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26.05.2019

Kontexte 03.03.2019


Augen- und Herzenslieder

Youtube.com - 28. Februar 2019



Interview mit J. Samarago

https://www.zeit.de/2008/44/Saramago


José Saramago: Ach was, ich habe ein dickes Fell!
Portugals Nobelpreisträger José Saramago spricht über die Verfilmung seines Romans "Die Stadt der Blinden" und erklärt, warum er immer noch Kommunist ist
Von Evelyn Finger 24. Oktober 2008


ZEIT:
Stimmt es, dass Sie die Filmrechte an der Stadt der Blinden jahrelang unter Verschluss hielten?
Saramago: Ja, denn einmal wurde ein Buch von mir sehr schlecht verfilmt, Das steinerne Floß. Der Regisseur hielt sich pedantisch an die Vorlage, statt seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Das Problem ist ja, dass meine Figuren meist keine Namen, Gesichter, Biografien haben. Ich beschreibe ihre Psychologie, aber nicht ihre Haarfarbe oder ihre Herkunft. Als Die Stadt der Blinden 1995 erschien, schickte mir ein gewisser Fernando Meirelles einen langen Brief, dass er unbedingt Bilder für diese Welt ohne Bilder erfinden wolle, für das plötzliche Nicht-mehr-sehen-Können, den Sturz ins Nichts. Ich habe den Brief offenbar nie beantwortet, zehn Jahre später beschwerte der Absender sich jedenfalls. Zu dem Zeitpunkt hatten ein kanadischer Drehbuchautor und seine Produktionsfirma mich gerade überredet, ihnen die Rechte am Roman zu überlassen. Als Regisseur wählten sie ausgerechnet Meirelles, dem so verspätete Gerechtigkeit widerfuhr. Das ist eine geradezu literarische Pointe, die mir gut gefällt.

ZEIT: Wie konnten die Kanadier Sie überzeugen?
Saramago: Sie ließen sich nicht abwimmeln, bis wir sie nach Lanzarote einluden. Und als sie dann kamen, waren sie mir einfach sympathisch, keine glatten Herren aus Hollywood, sondern eigensinnige Visionäre, die tausend Fragen hatten. Zum Beispiel: Wie blickt man als Erzähler auf seine blinden Figuren? Im Buch gibt es die Frau eines Arztes, die als Einzige nicht blind ist und den Horror sieht – eine schreckliche Bürde, aber auch eine Rettungschance. Die Kamera muss aus Sicht dieser Frau, aus Sicht der Blinden und dann wieder aus einer neutralen Außenperspektive erzählen. Ein ständiger schwieriger Wechsel der Betrachtungsweisen.

ZEIT: Kennen Sie den fertigen Film?
Saramago: Nein, aber eine Vorabfassung. Ich bin froh, dass der Regisseur nicht sklavisch meinem Text folgt, sondern eigene erschütternde Szenen findet. Wie die Menschen, wenn sie erblinden, eintauchen in ein leuchtendes Weiß, das das Wesen der Dinge absorbiert. Wie andererseits der Raum um die hilflosen Menschen sich verdüstert durch Müll, Kot, Blut. Ich habe die Grausamkeit und die Selbsterniedrigung der Blinden während ihrer Gefangenschaft in der Irrenanstalt neu erlebt.

ZEIT: Welche Szene hat Sie besonders beeindruckt?
Saramago: Vor allem dieser eine Moment, der eigentlich nur ein Blick durch ein breites Flurfenster ist, hinter dem eine Prozession blinder Frauen auftaucht. Sie sind unterwegs in den düstersten Trakt ihres Gefängnisses, wo Blinde hausen, die den anderen die Essensrationen zuteilen. Die Frauen müssen den Männern ihre Körper verkaufen, um nicht zu verhungern. Im Blick auf diesen Opfergang wurde für mich das Leid aller unterdrückten Frauen lebendig, und ich habe mich dafür geschämt, was wir Männer ihnen seit Menschengedenken antun.

