17.11.2017

Kontexte 01.11.2017


Die Heiligen

Hilde Domin - https://www.heiligenlexikon.de/Literatur/Hilde_Domin_Die_Heiligen.html


Die Heiligen in den Kapellen
wollen begraben werden, ganz nackt,
in Särgen aus Kistenholz
und wo niemand sie findet:
in einem Weizenfeld
oder bei einem Apfelbaum
dem sie blühen helfen
als ein Krumen Erde.
Die reichen Gewänder, das Gold und die Perlen,
alle Geschenke der fordernden Geber,
lassen sie in den Sakristeien.
Sie wollen ihre Schädel und Finger einsammeln
und aus den Glaskästen nehmen
und sie von den Papierrosen ohne Herbst
und den gefassten Steinen
zu den welken Blumenblättern bringen
und zu den Kieseln am Fluss.
Sie verstehen zu leiden,
das haben sie bewiesen.
Sie haben für einen Augenblick
ihr eigenes Schwergewicht überwunden.
Das Leid trieb sie hoch,
als ihr Herz den Körper verzehrte.
Sie stiegen wie Ballons, federleicht,
und lagen in der Schwebe auf ihrem wehen Atem
als sei er eine Pritsche.
Deshalb lächeln sie jetzt,
wenn sie an Feiertagen
auf schweren geschmückten Podesten
auf den Schultern von achtzig Gläubigen
(denen man das Brot zur Stärkung voranträgt)
in Baumhöhe durch die Straßen ziehn.
Doch sie sind müde
auf den Podesten zu stehn
und uns anzuhören.
Sie sind wund vom Willen zu helfen,
wund, Rammbock vor dem Beter zu sein,
der erschrickt
wenn das Gebet ihm gewährt wird,
weil Annehmen
so viel schwerer ist als Bitten
und weil jeder die Gabe nur sieht,
die auf dem erwarteten Teller gereicht wird.
Weil jeder doch immer von neuem
in den eigenen Schatten tritt,
der ihn schmerzt.
Sie sehen den unsichtbaren Kreis
um den Ziehbrunnen,
in dem wir uns drehn
wie in einem Gefängnis.
 
Jeder will den Quell
in dem eigenen Grundstück,
keiner mag in den Wald gehn.
Der Bruder wird nie
das Feuer wie Abel richten
und doch immer gekränkt sein.
Sie sehen uns wieder und wieder
aneinander vorbeigehn
die Minute versäumend.
Wir halten die Augen gesenkt.
Wir hören den Ruf
aber wir heben sie nicht.
Erst danach.
Es macht müde zu sehn
wie wir uns umdrehn
und weinen.
Immer wieder
und umdrehn und weinen.
Und die Bitten zu hören
um das gestern Gewährte.
Nachts, wenn wir nicht schlafen können
in den Betten, in die wir uns legen.
Sie sind müde
Vikare des Unmöglichen auf Erden
zu sein, des gestern Möglichen.
Sie möchten Brennholz
in einem Herdfeuer sein
und die Milch der Kinder wärmen
wie der silberne Stamm einer Ulme.
Sie sind müde, aber sie bleiben,
der Kinder wegen.
Sie behalten den goldenen Reif auf dem Kopf,
den goldenen Reif,
der wichtiger ist als die Milch.
Denn wir essen Brot,
aber wir leben von Glanz.
Wenn die Lichter angehn
vor dem Gold,
zerlaufen die Herzen der Kinder
und beginnen zu leuchten
vor den Altären
und darum gehen sie nicht:
damit es eine Tür gibt,
eine schwere Tür
für Kinderhände,
hinter denen das Wunder
angefasst werden kann.



Heilige

Gertrud von Le Fort


Deine Heiligen sind wie Helden aus fremden Ländern,
und ihre Gesichter sind wie eine unbekannte Schrift.
Du sonderst sie aus den Gesetzen der Kreatur aus,
als wolltest du sie verderben.

Sie sind wie Wasser,
die aufwärts fließen gegen die Berge.
Sie sind wie Feuer,
die ohne Herdstatt brennen.
Sie sind wie ein Jauchzen an den Tod.
Sie sind wie ein Leuchten unter dunkler Marter.
Sie sind wie Gebete in der Nacht.
Sie sind wie große Opfer
in der Stille tiefer Wälder.
Du gießt ihre Kraft aus|
wie ein Gefäß der Erquickung
und gießt ihr Blut aus wie
einen Becher voller Wein.

Denn du gräbst jede Besonderheit auf wie Quellen,
und öffnest sie wie ein Glänzen im Gestein.
Aus der Wüste führst du in die Liebe,
und aus dem Schweigen zu den Sprachlosen:
Es sind keine Verlassnen in deinen Toren
wie bei den Menschen.

Deine Entsagenden verschwenden,
und deine Besitzlosen bringen fürstliche Gaben,
deine Gebundenen erlösen,
und deine Geopferten machen lebendig,":
Deine Einsamen sprechen von Einsamkeit los:
Du bist der Sieg über die Gefangenschaft der Seelen.



