20.04.2018

Kontexte 01.01.2018


Botschaft zum Weltfriedenstag 2018

http://de.radiovaticana.va/news/2017/11/24/die_weltfriedenstag_2018_im_wortlaut/1350909



Maria — Mutter in schwierigen Verhältnissen

Margot Kässmann in: Eine Nacht voller Wunder. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2013.


Maria gilt als die fürsorgliche Mutter schlechthin. Sie steht zu ihrer Schwangerschaft, auch wenn sie nicht geplant war. Sie begleitet ihren Sohn bis zuletzt, bis zum bitteren Ende - sie steht sogar unter seinem Kreuz, als er stirbt. Von keiner anderen biblischen Gestalt, außer Jesus, gibt es derart viele Abbildungen und Darstellungen. Sie reichen von der jungen Mutter, die den Säugling im Arm hält - das zentrale Symbol für Mutterliebe -, bis zu den Darstellungen als »Pieta«: die Mutter, die den toten Sohn umfasst. Beides sind Sinnbilder von mütterlicher Liebe und mütterlichem Leid.

Wenn wir zur biblischen Geschichte zurückgehen, ist Maria zunächst eine junge Frau, die unehelich schwanger wird. Beim Evangelisten Matthäus ist zwar der ganze Stammbaum Jesu von Josef hergeleitet, schwanger aber, so Matthäus, wurde sie »ehe Josef sie heimholte«. Und beim Evangelisten Lukas fragt Maria selbst, wie sie schwanger sein könne, wenn sie doch »von keinem Manne weiß«. Allerdings ist bei Lukas die Rede davon, dass Josef mit seinem »vertrauten Weibe« nach Bethlehem zog...

Was heißt das? Seit Jahrhunderten steht die Frage im Raum, ob nun Josef der leibliche Vater Jesu war. Für mich ist das mit Blick auf meinen Glauben zweitrangig. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt - das ist der Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens! Erst von Ostern her, im Rückblick sozusagen, wird auch die Geburt interessant ...

Maria ist eine junge Frau, die auf wundersame Weise die Mutter des Gottessohnes wurde. Können wir das nicht so stehen lassen, als Geheimnis des Glaubens? Sie ist eine junge Frau, die insofern Jungfrau war, als sie offen war für Gott, für Gottes Heiligen Geist. Gott selbst kommt in die Welt, es geht um Vertrauen in sein Wirken, es geht allein um den Glauben - dafür kann »Jungfrauengeburt« eine Beschreibung sein. Deshalb kann ich diesen Satz im Glaubensbekenntnis auch gut mitsprechen. Mit in manchen Kulturen geradezu fanatischer Sorge um sexuelle Jungfräulichkeit hat das nichts zu tun.

Und Maria kann in ihrer Situation ein Trost sein für Mütter, die in nicht ganz einfachen Beziehungsverhältnissen ein Kind bekommen. In den westlichen Gesellschaften ist es heute kein Drama mehr, unverheiratet schwanger zu sein. Und es ist gut, dass den Kindern der Makel der Unehelichkeit genommen wurde. Für Frauen ist es auf jeden Fall eine ungeheure Erleichterung und Ermutigung, wenn es heißt: Wir freuen uns mit dir! Statt: Wir verachten dich, ja verstoßen dich! Wie viele Demütigungen und bittere Erfahrungen haben unverheiratete schwangere Frauen über sich ergehen lassen müssen. Welche Erniedrigung hat manches Kind erlitten, weil seine Eltern nicht verheiratet waren! Wie viele Schwangerschaften wurden aus Angst vor diesem Makel frühzeitig beendet. Und in wie vielen Ländern dieser Erde ist das noch heute ganz aktuell der Fall!

