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18.06.2019

Lesungen 16.06.2019


1. Lesung

1. Lesung vom Dreifaltigkeitssonntag, Lesejahr C:
Spr 8,22-31


Lesung aus dem Buch der Sprichwörter:

So spricht die Weisheit Gottes:
Der HERR hat mich geschaffen als Anfang seines Weges,
vor seinen Werken in der Urzeit;
in frühester Zeit wurde ich gebildet,
am Anfang, beim Ursprung der Erde.
Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren,
   als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.
Ehe die Berge eingesenkt wurden,
   vor den Hügeln wurde ich geboren.
Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren
   und alle Schollen des Festlands.
Als er den Himmel baute, war ich dabei,
als er den Erdkreis abmaß über den Wassern,
als er droben die Wolken befestigte
   und Quellen strömen ließ aus dem Urmeer,
als er dem Meer sein Gesetz gab
und die Wasser nicht seinen Befehl übertreten durften,
als er die Fundamente der Erde abmaß,
   da war ich als geliebtes Kind bei ihm.
Ich war seine Freude Tag für Tag
   und spielte vor ihm allezeit.
Ich spielte auf seinem Erdenrund
und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein.



Der Abschnitt aus dem Buch der Sprichwörter führt zurück auf die Geschichte der Schöpfung. Die priesterschriftliche Überlieferung in Gen 1,1-2,4 setzt ein mit: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser." Im Hebräischen ist dafür der weibliche Begriff "ruach" verwendet, das ist der Atem, der Lebenshauch Gottes. Im Buch der Sprichwörter ist es die Weisheit, welche die "ruach" beerbt und sich in einem Gedicht als erstes Geschöpf Gottes vorstellt. Liebevoll und variantenreich dargestellt, begegnet uns hier die Schöpfungsgeschichte neu geordnet: "Als er den Himmel baute, war ich dabei, als er den Erdkreis abmaß über den Wassern ... als er die Fundamente der Erde abmaß, da war ich als geliebtes Kind bei ihm." Davor und dazwischen: Urmeere und Quellen, Berge und Hügel, Erde, Fluren und Schollen. Höhepunkt der weisheitlichen Rede ist, dass das "geliebte Kind" allezeit vor IHM spielt, auf "seinem Erdenrund", und von sich sagt: "und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein." Eine schöpferische Leichtigkeit liegt in dem Wort "spielen". Frau Weisheit geht überhaupt spielerisch mit der Schöpfung um, weil das "geliebte Kind" aus den befestigten Wolken und abgemessenen Fundamenten noch etwas anderes bewirkt: "So hört nun auf mich, meine Söhne! Wohl denen, die meine Wege einhalten! Hört die Mahnung und werdet weise und schlagt sie nicht in den Wind! Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er hüte die Pfosten meiner Tore! Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom Herrn. Wer aber mich verfehlt, zerstört sein Leben; alle, die mich hassen, lieben den Tod." (Spr 8:32-36) - Die Schöpfungsgeschichte wird zu einer Wegweisung verdichtet, in der Menschen Halt finden. Im Buch der Sprichwörter tritt die Weisheit auf die Bühne. Der Evangelist Johannes wird dann den Logos vorstellen: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen." (Joh 1,1-5)


Das Buch der Sprichwörter (im Alten Testament zwischen den Psalmen und Kohelet zu finden) hat in einem ersten Teil zehn Lehrreden über die Weisheit gesammelt. Dabei wird die Weisheit oft als personifizierte Frau dargestellt, die auch selbst zu Wort kommt, wie es unser Abschnitt zeigt. Unsere Frau Weisheit hat für uns ihre Botschaft von Gott. Die Rede der Frau Weisheit setzt mit V. 12 ein und endet mit Mahnungen (Verse 32-36). In unserem Abschnitt werden folgende Aussagen zur Weisheit gemacht: Sie stammt von Gott und ist das erste seiner Geschöpfe - noch bevor alles andere war. Damit hat sie eine herausragende Stellung: Sie ist Gottes Begleiterin in seinem Schaffen und gleich seinem geliebten Kind. Im letzten Vers unserer Lesung teilt uns die Weisheit ihrerseits ihre Vorliebe mit: Ihre Freude war es, bei den Menschen zu sein. Gottes liebstes Kind, die Weisheit, ist bei den Menschen zu finden! Aus diesem Grund gilt es für den Menschen, sich um die Weisheit zu sorgen, sie zu pflegen und auf ihre Mahnungen zu achten.


