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9.12.2018

Lesungen 11.10.2015


1. Lesung des 28. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Weish 7,7-11
 

Lesung aus dem Buch der Weiheit:

Ich betete, und es wurde mir Klugheit gegeben;
ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir.
Ich zog sie Zeptern und Thronen vor,
Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr.
Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich;
denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand,
und Silber gilt ihr gegenüber soviel wie Lehm.
Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit
und zog ihren Besitz dem Lichte vor;
denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt.
Zugleich mit ihr kam alles Gute zu mir,
unzählbare Reichtümer waren in ihren Händen.



Die vorliegende Textstelle ist der 3. Abschnitt des 2. Teils des Buches der Weisheit, welches sehr genau komponiert ist. Der Verfasser, ein hellenistischer und ästhetisch gebildeter Jude, hat das Werk zwischen 80 bis 30 v. Chr. in der Person des König Salomo verfasst. Es ist eines der jüngsten Bücher des AT. Im vorliegenden Text zeigt Salomo auf, dass ihm nur durch das Gebet die Klugheit verliehen wurde: vgl. Weish 8,21 - 9,19 und 1Kön 3,6-9.


Das späteste Buch des Alten Testamentes (zwischen 80 und 30 v. Chr.) trägt in der griechischen Bibel den Namen, "Weisheit Salomos". Entstanden ist es vermutlich in Alexandria in der Zeit der jüdischen Diaspora in Ägypten. Der Verfasser, ein auf seinen Glauben stolzer Jude, preist die Schönheit der Natur und kommt aus einem hellenistischen Umfeld. Er wendet sich tröstend und mahnend an seine verfolgten Glaubensbrüder - und drohend-warnend an ihre Verfolger. Das Buch der Weisheit führt bis an die Schwelle des Neuen Testamentes heran. Der Apostel Paulus spielt vor allem im Römerbrief des öfteren an Texte dieses Buches an. In der Perikope zum heutigen Sonntag bittet der Verfasser darum, gemäß der Weisheit denken und lehren zu können. Nur durch das Gebet kann Salomo, der fiktive Autor, die Weisheit als Geschenk Gottes erhalten. Er weiß Macht und Reichtum, Gesundheit und Schönheit zu schätzen; aber das alles hat keinen Wert ohne die Weisheit. Sie allein hat Bestand. Die Sonne scheint nur am Tag, die Weisheit hingegen leuchtet auch über den Tod hinaus.


R: Sättige uns, Herr, mit deiner Huld!
Dann werden wir jubeln und uns freuen. – R

Unsere Tage zu zählen, lehre uns!
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Herr, wende dich uns doch endlich zu!
Hab Mitleid mit deinen Knechten! - (R)

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld!
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast,
so viele Jahre, wie wir Unglück erlitten. - (R)

Zeig deinen Knechten deine Taten
und ihren Kindern deine erhabene Macht!
Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes.
Lass das Werk unsrer Hände gedeihen,
ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände! - R


2. Lesung des 28. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Hebr 4,12-13

Lesung aus dem Hebräerbrief:

Lebendig ist das Wort Gottes,
kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert;
es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist,
von Gelenk und Mark;
es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens;
vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen,
sondern alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen,
dem wir Rechenschaft schulden.



Der Brief an die Hebräer (Judenchristen) ist eine Mahnschrift an Christen in der Verfolgung. Entstanden ist er vermutlich am Ende des 1. Jhdts. n. Chr. in Rom. Der Autor ist ein vom paulinischen Gedankengut beeinflusster Judenchrist. Die Textstelle ist angefügt an die Beschreibung der Verheißungen des Gelobten Landes, das aber hier nicht topographisch, sondern spirituell gesehen wird. Im Anschluss folgen Auseinandersetzungen mit dem Hohenpriesteramt Jesu