Für Frauen ist es aber auch hierzulande heute nicht leicht, ohne den Vater des Kindes, das sie zur Welt bringen werden, ihren Weg zu gehen. Da muss eine Frau ihr ganzes Leben auf das Kind umstellen und kann sich nicht darauf verlassen, dass der Mann, mit dem sie zusammen war, den sie vielleicht liebt, der jedenfalls der Vater ihres Kindes ist, ihr zur Seite steht (...) Alleinerziehende Mutter zu sein ist in Deutschland ein Armutsrisiko. Wie bitter ist es für eine Mutter, wenn sie die Erfahrung macht, dass sie dem eigenen Kind nicht bieten kann, was andere Eltern möglich machen. Die Freude über eine Schwangerschaft stellt sich nur schwer ein, wenn der Vater des Kindes, wenn das Umfeld, die Familie die Frau nicht unterstützen. Es ist eine Belastung, ein Kind ohne ausreichend finanzielle Mittel großzuziehen. In Deutschland wächst heute jedes sechste Kind in Armut auf. Das bedeutet auch für die Mütter manche bittere Erfahrung: Ich würde ihm gern die Jeans kaufen, die er sich wünscht. Es wäre auch schön für mich, wenn sie die Puppe bekommt, nach der sie sich so sehr sehnt... Es ist bitter für eine Mutter, wenn Armut die Kindheit ihres Kindes prägt.

Sehen wir den Fortgang der biblischen Geschichte um Maria, dann war Josef offenbar ein durchaus engagierter Vater. Lukas berichtet, dass er im Stall bei der Geburt anwesend war. Das ist durchaus erstaunlich. Historisch betrachtet ist es immer noch ein sehr neues Phänomen, dass Väter bei der Geburt ihrer Kinder dabei sind. Und gewiss ist Dabeisein in Deutschland eine leichtere Aufgabe, als das in einem Stall in Israel vor 2000 Jahren der Fall war - ohne Hebamme, ohne Arzt! Und dann flüchtet Josef, so erzählt Matthäus, kurz nach der Geburt mit Frau und Kind nach Ägypten, um den Sohn vor den Pogromen des Königs Herodes in Sicherheit zu bringen.

Überhaupt ist Josef mit Blick auf dieses bald schon so »schwierige« Kind ein sehr präsenter Vater. Als 12-Jähriger etwa, so erzählt das Evangelium (Lukas 2,41 ff.), setzt Jesus sich bei einem Besuch Jerusalems ab. Plötzlich ist er verschwunden. Suchen müssen ihn die Eltern - und finden ihn im Tempel. Nach diesen Berichten verliert sich die Spur des Josef als Vater. Von Maria, der Mutter, ist bis zuletzt die Rede. Auch sie muss damit leben, dass ihr Sohn in armen Verhältnissen zur Welt kommt ...

Wenn wir uns die Krippe in der Geburtsgeschichte des Jesu, in der Weihnachtsgeschichte bei Lukas anschauen, dann ist sie sicher ein Zeichen der Armut: Das neugeborene Baby wird in eine Futterkrippe gelegt. Da ist keine Wiege, kein Himmelbett. Aber die Krippe ist auch zum Sinnbild von Liebe und Geborgenheit geworden. Maria und Josef tun für dieses Kind, was sie können, so schwierig die Situation sein mag. Solche Eltern, die auch in aller Armut für ihr Kind da sind, wünschen wir jedem Kind. Wenn wir die Weihnachtsgeschichte des Lukas als eine Geschichte lesen, in der ein Kind in Armut zur Welt kommt und dabei einen guten und behüteten Anfang hat, dann zeigt sich: Es braucht aufmerksame Nachbarn wie die Hirten, die genau hinschauen, wie es dem Kind geht. Es braucht großzügige Weise, die für die materielle Absicherung des Kindes sorgen. Denn das ist sicher das zentrale Bild von Weihnachten: Gott kommt als Kind in eine Welt, die nicht heil und wohlig ist. Aber das Kind wird geliebt und so zum Zeichen der Verletzlichkeit des Lebens. Es mahnt uns, auf die besonders Verletzlichen, auf die Kinder zu achten.



Geh deinen Weg

Hermann Multhaupt, Möge der Wind immer in deinem Rücken sein. Alte irische Segenswünsche. Bergmoser + Höller Verlag, Aachen 1995.



Dass unser Leben mehr werde

Alois Albrecht



Welch Geheimnis ist ein Kind

Clemens Brentano, in: Eva Dicks (Hg.), Es kam ein Engel hell und klar. Ein Lesebuch zu Advent und Weihnachten, Kevelaer: Verlag Butzon & Becker 2005, Topos plus Taschenbücher 562.



Lege deine Hand in Gottes Hand

Worte einer chinesischen Christin. Aus: Eva Dicks (Hg.), Es kam ein Engel hell und klar. Ein Lesebuch zu Advent und Weihnachten, Kevelaer: Verlag Butzon & Becker 2005, Topos plus Taschenbücher 562.



