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18.06.2019

Lesungen 10.06.2019


1. Lesung

am Pfingstmontag, Lesejahr C:
Apg 19,1-6

Lesung aus der Apostelgeschichte.

Paulus  kam nach Ephesus hinab.
Er stieß dort auf einige Jünger
und fragte sie:
   Habt ihr den Heiligen Geist empfangen,
   als ihr gläubig wurdet?
Sie antworteten ihm:
   Wir haben noch nicht einmal gehört,
   dass es einen Heiligen Geist gibt.
Da fragte er:
   Auf welche Taufe seid ihr denn getauft worden?
Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes.
Paulus sagte:
   Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft
und das Volk gelehrt,
   sie sollten an den glauben, der nach ihm komme:
an Jesus.
Als sie das hörten,
   ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen.
Paulus legte ihnen die Hände auf
   und der Heilige Geist kam auf sie herab.


1. Lesung

am Pfingstmontag (A/B/C)
Joel 3,1-5


Lesung aus dem Buch Joel.

So spricht Gott, der Herr: 
Es wird Folgendes geschehen:
Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch.
Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein,
eure Alten werden Träume haben
und eure jungen Männer haben Visionen.
Auch über Knechte und Mägde
   werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen.
Ich werde wunderbare Zeichen wirken
   am Himmel und auf der Erde:
Blut und Feuer und Rauchsäulen.
Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln
   und der Mond in Blut,
   ehe der Tag des HERRN kommt,
   der große und schreckliche Tag.
Und es wird geschehen:
Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet.
Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem gibt es Rettung,
   wie der HERR gesagt hat,
und wen der HERR ruft,
   der wird entrinnen.



Joel, einer der zwölf kleinen Propheten, verbindet die Geistverheißung mit einem Gerichtswort. Beiden gemeinsam ist, dass Jahwe überrascht und vertraute (aber auch falsche) Sicherheiten über den Haufen wirft. Die Prophezeiungen, dass Söhne und Töchter Propheten werden, Alte Träume haben und junge Männer Visionen, aber auch Knechte und Mägde mit Geist überschüttet, variieren nur, was geschieht, wenn Jahwe seinen Geist ausgießt über alles Fleisch – sprich: den vergänglichen Menschen. Es sind jetzt auch nicht mehr einzelne, die ein besonderes Berufungserlebnis haben (vgl. Jeremia, Jesaja, Ezechiel, Amos …), sondern sogar (!) Knechte und Mägde, nicht nur Männer, sondern auch Frauen, nicht nur Alte (denen eine besondere Würde zukam), sondern auch jungen Menschen. Eben auch die eigenen Söhne und Töchter. Während die einen in der Wahrnehmung der Leute zu „jung“ sind, haben die Alten längst ausgeträumt. Jahwe lässt nichts davon gelten und offenbart seinen Willen allen. Die archaischen, natürlichen Unterscheidungen sind entmythologisiert, die Geistvergabe „demokratisiert“. Die Wucht dieser Verheißung ist nur zu vergleichen mit dem angesagten Gericht. Während dem vergänglichen „Fleisch“ Geist verheißen wird, geht die unvergänglich gedachte Sonne in Finsternis unter. Dass der Mond blutet, hat auch noch kein Mensch gesehen oder gehört. Wenn die Schöpfung, in der Jahwes Verlässlichkeit immer als sicher galt, nicht mehr wärmt, ist der Mensch ganz auf Gott gewiesen. „Danach“ gibt es die alte Welt nicht mehr. Pfingsten, mit Joel gelesen, ist kein erbauliches Fest.


Antwortpsalm

am Pfingstmontag
Ps 145,2-5. 8-11. 15-16


Kv - Herr, deinen Namen will ich loben auf immer und ewig. - Kv
Oder: Halleluja. – oder GL 616,3 


Jeden Tag will ich dich preisen
und deinen Namen loben auf immer und ewig.
Groß ist der HERR und hoch zu loben,
unerforschlich ist seine Größe. - Kv

Geschlecht um Geschlecht rühme deine Werke,
deine machtvollen Taten sollen sie künden.
Den herrlichen Glanz deiner Hoheit
und deine Wundertaten will ich besingen. - Kv

Der HERR ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Huld.
Der HERR ist gut zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. - Kv

Danken sollen dir, HERR, all deine Werke,
deine Frommen sollen dich preisen.
Von der Herrlichkeit deines Königtums sollen sie reden,
von deiner Macht sollen sie sprechen. - Kv

Aller Augen warten auf dich
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. - Kv


2. Lesung

vom Pfingstmontag, Lesejahr C:
Röm 8,14-17


Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
   an die Gemeinde in Rom.

Schwestern und Brüder!
Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen,
   sind Kinder Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
   sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet,
sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,
in dem wir rufen: Abba, Vater!
Der Geist selber bezeugt unserem Geist,
   dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben;
Erben Gottes
   und Miterben Christi,
   wenn wir mit ihm leiden,
   um mit ihm auch verherrlicht zu werden.



Das achte Kapitel des Römerbriefes variiert das Thema "Gewissheit". Gewiss ist, dass der Geist Christen zu Kindern Gottes und zu Miterben Christi macht. In der Taufe empfangen - man schaue zurück auf Röm 6 - gibt der Geist die Freiheit, Gott als Vater anzusprechen. Gegenübergestellt ist der Geist, der klein und unterwürfig macht, der niederhält oder einen Menschen "unten" sein lässt. Paulus spricht von einem Geist, der Sklaven macht. Die Erfahrung, dass es einen Geist gibt, der genau das macht und will, wird auch von Menschen heute gemacht - trotz veränderter sozialer Strukturen und Schichtungen. Wesentliches Kriterium des Geistes, der Sklaven macht, ist: Angst. Paulus erinnert die Gemeinde in Rom daran, dass die Christen den Geist empfangen haben, der sie zu Kindern macht. Wesentliches Geschenk des Geistes, der Kinder macht, ist: Freimut. Paulus spricht vom Geschenk der Freiheit, die ihre Vollendung darin findet, dass "wir" mit Christus verherrlicht werden. Aus der Erfahrung der Gemeinde in Rom: Es gibt Sklaven, die frei sind. Es gibt Freie, die Sklaven sind. Pfingsten, mit Paulus gesehen, hilft die Geister zu unterscheiden - und den Geist, der Sklaven macht, zu bannen. Pfingsten ist vor allem eine große Tauferinnerung.


