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21.09.2018

Lesungen 16.09.2018


1. Lesung vom 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Jes 50,5-9a

Lesung aus dem Buch Jesaja:

Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
Doch Gott, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, daß ich nicht in Schande gerate.
Er, der mich freispricht, ist nahe.
Wer wagt es, mit mir zu streiten?
Laßt uns zusammen vortreten!
Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit?
Er trete zu mir heran.
Seht her,
Gott, der Herr, wird mir helfen.



Aus dem zweiten Teil des Buches Jesaja hören wir heute den ersten Teil des dritten Gottesknechtliedes. Der Prophet, der das Volk Israel in der Verbannung trösten will, trägt die Leiden und Verfolgungen und bezeugt so sein Vertrauen auf Gottes Hilfe. In der heutigen Lesung tritt uns der Gottesknecht als eine prophetische Gestalt entgegen. Er hat sein Ohr und sein ganzes Wesen dem Wort Gottes geöffnet und er ist zum Sprecher Gottes geworden. Der Knecht entzieht sich dem Prophetenberuf nicht im Gegensatz zu Jona (1,3) und Jeremia (1,6f, 20,7-9), sondern übt sein Amt trotz des härtesten Widerstandes aus, der ihm von seinen eigenen Volksgenossen entgegengebracht wird. Der tiefere Grund des Widerstandes ist der Unglaube seiner Volksgenossen. Der Widerstand artet in Tätigkeiten aus, die besonders schmerzlich und entehrend sind: Bart ausreißen, Schläge auf den Rücken und Spucken in das Angesicht. Die Verfolgung und die Feindschaft seines Volkes wird im schließlich den Tod bringen. Die Evangelisten haben diese prophetischen Aussagen auf Jesus bezogen. Er ist Gottessohn und Gottesknecht. Er weiß, daß auch in Leiden und Tod der Vater ihn nicht allein lässt.


Antwortpsalm, 24. Sonntag im Jahreskreis (B)
Ps 116,1-9

R: Ich gehe meinen Weg vor Gott im Land der Lebenden. - R
Oder: Halleluja.

Ich liebe den Herrn;
denn er hat mein lautes Flehen gehört
und sein Ohr mir zugeneigt
an dem Tag, als ich zu ihm rief. - (R)

Mich umfingen die Fesseln des Todes,
mich befielen die Ängste der Unterwelt
mich trafen Bedrängnis und Kummer.
Da rief ich den Namen des Herrn an:
„Ach Herr, rette mein Leben!“ - (R)

Der Herr ist gnädig und gerecht,
unser Gott ist barmherzig.
Der Herr behütet die schlichten Herzen;
ich war in Not, und er brachte mir Hilfe. - (R)

Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen,
meine Tränen getrocknet,
meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten.
So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn
im Land der Lebenden. - R


2. Lesung vom 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Jak 2,14-18

Lesung aus dem Jakobusbrief:

Meine (Schwestern und) Brüder,
was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben,
aber es fehlen die Werke?
Kann etwa der Glaube ihn retten?
Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist
und ohne das tägliche Brot
und einer von euch zu ihnen sagt:
Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!,
ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen -
was nützt das?
So ist auch der Glaube für sich allein tot,
wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.
Nun könnte einer sagen:
Du hast Glauben, und ich kann Werke vorweisen;
zeig mir deinen Glauben ohne die Werke,
und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke.



Jakobus drängt auf ein Christentum der Tat (Werke). Darum lehrt er: Der Glaube ohne Werke ist tot. Damit bildet er einen Gegenpol zur Lehre des Paulus, nach der nicht die Werke retten, sondern der Glaube (Röm 3-4; Gal 3-4). In den Versen 21ff beruft sich Jakobus auf die Geschichte Abrahams (Gen 22,9; 15,6; Jes 41,8). Auch Paulus weiß, daß der Glaube durch die Liebe wirksam werden muß (Gal 5,6).


Ruf vor dem Evangelium, 24. Sonntag im Jahreskreis (B)
Gal 6,14

Halleluja. Halleluja.
Ich will mich allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus rühmen,
durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
Halleluja.


