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15.08.2018

Pfarrer Bernd Kösling verstorben

Pfarrer Bernd Kösling
Pfarrer Bernd Kösling

Am 26. Juni 2018 ist Pfarrer Bernd Kösling, ein engagierter Mitarbeiter des Predigtforums, im Alter von 55 Jahren verstorben. - Anfang Februar bat Bernd Kösling mit folgenden Zeilen um eine Pause: "Ich muss leider sämtliche Termine für das Predigt Forum absagen. Leider habe ich eine schwere Krebsdiagnose bekommen ...  Tut mir leid. Wenn es wieder geht, melde ich mich natürlich und mache gerne auch weiter. Denn es macht mir viel Freude." - Wir vermissen einen engagierten Verkündiger der Frohen Botschaft. R.I.P.

Lesungen 29.07.2018


1. Lesung des 17. Sonntags im Jahreskreis, Lesejahr B:
2 Kön 4,42-44

Lesung aus dem 2. Buch der Könige:

Einmal kam ein Mann von Baal-Schalischa
und brachte dem Gottesmann Brot von Erstlingsfrüchten,
zwanzig Gerstenbrote, und frische Körner in einem Beutel.
Elischa befahl seinem Diener:
Gib es den Leuten zu essen!
Doch dieser sagte:
Wie soll ich das hundert Männern vorsetzen?
Elischa aber sagte:
Gib es den Leuten zu essen!
Denn so spricht der Herr:
Man wird essen und noch übriglassen.
Nun setzte er es ihnen vor;
und sie aßen und ließen noch übrig,
wie der Herr gesagt hatte.



Elischa ist als Nachfolger des Elija anerkannt. In diversen Notsituationen hat er Menschen gezeigt: Gott hilft euch und gibt euch Zukunft. Nun wird ihm als Helfer ein Geschenk gemacht in den Broten aus Erstlingsfrüchten. Erstlingsfrüchte sind eine Opfergabe an Gott und kommen deshalb zum Gottesmann. Der gibt sie wiederum seinen Jüngern, die auch schon erlebt hatten (2 Kön 4,38–41), dass ein Vertrauen auf Elischa schwer fallen kann.


In der ersten Lesung wird uns eine Erzählung über den Propheten Elischa vorgetragen. Sie dürfte aus seinem Schülerkreis stammen. Von Elischa werden viele Geschichten erzählt: Wie er armen Leuten hilft, Kranke heilt, Tote erweckt... Sie haben die Tendenz, die Überlegenheit des Propheten und die seines Gottes hervorzuheben. Im vorliegenden Text bringt man Elischa eine Nahrungsmittelspende von den Erstlingsfrüchten. Das geschieht normalerweise zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorräte aufgebraucht sind und Mangel herrscht. Dies gilt besonders für den Kreis der Prophetenjünger um Elija. So erzählt die Geschichte zum einen von der Selbstlosigkeit des Gottesmannes: Er gibt das Geschenk an seine Schüler weiter. Zum anderen wird dieser Akt in dezenter Schilderung eine wunderbare Speisung einer großen Zahl von Menschen.


Die Geschichtsschreibung der beiden Bücher der Könige ist von Prophetenerzählungen durchbrochen (1 Kön 15-17; 2 Kön 1-10). Beide Bücher kann man zum deuteronomistischen Geschichtswerk zählen (Entstehungszeit um 560 v. Chr.) Im Mittelpunkt der heutigen Lesung steht Elischa, der sich durch den Bauch der Menschen hindurch als Prophet Gottes erweist. Nicht nur Gottes Wort ist in seinem Mund, sondern auch Gottes Erbarmen und Zuneigung (Gnade) in des Propheten Tun, wenn er Tote zum Leben erweckt (4,8-37); vergiftetes Essen für den Menschen unschädlich macht (4,28-31), den Menschen das gibt, was sie zum Leben brauchen (4,42-44) und das Lebensbedrohende von ihnen wegnimmt (5,1-27). In diesen Taten erweist sich Elischa als Gottesmann.


Antwortpsalm, 17. Sonntag im Jahreskreis (B)
Ps 145,8-9. 15-16. 17-18

R: Herr, du öffnest deine Hand
und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen. – R


Der Herr ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Gnade.
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. - (R)

Aller Augen warten auf dich,
und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.
Du öffnest deine Hand
und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen. - (R)

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut,
voll Huld in all seinen Werken.
Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe,
allen, die zu ihm aufrichtig rufen. - R


2. Lesung vom 17. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Eph 4,1-6

Lesung aus dem Brief an die Epheser:

Brüder!
Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin,
ermahne euch, ein Leben zu führen,
das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
Seid demütig, friedfertig und geduldig,
ertragt einander in Liebe,
und bemüht euch,
die Einheit des Geistes zu wahren
durch den Frieden, der euch zusammenhält.
Ein Leib und ein Geist,
wie euch durch eure Berufung
auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist;
ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
ein Gott und Vater aller,
der über allem und durch alles und in allem ist.



Das Anliegen des Epheserbriefes ist es, eine innere Ordnung von Kirche zu beschreiben. Dazu nutzt der Verfasser die Autorität des Paulus (der Epheserbrief zählt zu den nachpaulinischen Schriften). Aus dieser Autorität heraus beginnt die Lesung als Ermahnung. Die darf nur jemand aussprechen, der sich ausgewiesen hat. Das Thema ist Einheit. Erst eine gelebte Einheit kann die Ordnung schaffen, in der die Kirche als Begleitung zum ewigen Heil wirken kann.