Überlass es der Zeit

Theodor Fontane, in: Deutsche Gedichte von Walther von der Vogelweide bis Gottfried Benn. Piper Verlag, München 2001.



Papst: Hoffnung trotz "Jahr des Kriegs und Terrorismus" bewahren

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich - (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten.



Lebensjahre

Aus: Johannes Bours, Ich werde ihm den Morgenstern geben. Worte für den Lebensweg. Herausgegeben von Paul Deselaers. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 1988.



Fürbitte zum Jahresbeginn

Aus Michael Meyer, Nachdenkliche Gebete im Gottesdiesnt. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen 1988.



Maria und die Kirche

Aus: Karl Rahner Lesebuch, herausgegeben von Karl Kardinal Lehmann und Alber Raffelt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1982.



Der Gott der Zukunft

Aus: Huub Oosterhuis, Ich steh vor dir. Meditationen, Gebete und Lieder. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2005 (2004).



Ich glaube an Gott, der die Liebe ist



Friedensappell für Nahost

Kathpress 26. 12. 2012 - Korrespondentenbericht von Johannes Schidelko



Aus der Liturgie

Aus: Breite deinen Frieden in mir aus. Gebete der Religionen. Zusammengestellt und Kommentiert von Walter Kühnelt. Verlag St. Gabriel, Mödling-Wien 1989.



Der uns behütet schläft nicht

Aus: Andrea Schwarz, Du Gott des Weges segne uns. Gebete und Meditationen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2008.



Gebet zur Gottesmutter Maria

Frei Betto in: Breite deinen Frieden in mir aus. Gebete der Religionen. Zusammengestellt und Kommentiert von Walter Kühnelt. Verlag St. Gabriel, Mödling-Wien 1989.



Streit ums Öl statt Weihnachtsfrieden

Kathpress 26. 12. 2012 - Korrespondentenbericht von Alexander Brüggemann



Neues, Unerhörtes

Aus: Anselm Grün, Einen neuen Anfang feiern, Freiburg 1999.



Wie ein leeres Blatt

Aus: Gebete für das ganze Leben, Leipzig 2004.



Ich habe keine Zeit

Aus: Gerhard Bauer, Drei Minuten für die Seele, Impulse für den Start in den Tag, München 2006.



1. Januar

Aus: Chiara Lubich, Die große Sehnsucht unserer Zeit, Jahreslesebuch, München 2008.



Psalm 121

Ulrike Junge in: Mit der Bibel durch das Jahr 2012, Ökumenische Bibelauslegung, Freiburg 2011.



Die Gottesmutter Maria als Pforte

Robert Widmann in: Christiane Bundschuh Schramm (Hrsg), Du bist gesegnet unter den Frauen, Ostfildern 2003.



Weihnachtsspruch

THEODOR FONTANE in: Gedichte zur Weihnacht. Herausgegeben von Stephan Koranyi und Gabriele Seifert. Philipp Reclam jun. Stuttgart 2009.



Zum neuen Jahr

EDUARD MÖRIKE in: Gedichte zur Weihnacht. Herausgegeben von Stephan Koranyi und Gabriele Seifert. Philipp Reclam jun. Stuttgart 2009.



Die Veredelung von Weihnachtsbäumen

T. S. ELIOT in: Gedichte zur Weihnacht. Herausgegeben von Stephan Koranyi und Gabriele Seifert. Philipp Reclam jun. Stuttgart 2009.



Ewigkeit

Aus: Perlen der Weisheit. Die schönsten Texte von Anselm Grün. Herausgegeben von Rudolf Walter. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2010.



Bewahre uns, Gott

Aus: Auf den Schwingen der Sehnsucht. Gebete und Meditationen von Frauen für Frauen. Herausgegeben von Brigitte Enzner-Probst. Gütersloher Taschenbücher, Gütersloh 1995.



Es ist eine Erde

Aus: Auf den Schwingen der Sehnsucht. Gebete und Meditationen von Frauen für Frauen. Herausgegeben von Brigitte Enzner-Probst. Gütersloher Taschenbücher, Gütersloh 1995.



Freut euch, fürchtet euch nicht!

Aus: Basil Hume, Selig die Suchenden. Texte für Menschen auf dem Weg. Verlag Neue Stadt, München Zürich Wien 2001.