Verfasser und Adressaten des Briefes sind unbekannt, eine Datierung seiner Entstehung ist zwischen 85 - 95 n. Chr. möglich. Wahrscheinlich ist er in Rom von einem griechisch gebildeten Judenchristen verfaßt worden, der stark von paulinischem Gedankengut beeinflußt war. Die Hauptbotschaft ist, Christus auch in Zeiten von Leid und Verfolgung treu zu bleiben, und sich nicht beirren zu lassen. Er bietet auch einen interessanten Einblick in das frühchristliche Denken und Leben am Ende des ersten Jahrhunderts. Kraftvoll und mächtig, herausfordernd und bestimmend wird Gottes Wort in der heutigen Textstelle aus dem Hebräerbrief beschrieben. Durch sein Wort greift Gott in die Geschichte der Welt ein. Doch dieses Wort Gottes fordert vom Menschen, der es hört, eine Entscheidung.


Ruf vor dem Evangelium am 28. Sonntag im Jahreskreis (B)
Mt 5,3

Halleluja. Halleluja.
Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Halleluja.


Evangelium des 28. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Mk 10,17-30

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

In jener Zeit
lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn:
Guter Meister, was muß ich tun,
um das ewige Leben zu gewinnen?
Jesus antwortete:
Warum nennst du mich gut?
Niemand ist gut außer Gott, dem Einen.
Du kennst doch die Gebote:
Du sollst nicht töten,
du sollst nicht die Ehe brechen,
du sollst nicht stehlen,
du sollst nicht falsch aussagen,
du sollst keinen Raub begehen;
ehre deinen Vater und deine Mutter!
Er erwiderte ihm:
Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er:
Eines fehlt dir noch:
Geh, verkaufe, was du hast,
gib das Geld den Armen,
und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben;
dann komm und folge mir nach!
Der Mann aber war betrübt, als er das hörte,
und ging traurig weg;
denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen:
Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen,
in das Reich Gottes zu kommen!
Die Jünger waren über seine Worte bestürzt.
Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen:
Meine Kinder, wie schwer ist es,
in das Reich Gottes zu kommen!
Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander:
Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an und sagte:
Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott;
denn für Gott ist alles möglich.
Da sagte Petrus zu ihm:
Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
Jesus antwortete: Amen, ich sage euch:
Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen
Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat,
wird das Hundertfache dafür empfangen:
Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten,
wenn auch unter Verfolgungen,
und in der kommenden Welt das ewige Leben.



Das Markusevangelium stammt ungefähr aus dem Jahr 70 n. Chr. und wurde vermutlich in Rom verfasst. Adressaten sind Heiden und Heidenchristen. Die Begebenheit vom reichen jungen Mann hat Markus in den dritten Teil der "Biographie" Jesu gesetzt, in die Wanderung auf Jerusalem zu. Der heutige Abschnitt setzt sich aus drei Teilen zusammen: die Erzählung von der Begegnung mit dem reichen Mann, die anschließende Jüngerbelehrung und die Frage nach der Nachfolge und dem verheißenen Lohn dafür. Ein nicht näher bezeichnete Mann tritt an Jesus mit einer Frage heran, die viele Leser und Hörer des Evangeliums beschäftigt haben dürfte. Die Kniebeuge bekundet den großen Respekt des Mannes vor Jesus. Die genannten Gebote wurden von ihm eingehalten; dies schließt wohl auch die soziale Komponente mit ein. Die Geste Jesu anschließend ist nicht zuerst eine Anerkennung dessen, was dieser Mann alles "geleistet" hat, sondern eine Einladung. Diese Einladung ist mit der Aufforderung verbunden, seinen gesamten Besitz zu verkaufen und den Erlös den Armen zu geben; eine überraschende und radikale neue Forderung. Sie ist verbunden mit dem Ruf in die Nachfolge. Die Lösung vom irdischen Besitz verschafft einen himmlischen Schatz. Diese rein jüdische Vorstellung geht davon aus, dass Almosen und gute Werke in der himmlischen Welt eine entsprechende Vergeltung erfahren dürfen. Nachdem der reiche Mann gegangen ist, wendet sich Jesus nun den Jüngern zu. Die Frage nach dem ewigen Leben bleibt weiter bestimmend. Jesus prangert grundsätzlich den sog. "Mammonismus" an. Die Redewende vom Nadelöhr und dem Kamel, bzw. ähnliche Sprüche, waren den Rabbinen bekannt. Es gibt viele Hindernisse, die den Eintritt in das Reich Gottes unmöglich machen. Auf das Erschrecken der Jünger folgt der Trost, dass Gott das Menschenunmögliche doch möglich macht. Diese Antwort verweist auch auf die Einsicht von Hiob (Hiob 42,2, bzw. Gen 18.14). Die Jünger sind schon in die Nachfolge eingetreten und sollen sich bewusst werden, dass die von ihnen geleisteten Verzichte nicht um ihrer selbst willen erfolgten, sondern dazu verhelfen sollen, eine neue Gemeinschaft bzw. Gemeinde aufzubauen; den "Lohn" werden sie so erhalten.


