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16.12.2018

Lesungen 27.05.2018


1. Lesung vom Dreifaltigkeitssonntag, Lesejahr B:
Dtn 4,32-34. 39-40

Lesung aus dem Buch Deuteronomium:

Mose sprach zum Volk;
er sagte:
Forsche doch einmal in früheren Zeiten nach, die vor dir gewesen sind,
seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde schuf;
forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende:
Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses,
und hat man je solche Worte gehört?
Hat je ein Volk einen Gott mitten aus dem Feuer im Donner sprechen hören,
wie du ihn gehört hast, und ist am Leben geblieben?
Oder hat je ein Gott es ebenso versucht,
zu einer Nation zu kommen
und sie mitten aus einer anderen herauszuholen
unter Prüfungen, unter Zeichen, Wundern und Krieg,
mit starker Hand und hoch erhobenem Arm
und unter großen Schrecken,
wie es der Herr, euer Gott, in Ägypten mit euch getan hat, vor deinen Augen?
Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen:
Jahwe ist der Gott im Himmel droben
und auf der Erde unten, keiner sonst.
Daher sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote,
auf die ich dich heute verpflichte, achten,
damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht
und du lange lebst in dem Land,
das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeit.



Die Perikope ist Teil der Rede des Mose (1,1 - 4,43), die die Begründung der nachfolgenden Gebote darstellt. In diesem Rückblick in die Geschichte Israels mit seinem Gott und umgekehrt ist zugleich aber auch ein Ausblick für das zukünftige Heilshandeln Gottes an seinem Volk. Jeder einzelne soll sich dessen gewahr werden, daß JHWH (Gott) vom Anfang der Schöpfung an seine Hand im Spiel hatte (Vers 32), daß JHWH sich selbst offenbarte vor jeden Juden - damals und heute. Die rhetorischen Fragen, die Mose an sein Volk stellt, sind jeweils mit Nein zu beantworten. Eine andere Möglichkeit bleibt dem Israeliten nicht. JHWH erweist sich als Gott, der es mit seinem Volk gut meint (vgl. die doppelte Verheißung vom langen Leben im Land. Dabei kommt auch ein Grundgedanke des Buches Deuteronomium zum Ausdruck: Die Befolgung der Gebote, die JHWH fordert, ist die Antwort des Menschen auf eben diese liebende Fürsorge Gottes. Die Ausschließlichkeit Gottes wird offensichtlich, aber begründet eingefordert.


In der für Israel schwierigen Zeit des Exils in Babylon entstanden jene Schriften, die Israel an Jahwes Heilshandeln und an seine Taten für das Volk gemahnten - so auch das Deuteronomium. Kap. 4 bringt Mahnungen im Hinblick auf die Offenbarung Jahwes, auf die Erwählung des Volkes und auf das Gesetz. Die Perikope verweist auf die Unvergleichlichkeit der Taten Jahwes, auf seine Rettungstat am Schilfmeer. Deshalb gilt das Gebot: "Jahwe ist der Gott, kein anderer ist außer ihm" (Vers 35). Der Abschluss (Vers 40) hängt mit dem in Kap. 5 folgenden "Zehnwort" zusammen: Die Gebote sind Folge des Heilshandelns Gottes, nicht seine Grundlage oder Bedingung! (Es sollten auch die Verse 35-38 gelesen werden!- vgl. "ungekürzte Fassung") Die Lesung ist am Dreifaltigkeitssonntag gewählt im Hinblick auf Gott, den Vater.


Ungekürzte Fassung der
1. Lesung am Dreifaltigkeitssonntag, Lesejahr B:
Dtn 4,32-40

Lesung aus dem Buch Deuteronomium:

Mose sprach zum Volk;
er sagte:

32 Forsche doch einmal in früheren Zeiten nach, die vor dir gewesen sind, seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde schuf; forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende: Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses, und hat man je solche Worte gehört?
33 Hat je ein Volk einen Gott mitten aus dem Feuer im Donner sprechen hören, wie du ihn gehört hast, und ist am Leben geblieben?

34 Oder hat je ein Gott es ebenso versucht, zu einer Nation zu kommen und sie mitten aus einer anderen herauszuholen unter Prüfungen, unter Zeichen, Wundern und Krieg, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm und unter großen Schrecken, wie es der Herr, euer Gott, in Ägypten mit euch getan hat, vor deinen Augen?