Paulus setzt hier zwar "Fleisch" und "Geist" gegenüber, nicht aber im Sinne einer Leibfeindlichkeit, sondern wohl im semitischen Sinne: Fleisch meint dann den ganzen Menschen (mit Leib und Seele...) in seiner Hinfälligkeit. Der Geist Gottes gibt diesem Menschen nun Leben, Freiheit, Sohnschaft statt Knechtschaft. Der Geist gibt uns auch eine neue Lebensweise: nicht mehr nur auf "Irdisches" bedacht, sondern im Blick auf die Gemeinschaft mit Gott, mit Christus. In diesem Geist ist es nun auch möglich, Leid zu ertragen (Vers 17). Die Lesung aus dem Römerbrief ist gewählt im Hinblick auf Gott, den Heiligen Geist.


Paulus schreibt zum ersten Mal an die Gemeinde in Rom, die er nicht selbst begründet hat, sie aber sehr wohl unterstützen will. In seiner Darstellung geht es Paulus um die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes, die zu einem neuen Leben führt. Das neue Leben ist ein Leben im Geist, der frei macht (Vers 15) und der uns bezeugt, daß wir in die Vater-Kind-Beziehung mit Gott hineingenommen sind - damit aber auch in den Tod und die Auferstehung Christi. Das hat Konsequenzen: auch wir werden leiden müssen. Die Aussicht auf die Herrlichkeit, die auch uns zuteil werden wird, läßt aufblicken und hoffen (vgl. 8,18-30).


Ruf vor dem Evangelium

am Pfingstmontag (A/B/C):

Halleluja. Halleluja.
Komm, Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen,
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!
Halleluja.


Evangelium

vom Pfingstmontag, Lesejahr C:
Joh 3,16-21


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

Gott hat die Welt so sehr geliebt,
   dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt,
   nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
   damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt,
   wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
   weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Denn darin besteht das Gericht:
Das Licht kam in die Welt,
   doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht;
denn ihre Taten waren böse.
Jeder, der Böses tut,
   hasst das Licht
und kommt nicht zum Licht,
   damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut,
   kommt zum Licht,
damit offenbar wird,
   dass seine Taten in Gott vollbracht sind.



Das Evangelium greift auf das Gerichtsmotiv, das auch bei Joel 3,1-5 anzutreffen ist, zurück, bricht es aber. Den zeitlichen Rahmen, den Gerichtsworte haben, finden wir bei Johannes nicht mehr. Im Glauben oder Unglauben entscheidet sich, wer gerettet ist oder nicht. Von einer "Verinnerlichung" darf gleichwohl nicht gesprochen werden, weil Glaube oder Unglaube nicht als innere Vorgänge verstanden werden können, sondern das ganze Leben ausdrücken. Für den Evangelisten ist es ein "sich selbst richten", wenn ein Mensch nicht glaubt. Die Grenzen - oder Entscheidungen - sind klar: Wer nicht zum Licht kommt, liebt die Finsternis. Die schroffe Gegenüberstellung - Glaube/Unglaube, Licht/Finsternis - fällt zwar auf, steht aber von Anfang an unter einer Zusage: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Gefragt wurde: was ist mit "Welt" gemeint? Unsere bewohnte und bewohnbare Welt? Der ganze Kosmos? Die „böse“ Welt, die auch bei uns nicht besser geworden ist? Letztlich bleibt die „Welt“ bei Johannes offen, trotz der Tendenz, die Welt als die von Gott abgefallene wahrzunehmen. Der Evangelist bezeugt schon am Anfang, dass das "Wort" "Fleisch" wurde, nicht Geist, auch nicht das "Gute". Auf dem Hintergrund alttestamentlicher Bilder ist das "Fleisch" vergänglich. Während Johannes im Fortgang seines Evangeliums den Tod Jesu als Verherrlichung verkündet, stellt er am Anfang die Wurzel in der Menschlichkeit dar. Was Gott bewegt, seinen Sohn für diese Welt hinzugeben, ist Liebe. Diese Aussage ist so ungeheuerlich wie unglaublich. Mit Joel im Ohr, wird Gottes Gericht in der Liebe sichtbar, die er schenkt, die ihm aber nicht erwidert wird. Warum dieses Evangelium zu Pfingsten? Weil es um den Glauben geht, den Menschen sich nicht selbst geben können. Mitzuhören ist Joh. 3,1-15, das Gespräch Jesu mit Nikodemus. "Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist." - Sehr praktisch ist die Konsequenz: die "Wahrheit tun".




Pater Bernhard Bossert gestorben

Am Dienstag, 7. Mai 2019 ist unser langjähriger Mitarbeiter Pater Bernhard Bossert CSsR im Alter von 77 Jahren im Starnberger Krankenhaus verstorben.
P. Bernhard Bossert war mit Leib und Seele Erzieher, Gemeindemissionar und Krankenhausseelsorger.
Er verfasste zuletzt fast für jeden Sonntag Predigtgedanken für das Predigtforum.
Danke Pater Bernhard!
R.I.P.

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