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22.06.2018

Lesungen 31.05.2018

31. Mai `18
Fronleichnam (B)


1. Lesung vom Hochfest Fronleichnam, Lesejahr B:
Ex 24,3-8

Lesung aus dem Buch Exodus:

Mose kam und übermittelte dem Volk
alle Worte und Rechtsvorschriften des Herrn.
Das ganze Volk antwortete einstimmig und sagte:
Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun.
Mose schrieb alle Worte des Herrn auf.
Am nächsten Morgen stand er zeitig auf
und errichtete am Fuß des Berges einen Altar und zwölf Steinmale
für die zwölf Stämme Israels.
Er schickte die jungen Männer Israels aus.
Sie brachten Brandopfer dar
und schlachteten junge Stiere als Heilsopfer für den Herrn.
Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß es in eine Schüssel,
mit der anderen Hälfte besprengte er den Altar.
Darauf nahm er die Urkunde des Bundes und verlas sie vor dem Volk.
Sie antworteten:
Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun;
wir wollen gehorchen.
Da nahm Mose das Blut, besprengte damit das Volk und sagte:
Das ist das Blut des Bundes,
den der Herr aufgrund all dieser Worte mit euch geschlossen hat.



Die 1. Lesung des Festes erzählt vom Bundesschluß Gottes mit seinem Volk am Berg Sinai. Dieser Bund wird nach einem damals bei Bündnissen zwischen Königen üblichen Ritus mit einem Opfer besiegelt. "Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun." Diese Worte begegnen uns innerhalb der ersten Lesung zwei Mal. Dadurch soll der hohe Stellenwert der "Kundgabe des Wortes" und dessen Annahme durch das Volk ausgedrückt werden. Steine wurden im Alten Orient als Zeugen für den Abschluß eines Bundes verwendet. Die Zahl 12 symbolisiert in unserem Text die 12 Stämme Israels. Die Tatsache, daß junge Israeliten - und nicht bereits institutionalisierte Priester - die Opfer darbringen, läßt auf ein sehr hohes Alter der Textgrundlage schließen. Eine Hälfte des Blutes gießt Moses an den Altar. Die andere Hälfte sprengt er nach dem Verlesen des Wortes Gottes über das Volk. Entsprechend der Bedeutung der Blutsgemeinschaft (Stamm, Sippe, Familie) für Frieden und soziale Sicherheit schafft die rituelle Blutsgemeinschaft zwischen Gott (=Altar) und seinem Volk eine Lebensgemeinschaft des Heiles.


Antwortpsalm am Fronleichnamsfest (B)
Ps
116,12-13. 15-18

R Der Kelch des Segens gibt uns Anteil an Christi Blut. – R
(Oder: Halleluja.)

Wie kann ich dem Herrn all das vergelten,
was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben
und anrufen den Namen des Herrn. - (R)

Kostbar ist in den Augen des Herrn
das Sterben seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht,
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd.
Du hast meine Fesseln gelöst. - (R)

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk. - R


2. Lesung vom Hochfest Fronleichnam, Lesejahr B:
Hebr 9,11-15

Lesung aus dem Hebräerbrief:

Christus ist gekommen als Hoherpriester der künftigen Güter;
und durch das erhabenere und vollkommenere Zelt,
das nicht von Menschenhand gemacht,
das heißt nicht von dieser Welt ist,
ist er ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen,
nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren,
sondern mit seinem eigenen Blut,
und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.
Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren
und die Asche einer Kuh die Unreinen,
die damit besprengt werden,
so heiligt, daß sie leiblich rein werden,
wieviel mehr wird das Blut Christi,
der sich selbst kraft ewigen Geistes Gott
als makelloses Opfer dargebracht hat,
unser Gewissen von toten Werken reinigen,
damit wir dem lebendigen Gott dienen.
Und darum ist er der Mittler eines neuen Bundes;
sein Tod hat die Erlösung
von den im ersten Bund begangenen Übertretungen bewirkt,
damit die Berufenen das verheißene ewige Erbe erhalten.



Der Hebräerbrief reflektiert die Bedeutung des Lebens und Sterbens Jesu in der Sprache und in den religiösen Bildern des jüdischen Tempelkultes. Die Verse Hebr 9,12-15 sind eine Gegenüberstellung der "Wirkung" alttestamentlicher Opfer und dem Opfertod Jesu Christi. Sein Tod bewirkt die Erlösung von den Sünden im ersten Bund und bewirkt daß die Berufenen (= die "Mitglieder" der Kirche) das verheißene Erbe erhalten.