Das Markusevangelium stammt ungefähr aus dem Jahr 70 n. Chr. (In Kap. 13 wird bereits auf die Zerstörung Jerusalems angespielt) und wurde vermutlich in Rom verfasst. Adressaten sind Heiden und Heidenchristen. Die Begegnung Jesu mit dem reichen jungen Mann hat Markus in den dritten Teil der "Biographie" Jesu gesetzt, in die Wanderung auf Jerusalem zu. Sie ist wie der große Teil seines Evangeliums zusammengesetzt aus einzelnen Jesus-Worten, die er gesammelt und zu einem Werk verarbeitet hat.


Nach altkirchlicher Überlieferung wird das älteste, in griechischer Sprache verfaßte, Evangelium dem hl. Markus zugeschrieben. In Rom entstanden, steht es dennoch in zeitlicher Verbindung zur Zerstörung Jerusalems, deshalb kommt eine Entstehungszeit um das Jahr 70 n. Chr. in Frage. In seinem Evangelium berichtet Markus von verschiedenen Wundern Jesu, von seinen Worten und gibt Zeugnis von seiner Passion. Inhaltlich geht es ihm um die Verkündigung, daß durch diesen Jesus von Nazareth Gott seinen Willen offenbart hat, die Menschen zu retten. Jesus ist der Christus, der verheißene Messias. Durch ihn ist uns eine Zeit des Heils angebrochen. Das Evangelium zum 28. Sonntag im Jahreskreis berichtet vom reichen Jüngling, der nicht bereit ist, um Jesu Willen auf Geld und Reichtum zu verzichten. Eine für alle Zeiten gültige Geschichte: Der sich nach Wohlstand und Sicherheit sehnende Mensch wird aufgerufen, dies alles aufzugeben, zweier Wörter wegen: Folge mir nach!


Kurzfassung des
Evangeliums vom 28. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Mk 10,17-30

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

In jener Zeit
lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn:
Guter Meister, was muß ich tun,
um das ewige Leben zu gewinnen?
Jesus antwortete:
Warum nennst du mich gut?
Niemand ist gut außer Gott, dem Einen.
Du kennst doch die Gebote:
Du sollst nicht töten,
du sollst nicht die Ehe brechen,
du sollst nicht stehlen,
du sollst nicht falsch aussagen,
du sollst keinen Raub begehen;
ehre deinen Vater und deine Mutter!
Er erwiderte ihm:
Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er:
Eines fehlt dir noch:
Geh, verkaufe, was du hast,
gib das Geld den Armen,
und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben;
dann komm und folge mir nach!
Der Mann aber war betrübt, als er das hörte,
und ging traurig weg;
denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen:
Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen,
in das Reich Gottes zu kommen!
Die Jünger waren über seine Worte bestürzt.
Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen:
Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!
Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander:
Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an und sagte:
Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott;
denn für Gott ist alles möglich.