Die zweite Lesung ist dem Epheserbrief entnommen. Die Verse 1 bis 6 leiten den ermahnenden Teil des Briefes ein (Kapitel 4 bis 7), nachdem die ersten drei Kapitel von der Lehre handeln. Die Verse 1 bis 6 sind eine eindringliche Mahnung zur Einheit die Kirche. Diese Einheit hat ihren Grund in der Einheit des dreifaltigen Gottes, auch wenn die Lehre von der Dreifaltigkeit nicht im Sinne späterer Theologie ausgeprägt ist.


Nach dem Lobpreis der Heilgeschichte Gottes mit "uns" (Adressat sind die Heiligen in Ephesus, vgl. Eph 1,1) und der ekklesiologischen Grundlegung stellt Paulus in seiner Schwachheit seine Autorität dar. Als Gefangener Christi (3,1) nimmt er das Gefängnis (4,1) auf sich. Das ist zugleich der Grund, auf dem er steht und bevollmächtigt ist, Weisungen an die junge Kirche in Ephesus zu geben. Die größte Sorge des Apostels ist wohl die Einheit der Kirche, die letztendlich ihren Grund aber in Gott selbst hat (4,5.6).


Ruf vor dem Evangelium am 17 Sonntag im Jahreskreis (B)
vgl. Lk 7,16

Halleluja. Halleluja.
Ein großer Prophet trat unter uns auf:
Gott nahm sich seines Volkes an.
Halleluja.


Evangelium des 17. Sonntags im Jahreskreis, Lesejahr B:
Joh 6,1-15

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes

Danach ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa,
der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm,
weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder.
Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe.
Als Jesus aufblickte und sah, daß so viele Menschen zu ihm kamen,
fragte er Philippus:
Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?
Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen;
denn er selbst wußte, was er tun wollte.
Philippus antwortete ihm:
Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus,
wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll.
Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus,
sagte zu ihm:
Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische;
doch was ist das für so viele!
Jesus sagte: Laßt die Leute sich setzen!
Es gab dort nämlich viel Gras.
Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer.
Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet
und teilte an die Leute aus, soviel sie wollten;
ebenso machte er es mit den Fischen.
Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern:
Sammelt die übriggebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt.
Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken,
die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.
Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie:
Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll.
Da erkannte Jesus, daß sie kommen würden,
um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen.
Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.



Die sieben (!) Zeichen Jesu bilden beim Johannesevangelium die Ordnung des Textes. Neben dem ersten Zeichen bei der Hochzeit zu Kana waren die verschiedenen Heilungen das zweite Zeichen Jesu, auf die auch im Text (Joh 6,2) Bezug genommen wird. Die Brotwandlung ist das dritte Zeichen. Sie leitet eine lange Passage der Selbstvorstellung Jesu als Brot des Lebens ein (Joh 6,22-59). An deren Ende stehen sowohl ein Gewinn an Mitglaubenden als auch eine Abkehr von Jüngern. Die Spezifizierung der Brote des Jungen als Gerstenbrote steht nicht bei den Synoptikern und nimmt daher den Bezug auf die Geschichte des Elischa aus der ersten Lesung.


Für fünf Sonntage wird die fortlaufende Lesung aus Markus unterbrochen und das 6. Kapitel aus dem Johannesevangelium mit seiner eucharistischen Rede vorgetragen. Eingeleitet wird diese Rede durch die Erzählung von einer wunderbaren Brotvermehrung. Diese Erzählung weist Parallelen zu Mk 6,31-44 auf, verfügt aber über viele Besonderheiten, die zum Teil schon vor der Bearbeitung des vierten Evangelisten eingearbeitet worden sein dürften. Für Johannes ist diese Wundererzählung eine Hinführung zur Darlegung seiner eucharistischen Theologie. Er setzt das Ereignis in Beziehung zum Pascha-Fest (Vers 4) und lässt es in ein Bekenntnis zum erwarteten Propheten münden (Vers 14). Gemäß Dtn 18,15 und 18,18 erwarten die Juden einen Propheten vom Format des Mose. Dieser wird die Wunder des ersten Mose wieder vollbringen. Dazu gehört auch das Manna-Wunder. Jesus vollbringt zwar das Manna-Wunder, verwahrt sich aber gegen eine innerweltliche Messiaserwartung. Sein Anspruch ist höher als der, der neue Mose zu sein. Er ist auch mehr als der Wundertäter, der die Bedürfnisse der Bedürftigen erfüllt. Da die Beteiligten sein wahres Königtum verkennen, zieht er sich zurück. Erst vor Pilatus wird sein Messiaskönigtum wieder zur Sprache kommen.


Die PR-Tätigkeit Jesu nimmt einen großen Platz bei Johannes ein (5,1-12,50). Dies zeigt, daß die Welt ebenso wie die Jünger auf Unverständnis stieß. Die Welt erkennt Jesus als den Messias und den Retter der Welt noch nicht und hält am Prophetenbild des ersten Testaments fest. Von daher lassen sich in der Schilderung durchaus inhaltliche Parallelen zur ersten Lesung (2 Kön 4) feststellen. Nach Kana, Jerusalem, Judäa und Samaria ist Galiläa die fünfte Station, in der sich Jesus Christus der Welt zu erkennen geben möchte.