Auswahllesung zur Fronleichnamsfeier: Dtn 8,7-18

Lesung aus dem Buch Deuteronomium:

Mose sprach zum Volk:
Wenn der Herr, dein Gott,
dich in ein prächtiges Land führt,
ein Land mit Bächen, Quellen und Grundwasser,
das im Tal und am Berg hervorquillt,
ein Land mit Weizen und Gerste,
mit Weinstock, Feigenbaum und Granatbaum,
ein Land mit Ölbaum und Honig,
ein Land, in dem du nicht armselig dein Brot essen mußt,
in dem es dir an nichts fehlt,
ein Land, dessen Steine aus Eisen sind,
aus dessen Bergen du Erz gewinnst;
wenn du dort ißt und satt wirst
und den Herrn, deinen Gott,
für das prächtige Land, das er dir gegeben hat, preist,
dann nimm dich in acht
und vergiß den Herrn, deinen Gott, nicht,
mißachte nicht seine Gebote, Rechtsvorschriften und Gesetze,
auf die ich dich heute verpflichte.
Und wenn du gegessen hast und satt geworden bist
und prächtige Häuser gebaut hast und sie bewohnst,
wenn deine Rinder, Schafe und Ziegen sich vermehren
und Silber und Gold sich bei dir häuft
und dein gesamter Besitz sich vermehrt,
dann nimm dich in acht,
daß dein Herz nicht hochmütig wird
und du den Herrn, deinen Gott, nicht vergißt,
der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat;
der dich durch die große und furchterregende Wüste geführt hat,
durch Feuernattern und Skorpione,
durch ausgedörrtes Land, wo es kein Wasser gab;
der für dich Wasser aus dem Felsen der Steilwand hervorsprudeln ließ;
der dich in der Wüste mit dem Manna speiste,
das deine Väter noch nicht kannten,
und der das alles tat,
um dich gefügig zu machen,
dich zu prüfen und dir zuletzt Gutes zu tun.
Dann nimm dich in acht und denk nicht bei dir:
Ich habe mir diesen Reichtum aus eigener Kraft
und mit eigener Hand erworben.
Denk vielmehr an den Herrn, deinen Gott:
Er war es, der dir die Kraft gab, Reichtum zu erwerben,
weil er seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen hatte,
so verwirklichen wollte, wie er es heute tut.



Der Text aus dem Buch Deuteronomium stellt sich in eine Reihe anderer Texte des Ersten und Zweiten Testaments, die den richtigen Umgang mit den Gütern der Welt vermitteln wollen. Dem Verfasser steht sicher eine Zeit des Wohlstandes im Volk Israel vor Augen: vermutlich die Zeit König Joschijas (641-609 v. Chr.), in der durch die Schwäche beider vorderasiatischen Hegemonialmächte (Assur und Ägypten – Babylon ist noch nicht zu seiner späteren Stärke gelangt) Juda sich nahezu auf das alte davidische Territorium wieder ausdehnen konnte. Angesichts des Wohlstandes mahnt der Verfasser, dass die Menschen nicht den Geber dieser Gaben, Jahwe, vergessen sollen. Er warnt vor Gottvergessenheit und Hochmut angesichts des Reichtums. Durch die Erinnerung an die entbehrungsreichen Anfangszeiten des Volkes Israel, wird dem Volk die Größe Gottes, dem sie alles zu verdanken haben, vor Augen geführt.


Nach dem Erhalt der Bundesgebote (5,1-22) und seiner Ausfaltung in Kap. 6 ("Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist einzig.") wird Israel der Lohn für die Treue zu Gottes Gebot verheißen: der Besitz des verheißenen Landes. Der Weg durch die Wüste wird hier pädagogisch gedeutet als ein Einüben in die Gottesfurcht und in den Gottesdienst. 8,3: "Er wollte dich erkennen lassen, daß der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern daß der Mensch von allem lebt, was der Mund des Herrn spricht." In 8,7ff wird zuerst das Land mit all seinem Reichtum geschildert - und gleichzeitig die Warnung ausgesprochen: Gerade anhand des Überflusses darf auf Gott nicht vergessen werden (V. 11). Ebenso wird vor dem Hochmut gewarnt (V. 14), der zur Gottvergessenheit führen kann. Die Versuchung besteht darin zu sagen: all der Reichtum wurde aus eigener Kraft erworben (V. 17). Demgegenüber betont Dtn 8,18: alles verdankt sich Gott. V. 19f wird die Drohung angefügt für den Fall des Vergessens: Gott wird das Volk vertilgen.


