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26.06.2019

Lesungen 18.04.2019


1. Lesung

Lesung aus dem Buch Exodus:

In jenen Tagen
   sprach der HERR zu Mose und Aaron im Land Ägypten:
Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen,
er soll euch als der Erste unter den Monaten des Jahres gelten.
Sagt der ganzen Gemeinde Israel:
Am Zehnten dieses Monats
   soll jeder ein Lamm für seine Familie holen,
ein Lamm für jedes Haus.
Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein,
   so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn,
   der seinem Haus am nächsten wohnt,
   nach der Anzahl der Personen.
Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen,
   wie viel der Einzelne essen kann.
Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein,
das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen.
Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren.
In der Abenddämmerung
   soll die ganze versammelte Gemeinde Israel
   es schlachten.
Man nehme etwas von dem Blut
   und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz
   an den Häusern, in denen man es essen will.
Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen.
Über dem Feuer gebraten
   und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern
   soll man es essen.

So aber sollt ihr es essen:
eure Hüften gegürtet,
Schuhe an euren Füßen
und euren Stab in eurer Hand.
Esst es hastig!
Es ist ein Pessach für den HERRN.
In dieser Nacht gehe ich durch das Land Ägypten
   und erschlage im Land Ägypten
   jede Erstgeburt bei Mensch und Vieh.
Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht,
ich, der HERR.
Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt,
   soll für euch ein Zeichen sein.
Wenn ich das Blut sehe,
   werde ich an euch vorübergehen
und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen,
   wenn ich das Land Ägypten schlage.
Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen.
Feiert ihn als Fest für den HERRN!
Für eure kommenden Generationen
   wird es eine ewige Satzung sein, das Fest zu feiern!



Die Pessachfeier gehört(e) zum zentralen Element im Jahresablauf des Juden. Ihren Platz aus der Geschichte beschreibt die heutige Lesung. Dabei werden zwei ursprünglich unabhängige Dinge zusammengebracht: Das Fest der ungesäuerten Brote und die Regeln für die Feier des Pessach. Diese Dinge müssen ursprünglich getrennt gewesen sein, weil ein Getreideanbau erst in Kana erfolgte. Die große Botschaft lautet Rettung. Gott rettet sein Volk. Und er gibt ihm eine Regel. Wer die Regel befolgt, gibt Antwort auf die Rettung und bejaht sie. Das Geschehen in Ägypten macht deutlich, wie ernst Gott es mit seinem Bundesangebot nahm.


Die Anweisungen für die "Passa-Nacht" in Ex 12 stehen zwischen der Erzählung der ersten neun Plagen, die Gott den Ägyptern schickt (Ex 7-11) und dem Höhepunkt der Plagen, der Erschlagung der Erstgeburt der Ägypter (ab Ex 12,29). Ex 12 legt einen Erinnerungskult fest und verbindet ihn mit der Befreiungstat Gottes: das Schlachten des Lammes und der Blutritus (ein alter Hirtenritus) sowie das Mahl stiften Gemeinde (Vers 3); es ist eine Feier in den Häusern (Verse 4 f), durch die gleichzeitige Feier in allen Häusern aber ist es eine Feier der Gemeinschaft. Die bleibende Erinnerungsfeier gibt allen späteren Generationen Anteil an der Erwählung (durch das Zeichen des Blutes) und an der erlösenden, rettenden Tat Gottes.


