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22.06.2018

Lesungen 25.02.2018


1. Lesung vom 2. Fastensonntag, Lesejahr B:
Gen 22,1-2. 9a.10-13. 15-18

Aus dem Buch Genesis:

In jenen Tagen stellte Gott Abraham auf die Probe.
Er sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
Gott sprach:
Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak,
geh in das Land Morija,
und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne,
als Brandopfer dar.
Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte,
baute Abraham den Altar, schichtete das Holz auf.
Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer,
um seinen Sohn zu schlachten.
Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu:
Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
Jener sprach:
Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus,
und tu ihm nichts zuleide!
Denn jetzt weiß ich, daß du Gott fürchtest;
du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten.
Als Abraham aufschaute, sah er:
Ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen.
Abraham ging hin, nahm den Widder
und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
Der Engel des Herrn rief Abraham zum zweitenmal
vom Himmel her zu und sprach:
Ich habe bei mir geschworen - Spruch des Herrn:
Weil du das getan hast
und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast,
will ich dir Segen schenken in Fülle
und deine Nachkommen zahlreich machen
wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresstrand.
Deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde einnehmen.
Segnen sollen sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde,
weil du auf meine Stimme gehört hast.



Mit der Widersprüchlichkeit Gottes werden wir in dieser Stelle konfrontiert. So schwierig wie damit umzugehen, so schwierig faßt sich diese Opferszene an. Alles erinnert an Wallfahrtsorte, zu denen die Israeliten pilgerten, um Gott Opfer darzubringen. Diese Orte sind an gewisse Ereignisse geknüpft, wie Gott erscheint, Gott spricht, oder an Gotteserfahrung, die Abraham zuteil wurde. Jeder kann somit hingehen und opfern wie dies die Urväter des Glaubens taten. Diese Kultstätten haben die landnehmenden Leute Abrahams genauso, wie später die zwölf Stämme von Ägypten kommend im "Gelobten Land" vorgefunden bzw. einfach von der anstämmigen Bevölkerung übernommen. Eine weitere Schicht in dieser Geschichte ist, daß Menschenopfer im Umfeld Israels, d.h. bei der anderen Bevölkerung üblich waren. Waren auch bei den Israeliten Menschenopfer üblich? Jedenfalls sollte das Geopferte Gott zugeführt werden. Und es sollte nur das Beste sein. Somit war das Opfern der Erstgeburt angebracht. Dies wurde mit dem Vieh gemacht. Mit den Erstgeborenen der Menschen? Bekannt ist, daß die Israeliten die zu opfernde Erstgeburt der Menschen durch Opferung eines Tieres auslösten. Letztendlich opfert Abraham seinen Sohn doch nicht. Werden folglich in Israel nicht Menschenopfer dargebracht, heißt dies nicht, Israel verehre deswegen Gott weniger als die anderen, die dies tun. Und wird dadurch nicht aufgezeigt, daß dieser Gott ein Gott der Lebenden ist?! Wieviele Menschenopfer fordern die Herren dieser Welt?


Die Lesung erzählt von Abraham, dem Stammvater des Volkes Israel, dem erst in hohem Alter ein legitimer Sohn und Stammhalter geschenkt worden war. An ihn knüpft er seine ganze Hoffnung. Gott verlangt von ihm, das eigene Kind zu opfern. Als Motiv wird genannt, daß Gott Abraham auf die Probe stellen wollte. Es gibt viele Versuche, die unglaubliche Härte der Geschichte wegzuinterpretieren. Etwa der Versuch, in der Erzählung eine Gegengeschichte zu den damals außerhalb Israels üblichen Menschenopfern zu sehen. Die Geschichte wolle zeige, daß Gott keine Menschenopfer will. Abraham hatte jedoch seinen Sohn in Gedanken vielfach geopfert, bevor der Engel Gottes Einhalt geboten hat. Oder die Deutung als symbolische Geschichte: Söhne werden geopfert für das Vaterland, für heilige und unheilige Kriege, für den väterlichen Ehrgeiz... Es kostet Kraft, die Geschichte auszuhalten, wie sie dasteht. Gott und das, was er von uns will, ist für uns Menschen oft hart und unverständlich. Auf der Suche nach dem Willen Gottes können wir auch irren. Den Mißbrauch des Namens Gottes verbietet das zweitwichtigste Gebot des Dekalogs. Sich von Gott ein Bild zu machen, birgt das Risiko eines eigenmächtigen Gottesbildes in sich. Die Erzählung kann Anlaß sein, die eigenen Gottesvorstellungen und -bilder zu hinterfragen und die Unbegreiflichkeit Gottes neu zu erahnen.