Evangelium vom 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Mk 8,27-35

Aus dem hl. Evangelium nach Markus:

In jener Zeit
ging Jesus mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi.
Unterwegs fragte er die Jünger:
Für wen halten mich die Menschen?
Sie sagten zu ihm:
Einige für Johannes den Täufer,
andere für Elija,
wieder andere für sonst einen von den Propheten.
Da fragte er sie:
Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete ihm:
Du bist der Messias!
Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen.
Dann begann er, sie darüber zu belehren,
der Menschensohn müsse vieles erleiden
und von den Ältesten, den Hohenpriestern
und den Schriftgelehrten verworfen werden;
er werde getötet,
aber nach drei Tagen werde er auferstehen.
Und er redete ganz offen darüber.
Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe.
Jesus wandte sich um,
sah seine Jünger an
und wies Petrus mit den Worten zurecht:
Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen!
Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will,
sondern was die Menschen wollen.
Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte:
Wer mein Jünger sein will,
der verleugne sich selbst,
nehme sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen
und um des Evangeliums willen verliert,
wird es retten.



Mit diesem Abschnitt des Markusevangeliums beginnt der Weg Jesu nach Jerusalem (8,27 - 10,52). Mit dem Messiasbekenntnis des Petrus (8,27-30) ist der Wendepunkt des Evangeliums erreicht. Er ist Abschluß und Anfang zugleich. Bisher war das Geheimnis Jesu verhüllt, wenngleich es immer auch durchzubrechen versuchte. Jetzt wird es enthüllt, weil von Tod und Auferstehung unverhüllt gesprochen wird. Drei Leidensweissagungen (8,31 - 9,29; 9,30 - 10,31; 10,32-52) enthüllen, in welchem Sinn Jesus der heilbringende Messias ist; an sie werden Folgerungen angeschlossen, die zeigen, was Nachfolge Jesu und Leben nach dem Evangelium bedeutet. Das Messiasbekenntnis des Petrus: 8,27-30: Cäsarea Philippi liegt im Norden des Landes an der Jordenquelle, in heidnischem Gebiet. Durch die Frage Jesu werden Volk und Jünger getrennt. Simon Petrus legt das Messiasbekenntnis für die Jünger ab. Es überragt das Bekenntis des Volkes, bedarf aber noch der Ergänzung durch die Verkündigung von Tod und Auferstehung Jesu. Darum das Schweigegebot. Die erste Ankündigung von Leiden und Auferstehung: 8,31-33: Jede der drei Leidensankündigungen will in das Todesgeheimnis des Menschensohnes einführen, zugleich aber auch der Gemeinde (Kirche) zeigen, wie dieses Geheimnis für das Leben und die Ordnung der Gemeinde Weisung gibt. Der Messiastitel erweckt die falsche Vorstellung eines politischen, nationalen Befreiers, der mit Macht ein politisches Königtum aufrichtet. Jesus muß dem Messiasbekenntnis des Petrus seine wahre Deutung geben. Er spricht jetzt "in aller Offenheit", früher hat er sein Geheimnis bei sich verschlossen. Er spricht nicht vom Messias, sondern vom Menschensohn (vgl. 2,10.28), von seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung. Der gleiche Jünger, der im Namen der anderen das Messiasbekenntnis abgelegt hat, wird jetzt zum Widersacher und Verführer Jesu (vgl. Mt 4,10); denn er denkt an einen Messias, der mit Macht ein irdisches Reich aufbaut. Gott aber richtet das messianische Reich durch Leiden und Tod des Messias auf. Von Nachfolge und Selbstverleugnung: 8,34-35: Kurzsprüche nennen Bedingungen, die Jesus an die stellt, die zu ihm gehören wollen (Christen): Die Bedingung für die Zugehörigkeit zu Jesus (Nachfolge Jesu) ist von dem Entschluß abhängig, auch das Leben um Jesu willen zu verlieren (das Martyrium zu erleiden).