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20.05.2019

Kontexte 19.05.2019


Die Verheißung des Neuen

Wolfgang Huber, Predigt über Offenbarung 21.5, Gemeinschaft St. Egidio, Würzburg (6.11.2007) https://www.ekd.de/061107_huber_wuerzburg.htm


Die Verheißung des Neuen, das weiß man auch aus der Entstehung der Offenbarung des Johannes, gewinnt ihre Farbe sehr oft aus der Kontrasterfahrung, aus der Sehnsucht nach dem, was in aller Vergänglichkeit Bestand behält. Sie gewinnt Anhalt daran, dass auch in unserer eigenen Erfahrung Zerstörung und Gewalt nicht das letzte Wort behalten.

Mir ist das hier in Würzburg auf eigentümliche Weise deutlich geworden. Im Sommer führte mich ein Besuch in diese Stadt. Mit meiner Frau streifte ich durch das Museum oben auf der Festung. Plötzlich blieb ich wie angewurzelt vor einem Bild stehen. Vom Steinberg nach Süden hatte der Maler Fried Hegner am 16. März 1945 das brennende Würzburg gemalt. Unter dem Bild liegt zerschmolzenes Silberbesteckt – als Symbol dafür, welche Zerstörungsgewalt da wütete. Und wenn man sich umwendet, steht man vor dem Modell der Stadt Würzburg im Jahr 1945, eine vollkommen zerstörte Stadt, ein Bild unvorstellbaren Grauens.

Dann schaut man auf die Wirklichkeit und wundert sich, dass wieder erstehen konnte, was da in Schutt und Asche gelegt worden war. Es gelang, an die dreizehnhundertjährige Geschichte der Stadt anzuknüpfen, ihre traditionsreichen Gebäude wieder erstehen zu lassen und dem Leben eine neue Chance zu geben.

Und doch bleibt der Unterschied zwischen dem, was wir Menschen neu machen können, und der endgültigen Verheißung, dass alles neu wird. Es bleibt der Unterschied zwischen dem, was wir tun – in den endlichen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, und dem, was Gott tut. Ich glaube, gerade heute ist nichts nötiger als die Fähigkeit, das wieder zu unterscheiden. Das können wir aber nur, wenn die Sehnsucht eine Sprache behält, die über alles Menschenmögliche hinaus denkt und hinaus hofft.

In unnachahmlicher Weise hat dieses Fragen und Sehnen Johann Gottfried Hermann aufgenommen in einem Lied:

(1) Geht hin, ihr gläubigen Gedanken,
ins weite Feld der Ewigkeit,
erhebt euch über alle Schranken
der alten und der neuen Zeit;
erwägt, daß Gott die Liebe sei,
die ewig alt und ewig neu!

(10) Die Hoffnung schauet in die Ferne
durch alle Schatten dieser Zeit;
der Glaube schwingt sich durch die Sterne
und sieht ins Reich der Ewigkeit;
da zeigt mir deine milde Hand
mein Erbteil und gelobtes Land.

Da ist mehr im Spiel als der Gedanke, dass das Spätere eine qualitative Steigerung der Gegenwart enthält. Da ist auch mehr im Spiel als nur ein „auferstanden aus Ruinen“. Nirgendwo in der Bibel ist davon die Rede, dass Gott den ständigen Fortschritt vom Schlechteren zum Besseren garantiert. Gott ist nicht ein Gott des Fortschritts, sondern des Neuen.

Und dieses Neue trägt nichts Altes in sich. Das Neue entsteht nicht dadurch, dass die Teile des Alten wie ein Puzzle neu kombiniert werden. Das Neue, auf das Christen warten und nach dem sie sich sehnen, ist deshalb nicht von Menschen zu schaffen. Nicht durch menschlichen Willen, durch menschliche Kunst oder durch menschliche Arbeit. Das Neue, von dem Johannes spricht, kommt von selbst, kommt aus dem Ewigen und ist deshalb neu. Es lässt sich nicht erzwingen. Für dieses Neue können Menschen nur bereit sein. Diese Bereitschaft beinhaltet das Wissen darüber, dass das Alte vergehen muss, und innerlich zerbricht, wer mit aller Macht versucht, an dem Alten festzuhalten und es vermeintlich zu retten.