Ungekürzte Fassung der
2. Lesung vom 2. Fastensonntag, Lesejahr B:
Gen 22,1-18

Lesung aus dem Buch Genesis:

In jenen Tagen stellte Gott Abraham auf die Probe.
Er sprach zu ihm: Abraham!
Er antwortete: Hier bin ich.
Gott sprach:
Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak,
geh in das Land Morija,
und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne,
als Brandopfer dar.
Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel,
holte seine beiden Jungknechte und seinen Sohn Isaak,
spaltete Holz zum Opfer und machte sich auf den Weg
zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte.
Als Abraham am dritten Tag aufblickte,
sah er den Ort von weitem.
Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten:
Bleibt mit dem Esel hier!
Ich will mit dem Knaben hingehen und anbeten;
dann kommen wir zu euch zurück.
Abraham nahm das Holz für das Brandopfer
und lud es seinem Sohn Isaak auf.
Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand.
So gingen beide miteinander.
Nach einer Weile sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: Vater!
Er antwortete: Ja, mein Sohn!
Dann sagte Isaak:
Hier ist Feuer und Holz.
Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer?
Abraham entgegnete:
Gott wird sich das Opferlamm aussuchen, mein Sohn.
Und beide gingen miteinander weiter.
Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte,
baute Abraham den Altar, schichtete das Holz auf,
fesselte seinen Sohn Isaak
und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz.
Schon streckte Abraham seine Hand aus
und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu:
Abraham, Abraham!
Er antwortete: Hier bin ich.
Jener sprach:
Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus,
und tu ihm nichts zuleide!
Denn jetzt weiß ich, daß du Gott fürchtest;
du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten.
Als Abraham aufschaute, sah er:
Ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen.
Abraham ging hin, nahm den Widder
und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
Abraham nannte jenen Ort Jahwe-Jire (Der Herr sieht),
wie man noch heute sagt:
Auf dem Berg läßt sich der Herr sehen.
Der Engel des Herrn rief Abraham zum zweitenmal vom Himmel her zu
und sprach: Ich habe bei mir geschworen - Spruch des Herrn:
Weil du das getan hast
und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast,
will ich dir Segen schenken in Fülle
und deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel
und den Sand am Meeresstrand.
Deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde einnehmen.
Segnen sollen sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde,
weil du auf meine Stimme gehört hast.


Antwortpsalm am 2. Fastensonntag (B)
Ps 116,10. 15-19

R Ich gehe meinen Weg vor Gott
im Land der Lebenden. – R

Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte:
Ich bin so tief gebeugt.
Kostbar ist in den Augen des Herrn
das Sterben seiner Frommen - (R)

Ach Herr, ich bin doch dein Knecht,
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd.
Du hast meine Fesseln gelöst.
Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn. - (R)

Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk,
in den Vorhöfen am Hause des Herrn,
in deiner Mitte, Jerusalem. - R 


2. Lesung vom 2. Fastensonntag, Lesejahr B:
Röm 8,31b-34

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer:

Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont,
sondern ihn für uns alle hingegeben -
wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen?
Gott ist es, der gerecht macht.
Wer kann sie verurteilen?
Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch:
der auferweckt worden ist,
sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.



Paulus spielt in diesen Zeilen an das Opfer Abrahams an. Im Judentum galt dieses zur Zeit des Paulus und danach als Sühneopfer. Die Verse versetzen uns in die Zeit des jüngsten Gerichts. Gott macht gerecht! Er verschafft Recht wider die Ankläger, die die Verdammnis erwirken wollen. Immer wieder in der Geschichte wurden Gerechte verklagt, bzw. wurde deren Vernichtung versucht zu erwirken. Das Hauptthema des Römerbriefes wird hier unterstrichen, und zwar Gottes Gerechtigkeit in und durch diesen Jesus Christus. Durch die Sendung Jesu verhilft Gott vielen zur Gerechtigkeit. Und er bleibt unser Fürsprecher bis zum jüngsten Gericht.


Die Auserwählung des Gottesvolkes ist ein zentrales Motiv des Alten Testamentes. Nicht wenige gläubige Juden führte die Gewißheit des Auserwähltseins in eine Selbstsicherheit und -gerechtigkeit, an der Jesus schließlich zerbrochen ist. Paulus greift das Motiv der Auserwählung auf und stell es auf eine neue Basis: Für uns Christen ist Christus gestorben, für uns hat Gott seinen Sohn in den Tod gegeben. Das begründet in uns freudige Hoffnung und Zuversicht. Das Motiv des Sohnesopfers tritt hier in einem anderen Gewand auf. Paulus beschreibt dies aus dem Blickwinkel des Vaters und aus dem des Sohnes. Als Opfer wird hier die Hingabe an uns Menschen als höchstmöglicher Ausdruck der Liebe Gottes gesehen.


