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22.06.2018

Lesungen 17.06.2018


1. Lesung vom 11. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Ez 17,22-24

Lesung aus dem Buch Ezechiel:

So spricht Gott, der Herr:
Ich selbst nehme ein Stück vom hohen Wipfel der Zeder
und pflanze es ein.
Einen zarten Zweig aus den obersten Ästen breche ich ab,
ich pflanze ihn auf einen hoch aufragenden Berg.
Auf die Höhe von Israels Bergland pflanze ich ihn.
Dort treibt er dann Zweige,
er trägt Früchte und wird zur prächtigen Zeder.
Allerlei Vögel wohnen darin;
alles, was Flügel hat, wohnt im Schatten ihrer Zweige.
Dann werden alle Bäume auf den Feldern erkennen,
dass ich der Herr bin.
Ich mache den hohen Baum niedrig,
den niedrigen mache ich hoch.
Ich lasse den grünenden Baum verdorren,
den verdorrten erblühen.
Ich, der Herr, habe gesprochen
und ich führe es aus.



"Das Lied von der Untreue des Königs" ist das 17. Kapitel des Ezechiel überschrieben, aus dem die heutige Lesung stammt. Die Konsequenz dieses Handelns wird in Ez 17,21 genannt, dem Vers vor dem heutigen Lesungswort: "Die tapfersten Krieger in all seinen Truppen fallen unter dem Schwert. Die Übriggebliebenen aber werden in alle Winde zerstreut. Dann werdet ihr erkennen, dass ich, der Herr, gesprochen habe." Im Vers 23 beginnt der Neuanfang Gottes. Er selbst handelt und schafft den Boden für das, was möglich werden soll. Es ist Heilung und Neuerweckung aus dem kleinen Rest.


Ezechiel, Prophet und Begleiter Israels im babylonischen Exil, erzählt die Geschichte von einem neuen Anfang, mit Bildern, die über sich hinaus wachsen: kleine Ableger wachsen auf der Höhe in die Höhe, alles, was Flügel hat, wohnt im Schatten der übermächtigen Zweige und die Bäume, die in der Ebene wachsen, erkennen Gott als den Herren. Es sind Bilder, die in einer ausweglosen und verunsichernden Situation Hoffnung machen: Israel wird neu eingepflanzt, wird von weitem gesehen, wird zu einem Lebensraum in der Nähe des Himmels und lädt ein, Gottes Größe zu entdecken. Das alles wird im Exil verkündet und erwartet.. Es ist eine Zeit, in der das Volk Gottes in schuldbeladener Geschichte sich und Gott neu entdeckt Der Schlussteil „Ich mache den hohen Baum niedrig, den niedrigen mache ich hoch. Ich lasse den grünenden Baum verdorren, den verdorrten erblühlen“ setzt den Akzent noch einmal anders. Der hohe und grünende Baum steht für Babylon, der niedrige und verdorrte für Israel. Im Magnificat, Lk 1, finden wir ähnliche Formulierungen: Er (Jahwe) stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen, er sättigt die Hungrigen mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Jahwe steht zu dem Wort, dass er seinem Volk gegeben hat.


Ezechiel, Prophet und Begleiter Israels im babylonischen Exil, erzählt die Geschichte von einem neuen Anfang, mit Bildern, die über sich hinaus wachsen: kleine Ableger wachsen auf der Höhe in die Höhe, alles, was Flügel hat, wohnt im Schatten der übermächtigen Zweige und die Bäume, die in der Ebene wachsen, erkennen Gott als den Herren. Es sind Bilder, die in einer ausweglosen und verunsichernden Situation Hoffnung machen: Israel wird neu eingepflanzt, wird von weitem gesehen, wird zu einem Lebensraum in der Nähe des Himmels und lädt ein, Gottes Größe zu entdecken. Das alles wird im Exil verkündet und erwartet.. Es ist eine Zeit, in der das Volk Gottes in schuldbeladener Geschichte sich und Gott neu entdeckt Der Schlussteil "Ich mache den hohen Baum niedrig, den niedrigen mache ich hoch. Ich lasse den grünenden Baum verdorren, den verdorrten erblühlen" setzt den Akzent noch einmal anders. Der hohe und grünende Baum steht für Babylon, der niedrige und verdorrte für Israel. Im Magnificat, Lk 1, finden wir ähnliche Formulierungen: Er (Jahwe) stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen, er sättigt die Hungrigen mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Jahwe steht zu dem Wort, dass er seinem Volk gegeben hat.


