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17.07.2018

Pfarrer Bernd Kösling verstorben

Pfarrer Bernd Kösling
Pfarrer Bernd Kösling

Am 26. Juni 2018 ist Pfarrer Bernd Kösling, ein engagierter Mitarbeiter des Predigtforums, im Alter von 55 Jahren verstorben. - Anfang Februar bat Bernd Kösling mit folgenden Zeilen um eine Pause: "Ich muss leider sämtliche Termine für das Predigt Forum absagen. Leider habe ich eine schwere Krebsdiagnose bekommen ...  Tut mir leid. Wenn es wieder geht, melde ich mich natürlich und mache gerne auch weiter. Denn es macht mir viel Freude." - Wir vermissen einen engagierten Verkündiger der Frohen Botschaft. R.I.P.

Lesungen 08.04.2018


1. Lesung vom 2. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B:
Apg 4,32-35

Lesung aus der Apostelgeschichte:

Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele.
Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum,
sondern sie hatten alles gemeinsam.
Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab
von der Auferstehung Jesu, des Herrn,
und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen.
Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt.
Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen,
verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös
und legten ihn den Aposteln zu Füßen.
Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.



Die Lesung bringt einen sogenannten Sammelbericht aus der Apostelgeschichte. Die Sammelberichte stellen das Idealbild der Gemeinde und deren Wachstum dar. Der idealisierende Charakter dieses Abschnittes zeigt sich auch darin, daß darauf ein äußerst positives Beispiel der Gütergemeinschaft und ein negatives folgen. So einfach wie sich das mit der Gütergemeinschaft liest, war es offenbar doch nicht... Der Sammelbericht will die Einheit der jungen Gemeinde herausstellen. Dies dürfte ihre Stärke gewesen sein und ihre Attraktivität ausgemacht haben. Diese Einheit ist ein Zeichen dafür, daß in ihr der Heilige Geist wirkt. Mittelpunkt sind die Apostel und deren genuines Zeugnis von der Auferstehung Jesu Christi. Die Gütergemeinschaft der jungen Gemeinde ist nicht als zukunftsweisende Sozialordnung zu verstehen. Vielmehr soll sie zeigen, daß in dieser Gemeinschaft das endzeitliche Heil angebrochen ist. In ihr hat sich die Verheißung aus dem Buch Deuteronomium (15,4), wonach es im Volk Gottes keinen Armen mehr geben wird, erfüllt. Im Bild des Zu-Füßen-Legens wird angedeutet, daß die Apostel die Letztverantwortung auch für die Güterverwaltung getragen haben.


Antwortpsalm am 2. Sonntag der Osterzeit (B)
Ps 118,2. 4. 16-18. 22-24


Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. – R

Oder:
R Halleluja. – R

So soll Israel sagen:
Denn seine Huld währt ewig.
So sollen alle sagen, die den Herrn fürchten und ehren:
Denn seine Huld währt ewig. - (R)

„Die Rechte des Herrn ist erhoben,
Die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!“
Ich werde nicht sterben, sondern leben,
um die Taten des Herrn zu verkünden. - (R)

Der Herr hat mich hart gezüchtigt,
doch dem Tod mich nicht übergeben.
Der Stein, den die Bauleute verwarfen,
er ist zum Eckstein geworden. - (R)

Das hat der Herr vollbracht,
vor unseren Augen geschah dieses Wunder.
Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat,
wir wollen jubeln und uns an ihm freuen! - R


2. Lesung vom
2. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B:
1 Joh 5,1-6

Lesung aus dem ersten Johannesbrief:

Jeder, der glaubt, daß Jesus der Christus ist, stammt von Gott,
und jeder, der den Vater liebt,
liebt auch den, der von ihm stammt.
Wir erkennen, daß wir die Kinder Gottes lieben,
wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen.
Denn die Liebe zu Gott besteht darin,
daß wir seine Gebote halten.
Seine Gebote sind nicht schwer.
Denn alles, was von Gott stammt, besiegt die Welt.
Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube.
Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt,
daß Jesus der Sohn Gottes ist?
Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist:
Jesus Christus.
Er ist nicht nur im Wasser gekommen,
sondern im Wasser und im Blut.
Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt;
denn der Geist ist die Wahrheit.



Die zweite Lesung des Weißen Sonntags ist dem 1 Johannesbrief entnommen. Sie meditiert die Teilhabe der Christen am österlichen Geheimnis Jesu Christi: Wir haben teil durch den Glauben und die Liebe. Ein zweiter Gedankenkreis der Lesung beschäftigt sich mit dem Kommen des Christus "im Wasser und im Blut". Der Verfasser betont des Kommen Jesu Christi im Blut. Gnostisch ausgerichtete Kreise akzeptierten zwar die Taufe nicht jedoch das Kreuz. Geist, Wasser und Blut gehören für Johannes zusammen als charakteristische Kennzeichen der wahren Christen.


Ruf vor dem Evangelium am 2. Sonntag der Osterzeit
Joh 20,29

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)
Weil du mich gesehen hast, Thomas, glaubst du.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Halleluja.  


