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20.05.2019

Lesungen 22.04.2019

22. Apr. 2019
Ostermontag (A/B/C)


1. Lesung

Lesung aus der Apostelgeschichte.

Am Pfingsttag trat Petrus auf,
zusammen mit den Elf;
er erhob seine Stimme und begann zu reden:
Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem!
Dies sollt ihr wissen,
achtet auf meine Worte!

Jesus, den Nazoräer,
   einen Mann, den Gott vor euch beglaubigt hat
   durch Machttaten, Wunder und Zeichen,
   die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst -
ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen
   hingegeben wurde,
   habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen
   ans Kreuz geschlagen und umgebracht.
Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit
   und auferweckt;
denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.
David nämlich sagt über ihn:
      Ich hatte den Herrn beständig vor Augen.
Denn er steht mir zur Rechten, dass ich nicht wanke.
Darum freute sich mein Herz
   und frohlockte meine Zunge
und auch mein Leib wird in Hoffnung wohnen;
denn du gibst meine Seele nicht der Unterwelt preis,
   noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen.
Du hast mir die Wege zum Leben gezeigt,
du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.
Brüder,
ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden:
Er starb und wurde begraben
und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag.
Da er ein Prophet war
   und wusste, dass Gott ihm einen Eid geschworen hatte,
   einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen,
sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus:
Er gab ihn nicht der Unterwelt preis
und sein Leib schaute die Verwesung nicht.
Diesen Jesus hat Gott auferweckt,
   dafür sind wir alle Zeugen.
Zur Rechten Gottes erhöht,
   hat er vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen
   und ihn ausgegossen,
wie ihr seht und hört.



Diese Lesung aus der Apostelgeschichte gehört zur Predigt des Petrus am Pfingsttag. Ratsam ist, das ganze Kapitel zu lesen, um den Zusammenhang zu verstehen. Dass Pfingsten die "andere Seite" von Ostern ist, gehört zu den Geheimnissen, die die Schrift auf vielfältige Weise bezeugt. Der Geist, der verliehen wird, verteilt die Gaben der Auferweckung Christi auf die Kirche. Die Predigt des Petrus stellt noch einmal – sehr einfach und eindrücklich – Leben und Geschick Jesu vor, erinnert an "machtvolle Taten, Wunder und Zeichen" und bezeugt "Gottes beschlossenen Willen und Vorauswissen2 – ohne die Schuld zu verschweigen, die Menschen auf sich geladen haben. Im Mittelpunkt der Predigt steht die Auslegung von Psalm 16,8-11, eingeleitet mit: "David nämlich sagt über ihn". Dieser Verweis begründet die Auferstehungsbotschaft in der alttestamentlichen Überlieferung – und erlaubt gleichzeitig einen Blick in die Predigtpraxis der frühen Kirche. Gott hat einen Eid geschworen, dass ein Nachkomme Davids auf seinem Thron sitzt: Petrus sieht das in der Auferweckung Christi in Erfüllung gegangen. In der Predigt des Petrus, wie Lukas sie überliefert, heißt es am Schluss (unsere Lesung hört vorher auf): "So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat." (V. 36).


Die uns im Neuen Testament überlieferten Aussagen zur Auferstehung lassen sich vom Gesichtspunkt der Überlieferung her in zwei Gruppen einteilen. Zum einen gibt es die Formeltraditionen, die auf eine frühe Bekenntnisbildung schließen lässt. Sie sind die frühesten Zeugnisse eines Auferstehungsglaubens. Dazu gehören die Aussagen in 1 Kor 15 (2. Lesung). Auch in der 1. Lesung sind wohl ältere Formeltraditionen verarbeitet. Die in 1 Kor 15, 3b-5 zitierte Glaubensformel kann wegen ihres Alters und ihres Gewichts als das wichtigste Zeugnis des NT angesehen werden. Zum anderen liegen uns die Ostererzählungen der Evangelien vor. Sie sind wesentlich jünger als die älteren Formeltraditionen. Zu diesen Erzählungen gehört auch die Emmausperikope. Hier kann man einen längeren Reflexionsprozess voraussetzen. Vermutlich sind aber auch hier ältere Traditionselemente verarbeitet. So taucht das Motiv, dass Jesus von den Jüngern beim Brotbrechen erkannt wird, auch bei Joh auf (Joh 21,12ff). Formale Beobachtungen der Auferstehungszeugnisse lassen eine Zweigliederung erkennen. In den beiden Lesungen werden sie gegenübergestellt. Dabei wird in der Apg der Kontrast durch die Betonung des menschlichen Unheilshandelns gegenüber dem Heilshandeln Gottes unterstrichen. Schriftbeweise und Hinweise auf Zeugen sind weitere Strukturelemente, die immer wieder auftauchen.     Apg 2, 23f: Ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt. 1 Kor 15, 4ff: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.