Wenn Johannes schreibt: Siehe, ich mache alles neu, dann verweist dieses Ich auf die Quelle des Neuen hin: auf Gott, der in Jesus Christus das Neue hat sichtbar werden lassen. Gott selbst ist es, der das Neue in uns und unter uns werden lässt. Die Sehnsucht nach dem Neuen ist ein Abglanz der Sehnsucht nach der Gegenwart Gottes.



Der Traum Gottes

Reinhard Menzel, Predigt über Offenbarung 21,6, Studierendengemeinde Cottbus (23.1.2018) https://www.studentengemeinde-cottbus.de/startseite-deutsch/predigten/23012018-offb-216-rev-216-deutsch.html


Der Traum Gottes muss nicht auf die Ewigkeit warten. Ich denke da auch an die vielen Menschen in Cottbus, die sich um Flüchtlinge kümmern, ihnen helfen Deutsch zu lernen, sie bei Behördengängen begleiten, ihnen praktische Tipps für den Alltag geben, mit ihnen hoffen, dass Asylverfahren einen positiven Ausgang nehmen.

Der Traum Gottes muss nicht auf die Ewigkeit warten, wenn Menschen auf ihre berufliche Karriere oder auf eine eigene Familie verzichten, um Angehörige oder Freunde zu pflegen und ihnen trotz Krankheit oder Behinderung ein Leben in Gemeinschaft und Würde zu ermöglichen.

Ich sehe in diesen und ähnlichen Erfahrungen Beispiele dafür, wie die warme und menschliche Wirklichkeit des Traumes Gottes auf die kalte und unmenschliche Wirklichkeit dieser Welt trifft und sie überwindet.



Herzlich tut mich erfreuen

Johann Walter (1496 – 1570) in: EG


Herzlich tut mich erfreuen
die liebe Sommerzeit,
wenn Gott wird schön erneuen
alles zur Ewigkeit.
Den Himmel und die Erde
wird Gott neu schaffen gar,
all Kreatur soll werden
ganz herrlich, schön und klar.

Kein Zung kann je erreichen
die ewig Schönheit groß;
man kann's mit nichts vergleichen,
die Wort sind viel zu bloß.
Drum müssen wir solchs sparen
bis an den Jüngsten Tag;
dann wollen wir erfahren,
was Gott ist und vermag.

Da werden wir mit Freuden
den Heiland schauen an,
der durch sein Blut und Leiden
den Himmel aufgetan,
die lieben Patriarchen,
Propheten allzumal,
die Märt'rer und Apostel
bei ihm in großer Zahl.

Also wird Gott erlösen
uns gar von aller Not,
vom Teufel, allem Bösen,
von Trübsal, Angst und Spott,
von Trauern, Weh und Klagen,
von Krankheit, Schmerz und Leid,
von Schwermut, Sorg und Zagen,
von aller bösen Zeit.

Er wird uns fröhlich leiten
ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten
zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne
in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne
und täglich werden neu.

Wir werden stets mit Schalle
vor Gottes Stuhl und Thron
mit Freuden singen alle
ein neues Lied gar schön:
"Lob, Ehr, Preis, Kraft und Stärke
Gott Vater und dem Sohn,
des Heilgen Geistes Werke
sei Lob und Dank getan."