Für den Glauben der Israeliten des Älteren Bundes war es charakteristisch, daß sie im Laufe der Zeit nicht nur neue Feste in den kanaanäischen Festkalender aufgenommen haben, sondern auch die inhaltliche Motivation Feste zu feiern, sich verändert hat. Das "Fest der Wallfahrt nach Jerusalem" hat sich schon sehr früh in der Geschichte Israels mit einem noch aus der Zeit vor der Landnahme stammenden Hirtenbrauch, dem Passa, verbunden. Möglicherweise handelte es sich um die Tradition von Halbnomaden beim Aufbruch der Herden zum Weidewechsel durch ein Tieropfer und Bestreichen von bestimmten Gegenständen mit Blut, das Wohlergehen der Herde und das Fernhalten von bösen Mächten zu erreichen. Geschichtlich kann nicht mehr geklärt werden, wie sich dieser Brauch mit der aus Ägypten eingewanderten Gruppe der Israeliten verbunden hat. Das Bestreichen der Türpfosten mit Blut (Ex 12,7.22) und das Tragen der nomadischen Wandertracht gehören jedoch später fest zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Die spätere Verbindung des siebentägigen Mazzenessens mit dem Passabrauch dürfte durch die kalendarische Nähe der beiden Feste entstanden sein. Wichtig und bezeichnend für den Glauben der Israeliten ist jedoch, daß bei der Verbindung beider Feste der inhaltliche Schwerpunkt eindeutig auf der geschichtlichen Dimension der Errettung Israels aus Ägypten liegt. Das Essen von nicht gesäuertem Brot wird dadurch ebenfalls erklärbar: die israelitischen Frauen konnten aufgrund des hastigen und überstürzten Aufbruchs aus Ägypten den Teig nicht mehr säuern. Der nächtliche Passabrauch, die Tierschlachtung und der Blutritus wurden so zum Eingangsgeschehen der Woche des Mazzenessens. In Dtn 16 ist die Verbindung der Feste bereits ganz vollzogen. Nach 2 Kön 23,21-23 wird das Passafest im Jerusalemer Tempel gefeiert. Der nachexilische Text unserer Lesung läßt erkennen, daß sich aber auch der Brauch, das Fest im Familienkreis zu feiern, noch lange gehalten hat. Auch Jesus begeht das Passafest nach den Evangelientexten der Synoptiker zwar in Jerusalem, aber analog zu den Familienfeiern in der Gemeinschaft mit seinen Jüngern.


1. Lesung

Lesung aus dem Buch Exodus:

In jenen Tagen
   sprach der HERR zu Mose und Aaron im Land Ägypten:
Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen,
er soll euch als der Erste unter den Monaten des Jahres gelten.
Sagt der ganzen Gemeinde Israel:
Am Zehnten dieses Monats
   soll jeder ein Lamm für seine Familie holen,
ein Lamm für jedes Haus.
Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein,
   so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn,
   der seinem Haus am nächsten wohnt,
   nach der Anzahl der Personen.
Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen,
   wie viel der Einzelne essen kann.
Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein,
das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen.
Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren.
In der Abenddämmerung
   soll die ganze versammelte Gemeinde Israel
   es schlachten.
Man nehme etwas von dem Blut
   und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz
   an den Häusern, in denen man es essen will.
Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen.
Über dem Feuer gebraten
   und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern
   soll man es essen.

Nichts davon dürft ihr roh oder in Wasser gekocht essen,
sondern es muss über dem Feuer gebraten sein:
   Kopf, Schenkel und Eingeweide.
Ihr dürft nichts bis zum Morgen übrig lassen.
Wenn aber am Morgen noch etwas übrig ist,
   dann verbrennt es im Feuer!

So aber sollt ihr es essen:
eure Hüften gegürtet,
Schuhe an euren Füßen
und euren Stab in eurer Hand.
Esst es hastig!
Es ist ein Pessach für den HERRN.
In dieser Nacht gehe ich durch das Land Ägypten
   und erschlage im Land Ägypten
   jede Erstgeburt bei Mensch und Vieh.
Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht,
ich, der HERR.
Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt,
   soll für euch ein Zeichen sein.
Wenn ich das Blut sehe,
   werde ich an euch vorübergehen
und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen,
   wenn ich das Land Ägypten schlage.
Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen.
Feiert ihn als Fest für den HERRN!
Für eure kommenden Generationen
   wird es eine ewige Satzung sein, das Fest zu feiern!


Antwortpsalm

Kv: Der Kelch des Segens gibt uns Anteil am Blut Christi. - Kv
(Oder: GL 305,3)


Wie kann ich dem HERRN vergelten
all das Gute, das er mir erwiesen?
Den Becher des Heils will ich erheben.
Ausrufen will ich den Namen des HERRN. - Kv

Kostbar ist in den Augen des HERRN
der Tod seiner Frommen.
Ach HERR, ich bin doch dein Knecht, /
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd!
Gelöst hast du meine Fesseln. - Kv 

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen,
ausrufen will ich den Namen des HERRN.
Meine Gelübde will ich dem HERRN erfüllen
n Gegenwart seines ganzen Volks, - Kv


2. Lesung

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
   an die Gemeinde in Korinth.

Schwestern und Brüder!
Denn ich habe vom Herrn empfangen,
   was ich euch dann überliefert habe:
Jesus, der Herr,
   nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot,
sprach das Dankgebet,
brach das Brot
und sagte: Das ist mein Leib für euch.
Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch
und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.
Tut dies, sooft ihr daraus trinkt,
   zu meinem Gedächtnis!
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt,
   verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.