Ruf vor dem Evangelium am Fronleichnamsfest
Joh 6,51-52

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)
Ich bin das lebendige Brot,
das vom Himmel gekommen ist.
Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.

Halleluja.


Evangelium vom Fest Fronleichnam, Lesejahr B:
Mk 14,12-16. 22-26

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote,
an dem man das Paschalamm schlachtete,
sagten die Jünger zu Jesus:
Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen:
Geht in die Stadt;
dort wird euch ein Mann begegnen,
der einen Wasserkrug trägt.
Folgt ihm, bis er in ein Haus hineingeht;
dann sagt zu dem Herrn des Hauses:
Der Meister läßt dich fragen:
Wo ist der Raum,
in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann?
Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoß zeigen,
der schon für das Festmahl hergerichtet
und mit Polstern ausgestattet ist.
Dort bereitet alles für uns vor!
Die Jünger machten sich auf den Weg und kamen in die Stadt.
Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte,
und bereiteten das Paschamahl vor.
Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis;
dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte:
Nehmt, das ist mein Leib.
Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet,
reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus.
Und er sagte zu ihnen:
Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Amen, ich sage euch:
Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag,
an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.
Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus.



Nach dem Verständnis des Evangelisten Markus war Jesu letztes Mahl ein Paschamahl. Dieses durfte nur innerhalb der Heiligen Stadt selbst gefeiert werden, sodaß man einen passenden Raum für die Feier suchen mußte. In der Regel feierten das Paschamahl mindestens zehn Personen gemeinsam (man sollte ja ein ganzes Lamm verzehren). Um solche Mahlgemeinschaften bilden zu können und den Pilgern die Teilnahme an solchen zu ermöglichen, sollten die Jerusalemer in dieser Nacht ihre Häuser für die Fremden öffnen und ihnen Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung stellen. In solch einem Raum konnten auch die Jünger Jesu alles Notwendige für das Paschamahl vorbereiten. Innerhalb des Neuen Testaments wird an fünf verschiedenen Stellen (Mk 14,22-25; Mt 26,26-29; Lk 22,15-20; Joh 13,1 und 1Kor 11,23-25) vom letzten Abendmahl berichtet. Alle Texte berichten vom selben Mahl und doch wird der Verlauf jeweils etwas anders geschildert. Diese Tatsache läßt sich mit der großen Bedeutung dieser Feier für die einzelnen Gemeinden erklären, sodaß jede Christengemeinde im Laufe der Zeit ihre eigenen Akzente setzte. Jesus bezeugt in seinem letzten Mahl nicht nur seine große Liebe zu seinen Jüngern und den Menschen, sondern auch sein fundamentales Vertrauen in die Vollendung des Reiches Gottes. Daran sollen seine Jünger sich erinnern und davon leben (im hebräischen Wort "erinnern" ist das Lebendigwerden des Vergangenen während des Vorgangs der Erinnerung mitgemeint). Die heutigen Fragen nach dem genauen Ablauf des Herrenmahls wären wahrscheinlich weder für die Zwölf, noch für Jesus selbst relevant.


Ungekürzte Fassung des
Evangeliums am Fest Fronleichnam, Lesejahr B:
Mk 14,12-26

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

12 Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm schlachtete, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?

13 Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm,
14 bis er in ein Haus hineingeht; dann sagt zu dem Herrn des Hauses: Der Meister läßt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann?
15 Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoß zeigen, der schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet alles für uns vor!
16 Die Jünger machten sich auf den Weg und kamen in die Stadt. Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

17 Als es Abend wurde, kam Jesus mit den Zwölf.
18 Während sie nun bei Tisch waren und aßen, sagte er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern, einer von denen, die zusammen mit mir essen.
19 Da wurden sie traurig, und einer nach dem andern fragte ihn: Doch nicht etwa ich?
20 Er sagte zu ihnen: Einer von euch Zwölf, der mit mir aus derselben Schüssel ißt.
21 Der Menschensohn muß zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.

22 Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
23 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus.
24 Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
25 Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.

26 Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus.