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22.09.2018

Kontexte 24.04.2011


Auferstehung

Elisabeth Melzer-Geissler in: Im Dunkel glüht der Funke Hoffnung, hrsg. Von Claudia Peters. Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach 2010.


(zu Joh. 20,11)

Vor dir
Grab
und Tod

hinter dir
Christus
der Gärtner

Wende
dich um
und schaue

Damit du siehst
was vor dir liegt

und
zurücklassen kannst
Vergangenes

Same
für Künftiges.



auferstanden

Aus: Joop Roeland, Die Stimme eines dünnen Schweigens. Herausgeber: Die Quelle Verlag GmbH, Feldkirch 1992.


Einer geworden sein,
der über den Schatten
der eigenen Angst gesprungen ist.
Einer, der immer Tag anfängt,
keine Endabrechnungen
mehr schreibt,
keine Schlußbilanzen zieht.
Einer, der nicht mehr sammelt,
nicht einmal Steine als Kopfkissen.
Einer, der ohne Ort
dennoch ein Zuverlässiger ist:
Zuflucht und Ort für viele.
Einer, dessen Gedanken
schneller gehen
als seine Vernunft nachkommen kann:
nur Liebe macht sie langsam,
läßt sie verweilen.
Auch bei verfinstertem Himmel
ein Sternsinger,
sogar in der Wüste
ein Wasserträger,
noch im Winter
ein Gärtner.
Für jeden, der ihm begegnet,
ein Heilender,
ein Segnender.



Du bist unsere Auferstehung

Aus: Joop Roeland, Die Stimme eines dünnen Schweigens. Herausgeber: Die Quelle Verlag GmbH, Feldkirch 1992.


Die Erniedrigten
werden genannt werden:
die Erhöhten.
Denen, die keinen Ort hatten,
wird man zurufen:
o ihr Heimkehrer!
Die Gebeugten, die Finsteren
werden heißen:
die Tanzenden.
Den Schweigenden und Verbitterten
wird man zuklatschen:
seht die Singenden!
Die Belasteten und Beladenen
erhalten den Namen:
die Lachenden.
Und die im Todesschatten wanderten:
die Getragenen, die Behüteten.
Die Gestorbenen
wird man nennen:
die Erwachten
oder auch:
die Neugeborenen.



Österliches Gebet

Aus: Breite deinen Frieden in mir aus. Gebete der Religionen. Zusammengestellt und kommentiert von Walter Kühnelt. Verlag St. Gabriel, Mödling Wien 1989.


Tag der Auferstehung!
Laßt uns erstrahlen
in festlicher Freude
und uns gegenseitig umarmen.
Laßt uns selbst
diejenigen Brüder nennen,
welche uns hassen.
Laßt uns vergeben
wegen der Auferstehung
und also rufen:
"Christus
ist von den Toten
auferstanden!"



Gebet zur Osterzeit

Aus: Breite deinen Frieden in mir aus. Gebete der Religionen. Zusammengestellt und kommentiert von Walter Kühnelt. Verlag St. Gabriel, Mödling Wien 1989.


Alles ist jetzt
mit Licht erfüllt,
Himmel, Erde und Unterwelt.
Die ganze Schöpfung
möge Christi Auferstehung feiern,
durch die sie gefestigt wird.
Gestern
war ich mit dir begraben,
o Christus.
Heute
auferstehe ich mit dir,
dem Auferstandenen.
Gestern
war ich mit dir gekreuzigt.
Verherrliche mich mit dir,



Dein Grab ist mir unwichtig geworden

Charlotte Knöpfli-Widmer in: Im Dunkel glüht der Funke Hoffnung, hrsg. Von Claudia Peters. Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach 2010.


Als ich kürzlich den alten Bachweg
entlang ging, kamst du mit mir.
Als im Konzert ein Stuhl neben mir
frei war, saßest du neben mir.
Wie ein hauchdünner Schleier
durchwehst du mich,
kommst mit mir überall hin.
Nur im Lärm entfernst du dich,
oder wenn ich in Eile bin.
Am nächsten bist du,
wenn ich allein bin.
Nur: umarmen kann ich dich nicht mehr.
Glaub mir, das schmerzt!



Von Zeit und Ewigkeit

Aus: Wahres Glück wächst in der Stille. Aus den Quellen der Weisheit. Hrsg. Von Christian Leven. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2007.


Ich glaube mehr und mehr,

dass man den lieben Gott nicht nach dieser Welt beurteilen darf, denn das ist eine seiner misslungenen Arbeiten. Aber wenn man einen Künstler liebt, dann findet man an seinen misslungenen Arbeiten nicht viel zu kritisieren. Man schweigt. Nur fühlt man sich berechtigt, bessere zu verlangen. Für uns wäre es nötig, noch andere Arbeiten von der gleichen Hand zu sehen. Denn diese Welt ist augenscheinlich in der Hetze verpatzt worden in einem der schlechten Augenblicke, wo der Schöpfer nicht mehr wusste, was er machte, oder nicht mehr mit dem Kopf dabei war. Die Legende allerdings erzählt uns vom lieben Gott, dass er sich kolossal viel Mühe gegeben habe mit der Schöpfung dieser Welt.

Ich glaube, die Legende hat Recht, aber trotzdem hinkt die Studie überall, wo man hinsieht. Nur Meister können die Täuschung durchschauen und zugleich täuschen. Das ist vielleicht der beste Trost, und wenn man die Sache von da aus sieht, darf man hoffen, dass die gleiche schöpferische Hand auch den Ausgleich schafft. So gesehen, dürfen wir dieses Leben, das so anfechtbar ist und aus so guten und selbst besonderen Vernunftgründen kritisiert werden kann, für nichts anderes nehmen, als was es ist. Dann bleibt uns die Hoffnung, in einem anderen Leben etwas Besseres als hier zu sehen.

Vincent van Gogh

Ich bin wie eine Brieftaube,

die man vom Urquell der Dinge in ein fernes, fremdes Land getragen und dort freigelassen hat. Sie trachtet ihr ganzes Leben nach der einstigen Heimat, ruhelos durchmisst sie das Land nach allen Seiten. Und oft fällt sie zu Boden in ihrer großen Müdigkeit, und man kommt, hebt sie auf, pflegt sie und will sie ans Haus gewöhnen. Aber sobald sie die Flügel nur wieder fühlt, fliegt sie von neuem fort, auf die einzige Fahrt, die ihrer Sehnsucht genügt, die unvermeidliche Suche nach dem Ort ihres Ursprungs.

Christian Morgenstern

Wenn du müde geworden bist

vom Laufen nach den Sternen, um den Menschen in der Nacht ein wenig Licht zu bringen, dann setz dich in der Stille nieder und lausch auf die Quelle. Wenn du tief genug vordringst zum Kern der Dinge, bekommst du Augen, um unsichtbare Dinge zu sehen, und Ohren, um unsichtbare Dinge zu hören.

Phil Bosmans

Ein Gedanke

Es gibt einen Gedanken, der unsere ganze Lebensführung und Betrachtung verändern würde: die Gewissheit unserer Unzerstörbarkeit durch den Tod.

Christian Morgenstern