Evangelium vom 2. Sonntag in der Osterzeit (A/B/C):
Joh 20,19-31

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:

Am Abend des ersten Tages der Woche,
als die Jünger aus Furcht vor den Juden
die Türen verschlossen hatten,
kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen:
Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen:
Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte,
hauchte er sie an und sprach zu ihnen:
Empfangt den Heiligen Geist!
Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben;
wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf,
war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
Die anderen Jünger sagten zu ihm:
Wir haben den Herrn gesehen.
Er entgegnete ihnen:
Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe
und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel
und meine Hand nicht in seine Seite lege,
glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt,
und Thomas war dabei.
Die Türen waren verschlossen.
Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte:
Friede sei mit euch!
Dann sagte er zu Thomas:
Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände!
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite,
und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!
Jesus sagte zu ihm:
Weil du mich gesehen hast, glaubst du.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen,
die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind,
hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan.
Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt,
daß Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes,
und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.



Der Evangelientext gliedert sich formal in drei Teile: a) Verse 19-23: Jesu Erscheinung vor den Jüngern und Sendung des Heiligen Geistes b) Verse 24-29: Bericht über die Erscheinung vor den Jüngern, eigentliche "Thomas-Szene" c) Verse 30-31: Abschluss Den Mittelpunkt bildet die Aussage, dass der Gekreuzigte und der Auferstandenen ident sind und gleichsam Kontinuität in der Handlung besteht. Durch das Gottesbekenntnis "Mein Herr und mein Gott!" durch Thomas in Vers 28 wird diese Kontinuität bestätigt. Diese Evangelienstelle und die vorangegangenen stellen den Anfang des Glaubens an den Auferstandenen, den Osterglauben dar - die Texte haben die Funktion, "damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.".


Der vorliegende Text kann in drei abgeschlossene Einheiten geteilt werden: die Begegnung Jesu mit den Jüngern, die Begegnung Jesu mit Thomas und die Schlusserklärung. Anders als sonst (Joh 18:20) finden die Ereignisse hinter verschlossenen Türen statt. Jesus tritt in die Mitte seiner Jünger und begrüßt sie mit dem jüdischen Friedensgruß -dieser wird nun zum Zeichen des Heiles und der Auferstehung. Nach einer Legitimationsgeste beauftragt und ermächtigt Jesus die Jünger (und Jüngerinnen?) zur Sündenvergebung. Wie das aber genau aussehen soll (Taufe etc.), bleibt unklar. Die Beauftragung findet sich versinnbildlicht in der Weitergabe des Lebensatems (vgl. Gen 2,7; Ex 37,9). Die Thomas-Begegnung hat den Charakter einer Ermahnung an die nachösterlichen Gemeinden. Sie müssen sich anders als die Apostel damit begnügen, dass sie glauben sollen ohne zu sehen - in diesem Glauben aber sollen sie standhaft sein. Die Aussage, dass sich die Jüngerschar jeweils am ersten Tag der Woche (der Ausdruck “achter Tag” beinhaltet Ausgangs- und Endtag der Zählung) versammelte, ist ein Hinweis auf den Herrentag, zu dem die Gemeinde zusammenkommt, das Mahl feiert und an Jesu Gegenwart in den Gestalten von Brot und Wein glaubt, ohne ihn leiblich zu sehen. Die Bedeutung der Thomas-Geschichte im Auferstehungsgeschehen selbst ist zweitrangig. Das zeigt sich an dem Umstand, dass - anders als bei der ersten Begegnung Jesu mit der Jüngerschar - recht ungenau formuliert wird. So bleibt etwa die Frage, warum Thomas nicht bei der Schar ist ungeklärt. Auch wird nicht beschrieben, ob Thomas Jesus berührt hat. Die Abschlusserklärung (Vv. 30f) unterstreicht die Ermahnung.


Es ist eine paradoxe Situation, die Johannes beschreibt: Die Jünger wissen durch Maria Magdalena, bereits, dass Jesus lebt, dieses Wissen bleibt aber ohne Folgen. Sie tun nichts, denn ohne Jesus sind sie noch unfähig, etwas zu tun. Sie fühlen sich alleingelassen und sind voll Furcht hinter verschlossenen Türen. Da erscheint plötzlich Jesus, mitten unter den Jüngern macht er sich sichtbar. Er entbietet ihnen seinen Frieden, als Zeichen, dass er die gottfeindliche Welt besiegt hat, und er zeigt sich ihnen als der verherrlichte Gekreuzigte. Nun können sich die Jünger auch darüber freuen, dass Jesu zum Vater zurückgegangen ist. Der zweite Friedensgruß soll die Jünger befähigen, sich der Welt als Gesandt Jesu zuzuwenden. Von nun an wird der Heilige Geist, der von Gott und von Jesus stammt, in den Jüngern weiterwirken. Thomas kann dem Wort der Übrigen nicht trauen. Das Kommen Jesu acht Tage später gilt Thomas. Jesus tadelt zwar sein Begehren, weist es aber nicht zurück. Thomas spricht sein Bekenntnis, ohne sein Begehren, die Wunden zu berühren, auszuführen. Johannes schreibt diese Szene für die skeptischen Menschen. Im Zweifel des Thomas kommt auch ihr Zweifel zum Ausdruck. Sie sollen ebenfalls zum Bekenntnis für Jesus gelangen, auch wenn sie keine Chance mehr haben, ihren Zweifel durch die Möglichkeit einer eigenen Untersuchung ausräumen zu können.