Ruf vor dem Evangelium am 2. Fastensonntag (B)
vgl. Mk 9,7

Lob dir, Christus, König und Erlöser! - R
Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Lob dir, Christus, König und Erlöser!


Evangelium vom 2. Fastensonntag, Lesejahr B:
Mk 9,2-10 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite
und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein.
Und er wurde vor ihren Augen verwandelt;
seine Kleider wurden strahlend weiß,
so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.
Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose,
und sie redeten mit Jesus.
Petrus sagte zu Jesus:
Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind.
Wir wollen drei Hütten bauen,
eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Er wußte nämlich nicht, was er sagen sollte;
denn sie waren vor Furcht ganz benommen.
Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie,
und aus der Wolke rief eine Stimme:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Als sie dann um sich blickten,
sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen,
verbot er ihnen,
irgend jemand zu erzählen, was sie gesehen hatten,
bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.
Dieses Wort beschäftigte sie,
und sie fragten einander, was das sei:
von den Toten auferstehen.



Die Geschichte von der Verklärung Jesu ist bei Mt, Mk und Lk das Gegenstück zur vorausgegangenen Leidensweissagung (Mt 16, 21-23; Mk 8, 31-33; Lk 9, 22). Die Jünger, die sich zu Jesus als dem Christus bekannt haben, sollen wissen, welches der Weg Jesu und auch ihr eigener Weg sein wird. Jesus ist der Menschensohn, der leiden, sterben und auferstehen wird, und er ist der künftige Herr in der Herrlichkeit Gottes. Über seine Herrlichkeit belehrt Jesus die Jünger nicht durch Worte, die ja doch unverständlich bleiben müssten, sondern durch eine Erscheinung, die die Zukunft vorausnimmt, durch eine Offenbarung, in der durch Sehen und Hören die verborgene Würde Jesu enthüllt wird. Der Lichtglanz, in dem Jesus erscheint, ist in der Heiligen Schrift die Erscheinungsform himmlischer Wesen. Mose und Elija, die Männer, denen Israel seinen Glauben verdankt, hatten beide auf dem Sinai ihre große Gottesbegegnung (Ex 33, 18-23; 1 Kön 19, 9-13). Jetzt begegnen sie dem Herrn auf dem "heiligen Berg" (2 Petr 1, 18), um ihn als den zu bezeugen, in dem das Gesetz und die Propheten sich erfüllen. Dann entschwinden sie; in Zukunft ist Jesus allein der, auf den die Jünger hören sollen. - 2 Petr 1, 16-18; Ps 2, 7; Jes 42, 1; Mt 3, 17; Mk 1, 11; Lk 3, 22; Dtn 18, 15; Apg 3, 22. Die markinische Überlieferung der Verklärungsgeschichte ist die erste. Matthäus und Lukas akzentuieren und profilieren sie. Vorausgeht die Leidensweissagung: Mk. 8,31-33. Aber es ist nicht nur ein Leidensweg, sondern auch ein Weg ins Leben, der von Jesus gegangen wird, ja, zu gehen ist. Auf dem hohen Berg wird Jesus vor den Augen seiner Jünger Petrus, Jakobus und Johannes verwandelt, d.h. eine Lichtgestalt. Angedeutet durch: seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Hier fließen zwei Vorstellungen ineinander über: das Licht und die Reinheit. Vor den Augen seiner Jünger erscheinen Elija und Mose und reden mit Jesus. Das Gespräch selbst überliefert Markus nicht. Petrus will für Jesus, Elija und Mose drei Hütten bauen, die Begegnung also dauerhaft machen, hoch erhaben dem Abstieg Einhalt gebieten. Allerdings vermerkt der Evangelist: er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte... Relativiert das den Wunsch, Hütten zu bauen? Oder wird Petrus in Schutz genommen? Jedenfalls folgt auf das, was Petrus sagt, die Stimme aus dem Himmel: Das ist mein geliebter Sohn; auf den sollt ihr hören. Danach ist Jesus mit seinen Jüngern (wieder) allein. Beim Abstieg verbietet er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten - bis der Menschensohn auferstanden sei. Die ältere Markusforschung hat von dem Messiasgeheimnhis gesprochen, das bevorzugt am Ende von Geschichten gewahrt bleiben sollte. Am Ende belauscht Markus die Jünger. Was Elija, Mose und Jesus besprechen, bleibt ein Geheimnis, was die Jünger bewegt, sollen alle wissen: was das sei - von den Toten auferstehen. Die Verklärungsgeschichte insgesamt ist eine einzigartige Variation dieses Themas. Warum begegnen Elija und Mose Jesus? In gewisser Weise lässt sich die ganze Geschichte Gottes mit seinem Volk in diesen beiden Namen spiegeln: Mose empfängt die Offenbarung des Namens Gottes, er empfängt die Gebote, er führt Israel aus Ägypten ins das "gelobte" Land - an Elija geht Jahwe vorbei, nicht in Sturm und Gewitter, sondern in einem sanften Säuseln, Elija wird entrückt, Elija soll wiederkommen. Was als „Gesetz und Propheten“ zusammengefasst wird, ist von Elija und Mose repräsentiert.. Markus gönnt dieser Szene nur einen Satz: "Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus." Jesus steht nicht nur in einer Reihe mit Elija und Mose, er wird ihnen voran- und übergestellt. Das ist nicht mehr zu sehen, sondern zu hören! "Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören." Während das "Gipfeltreffen" gesehen wird, aber nichts von dem verlautet, was gesprochen wird, lässt sich die Stimme vernehmen, wer das letzte Wort hat: der Sohn. Er ist nicht nur "mehr" als Elija und Mose, er vollendet ihren Weg. Petrus will zwar Hütten bauen, wird aber auf seine Ohren verwiesen. So erweist sich, was vor den Augen der Jünger geschieht und was von ihnen nur gehört werden kann, als eine Spannung, die den ganzen Weg Jesu - und den Weg seiner Gemeinde - kennzeichnet. Wer sich mit dem Evangelium anfreunden möchte, findet auch eine Hilfe unter: http://www.perikopen.de/Lesejahr_B/Verklaerung_B_Mk9_2-10_Schumacher.pdf