35 Das hast du sehen dürfen, damit du erkennst: Jahwe ist der Gott, kein anderer ist außer ihm.
36 Vom Himmel herab ließ er dich seinen Donner hören, um dich zu erziehen. Auf der Erde ließ er dich sein großes Feuer sehen, und mitten aus dem Feuer hast du seine Worte gehört.
37 Weil er deine Väter liebgewonnen hatte, hat er alle Nachkommen eines jeden von ihnen erwählt und dich dann in eigener Person durch seine große Kraft aus Ägypten geführt,
38 um bei deinem Angriff Völker zu vertreiben, die größer und mächtiger sind als du, um dich in ihr Land zu führen und es dir als Erbbesitz zu geben, wie es jetzt geschieht.

39 Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst.
40 Daher sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote, auf die ich dich heute verpflichte, achten, damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht und du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeit


Antwortpsalm, Dreifaltigkeitssonntag (B)
Ps 33,4-5. 6. 9. 18-19. 20. 22.

R: Selig das Volk, das der Herr sich zum Erbteil erwählt hat. - R

Das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. - (R)

Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen,
ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.
Der Herr sprach, und sogleich geschah es;
er gebot, und alles war da. - (R)

Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschaun;
denn er will sie dem Tod entreißen
und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. - (R)

Unsre Seele hofft auf den Herrn;
er ist für uns Schild und Hilfe.
Lass deine Güte über uns walten, o Herr,
denn wir schauen aus nach dir. - R


2. Lesung vom Dreifaltigkeitssonntag, Lesejahr B:
Röm 8,14-17

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer:

Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen,
sind Söhne Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen,
der euch zu Sklaven macht,
so daß ihr euch immer noch fürchten müßtet,
sondern ihr habt den Geist empfangen,
der euch zu Söhnen macht,
den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!
So bezeugt der Geist selber unserem Geist,
daß wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben;
wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi,
wenn wir mit ihm leiden,
um mit ihm auch verherrlicht zu werden.



Das achte Kapitel des Römerbriefes variiert das Thema "Gewissheit". Gewiss ist, dass der Geist Christen zu Kindern Gottes und zu Miterben Christi macht. In der Taufe empfangen - man schaue zurück auf Röm 6 - gibt der Geist die Freiheit, Gott als Vater anzusprechen. Gegenübergestellt ist der Geist, der klein und unterwürfig macht, der niederhält oder einen Menschen "unten" sein lässt. Paulus spricht von einem Geist, der Sklaven macht. Die Erfahrung, dass es einen Geist gibt, der genau das macht und will, wird auch von Menschen heute gemacht - trotz veränderter sozialer Strukturen und Schichtungen. Wesentliches Kriterium des Geistes, der Sklaven macht, ist: Angst. Paulus erinnert die Gemeinde in Rom daran, dass die Christen den Geist empfangen haben, der sie zu Kindern macht. Wesentliches Geschenk des Geistes, der Kinder macht, ist: Freimut. Paulus spricht vom Geschenk der Freiheit, die ihre Vollendung darin findet, dass "wir" mit Christus verherrlicht werden. Aus der Erfahrung der Gemeinde in Rom: Es gibt Sklaven, die frei sind. Es gibt Freie, die Sklaven sind. Pfingsten, mit Paulus gesehen, hilft die Geister zu unterscheiden - und den Geist, der Sklaven macht, zu bannen. Pfingsten ist vor allem eine große Tauferinnerung.


Paulus setzt hier zwar "Fleisch" und "Geist" gegenüber, nicht aber im Sinne einer Leibfeindlichkeit, sondern wohl im semitischen Sinne: Fleisch meint dann den ganzen Menschen (mit Leib und Seele...) in seiner Hinfälligkeit. Der Geist Gottes gibt diesem Menschen nun Leben, Freiheit, Sohnschaft statt Knechtschaft. Der Geist gibt uns auch eine neue Lebensweise: nicht mehr nur auf "Irdisches" bedacht, sondern im Blick auf die Gemeinschaft mit Gott, mit Christus. In diesem Geist ist es nun auch möglich, Leid zu ertragen (Vers 17). Die Lesung aus dem Römerbrief ist gewählt im Hinblick auf Gott, den Heiligen Geist.