Die Auferstehung Jesu ist ein entscheidendes Spezifikum des Neuen Bundes. Daher werden am Ostermontag beide Lesungen aus dem Neuen Testament genommen. Es ist die Pfingstrede und damit die Missionspredigt des Petrus an das Volk Israel, die heute bereits gelesen wird. Die Kernaussage ist die älteste Verkündigungsformel der Urgemeinde über den Tod und die Auferstehung Jesu: "Gott aber hat ihn auferweckt." (Vers 24) Die ist durch die Zeugen verbürgt, die dem Auferstandenen begegnet sind. Petrus begnügt sich nicht damit, sondern führt ein Schriftzeugnis an. Er zitiert den Psalm 16, 8-11. Dieser Psalm wurde gebetet, wenn man sein Leben bedroht sah. Erst durch Christus, durch seinen Tod und seine Auferstehung, wird der Vollsinn dieses Psalmes deutlich, dass Gott den, der ihm treu ist, nicht der Verwesung preis gibt. Der Tod ist durch das Leben, durch die Auferstehung Jesu überwunden. Der an die Auferstehung glaubt, kann diesen Psalm beten als Ausdruck der Hoffnung.


Antwortpsalm

Kv - Von der Huld des Herr will ich ewig singen. - Kv
Oder: Kv - Halleluja. – Kv
(Oder GL 657,3)


Von der Huld des HERRN will ich ewig singen,
von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet,
im Himmel deine Treue gefestigt. - Kv

"Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten
und David, meinem Knecht, geschworen:
Auf ewig gebe ich deinem Haus festen Bestand
und von Geschlecht zu Geschlecht gründe ich deinen Thron." - Kv


2. Lesung

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
   an die Gemeinde in Korinth.

Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern,
   an das Evangelium, das ich euch verkündet habe.
Ihr habt es angenommen;
es ist der Grund, auf dem ihr steht.
Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden,
   wenn ihr festhaltet an dem Wort,
   das ich euch verkündet habe,
es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen.
Denn vor allem habe ich euch überliefert,
   was auch ich empfangen habe:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,
   und ist begraben worden.
Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,
   und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich;
die meisten von ihnen sind noch am Leben,
   einige sind entschlafen.
Danach erschien er dem Jakobus,
dann allen Aposteln.
Zuletzt erschien er auch mir,
   gleichsam der Missgeburt.

Ob nun ich verkünde oder die anderen:
   Das ist unsere Botschaft
und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt. 



An diesem Sonntag steht auch die 2. Lesung in thematischer Verbindung zur 1. Lesung und zum Evangelium - und kann als sich entwickelnde Einheit betrachtet werden: Herrlichkeit Gottes in der Theophanie des Jesaja, Herrlichkeit Gottes im Wort der Predigt Jesu und in der Überfülle des reichen Fischfangs, Herrlichkeit Gottes in der Erscheinung Jesu als Auferstandener für die Apostel und für Paulus, Erkenntnis der Unzulänglichkeit bei Jesaja, Petrus und Paulus, Reinigung, Indienstnahme und Zustimmung. Deshalb wären wohl alle drei Texte zu verlesen und könnten in ihrem inneren Zusammenhang ein Thema der Verkündigung sein: unzulängliche Menschen sind berufen, Gottes allumfassendes Heil und die überreiche Fülle seines Lebens zu bezeugen: - Jesaja: die Rettung des "heiligen Restes" durch Gott, - Petrus: die Rettung der Menschen im Wirken der Kirche, - Paulus: die Rettung der Menschen durch die "unverdiente Gnade" des Auferstandenen. Zum zeitlichen Ablauf: Die Bekehrung des Paulus ist etwa für die Zeit 30-32 einzuordnen. Um das Jahr 50 entstand die Gemeinde in Korinth, bei deren Organisation Paulus entscheidend mitgewirkt hat. Im Sommer 51 verlässt Paulus Korint und bald stellen sich Misstände und Probleme ein: Streitigkeiten zwischen Judenchristen und Heidenchristen, zwischen arm und reich treten auf, Missstände beim Gottesdienst werden erkannt und vor allem wird die Meinung laut, Paulus sei nicht rechtens Apostel und die Auferstehung könne es gar nicht gegeben haben. Diese Vorwürfe machen ihm zu schaffen und spiegeln sich wider in dem Brief, den er ca. 54/55 aus Ephesus nach Korinth geschrieben hat. Verse 1-8 befassen sich mit Christus, die Verse 9-11 mit Paulus selbst. Verse 1-2: Paulus weist hin auf eine wohl in der jungen Gemeinde bestehende Glaubensformel, die er "Evangelium" nennt. Diese Glaubensformel ist nicht nur inhaltlich, sondern sogar wörtlich festzuhalten. Der Glaube an die Auferstehung ist der Grund, auf dem Verkündigung und Leben stehen, Halt für Gegenwart und Zukunft. Verse 3-8: Wenn wir davon ausgehen, dass der Brief lange vor den Osterevangelien geschrieben ist, und Paulus betont, dass er keine neue Botschaft verkündet, dann finden wir hier eins der ältesten schriftlichen Zeugnisse des vorhandenen Osterglaubens, der sich wörtlich ausgeformt hat. Diese Formel hat Paulus "empfangen" - das verweist auf eine verlässliche Überlieferungskette. Der Tod Christi stellvertretend und zugunsten der Menschen geschieht der Schrift gemäß (vgl. Gen 22; Ex 12; Jes 53; Ps 16,10...) Die Liste der Auferstehungszeugen beginnt mit Petrus, führt über den Zwölferkreis, führt über fünfhundert Brüder hin zu allen Missionaren der jungen Gemeinde. Vers 8: Paulus reiht sich in den Kreis der Zeugen ein, obwohl es ihm nicht zusteht. "Fehlgeburt - Missgeburt" meint wohl mehr das Verhalten vor der Bekehrung - vor der neuen geistlichen Geburt. Verse 9-10 begründen nun, warum Paulus rechtmäßiger Verkünder des Evangeliums ist, trotzdem er die Kirche verfolgt hatte: Gottes Gnade wirkt in ihm. Vers 11 ist gleichsam noch einmal eine Zusammenfassung seines Anliegens.