Mit Jesus erfüllt sich die Endzeit und sie steht schon im Anbruch und darin die Erfüllung der Geschichte Israels. Darin liegt die zentrale Botschaft dieser Stelle. Weiters hineingewoben in diese Erwartung sind das Erscheinen des Mose und des Elija. Denn genau das Auftreten dieser beiden wird beim Anbrechen der Endzeit im Judentum erwartet. Somit liegen die Zusammenhänge, die Markus hier vermittelt und unterstreicht klar vor. Das Unverständnis der Jünger macht deutlich, daß nicht die himmlische Schau das Eigentliche ist, sondern die Botschaft. Jegliche Schwärmerei erhält eine Absage und das Leiden des Menschensohnes wird angesprochen. So offen wie Jesus spricht, so offen spricht Gott. Unglaubhaft scheint, daß diese Geschichte eine Ostergeschichte sein könnte, die Markus eben nur in die Mitte seines Evangeliums gerückt hätte. Nichts ist bekannt, daß der Auferstandene nur drei Jüngern erschienen wäre, und weiters fehlt hier ein in Ostergeschichten übliches Jesuswort. Viel eher bricht hier in der Darstellung ein apokalyptisches Szenario durch. Jesus besteigt den Thron und es wird ihm göttliches Leben verliehen.


Das Evangelium erzählt von der Verklärung Jesu auf einem hohen Berg. Der Text spielt auf die Gottesbegegnung des Mose auf dem Sinai an (Ex 24, 12-18). Mose weilte sechs Tage auf dem Gottesberg, wird am 7. Tag von Gott in die Wolke hineingerufen und geht daraus mit einem strahlenden Gesicht hervor (Ex 34, 23 ff). Der neutestamentliche Erzähler rückt somit Jesus in den Rang des Mose und des Elija. Elija fuhr auf einem feurigen Wagen in den Himmel. Seine Rückkehr wird zusammen mit dem Kommen des Messias erwartet. Die Stimme aus der Wolke erinnert an die Erzählung von der Taufe Jesu im Jordan. Sie weist ihn als "geliebten Sohn" (ein alter Messiastitel) aus. Die vorliegende Erzählung knüpft an das Messiasbekenntnis des Petrus in Cäsarea Philippi (Mk 8, 29) an. Die Jünger haben ihn als Messias erkannt. Es fehlt ihnen noch das Verständnis, daß er leiden muß. Die Erscheinung im göttlichen Lichtglanz weist ihn als den von Gott Gesandten aus wie einst Mose und Elija. Nur ein auserwählter Kreis von Jüngern ist bei diesem Ereignis anwesend. Auch ihnen fehlt das Verständnis für das, was sie gehört und gesehen haben. Sie möchte es festhalten. Erst nach der Auferstehung Jesu werden sie zu verkünden imstande sein, was sich ereignet hat.