Paulus schreibt zum ersten Mal an die Gemeinde in Rom, die er nicht selbst begründet hat, sie aber sehr wohl unterstützen will. In seiner Darstellung geht es Paulus um die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes, die zu einem neuen Leben führt. Das neue Leben ist ein Leben im Geist, der frei macht (Vers 15) und der uns bezeugt, daß wir in die Vater-Kind-Beziehung mit Gott hineingenommen sind - damit aber auch in den Tod und die Auferstehung Christi. Das hat Konsequenzen: auch wir werden leiden müssen. Die Aussicht auf die Herrlichkeit, die auch uns zuteil werden wird, läßt aufblicken und hoffen (vgl. 8,18-30).


Ruf vor dem Evangelium am Dreifaltigkeitssonntag
(vgl. Offb 1,8)

Halleluja. Halleluja.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Ehre sei dem einen Gott,
der war und der ist und der kommen wird.

Halleluja.


Evangelium vom Dreifaltigkeitssonntag, Lesejahr B:
Mt 28,16-20

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:  

In jener Zeit gingen die elf Jünger
nach Galiläa auf den Berg,
den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen,
fielen sie vor ihm nieder.
Einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen:
Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht zu allen Völkern,
und macht alle Menschen zu meinen Jüngern;
tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen,
was ich euch geboten habe.
Seid gewiß:
Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.



Matthäus berichtet nur kurz die Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern. Im Mittelpunkt steht hier der (testamentarische) Auftrag Jesu an sie. Der Berg ist gewählt als der Ort der Gottesbegegnung; die Lehre schließt gewissermaßen an die Bergpredigt (Mt 5 - 7) an - nun aber unter dem Vorzeichen der Endgültigkeit. Jesus spricht als der Auferstandene und als der "Pantokrator": "Mir ist alle Macht gegeben". Den Schluß des Evangeliums bildet der Missionsauftrag: Die Aussendung zu allen Völkern, der Taufauftrag, der schon formelhaft gebildet ist, sowie die Norm der Mission: Leben und Lehre Jesu. Das Evangelium schließt mit einer positiven Zusage: "Ich bin bei euch" (vgl. "Immanuel" = Gott mit uns - Mt 1,23). Die Form dieser Gegenwart wird hier nicht näher ausgeführt.


Der Evangelist Matthäus, der sein Werk wahrscheinlich um 90 n. Chr. in Syrien, wo Christen und Juden zusammenlebten, abgefaßt hat, endet mit einer einzigartigen Zusage: "Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." Die Frohe Botschaft geht weiter, indem die Jünger zur Taufe und zur Lehre beauftragt sind. Was früher nur an Israel bestimmt war (10,5f und 15,24) zieht nun seine Kreise in der ganzen Welt: Der auferstandene Herr sendet seine Jünger in alle Welt, um allen Völker - nicht bloß Israel - die Frohe Botschaft Jesu zu verkünden und zu lehren.


Als Evangelium wird an diesem Festtag der Abschluß des Matthäusevangeliums vorgetragen. Es ist die Zusammenfassung und zugleich der Höhepunkt, auf den das ganze Buch zusteuert. Matthäus verbindet dabei die Überlieferung einer Erscheinungserzählung in Galiläa mit der Aussendung der Jünger und dem Zuspruch seines Beistandes. Im Gegensatz zu den anderen Evangelisten erzählt Matthäus von keiner anderen Erscheinung Jesu vor seinen Jüngern. Die Begegnung mit dem Auferstandenen wird dadurch umso dramatischer und bedeutungsvoller. Die Jünger fallen vor ihm nieder. Jesus ist für sie nicht mehr nur der, mit dem sie umherzogen, sondern der Erhöhte, Göttliche, trotz aller Zweifel. Der Sendungsauftrag ist Gegenstück und Weiterführung der Aussendungsrede im 10. Kapitel. Dort sendet er die Jünger zu den Juden und untersagt ihnen ausdrücklich, zu den Heiden oder Samaritern zu gehen. Nun sendet er sie zu allen Völkern. Er ist nun Herr aller Völker. Abgeschlossen wird das Matthäusevangelium mit der Zusage: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Christus erweist sich als der Emmanuel, der "Gott mit uns", der am Beginn des Matthäusevangeliums dem Josef im Traum verheißen worden war.