Im 15. Kapitel seines 1. Korintherbriefes entfaltet Paulus die Auferstehungshoffnung der Christen. Der Apostel erinnert an das Evangelium, das er in Korinth verkündet hat. Dabei hat er das Evangelium auch nur empfangen, ohne etwas davon wegzunehmen oder hinzuzutun. Das Evangelium ist hier kein Erzählzusammenhang, sondern die Zusammenfassung dessen, was die Christusbotschaft ausmacht: für unsere Sünde gestorben, begraben und am dritten Tage auferweckt - und Tod und Auferweckung "gemäß der Schrift" (=AT). Wir haben hier eine der ersten "Kurzformeln" des Glaubens vor uns - oder das Urbekenntnis überhaupt. Welche Bedeutung dieses Bekenntnis hat, erläutert Paulus mit dem Wort "erscheinen". Jesus ist dem Kephas (Petrus) erschienen, den Zwölf, mehr als fünfhundert Brüdern - und als "Letztem" auch ihm, Paulus. Paulus nennt sich eine "Missgeburt“ und spielt auf seine Biographie an. Was "erscheinen" heißt, ist unterschiedlich erfahrbar und erfahren worden. Was sie alle verbindet, denen Jesus "erschienen" ist, ist, dass sie Zeugen seiner Auferweckung geworden sind (passiv!). Leider hat Paulus die Frauen "vergessen", die nach dem einhelligen Zeugnis der Evangelien die ersten Zeugen der Auferweckung wurden. Aber: das Evangelium, wie es von Paulus den Korinthern in Erinnerung gerufen wird, ist das "erste" überhaupt - die Evangelien sind später entstanden. Paulus formuliert sehr dicht: "das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt".


Die heutige 2. Lesung ist das älteste Schriftzeugnis über die Auferstehung Jesu (um 55/57 n. Chr.) und ist damit älter als die Auferstehungsberichte der Evangelien. Das Zentrum bildet die Bekenntnisformel des Paulus, die er vermutlich selber aus früherer Tradition übernommen hat und in Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu zusammengefasst hat (Vers 3). Paulus selbst hat in seinem Damaskuserlebnis Jesus als den Lebenden erfahren (Apg 9,4). Er kennt eine ganze Reihe von Augenzeugen , denen der Auferstandene erschienen ist.


Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.
Brannte nicht unser Herz,
als der Herr unterwegs mit uns redete
und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
Halleluja.


Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:

Am ersten Tag der Woche
   waren zwei von den Jüngern Jesu
   auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus,
   das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Und es geschah:
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten,
   kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.
Doch ihre Augen waren gehalten,
sodass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge,
über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?
Da blieben sie traurig stehen
und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm:
   Bist du so fremd in Jerusalem,
   dass du als Einziger nicht weißt,
   was in diesen Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn?
Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret.
Er war ein Prophet,
mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.
Doch unsere Hohepriester und Führer
   haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
Wir aber hatten gehofft,
   dass er der sei, der Israel erlösen werde.
Und dazu ist heute schon der dritte Tag,
   seitdem das alles geschehen ist.
Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis
   haben uns in große Aufregung versetzt.
Sie waren in der Frühe beim Grab,
   fanden aber seinen Leichnam nicht.
Als sie zurückkamen,
   erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen
und hätten gesagt, er lebe.
Einige von uns gingen dann zum Grab
   und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten;
ihn selbst aber sahen sie nicht.
Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen,
   deren Herz zu träge ist,
   um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
Musste nicht der Christus das erleiden
   und so in seine Herrlichkeit gelangen?
Und er legte ihnen dar,
   ausgehend von Mose und allen Propheten,
   was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren.
Jesus tat, als wolle er weitergehen,
aber sie drängten ihn
und sagten: Bleibe bei uns;
denn es wird Abend,
der Tag hat sich schon geneigt!
Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
Und es geschah:
Als er mit ihnen bei Tisch war,
   nahm er das Brot,
sprach den Lobpreis,
brach es und gab es ihnen.
Da wurden ihre Augen aufgetan
und sie erkannten ihn;
und er entschwand ihren Blicken.
Und sie sagten zueinander:
   Brannte nicht unser Herz in uns,
   als er unterwegs mit uns redete
   und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf
   und kehrten nach Jerusalem zurück
und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren.
Diese sagten:
   Der Herr ist wirklich auferstanden
und ist dem Simon erschienen.
Da erzählten auch sie,
   was sie unterwegs erlebt
   und wie sie ihn erkannt hatten,
   als er das Brot brach.



Das Evangelium von den Emmausjüngern ist ein "Nachtrag", eine "Fortsetzung" des Osterevangeliums, wie es von Lukas überliefert wird. Sondergut also. Die Geschichte entfaltet die Osterbotschaft auf sehr eindrückliche Weise: zwei Jünger sind auf dem Weg nach Hause. Sie müssen mit einer Episode ihres Lebens abschließen. Ihr Herr ist tot. Jesus. Dass er mit ihnen auf dem Weg ist, erkennen sie nicht. Schlüsselwort: Ihre Augen waren gehalten - hier formuliert: sie waren wie mit Blindheit geschlagen. Der Fremde lässt sich von ihnen erzählen, hört ihnen zu und legt ihnen dann die Schrift aus. Christus "musste" leiden, um so in seine Herrlichkeit einzugehen. Um diese Mitte ist der ganze Text gruppiert. Aber erst beim Brotbrechen, bei sich zu Hause, gehen den beiden Jüngern die Augen auf: wer der Fremde ist, was der Fremde gesagt hat, wer sie sind. Das Brotbrechen nimmt die österliche Erfahrung auf und gibt sie bis heute weiter, das Brotbrechen ist das Erkennungszeichen Christi und wird von ihm Menschen anvertraut. "Noch in derselben Stunde" brechen die Jünger auf, um ihre Erfahrung nach Jerusalem zurückzubringen, rennen dort aber offene Türen ein. Die Osterbotschaft wird teilbar. Alle Lesungen dieses Ostermontag unterstreichen die Bedeutung der Schrift, die ausgelegt wird. Ostern erzählt also eine alte Geschichte neu und bezeugt, was Gott von Anfang an ist: Schöpfer. Sein erstes Werk: Licht und Finsternis zu trennen. In der Geschichte von den beiden Emmausjüngern wird in einer - im übrigen seelsorgerlichen Situation - Licht und Finsternis getrennt.


Diese Erzählung von den Emmausjüngern findet sich nur bei Lukas. Der Evangelist reflektiert die Osterereignisse in Form einer Erzählung. Dabei werden geschickt alle Elemente des Auferstehungsglaubens der ersten Christen in einen erzählerischen Zusammenhang gebracht: - Die Überlieferung vom Tod Jesu; - Die Kunde vom leeren Grab; - Die Botschaft, daß er lebe. Noch fehlt den beiden Jüngern der Glaube. Wie die Urkirche deutet ihr noch nicht erkannter Begleiter die Ereignisse vor dem Hintergrund des Alten Testamentes, "ausgehend von Mose und den Propheten", als "göttliches Muß". Erst beim Mahl - die Sprache gleitet dabei über in die Sprechweise der urchristlichen Eucharistiefeier - erkennen die Jünger den Auferstandenen. Dieser läßt sich jedoch nicht festhalten, er entschwindet ihnen. Das Erkennen des Auferstandenen führt unmittelbar in die Verkündigung. Sie brechen unverzüglich auf, um das Erfahrene weiterzutragen.




Pater Bernhard Bossert gestorben

Am Dienstag, 7. Mai 2019 ist unser langjähriger Mitarbeiter Pater Bernhard Bossert CSsR im Alter von 77 Jahren im Starnberger Krankenhaus verstorben.
P. Bernhard Bossert war mit Leib und Seele Erzieher, Gemeindemissionar und Krankenhausseelsorger.
Er verfasste zuletzt fast für jeden Sonntag Predigtgedanken für das Predigtforum.
Danke Pater Bernhard!
R.I.P.

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