter Verlag. 2001.