Markt und Marketing Widerspruch

https://www.eveosblog.de/2011/11/30/markt-marketing-widerspruch-liebe-vs-neukauf/


Der Markt & Marketing Widerspruch: liebe das Produkt vs. kaufe ein Neues – Honda & Million Mile Joe

Million Mile Joe: eine bemerkenswerte Marketing-Aktion von Honda. Aus zweierlei Gründen. Erstens finde ich schön, wie sie den Menschen, den Nutzer Ihres Produkts in den Mittelpunkt stellen und aus einem besonderen Anlass überschwänglich feiern. Zum Zweiten, weil sie nicht die Aussage typischer Marketing-Aktionen verfolgt. Es geht nicht um „Liebe das Produkt xy und kaufe es“, sondern „Liebe das Produkt, pflege es und kümmere Dich darum“!

Das ist ungewöhnlich in einem Markt, der eigentlich darauf aus ist, dass wir möglichst schnell etwas Neues kaufen. Produkte lange zu hegen und zu pflegen passt da normalerweise nicht rein. Viele Marketing-Kampagnen versuchen trotzdem emotionale Bindungen herzustellen, ist ja auch wichtig. Doch das ist ein Widerspruch zwischen Marketing und Markt: etwas, das ich wirklich liebe, schmeiße ich nicht zugunsten etwas Neuem einfach weg!



Keine reine Freude

Süddeutsche Zeitung - 10. April 2016, 18:54 Uhr http://www.sueddeutsche.de/muenchen/katholiken-keine-reine-freude-1.2943142



Das Wort Gottes als ein Reisegefährte auch für die Familien

Aus: Amoris Laetitia, Nachsynodales Apostolisches Schreiben des Heiligen Vaters Papst Franziskus über die Liebe in der Familie.



Lebenshingabe

Aus: Tomáš Halík, Ich will, dass du bist. Über den Gott der Liebe. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2015.



Wo die Liebe anfängt, ist alles bloß Normhafte und Gesetzhafte aufgehoben

Aus: Karl Rahner, Worte gläubiger Erfahrung. Hrsg. von Alice Scherer. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1985.



Das größte Geschenk

Henri Nouwen in: Wege zur Mitte. Herder Verlag, Sonderband 2016, Freiburg Basel Wien 2016.



Liebe - das christliche Hauptgebot

Aus: Walter Kardinal Kasper, Barmherzigkeit. Grundbegriff des Evangeliums – Schlüssel christlichen Lebens. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2012.



träumen

Aus: Bruno Griemens, online to he@ven. Jugendgebete. Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer 2009.



Was ich glaube

AutorIn unbekannt. Quelle: Gebetsmappe der Burg Altpernstein (Diözese Linz)



Er führt uns heim

Aus: Nachdenken mit Martin Gutl. Texte, Meditationen, Gebete. Styria Verlag, Graz Wien Köln 1983.



Wer in der Liebe lebt

Aus: Dorothee Sölle, Mut Kämpfe und liebe das leben. HerderVerlag, Freiburg Basel Wien 2008. Und dies.: Es muss doch mehr als alles geben. Hoffmann und Campe Verlag Hamburg 1992.



Elinors geschichte

Aus: dorothee sölle, verrückt nach licht. gedichte. Wolfgang fietkau verlag, Berlin 1984.



unverschämt

Aus: Thomas Weiß, Hörst du mein Schweigen? Gebete der Sehnsucht. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2008.



Lieben: Sehen, was der andere braucht

Aus: Alois Kraxner, In Christus neu werden. Orientierungshilfe für das Christsein in einer Kirche der Auseinandersetzungen. Dom Verlag Wien 1990.



Christliche und menschliche Liebe

Aus: Carlo Maria Martini, Damit Leben stimmig wird. Orientierungen. Verlag Neue Stadt, München 2001.





Pater Bernhard Bossert gestorben

Am Dienstag, 7. Mai 2019 ist unser langjähriger Mitarbeiter Pater Bernhard Bossert CSsR im Alter von 77 Jahren im Starnberger Krankenhaus verstorben.
P. Bernhard Bossert war mit Leib und Seele Erzieher, Gemeindemissionar und Krankenhausseelsorger.
Er verfasste zuletzt fast für jeden Sonntag Predigtgedanken für das Predigtforum.
Danke Pater Bernhard!
R.I.P.

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