ZEIT: Diese Frauen sind ein Lichtblick in der apokalyptischen Welt der Irrenanstalt, sie verhalten sich solidarischer als die Männer. Glauben Sie wirklich an die moralische Kraft der Schwachen?
Saramago: Nun ja, die positiven Rollen in meinen Büchern sind alle mit Frauen besetzt. Aber das ist nicht versöhnlich gemeint. Die Frau des Arztes sieht weder kraft ihrer Vernunft noch kraft ihres Herzens, sondern zufällig und weil ich eine Zeugin brauchte. Ich wollte zeigen, dass unsere aufgeklärte Moral bedroht und unsere Vernunft blind ist. Sehenden Auges bleiben wir Blinde. Wir können sehen, aber sehen nicht. Wir leben mit dem alltäglichen Horror und haben gelernt, wegzuschauen.

https://www.zeit.de/2008/44/Saramago



Balken im Auge

http://www.unendlichgeliebt.de/2014/04/20/das-ding-mit-dem-balken-im-auge/ - 28. Febraur 2019


Manche Menschen interpretieren diesen Balken im Auge als eigene Sünde, so als wollte Jesus sagen: "Wer bist Du eigentlich, dass Du jemanden verurteilen willst? Du hast doch noch mehr Mist auf dem Kerbholz als dieser Kerl!"

Für mich ist diese Schlussfolgerung unlogisch, denn das würde bedeuten, man muss die eigene Sünde nur irgendwie loswerden und dann hat man freie Fahrt und kann andere nach Lust und Laune verurteilen. Ich denke dieser Balken steht nicht für unsere eigene Fehlerhaftigkeit, sondern für den Akt des Verurteilens selbst. Wer andere verurteilt, der kann ihnen nicht mehr helfen. Selbst dann nicht, wenn er die besten Absichten hat. Denn die Methode ist falsch. Verurteilung ist niemals der richtige Weg, um jemanden bei einem Problem zu helfen. Es macht viel mehr blind dafür, dass es andere Möglichkeiten gibt, jemand zur Seite zu stehen und ihn zu unterstützen.

http://www.unendlichgeliebt.de/2014/04/20/das-ding-mit-dem-balken-im-auge/



Wäsche der Nachbarin

https://rundfunk.evangelisch.de/


Junges Pärchen hat soeben die neue Wohnung bezogen. Sie sitzen beim Frühstück in der Küche. Da fällt der Blick der jungen Frau auf die Nachbarin, die gerade Wäsche aufhängt. Sie sagt zu ihrem Mann: „Schau dir mal die Wäsche unserer neuen Nachbarin an. Das soll sauber sein? Sie sollte sich wirklich mehr Mühe geben oder wenigstens ein besseres Waschmittel verwenden."

Am nächsten Waschtag ergibt sich dasselbe Bild. Die Bettlaken sind einfach nicht richtig sauber. „Vielleicht gehe ich mal rüber und empfehle ihr ein neues Waschmittel!" nimmt die Frau sich vor; aber wie so häufig im Leben bleibt es beim Vorsatz. Doch eines Morgens staunt die junge Frau nicht schlecht, als sie wieder einmal die Nachbarin beim Aufhängen der Wäsche beobachtet. Die Wäsche ist blütenweiß. „Warst du etwa bei ihr und hast ihr ein anderes Waschmittel empfohlen?" fragt sie ihren Mann. Der lacht und sagt: „Aber nein, das würde ich doch niemals tun. Ich habe nur -- das Küchenfenster geputzt." Diese kleine Anekdote kursiert seit einiger Zeit im Internet, genauer: auf Facebook.

Sie hat ihren Reiz dadurch, dass sie wenigstens drei Erkenntnisse transportiert: Erstens, wenn man etwas an seinen Mitmenschen zu kritisieren hat, ist es manchmal gut, damit zu warten. Manches Problem löst sich von selbst auf eine Weise, mit der man nicht gerechnet hat. Zweitens: Wir sind geneigt, die Schuld für die Misshelligkeiten des Alltags bei anderen zu suchen. Nicht immer aber sind wirklich die anderen schuld daran. Manchmal ist es das eigene Problem, das den Kritikasten umtreibt. Und das kann durchaus dazu führen, dass man plötzlich wünscht, den Mund gehalten zu haben. Drittens zeigt diese kleine Geschichte die Berechtigung einer Frage, die Jesus in der Bergpredigt stellt: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“ (Matthäus 7,3).

https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/wort-zum-tage/die-waesche-der-nachbarin-7398



Alles nur geklaut?

