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12.12.2018

Lesungen 03.06.2018


1. Lesung am 9. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B
Dtn 5,12-15

Lesung aus dem Buch Deuteronomium:

So spricht der Herr:
Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig,
wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat.
Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.
Der siebte Tag ist ein Ruhetag,
dem Herrn, deinem Gott, geweiht.
An ihm darfst du keine Arbeit tun:
du, dein Sohn und deine Tochter,
dein Sklave und deine Sklavin,
dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh
und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.
Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.
Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst,
hat dich der Herr, dein Gott,
mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt.
Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht,
den Sabbat zu halten.



Die erste Lesung zitiert das dritte der zehn Gebote, das Gebot der Sabbatheiligung. Die zehn Gebote kommen im Alten Testament zweimal vor: im Buch Exodus (20. Kapitel) und im Buch Deuteronomium. Beide Male bilden sie die Einleitung zu einer umfassenderen Gesetzessammlung. Sie enthalten sozusagen den "Merktext". Die beiden Fassungen des Gebotes der Sabbatheiligung unterscheiden sich vor allem durch die Begründung, warum der Sabbat heilig zu halten ist: Das Buch Exodus zieht als Begründung die Schöpfungserzählung heran. Weil Gott am 7. Tag der Schöpfung geruht hat, soll auch der Mensch am 7. Tag der Woche ruhen. Unser Version des dritten Gebotes fordert: Denk daran, daß der Herr dich aus der Sklaverei Ägyptens herausgeführt hat. Der Sabbat ist der Tag, an dem der Mensch seiner Befreiung gedenken soll. Er soll sich seiner Gottesbeziehung und seiner Freiheit bewußt werden. Es geht nicht in erster Linie um die nötige Erholungszeit. In Anbetracht der eigenen Freiheitsgeschichte ist dieser Freiraum auch den Sklaven und Unfreien zu gewähren.


Antwortpsalm am 9. Sonntag im Jahreskreis (B)
Ps 81,3-8a. 10-11

R Lobet Gott, den Herrn;
denn er ist unsere Zuflucht. – R

Stimmt an den Gesang, schlagt die Pauke,
die liebliche Laute, dazu die Harfe!
Stoßt in die Posaune am Neumond
und zum Vollmond, am Tag unsres Festes! - (R)

Denn das ist Satzung für Israel,
Entscheid des Gottes Jakobs.
Das hat er als Gesetz für Josef erlassen,
als Gott gegen Ägypten auszog. - (R)

Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm:
Seine Schulter hab‘ ich von der Bürde befreit,
seine Hände kamen los vom Lastkorb.
Du riefst in der Not,
und ich riss dich heraus. - (R)

Für dich gibt es keinen andern Gott.
Du sollst keinen fremden Gott anbeten.
Ich bin der Herr, dein Gott,
der dich herausgeführt hat aus Ägypten.
Tu deinen Mund auf! Ich will ihn füllen. - R


2. Lesung am 9. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B
2 Kor 4,6-11


Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther.

Brüder und Schwestern!
Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht erleuchten!,
er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet,
damit wir erleuchtet werden
zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi.
Diesen Schatz tragen wir Apostel in zerbrechlichen Gefäßen;
so wird deutlich,
dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.
Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben
und finden doch noch Raum;
wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht;
wir werden gehetzt und sind doch nicht verlassen;
wir werden niedergestreckt und doch nicht vernichtet.
Wohin wir auch kommen,
immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib,
damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.
Denn immer werden wir, obgleich wir leben,
um Jesu willen dem Tod ausgeliefert,
damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.



Der Abschnitt, der als 2. Lesung für diesen Sonntag ausgewählt ist, gehört einer längeren Abhandlung des Paulus über den Aposteldienst an. Die Verkündigung der Apostel hat die Erleuchtung "zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi" zum Ziel. Der Apostel will den göttlichen Glanz im Antlitz des Menschen Jesus erkennbar machen. Die Apostel nehmen aber auch teil am Schicksal Jesu. Sie werden in die Enge getrieben und tragen das Todesleiden Jesu an ihrem Leib, damit auch die andere Seite des Jesus, der Lebendige, der Auferstandene, an ihnen offenbar werde.


Ruf vor dem Evangelium am 9. Sonntag im Jahreskreis (B)
Joh 17,17

Halleluja. Halleluja.
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja.


Evangelium vom 9. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B
Mk 2,23 - 3,6


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder,
und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
Da sagten die Pharisäer zu ihm:
Sieh dir an, was sie tun!
Das ist doch am Sabbat verboten.
Er antwortete:
Habt ihr nie gelesen, was David getan hat,
als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten
- wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging
und die heiligen Brote aß,
die außer den Priestern niemand essen darf,
und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus fügte hinzu:
Der Sabbat ist für den Menschen da,
nicht der Mensch für den Sabbat.
Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Als er ein andermal in eine Synagoge ging,
saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.
Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde;
sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand:
Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er:
Was ist am Sabbat erlaubt:
Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten?
Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an,
voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz,
und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus!
Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.
Da gingen die Pharisäer hinaus
und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss,
Jesus umzubringen.



Im Erzählstil werden im Evangelientext zwei Ereignisse aus dem Leben Jesu vorgetragen, um an ihnen das Verständnis des Sabbat in der frühchristlichen Gemeinde darzulegen. Die erste Erzählung knüpft an die Beobachtung an, dass Jesus-Jünger am Sabbat Ähren abrissen, sie zerrieben und aßen. Dies war ein Lehrbeispiel dafür, was ein gesetzestreuer Jude nicht tun durfte. Jesus antwortet darauf mit einem Beispiel, in dem auch David sich über kultische Gebote hinwegsetzte, und erhebt den Anspruch, dass er Herr auch über den Sabbat sei. Er begründet dies damit, dass der Sabbat für den Menschen da sei, nicht umgekehrt. In der zweiten Erzählung, die inhaltlich zum vorhergehenden Streitgespräch gehört, demonstriert Jesus im Synagogengottesdienst, dass der Mensch in die Mitte zu stellen sei, nicht das Sabbatgesetz. Er macht den Sabbat zum Tag des Heiles, der Erlösung und Befreiung. Jesus knüpft damit an die ursprüngliche Tradition der Sabbatheiligung an. Der Sabbat soll an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft erinnern.