16.12.2017

Kontexte 23.07.2017


Ein Sämann ging aus

Aus: Herrmann Josef Coenen, Meine Jakobsleiter. Düsseldorf 1986.


Großer Sämann Du, geduldiger Gärtner.
Milliarden Jahre konntest Du warten,
bis unser glühender Planet abkühlte.
Bis langsam, ganz langsam Leben entstand
im Wasser, auf dem Land, in der Luft.

Neun Monate kannst Du warten,
bis aus dem befruchteten Ei
ein Menschenkind wächst im Leib seiner Mutter.
Zehn Jahre, zwanzig Jahre kannst du warten,
bis so ein Menschenjunges lernt,
auf eigenen Beinen zu stehe,
und auch dann oft noch recht wackelig.

Wie viele Anläufe musst Du nehmen, Gott,
wenn Du mir etwas beibringen willst:
Wie stur kann ich sein, wie zu,
wie schwer von Begriff!
Menschen schickst du mir über den Weg.
Mit Glückserfahrungen lockst du mich,
mit Schicksalsschlägen.
Ein Liedvers geht unter die Haut,
ein Dichterwort, ein Psalm.
Und vieles fällt unter die Dornen.

Du gibst es nicht auf. Du gibst mich nicht auf.
Du gibst uns nicht auf.
Du vertraust, dass unterhalb der Oberfläche,
in der Tiefe des Ich,
Dein Samenkorn wächst und wächst.

Du traust uns zu, dass eines Tages
der treibende Keim durchbricht
und zum Blühen kommt und Frucht bringt.
Dass nach der langen Schwangerschaft
der Menschheitsgeschichte wir Neandertaler
endlich Mensch werden.

Wir danken Dir für den einen, den neuen Menschen,
der ganz so geworden ist,
wie Du Dir den Menschen gedacht hast:
Jesus von Nazareth, der Sohn der Maria,
die schönste Frucht, die Du hast reifen lassen
auf dieser Erde.

Wir können Ihn nicht vergessen,
möchten so sein, so werden, so leben wie Er.
Wir möchten lernen von Ihm,
wie einer reif wird allmählich in Sonne und Sturm,
wenn das Leben uns streichelt und schlägt.
Wir möchten lernen von Ihm, wie man das macht,
unter den rauhen und stacheligen Schalen des anderen
den guten Kern zu entdecken in jedem:
Dein Ebenbild, Gott, auch wenn es entstellt ist.
Wir möchten lernen von IHM,
wie man trotz aller Würmer im Apfel der Welt
den Glauben nicht aufgibt
an das Gute, an Dich.
Wir möchten lernen von Ihm
Geduld und Vertrauen und Hoffnung,
dass Du, großer Gärtner, uns annimmst
und fruchtbar machst
heute und am Tag der großen Ernte.



Vom Gebet

Aus: Khalil Gibran, Der Prophet. München 2007.


Ich kann euch nicht lehren, mit Worten zu beten.
Gott hört nicht auf eure Worte, es sei denn, Er
spricht sie selbst durch eure Lippen aus.
Und ich kann euch nicht lehren, wie die Meere und
die Wälder und die Berge beten.
Aber ihr, die ihr Kinder der Berge und der Wälder
und der Meere seid, könnt deren Gebet in eurem Herzen entdecken.
Und wenn ihr nur horcht in der Stille der Nacht,
werdet ihr sie schweigend sprechen hören:
„Unser Gott, der du bist unser Engel selbst, es ist dein Wille in uns, der will.
Es ist deine Sehnsucht in uns, die sich sehnt.
Es ist dein Verlangen in uns, das unsere Nächte, die dein sind,
in Tage zu verwandeln verlangt, die ebenfalls dein sind.
Um nichts können wir dich bitten, denn du kennst unsere Bedürfnisse,
noch ehe sie in uns geboren sind.
Du bist unser Bedürfnis; und indem du uns mehr von dir gibst, gibst du uns alles.



Was macht mein Gegner?

Aus: Martin Dreyer, Jesus rockt. München 2011.


Ich habe viele Jahre leistungssportmäßig im Verein Tischtennis gespielt. Bei sehr vielen Sportarten ist es so, dass man an einen Punkt kommt, an dem eine persönliche Leistungssteigerung ins Stocken kommt. Beim Tischtennis kannst du einen noch so guten Aufschlag haben, einen harten Schmetterball und einen schnellen Spin. Echt gut wirst du erst, wenn du lernst, deine Gegner richtig einzuschätzen. Wenn du den gegnerischen Aufschlag richtig lesen kannst und sofort erkennst, ob der Ball jetzt mit einem Seiten- oder Unterschnitt ankommt, wirst du in der Lage sein, ein Spiel zu gewinnen. Ähnlich ist das bei Schach, Basketball, Fußball und vielen anderen Sportarten. „Was macht mein Gegner?“ Wie greift er an? Was für eine Taktik fährt er?“ Diese Fragen entscheiden über Sieg oder Niederlange. Ich meine, das Gleiche gilt auch für das Leben. Wie schon vorher erwähnt, gibt es nicht nur Jesus und Gott, sondern auch eine dunkle Seite der Macht, da bin ich mir sicher. Diese Gegenmacht fährt bestimmte Taktiken auf, um die Menschen kaputt zu machen. Es ist eigentlich relativ leicht, diese Taktiken zu durchschauen, wenn man das erst mal weiß. Eine davon ist die Lüge, darüber wurde in einem vorherigen Kapitel ausführlich gesprochen...



Mafia bedroht Journalisten wegen Artikel über Marienprozession

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Brisante Tagung über "Gewalt im Namen Gottes"

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"Gewalt im Namen Gottes"



Vatikanexperte Politi: Starker Widerstand gegen Papstreformen

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Versöhnungslitanei aus Coventry

EG 879.



Zerfressen der Kreatur

Joseph Ratzinger-Benedikt XVI, Gott und die Welt. Ein Gespräch mit Peter Seewald, München: Knaur 2005.



Ich komme an

Sybille Fritsch, Meditationstext in EG Rheinland nach Lied 383.



Es wird sein in den letzten Tagen

Walter Schulz (1963/1987), in: EG 426.



Aus der Finsternis wird Tag

Jürgen Henkys (1982) nach dem norwegischen "Herre, du har reist megg opp" von Svein Ellingsen (1955), in: EG 383.



Ist Gott für mich

Paul Gerhardt (1653) in: EG 351, 1.7-9.13.



Alle gute Gabe

Matthias Claudius. In: Unser fröhlicher Gesell. Ein Liederbuch für alle Tage. Hrsg. v. Heiner Wolf. Wolfenbüttel (Möseler Verlag), Bad Godesberg (Voggenreiter Verlag) o.J. S. 274 / 275.



Säerspruch

Conrad Ferdinand Meyer. Eine Auswahl aus seinen Werken. Bonn: Verlag bibliotheca Christiana 1974, S. 26.



Nur der Himmel darf die Sünde wägen

Annette von Droste-Hülshoff, Am siebenundzwanzigsten Sonntage nach Pfingsten (26ten nach Dreifaltigkeit, in: Sämtliche Gedichte. Herausgegeben von Karl Schulte Kemminghausen, Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag 1. Aufl. 1999, S. 539 - 541.



Kein Gutes ohne ein Böses

Eugen Drewermann. Wenn der Himmel die Erde berührt. Predigten über die Gleichnisse Jesu. Herausgegeben von Bernd Marz. München (Piper Verlag) 2. Aufl. Okt. 1999. S. 26, S. 33 - 36.