Jüdische Allgemeine, 28.02.2019


Redensartlich ist die Jesus zugeschriebene rhetorische Frage »Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?« (Matthäus 7,3). Die Autorenschaft an dieser eindrucksvollen literarischen Metapher kann für sich jedoch auch der jüdische Gesetzeskommentar reklamieren. »Wenn jemand zu einem sagte: nimm fort den Splitter zwischen deinen Augen, so erwiderte ihm dieser: nimm fort den Balken zwischen deinen Augen« (Awoth 2,20). (…)

Ob Talmud oder Evangelist: Wer immer der Urheber des Originals sein mag, kann sich mit Oscar Wilde trösten. Der wurde auch plagiiert und meinte dazu entspannt: »Nachahmung ist die aufrichtigste Form der Schmeichelei.«

Jüdische Allgemeine, 28.02.2019 - 23. Adar I 5779
https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/alles-nur-geklaut-3/



Gefahr der Menschenverachtung

predigtpreis.de


… In seiner eindrücklichen „Rechenschaft nach Zehn Jahren“ von 1943, kurz vor seiner Verhaftung, beschreibt er (D. Bonhoeffer) sein Entsetzen über den Opportunismus und die Dummheit vieler seiner Landsleute. Dann notiert er: „Die Gefahr, uns in Menschenverachtung hineintreiben zu lassen, ist sehr groß.“ Aber, wer einen Menschen verachte, fährt er fort, der gebe ihn auf, gebe die Chance auf, ihn verändern zu können - und dann betont Bonhoeffer, dass nichts von dem, was wir im anderen verachten, uns selbst ganz fremd sei. Man müsse mehr darauf schauen, was Menschen erleiden, nicht, was sie sagen und tun. „Das einzig fruchtbare Verhältnis zu den Menschen“ so schließt er, „ist Liebe, d.h. der Wille, mit ihnen Gemeinschaft zu halten. Gott selbst hat die Menschen nicht verachtet, sondern ist Mensch geworden um der Menschen willen.“

Was mich so beeindruckt an diesem Bonhoeffer-Text: Nicht richten, nicht aburteilen heißt hier nicht Gleichgültigkeit, heißt nicht das Unrecht, die Dummheit zu akzeptieren, sich damit zu arrangieren. (…)
Die Maßstäbe sind klar und unerschüttert, aber gleichzeitig beobachtet er an sich die Gefahr, hart und verachtend zu werden und damit genau in den Hauptfehler seiner Feinde zu fallen… Und doch hat er ein Korrektiv, und aus diesem gewinnt er nun einen neuen Maßstab: Gott ist Mensch geworden, damit wir menschlich werden. Er gewinnt also einen Maßstab an Jesus Christus…

Predigt über „Sucht mich das Glück am falschen Ort?“
Pfarrer Niklaus Peter 31.08.2008 Fraumünster in Zürich, Schweiz
https://predigtpreis.de/predigtdatenbank/predigt/article/predigt-ueber-sucht-mich-das-glueck-am-falschen-ort.html



Blickschärfung

Aus: Theo Brüggemann, Gebete zur Bergpredigt. Verlag Ernst Kaufmann, Lahr 1971.



Meine Gegner machen es mir nicht leicht

Aus: Josef Dirnbeck, Martin Gutl, Ich wollte schon immer mit dir reden. Meditationstexte. Styria Verlag, Graz Wien Köln 1981.



Die Satten werden gebeten

Aus Martin Gutl, Loblied vor der Klagemauer. Styria Verlag, Graz Wien Köln 1978.



Der Engel der Heiterkeit

Aus: Anselm Grün: 50 Engel für das Jahr. Ein Inspirationsbuch. Herder Spektrum. Freiburg Basel Wien 1997.



Kleiner Unterschied

Aus: Eugen Roth. Ein Mensch. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 1995.



Verwickelte Geschichte

Aus: Eugen Roth. Ein Mensch. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 1995.



Zeit heilt...

Aus: Eugen Roth für Lebenskünstler. Carl Hanser Verlag, München, Wien 1995.



Späte Einsicht

Aus: Eugen Roth für Lebenskünstler. Carl Hanser Verlag, München, Wien 1995.



Nur

Aus: Eugen Roth für Lebenskünstler. Carl Hanser Verlag, München, Wien 1995.



Aus Not zur Tugend

Aus: Eugen Roth für Lebenskünstler. Carl Hanser Verlag, München, Wien 1995.





Pater Bernhard Bossert gestorben

Am Dienstag, 7. Mai 2019 ist unser langjähriger Mitarbeiter Pater Bernhard Bossert CSsR im Alter von 77 Jahren im Starnberger Krankenhaus verstorben.
P. Bernhard Bossert war mit Leib und Seele Erzieher, Gemeindemissionar und Krankenhausseelsorger.
Er verfasste zuletzt fast für jeden Sonntag Predigtgedanken für das Predigtforum.
Danke Pater Bernhard!
R.I.P.

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