Antwortpsalm

am Dreifaltigkeitssonntag (C)
Ps 8,4-9


Kv - Herr, unser Herr,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!. – Kv
Oder GL 33,1


Seh ich deine Himmel, die Werke deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? - Kv

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
du hast ihn gekrönt mit Pracht und Herrlichkeit. 
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über die Werke deiner Hände,
alles hast du gelegt unter seine Füße: - Kv

Schafe und Rinder, sie alle
und auch die wilden Tiere,
die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,
was auf den Pfaden der Meere dahinzieht. - Kv


2. Lesung

vom Dreifaltigkeitssonntag, Lesejahr C:
Röm 5,1-5


Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
   an die Gemeinde in Rom.

Schwestern und Bršder!
Gerecht gemacht also aus Glauben,
   haben wir Frieden mit Gott
   durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Durch ihn haben wir auch im Glauben
   den Zugang zu der Gnade erhalten,
   in der wir stehen,
und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.
Mehr noch,
wir rühmen uns ebenso der Bedrängnisse;
denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld,
Geduld aber Bewährung,
   Bewährung Hoffnung.
Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen;
denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen
   durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.



In diesem dichten Briefabschnitt argumentiert Paulus von der Gnade aus, "in der wir stehen": im Frieden mit Gott und der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Präsens und Futur gehen allerdings ineinander über, lassen sich sogar austauschen. Leitwort ist "rühmen". Paulus hat die Hoffnung im Blick und schaut, bildlich gesprochen, auf den Weg, der zum Ziel führt: Bedrängnis - Geduld - Bewährung. Das eine bewirkt das andere. Die Begriffe gehen hier nicht ineinander über und lassen sich auch nicht austauschen. Paulus formuliert eigene Erfahrungen, bietet aber den Lesern an, sich zu identifizieren. Dabei fällt auf, dass jeder Schritt seine eigene Bedeutung hat, dass Bedrängnis, Geduld und Bewährung aber gemeinsam zur Hoffnung führen. Auffällig ist die Gewissheit: Bedrängnis führt nicht zum Lebensüberdruss, Geduld geht nicht ins Leere, Bewährung bleibt nicht folgenlos. Daraus lässt sich auch folgern, dass den Christen in Rom vor allem die Bedrängnis in ein neues Licht gerückt wird. Sie bekommt auf dem Weg zur Hoffnung sogar ihren eigenen Stellenwert. Im Schlussteil nimmt Paulus den Anfang neu auf: Die Liebe Gottes ist ausgegossen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Die Liebe Gottes ist es, die Bedrängnis, Geduld und Bewährung zur Hoffnung "wirkt". Der Begriff "wirkt" ist mit dem Schöpfungsbegriff verwandt. Die Liebe schafft Hoffnung und nimmt auch die Bedrängnis mit auf ihren Weg. Wir sehen hier dem Seelsorger Paulus über die Schulter - und ins Herz.


Der Abschnitt der zweiten Lesung aus dem Römerbrief ist eine Fortführung der paulinischen Rechtfertigungslehre, die im Abschnitt zuvor (4,1-25) im alttestamentlichen Vorbild des Abraham und in 3,21-31 ihren Ausgang genommen hat. Damit wird die Klammer zu Jesus Christus geschlossen: Durch ihn erfährt der Mensch die Gerechtigkeit Gottes (Verse 1-2). Ein zweites Geschenk Gottes ist neben der Gerechtigkeit die Gnade. Einen Zugang zum Verständnis von Gnade kann die enge etymologische Wurzel bieten: Gnade - Zugeneigtsein. Gott neigt sich demnach in seiner Gnade den Menschen zu. Durch diese Gnade wird die Liebe Gottes spürbar. Damit unterscheidet sich jene Gnade vom allgemeinen juridischen Sprachgebrauch von Gnade, wie wir ihn heute vom "Begnadigen" her kennen. In dieser Gnade stehen wir (Vers 2) und fallen aus ihr von Gott her auch nicht heraus. Wer im Glauben und in der Beziehung zu Gott feststeht, dessen Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes ist begründet. In Vers 3 wird eine Lebensrealität der Gemeinde angesprochen: das Leiden/die Bedrängnis gehört zur christlichen Existenz, wird aber letztlich aufgehoben durch das Geschenk der Liebe Gottes vom Heiligen Geist in unseren Herzen. Der Heilige Geist stärkt die Glaubenden in ihrer Bedrängnis.