Heilige, die Zukunft der Kirche

Kardinal Josef Ratzinger


Die Zukunft der Kirche kann und wird auch heute nur aus der Kraft derer kommen, die tiefe Wurzeln haben und aus der reinen Fülle ihres Glaubens leben. Sie wird nicht von denen kommen, die nur Rezepte machen. Sie wird nicht von denen kommen, die nur dem jeweiligen Augenblick sich anpassen. Sie wird nicht von denen kommen, die nur andere kritisieren, aber sich selbst als unfehlbaren Maßstab annehmen. Sie wird also auch nicht von denen kommen, die nur den bequemeren Weg wählen; die der Passion des Glaubens ausweichen und alles das für falsch und überholt, für Tyrannis und Gesetzlichkeit erklären, was den Menschen fordert, ihm wehe tut, ihn nötigt, sich selbst preiszugeben. Sagen wir es positiv: Die Zukunft der Kirche wird auch dieses Mal, wie immer von den Heiligen neu geprägt werden. Von Menschen also, die mehr wahrnehmen als die Phrasen, die gerade modern sind. Von Menschen, die deshalb mehr sehen können als andere, weil ihr Leben weitere Räume umfasst.



Mutter Teresa

https://de.wikipedia.org/wiki/Mutter_Teresa



Edith Stein

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Hans im Glück

http://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/hans_im_glueck - abgerufen am 25. Okt. 2015



Allerheiligen und Allerseelen

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Die Schar der Heiligen wächst weiter

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Rund 100 Heilige und Selige haben einen Österreich-Bezug

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Evangelii Nuntiandi

Ausschnitte aus der Enzyklika Evangelii Nuntiandi, Papst Paul VI. am 8. Dez. 1975.
http://www.vatican.va/holy_father/paul_vi/apost_exhortations/documents/hf_p-vi_exh_19751208_evangelii-nuntiandi_ge.html



Evangelii Gaudium

Franziskus, gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, zum Abschluss des Jahres des Glaubens, am 24. November - Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, König des Weltalls - im Jahr 2013, dem ersten meines Pontifikats.



Festessen

Aus: Gemeinsam entdecken. Ökumenische Gebete und Meditationen. Hrsg. von Marcus Leitschuh / Cornelia Pfeiffer. Bonifatius Verlag Paderborn / Verlag Otto Lembeck Frankfurt am Main 2003.



Heilige

Aus: Joop Roeland, wie die worte das fliegen lernten. Otto Müller Verlag, Salzburg Wien 2006.



Himmel auf Erden

Aus: Joop Roeland, wie die worte das fliegen lernten. Otto Müller Verlag, Salzburg Wien 2006.



Unbekannte Heilige

Aus: Joop Roeland, Die Stimme eines dünnen Schweigens, Die Quelle Verlag, Feldkirch 1992.



heilig sein

Teresia v. Kinde Jesu



Weg zur Heiligkeit

Manfred Scheuer, Selig, die keine Gewalt anwenden. Das Zeugnis des Franz Jägerstätter. Tyrolia Verlag, Innsbruck, 2007.



Leben über den Tod hinaus

Michel Quoist



Am Ende der Tage

Herkunft unbekannt



Das Fest Allerheiligen

Aus: Egon Kapellari, Menschenzeit in Gotteszeit. Wege durch das Kirchenjahr. Styria Verlag, Graz Wien Köln 2002.



Heilige - Hoffnungsträger in einer Welt der Gewalt

Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.



Die Heiligenstatuen

Aus: Lothar Zenetti, Auf seiner Spur. Texte gläubiger Zuversicht. Matthias-Grünewald Verlag der Schwabenverlag AG. Ostfildern 2011.



An Maximilian Kolbe

Aus: Martin Gutl, Ich falle in Deine Hände. Meditationstexte. Styria Verlag, Graz Wien Köln 1980.



Heilige sind wie ein Geläute

Walter Nigg, Grosse Heilige, Diogenes-Verlag, 32



Ziel, Sinn, Verheißung

Anton Rotzetter, Gott, der mich atmen lässt. Gebete des Lebens, Herder Verlag.



Nichts zu fürchten

John Henry Newman



Gebt nicht auf!

Wilhelm Willms, Der geerdete Himmel.



Denk an deine Heiligen

Messbuch 2001, Redaktion: Eleonore Beck, Kevelaer, 2000.



Allerseelen

Georg Trakl



Bestattungskultur

Pfarrblatt des Pfarrverbandes "Pürgg - Steinach - Wörschach", Oktober, November 2009.



Gott ist der Fels meines Herzens

Psalm 73,23ff



Die größere Zukunft

Jörg Zink, in: Die Urkraft des Heiligen, Stuttgart 2003.



Geistliches Testament

Messbuch 2001, Redaktion: Eleonore Beck, Kevelaer, 2000.



Heilig werden

Pierre Stutz, Der Stimme des Herzens folgen. Jahreslesebuch, Verlag Herder, Freiburg 2006.



Die Heiligen

Philipp Friedrich Hiller (1731), in: EG 253.



Heroldsrufe

Romano Guardind, Der Herr. Betrachtungen über die Person und das Leben Jesu Christi, Würzburg: Werkbund-Verlag, 11., unveränderte Aufl. 1959, S. 80/81.



Selig sind, die niemals sich entfernten

Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch. Drittes Buch: Das Buch von der Armut und vom Tode, in: Gesammelte Gedichte, Frankfurt: Insel-Verlag 1962, S. 117.



Himmlische Musik

Eugen Roth, Abenteuer in Banz. Erzählungen, Bergisch Gladbach: Gustav H. Lübbe, 3. Aufl. 1976, S. 37/38..



Gebet

Else Lasker-Schüler, Werke und Briefe. Kritische Ausgabe, im Auftrag des Franz Rosenzweig-Zentrums der Hebräischen Universität Jerusalem, der Bergischen Universität Wuppertal und des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar herausgegeben von Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Band 1.1 Gedichte, bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki unter Mitarbeit von Norbert Oellers. Frankfurt: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 1. Aufl. 1996, S. 190.



Abschied

Else Lasker-Schüler, Gedichte 1902 - 1943, München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2. Aufl. 1988.