Antwortpsalm, 11. Sonntags im Jahreskreis (B)
Ps 92,2-3. 13-14. 15-16

R: Wie schön ist es, dem Herrn zu danken! – R

Wie schön ist es, dem Herrn zu danken,
deinem Namen, du Höchster, zu singen,
am Morgen deine Huld zu verkünden
und in den Nächten deine Treue. - (R)

Der Gerechte gedeiht wie die Palme,
er wächst wie die Zedern des Libanon.
Gepflanzt im Hause des Herrn,
gedeihen sie in den Vorhöfen unseres Gottes. - (R)

Sie tragen Frucht noch im Alter
und bleiben voll Saft und Frische;
sie verkünden: Gerecht ist der Herr;
mein Fels ist er, an ihm ist kein Unrecht. – R  


2. Lesung vom 11. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
2 Kor 5,6-10

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther:

Wir sind immer zuversichtlich,
auch wenn wir wissen, dass wir fern vom Herrn in der Fremde leben,
solange wir in diesem Leib zu Hause sind;
denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende.
Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor,
aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein.
Deswegen suchen wir unsere Ehre darin, ihm zu gefallen,
ob wir daheim oder in der Fremde sind.
Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden,
damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse,
das er im irdischen Leben getan hat.



Gott alleine zählt. Er ist der Dreh- und Angelpunkt der Beschreibung, wie es einem Menschen geht. "In der Fremde von Gott" zeigt dies an. Der Leib verbindet mit der Erde - in die Dimension Gottes kann der Mensch nur kommen, wenn er die Erde überwindet. Daher wird der Leib als etwas angesehen, was es loszulassen gilt.


Paulus stellt Gegensätze heraus: Solange wir in diesem Leib zu Hause sind, sind wir in der Fremde. Oder, wie in einem Spiegel: wir ziehen es vor, aus dem Leib auszuwandern, um daheim beim Herrn zu sein. Das ist eine ungewöhnliche Perspektive, die jedoch erlaubt, über „Heimat“ und „Fremde“ noch einmal anders oder neu nachzudenken. Über den Tod auch. Die Lesung beginnt damit, die Zuversicht des Glaubens auszudrücken, und endet mit der Offenbarung vor dem Richterstuhl Christi. Eine weltfremde Sicht? Möchte Paulus den Korinthern nahe legen, der Welt zu entfliehen? Aber das hat Paulus gerade in der Auseinandersetzung mit der Gnosis, die in Korinth viele Anhänger hatte, an anderen Stellen ausgeschlossen. Was er in seinem zweiten Brief an die Korinther schreibt, lässt sich so zusammen sehen: Wir suchen die Ehre darin, dem Herrn zu gefallen – der Leib, als Heimat angesehen, verliert seine Macht über uns. Als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende. In diesem Vertrauen werden die Beziehungen neu geordnet: auch die Beziehung von Heimat und Fremde. Dass aus der „Fremde“ (hier als Bild für Christus) Heimat wird, prägt die Zuversicht, die aus Glauben kommt und zu Glauben führt.