Ruf vor dem Evangelium

am Dreifaltigkeitssonntag
(vgl. Offb 1,8)


Halleluja. Halleluja.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Ehre sei dem einen Gott,
der war und der ist und der kommen wird.
Halleluja.


Evangelium

vom Dreifaltigkeitssonntag, Lesejahr C:
Joh 16,12-15


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Noch vieles habe ich euch zu sagen,
   aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit,
   wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten.
Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden,
   sondern er wird reden, was er hört,
und euch verkünden, was kommen wird.
Er wird mich verherrlichen;
denn er wird von dem, was mein ist, nehmen
   und es euch verkünden.
Alles, was der Vater hat, ist mein;
darum habe ich gesagt:
   Er nimmt von dem, was mein ist,
   und wird es euch verkünden.



Ein Abschnitt aus den Abschiedsreden Jesu. Tenor: Es ist noch nicht alles gesagt. Die "ganze Wahrheit" steht noch aus. Das Evangelium ist nicht abgeschlossen, abgepackt oder eingefroren. Der Geist wird als ein hörender beschrieben, der aus der Fülle nimmt und in die "ganze Wahrheit" führt. Es ist auch ein Abschied von der Wahrheit als einem zugeschnürten Paket... Es geht um die Verherrlichung Jesu, die nicht vergangen ist, sondern immer wieder neu geschieht, wenn der Geist nämlich sein Wort weiter treibt und zum Vater führt. Das Zutrauen fällt besonders auf: einmal - es gibt die ganze Wahrheit, dann aber - wir haben sie nicht, wir bekommen sie auch nur so, wie wir sie "jetzt" tragen können. Die Menschlichkeit des Menschen und die Göttlichkeit Gottes sind gewahrt, aber aufeinander bezogen. Die "ganze Wahrheit" lässt sich nach diesen Worten auch nicht mit vergangenen Positionen identifizieren, bleibt aber auch nicht unverbindlich und für alles offen. In die Wahrheit führt der Geist, indem er das Wort Christi auslegt. Der Abschnitt hat eine trinitarische Struktur: Es ist eine "Ich-Rede" des Sohnes, der über die Schätze des Vaters verfügt und es dem Geist überlässt, die Fülle auszuteilen. Dabei ist die Beziehung untereinander komplex, dreifaltig, keineswegs einlinig und in Schritte zerlegbar, jedes Detail offenbart die Einheit für Menschen, die noch nicht in der ganzen Wahrheit sind. Zum Tenor der Abschiedsreden Jesu gehört auch die Zusage, dass die Jünger nicht Nachlaßverwalter sind, sondern Erben (Klaus Hemmerle).


Im Evangelium hören wir einen Teil aus den Abschiedsreden Jesu. Vieles von dem, was Jesus seinen Jüngern in diesen Abschiedsreden mitteilt, scheint den Jüngern unverständlich zu sein ("ihr könnt es jetzt nicht tragen"). Aber es wird sich erhellen, wenn die Zeit gekommen ist und die Jünger in dem drinnen stehen, was Jesus ihnen ankündigt. Vieles bleibt unverständlich, wenn man es selbst nicht erfahren hat. Diese Lebensweisheit steckt hinter den Worten Jesu. Der Geist der Wahrheit wird es sein, der die Jünger einsichtig machen wird. Der Geist teilt ihnen mit, was er gesagt bekommt. Damit stehen wir mitten in einer Trinitätstheologie, die in diesen wenigen Sätzen entfaltet wird: Gott-Vater teilt sich mit im Sohn, und der Geist der Wahrheit tut dies den Jüngern kund. Den Zeitpunkt, wann der Geist der Wahrheit kommt, verschweigt Jesus, und er scheint dem Evangelisten nicht wesentlich zu sein. Vielmehr kommt es ihm auf den Trost durch die Gewissheit an, dass der Geist der Wahrheit kommen wird.




Pater Bernhard Bossert gestorben

Am Dienstag, 7. Mai 2019 ist unser langjähriger Mitarbeiter Pater Bernhard Bossert CSsR im Alter von 77 Jahren im Starnberger Krankenhaus verstorben.
P. Bernhard Bossert war mit Leib und Seele Erzieher, Gemeindemissionar und Krankenhausseelsorger.
Er verfasste zuletzt fast für jeden Sonntag Predigtgedanken für das Predigtforum.
Danke Pater Bernhard!
R.I.P.

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