Überlieferung ist ein wichtiges Wort für diese Lesung. Paulus spricht davon, dass er der Gemeinde die Grundlage der Liturgie überliefert hat. Aber wahrscheinlich geht es noch tiefer: Paulus greift eine Liturgie auf, die er schon vorgefunden hat. Die ersten Gemeinden hatten sich als Gemeinschaft gefunden, die das Brot miteinander teilten in einer Form, die allen vertraut war. Im 11. Kapitel des 1. Korintherbriefs ist die Lesung eingebettet in die Frage nach der rechten Weise, Abendmahl zu feiern. Paulus prangert Fehlformen an und fordert die Gemeinde auf, die wahre Weise wieder zu begehen. Die von ihm beschworene Feier ist es, die Einheit untereinander und mit den anderen Gemeinden stiftet.


Sehr früh schon gab es Mißstände bei den Zusammenkünften der Christen. Paulus wendet sich dagegen (1 Kor 11) und verweist auf den Kern der Abendmahlsfeier. Dazu zitiert er den Einsetzungsbericht, den er selber überliefert bekommen hat; Urheber ist "der Herr". Dieser Bericht begründet die Feier und gibt auch ihren Ablauf vor. Indem der Leib "für euch" gegeben wird, werden die Mitfeiernden einbezogen in das Heilsgeschehen. Durch diese Handlung wird der "neue Bund" besiegelt; der Verweis auf das Blut deutet die alttestamentliche Bundes- und Opfervorstellungen auf ihre Erneuerung bzw. Erfüllung in Jesus. Wichtig ist Paulus die Gedächtnisfeier: Gleich zweimal wird die Mahnung, die Feier "zum Gedächtnis" zu feiern, ausgesprochen. Paulus fügt noch in Vers 26 die Deutung auf Tod und Wiederkunft des Herrn an: es geht nicht nur um die Feier im Jetzt, sondern es ist Vergegenwärtigung des Kreuzesgeschehens und Verkündigung der Wiederkunft.


Der Gemeinde in Korinth dürfte es am rechten Verständnis des eucharistischen Geschehens gemangelt haben. Deswegen schärft ihnen Paulus dieses aus seiner Sicht ein, wobei er einen Einsetzungsbericht zitiert, den er selbst wahrscheinlich in den vierziger Jahren in Antiochien kennengelernt hat. Die Tradition der Eucharistiefeier geht für Paulus auf den "Herrn" zurück und deshalb darf sie auch nicht verändert werden; deshalb kann Paulus auch nur weitergeben, was er selbst empfangen hat. Ein jüdisches Mahl begann mit einem Segensgebet, sowie mit dem Brechen und Austeilen des Brotes. Am Ende des Mahles wird beim dritten Becher Wein ein Dankgebet gesprochen. Diese beiden Gesten werden später für die Handlungen Christi prägend. Den Wiederholungsauftrag "Tut dies zu meinem Gedächtnis" spricht Jesus bei Paulus zweimal. Bei Lukas nur einmal, bei den anderen beiden Evangelisten wird er nicht erwähnt. Wahrscheinlich ist er erst in einer späteren Traditionsstufe zum Einsetzungsbericht hinzugekommen. Er ist jedoch vom alttestamentlichen "Gedenken" der Taten Gottes beeinflußt: Gottes Tat in der Vergangenheit wird durch das "Gedenken" gegenwärtig und ist dadurch genauso wirksam wie in der Vergangenheit. Die Identifizierung des Kelchinhaltes mit dem Blut erfolgt bei Paulus und Lukas nicht so unmittelbar wie bei Markus und Matthäus.


Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - Kv
(So spricht der Herr:)
Ein neues Gebot gebe ich euch.
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Oder:

Dies ist mein Gebot:
Liebet einander, wie ich euch geliebt.    


Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

Es war vor dem Paschafest.
Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war,
   um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen.
Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren,
   liebte er sie bis zur Vollendung.
Es fand ein Mahl statt
und der Teufel
   hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot,
   schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern.
Jesus,
   der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte
   und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte,
stand vom Mahl auf,
legte sein Gewand ab
und umgürtete sich mit einem Leinentuch.
Dann goss er Wasser in eine Schüssel
und begann, den Jüngern die Füße zu waschen
   und mit dem Leinentuch abzutrocknen,
   mit dem er umgürtet war.
Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm:
   Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
Jesus sagte zu ihm:
Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht;
doch später wirst du es begreifen.
Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen!
Jesus erwiderte ihm:
Wenn ich dich nicht wasche,
   hast du keinen Anteil an mir.
Da sagte Simon Petrus zu ihm:
   Herr, dann nicht nur meine Füße,
   sondern auch die Hände und das Haupt.
Jesus sagte zu ihm:
   Wer vom Bad kommt, ist ganz rein
   und braucht sich nur noch die Füße zu waschen.
Auch ihr seid rein,
aber nicht alle.
Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde;
darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
Als er ihnen die Füße gewaschen,
   sein Gewand wieder angelegt
   und Platz genommen hatte,
   sagte er zu ihnen:
Begreift ihr, was ich an euch getan habe?
Ihr sagt zu mir Meister und Herr
und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es.
Wenn nun ich, der Herr und Meister,
   euch die Füße gewaschen habe,
   dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.
Ich habe euch ein Beispiel gegeben,
damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.



Der Abschied Jesu von seinen Jüngern geht im Johannesevangelium über die Kapitel 13 bis 17. Es ist ein Abschied, in der die Liebe immer wieder vorkommt. Vom neuen Liebeszeichen der Fußwaschung über die Liebe des Vaters zu seiner Schöpfung bis zum liebenden Abschiedsgebet sind es verschiedene Zugänge zum immer gleichen Thema: "Ihr könnt die Liebe Gottes spüren und beantworten. Wenn Ihr es tut, bedeutet es Leben!" In der Fußwaschung wird aus dem Herrn der Knecht. Aber seine Kraft, das ganze Geschehen zu deuten, macht Jesus wieder zum Herrn des Geschehens.


An den Beginn der Abschiedsreden (Joh 13-17) stellt Joh seinen Bericht des letzten Abends, der geprägt ist von der Fußwaschung. Diese erhält eine zweifache Deutung: In den Versen 6 bis 10 im Gespräch zwischen Jesus und Petrus geht es um die Deutung dieses Symbols: Jesus gibt damit Anteil an sich (Vers 8); es geht um seine Erniedrigung am Kreuz. Vers 10 dürfte eine Deutung auf die Taufe hin sein; die immer wieder durchzuführende Fußwaschung bezeichnet dann wohl die Sündenvergebung in den Gemeinden. In den Versen 12 bis 15 erfolgt die Deutung auf die Gemeinschaft der Jünger: Jesus hat die Rangordnung umgekehrt - dies ist ein Beispiel für die Jünger.


Geht man zu einem Gastmahl, so bereitet man sich darauf vor. Dies war zur Zeit Jesu nicht anders als heute. Bloß, damals trug man meist Sandalen, und sofern man sich nicht eine Sänfte leisten konnte, wurden die Füße staubig. Darum wurden den Gästen beim Eintritt ins Haus von Sklaven die Füße gewaschen. Die Teilnehmer des Mahles unserer Evangelienstelle sind am Morgen von Bethanien nach Jerusalem gegangen und haben sich tagsüber in der Stadt aufgehalten. Da sie sich nicht Sklaven leisten konnten, und der Geist ihrer Gemeinschaft dem auch nicht entsprach, war es nötig die Füße zu waschen. Dies ist der Augenblick, in dem unser Evangelium einsetzt. Für Petrus ist es undenkbar, daß Jesus diesen Sklavendienst an ihm verrichten soll, doch für Jesus ist seine Handlung auch - aber nicht nur! - eine Sache des guten Vorbildes, welche seine Jünger "sinngemäß" in ihrem Leben nachvollziehen sollen. Für Jesus liegt der tiefere Sinn der Fußwaschung in einer sakramentalen Zeichenhandlung, die auf seine kommende vollendete Erlösungstat hinweist und in folgender Kurzformel zusammengefaßt werden kann: Nicht das Wasser, Jesus macht rein und erlöst den Menschen. Das Evangelium von der Fußwaschung weist somit auf die innerste Haltung Jesu hin: Er möchte nicht über andere herrschen, sondern deren Diener sein. Aufgrund der Weisung, daß auch die Jünger einander die Füße waschen sollen, und unter Bezug auf den Vers Joh 13,34 erhielt die Fußwaschung auch den Beinamen Gebot (lat.: mandatum).




Pater Bernhard Bossert gestorben

Am Dienstag, 7. Mai 2019 ist unser langjähriger Mitarbeiter Pater Bernhard Bossert CSsR im Alter von 77 Jahren im Starnberger Krankenhaus verstorben.
P. Bernhard Bossert war mit Leib und Seele Erzieher, Gemeindemissionar und Krankenhausseelsorger.
Er verfasste zuletzt fast für jeden Sonntag Predigtgedanken für das Predigtforum.
Danke Pater Bernhard!
R.I.P.

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