Der 2. Brief des Apostels Paulus an die Korinther steht unter dem Zeichen der Versöhnung. Die Gemeinde hatte sich gegen Paulus aufwiegeln lassen und brauchte mehrere Anläufe, um den Frieden wiederherzustellen. Das Hauptthema des 2. Korintherbriefes ist daher auch das Apostelamt des Paulus und seine paradoxe "Herrlichkeit": Zum göttlichen Auftrag, der Verkündigung des Evangeliums und dem Dienst der Versöhnung, gehört auch das Leiden um dieses Auftrags willen. So wie der Apostel Paulus den Korinthern für das Leid eine neue Sichtweise eröffnet, so tut er das auch für den Tod. In 2 Kor 5,6-10 spricht er voll Zuversicht von der schon geschehenen Überwindung des Todes durch Jesus Christus. Der Furcht des Menschen vor dem Tod stellt Paulus die Gewissheit des Glaubens gegenüber. So sehr er sonst daraufhinweist, das Christsein heißt, schon jetzt mit oder in Christus zu sein, d. h. in seiner Nachfolge zu leben, so betont er hier, daß der Christ über dieses Leben hinaus noch etwas zu erwarten hat. Das irdische Leben ist für ihn Aufgabe und Auftrag, aber seine Heimat findet der Christ erst bei Gott. Die Gemeinschaft mit Gott geht über den Tod hinaus, und das Sterben ist ein Gehen in die eigentliche Heimat des Menschen, die Nähe Gottes. Dass Gott dem Menschen diese Heimat in der Erlösung schenken will, bedeutet nicht, dass der Mensch dabei untätig sein soll. Dieses große Ziel des Menschen soll schon seinen Alltag prägen.


Ruf vor dem Evangelium am 11. Sonntag im Jahreskreis (B)

Halleluja. Halleluja.
Der Samen ist das Wort Gottes, der Sämann ist Christus.
Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.
Halleluja.


Evangelium vom 11. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Mk 4,26-34

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

In jener Zeit sprach Jesus zur Menge:
Mit dem Reich Gottes ist es so,
wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;
dann schläft er und steht wieder auf,
es wird Nacht und wird Tag,
der Samen keimt und wächst,
und der Mann weiß nicht, wie.
Die Erde bringt von selbst ihre Frucht,
zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.
Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an;
denn die Zeit der Ernte ist da.
Er sagte:
Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen,
mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?
Es gleicht einem Senfkorn.
Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern,
die man in die Erde sät.
Ist es aber gesät,
dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse
und treibt große Zweige,
so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.
Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort,
so wie sie es aufnehmen konnten.
Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen;
seinen Jüngern aber erklärte er alles,
wenn er mit ihnen allein war.



Dieser Evangeliumsabschnitt bildet den Abschluss der Gleichnisse, die ab Mk 4,1 zusammengestellt wurden. Mk 4,35 setzt den neuen Blickwinkel der Zeichen, die Jesus tat. Nicht mehr das werbende und erklärende Wort sollte Menschen erreichen, sondern die Tat, die überzeugt. Die Gleichnisse werden hier dargestellt als Lehre an ein offenes, aber auch einfaches Publikum: "Er verkündete ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten." (Mk 4,33). Wichtig ist: Das Reich Gottes kommt sicher und bewirkt Segen.


Im Evangelium werden zwei Wachstums-Gleichnisse erzählt, jeweils eingeleitet mit "Er sagte". Im ersten Gleichnis geht es um die selbst wachsende Saat und um den Landwirt als Zuschauer. Er schläft, steht wieder auf. Es wird Nacht und Tag. Sehr eindrückliche Bilder für ein gelingendes Nichtstun. Dass der Samen keimt und wächst, kann nur zur Kenntnis genommen werden. "Der Mann weiß nicht, wie." Das zweite Gleichnis umkreist nicht nur das Wachsen, sondern erzählt von dem Wunder, wie aus dem winzigen Senfkorn, als das kleinste von allen Samenkörnern, das größte Gewächs hervorgeht. Beide Gleichnisse, thematisch miteinander verwandt und verbunden, werden zu Bildern des Reiches Gottes. Ohne Zutun des Menschen wird das Reich Gottes Realität. Und erwächst aus kleinsten Anfängen. Im Evangelium wird Menschen die Verantwortung genommen, das Reich Gottes planen oder machen zu müssen, aber der Blick geschärft, Gottes Tun wahrzunehmen und zu achten. In Wachstumsgleichnissen selbst sehen wir mit eigenen Augen das Reich Gottes wachsen. Unbeteiligte Zuschauer kann es nicht geben. Unser Part ist: Staunen.


Das älteste der Evangelien überliefert keine Kindheitsgeschichte Jesu, sondern beginnt gleich mit dem Auftreten Johannes des Täufers, der Taufe und der Versuchung Jesu. Der Abschnitt 1,16 - 6,6 berichtet dann vom Auftreten Jesu in Galiläa und der Dekapolis. Hauptsächlich scheint sich Jesus im Gebiet um den See Genesaret aufzuhalten. Im 1. Kapitel sind einige Wundererzählungen zusammengestellt. Das 2. und 3. Kapitel enthalten eine Serie von Streitgesprächen. Im 4. Kapitel finden sich Gleichniserzählungen, daran anschließend verschiedene Wunderberichte, abgeschlossen mit dem Aufenthalt in Nazareth, wo Jesus keine Wunder tut. Die Reich-Gottes-Gleichnisse dürften aus einer vormarkinischen Gleichnissammlung stammen, Matthäus und Lukas bringen alle Gleichnisse, bis auf das Gleichnis vom Wachsen der Saat. Markus will die Botschaft vom herannahenden Gottesreich verdeutlichen. In den drei Ackergleichnissen, von denen die letzten beiden für das Sonntagsevangelium zusammengenommen wurden, verschiebt sich der Akzent von der Aussaat (Sämannsgleichnis Mk 4,1-9) über die Zwischenzeit (das Wachsen der Saat Mk 4,26-29) auf das Ende hin (Senfkorn Mk 4-30-32). Wichtig ist dem Gleichnis vom Wachsen der Saat im ersten Teil des Sonntagsevangeliums das Verhältnis des Sämanns zum wunderbaren Wachsen der Saat. Während die Saat aufgeht und auf nicht begreifliche Weise von selbst wächst, wartet der Sämann. Wenn das Getreide reif ist, ist für ihn die Zeit der Ernte gekommen. Jesus erzählt in diesem Gleichnis einen alltäglichen Vorgang und will damit ein tieferes geistiges Geschehen veranschaulichen. Die "Ernte" bezeichnet hier das endzeitliche Gericht. Der Mensch kann zwar die Saat aussäen, aber wie und warum die Saat wächst und wann der Zeitpunkt für die Ernte da ist, bestimmt Gott. Das Gleichnis ist bestimmt von der hoffnungsvollen Zuversicht, daß Gott sein Reich vollenden wird, daß es, auch wenn es im Augenblick nicht so ausschaut, trotzdem schon im Wachsen ist. Gott garantiert das Aufgehen und Wachsen der Saat bis zur Reifen Frucht, daher ist es nicht notwendig angesichts der Unbegreiflichkeit und Nichtmachbarkeit der Vollendung, des scheinbaren Mißerfolgs und der Rückschläge zu verzweifeln. Es scheint sogar eine Notwendigkeit in der Verborgenheit des Wachstum des Gottesreiches zu liegen. In den Worten und Taten Jesu ist die Gottesherrschaft schon spürbar, aber die Jünger damals und wir heute leben in der Zeit des "verborgenen Wachstums". Die Ernte ist noch nicht da, aber ihr Kommen ist uns von Gott her zugesichert. Im Gleichnis vom Senfkorn liegt der Akzent deutlich auf dem Ergebnis. Aus dem unscheinbaren, dem "kleinsten aller Samenkörner" wird ein gewaltiger Baum von umfassender Bedeutung, ähnlich wie in der 1. Lesung. Es verdeutlicht noch einmal die Handlungsweise Gottes und lädt die Gläubigen ein, darauf zu vertrauen, daß vor Gott nichts verloren geht, weil er aus den kleinsten Ansätzen großartigen machen kann. Daraus erklärt sich auch, warum nur den Jüngern die Gleichnisse aufgeschlossen werden (Mk 4,33-34): Das Geheimnis der Gottesherrschaft ist nur der gläubigen Gemeinde anvertraut, weil erst im Glauben das vertrauende Hoffen und Warten auf das Handeln Gottes zugänglich ist.