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24.10.2018

Lesungen 23.09.2018


1. Lesung vom 25. Sonntag im Jashreskreis, Lesejahr B:
Weish 2,1a. 12. 17-20

Lesung aus dem Buch der Weisheit:

Die Frevler tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:
Laßt uns dem Gerechten auflauern!
Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg.
Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor
und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung.
Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind,
und prüfen, wie es mit ihm ausgeht.
Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes,
dann nimmt sich Gott seiner an
und entreißt ihn der Hand seiner Gegner.
Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren,
um seine Sanftmut kennenzulernen,
seine Geduld zu erproben.
Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen;
er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.



Die Lesung aus dem Buch der Weisheit (entstanden im ägyptischen Alexandrien um 30 v. Chr.) ist Teil der Rede von Frevlern, die - nachdem sie sich die Endlichkeit des Lebens vor Augen gehalten haben - nun das "Leben" nach dem Motto "Carpe diem" auskosten. Die Gerechten hingegen sind ihnen ein Greuel, gegen das sie ankämpfen. Das Leben der Gerechten und das Treiben der Frevler wird im ersten Teil des Buches der Weisheit (1,1 - 6,21) einander gegenübergestellt. "Hauptfrage des ersten Teils ist, wie ein Mensch in einer von Hedonismus, Zynismus, Nekrophilie und Gottlosigkeit geprägten Gesellschaft gerecht und gottgefällig leben kann." (Schroer Silvia in Zenger Erich, Einleitung in das Alte Testament, 283). Die Weisheit, jene Liebe zu allem Lebendigen und Ausdruck des Vertrauens in Gott auf dem persönlichen Lebensweg, ist die Antwort darauf. Die Gerechten hören nicht auf, gegen die Frevler vorzugehen (Vers 12b). Die Frevler gehen daran, ihrerseits die Gerechten zu prüfen (Verse 17 und 19). Die Lesung zeigt, dass, wenn das Leben bloss in den Händen der Menschen bleibt, es begrenzt ist. Doch in Gottes Hand gelegt, ist ihm Unvergänglichkeit bestimmt (Vers 23). Diese frohe Botschaft des Ersten Testaments bleibt heute im Gottesdienst ungehört, es sei denn, man entschliesst sich, die Lesung in ihren Kontext zurückzulegen.


Im ersten Jahrhundert vor Christi Geburt war es in Ägypten und insbesondere in der von vielen Juden bewohnten "Weltstadt Alexandria" gang und gäbe, über Lebenshaltungen zu streiten. In Auseinandersetzung mit jüdischen Weisheitslehrern (Kohelet) hält das Buch der Weisheit am alten Zusammenhang zwischen Tun und Ergehen eines Menschen fest. Im zweiten Kapitel wird zuerst das abstoßende Denken der Gottlosen aufgegriffen, also der Zyniker und skrupellosen Machtmenschen der damaligen Zeit, die, wenn schon nicht die Existenz Gottes, so zumindest sein Handlungsvermögen bezweifelten. "Das Leben ist kurz, der Tod unausweichlich - also genießen wir das Leben so gut als möglich!" könnte man ihre Weltanschauung zusammenfassen. Recht und Gerechtigkeit werden dabei zum Gut des Stärkeren. Die folgenden Kapitel des Buches versuchen, hier eine andere Sicht der Dinge zu vermitteln und das Fundament für die Gewissheit zu legen, dass Gott die Welt und die Menschen liebt, Gerechtigkeit will und weder Unrecht noch Zynismus duldet.


Die Lesung aus dem Buch der Weisheit (entstanden im ägyptischen Alexandrien um 30 v. Chr.) ist Teil der Rede von Frevlern, die - nachdem sie sich die Endlichkeit des Lebens vor Augen gehalten haben - nun das "Leben" nach dem Motto "Carpe diem" auskosten. Die Gerechten hingegen sind ihnen ein Greuel, gegen das sie ankämpfen. Das Leben der Gerechten und das Treiben der Frevler wird im ersten Teil des Buches der Weisheit (1,1 - 6,21) einander gegenübergestellt. "Hauptfrage des ersten Teils ist, wie ein Mensch in einer von Hedonismus, Zynismus, Nekrophilie und Gottlosigkeit geprägten Gesellschaft gerecht und gottgefällig leben kann." (Schroer Silvia in Zenger Erich, Einleitung in das Alte Testament, 283). Die Weisheit, jene Liebe zu allem Lebendigen und Ausdruck des Vertrauens in Gott auf dem persönlichen Lebensweg, ist die Antwort darauf. Die Gerechten hören nicht auf, gegen die Frevler vorzugehen (Vers 12b). Die Frevler gehen daran, ihrerseits die Gerechten zu prüfen (Verse 17 und 19). Die Lesung zeigt, dass, wenn das Leben bloss in den Händen der Menschen bleibt, es begrenzt ist. Doch in Gottes Hand gelegt, ist ihm Unvergänglichkeit bestimmt (Vers 23). Diese frohe Botschaft des Ersten Testaments bleibt heute im Gottesdienst ungehört, es sei denn, man entschliesst sich, die Lesung in ihren Kontext zurückzulegen.


Ungekürzte Fassung der
1. Lesung vom 25. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Weish 2,1-20

Lesung aus dem Buch der Weisheit:

Sie tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:
Kurz und traurig ist unser Leben; für das Ende des Menschen gibt es keine Arznei, und man kennt keinen, der aus der Welt des Todes befreit.
Durch Zufall sind wir geworden, und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen. Der Atem in unserer Nase ist Rauch, und das Denken ist ein Funke, der vom Schlag des Herzens entfacht wird; verlöscht er, dann zerfällt der Leib zu Asche, und der Geist verweht wie dünne Luft.
Unser Name wird bald vergessen, niemand denkt mehr an unsere Taten. Unser Leben geht vorüber wie die Spur einer Wolke und löst sich auf wie ein Nebel, der von den Strahlen der Sonne verscheucht und von ihrer Wärme zu Boden gedrückt wird.
Unsere Zeit geht vorüber wie ein Schatten, unser Ende wiederholt sich nicht; es ist versiegelt, und keiner kommt zurück.
Auf, laßt uns die Güter des Lebens genießen und die Schöpfung auskosten, wie es der Jugend zusteht.
Erlesener Wein und Salböl sollen uns reichlich fließen, keine Blume des Frühlings darf uns entgehen.
Bekränzen wir uns mit Rosen, ehe sie verwelken; keine Wiese bleibe unberührt von unserem ausgelassenen Treiben. Überall wollen wir Zeichen der Fröhlichkeit zurücklassen; das ist unser Anteil, das fällt uns zu. 
Laßt uns den Gerechten unterdrücken, der in Armut lebt, die Witwe nicht schonen und das graue Haar des betagten Greises nicht scheuen! 
Unsere Stärke soll bestimmen, was Gerechtigkeit ist; denn das Schwache erweist sich als unnütz. 
Laßt uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung. 
Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen, und nennt sich einen Knecht des Herrn. 
Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein Anblick ist uns lästig; denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden. 
Als falsche Münze gelten wir ihm; von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat. Das Ende der Gerechten preist er glücklich und prahlt, Gott sei sein Vater. 
Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht. 
Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner. 
Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennenzulernen, seine Geduld zu erproben. 
Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt.


Antwortpsalm vom 25. Sonntag im Jahreskreis (B)
Ps 54,3-6. 8-9

R: Gott ist mein Helfer,
der Herr beschützt mein Leben. – R

Hilf mir, Gott, durch deinen Namen,
verschaff mir Recht mit deiner Kraft!
Gott, höre mein Flehen,
vernimm die Worte meines Mundes! - (R)

Denn es erheben sich gegen mich stolze Menschen,
freche Leute trachten mir nach dem Leben;
sie haben Gott nicht vor Augen.
Doch Gott ist mein Helfer,
der Herr beschützt mein Leben. - (R)

Freudig bringe ich dir dann ein Opfer dar
und lobe deinen Namen, Herr; denn du bist gütig.
Der Herr hat mich herausgerissen aus all meiner Not,
und mein Auge kann auf meine Feinde herabsehn. - R


2. Lesung am 25. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Jak 3,16 - 4,3

Lesung aus dem Jakobusbrief:

Schwestern und Brüder!
Wo nämlich Eifersucht und Ehrgeiz herrschen,
da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art.
Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig,
sodann friedlich, freundlich, gehorsam,
voll Erbarmen und reich an guten Früchten,
sie ist unparteiisch, sie heuchelt nicht.
Wo Frieden herrscht,
wird (von Gott) für die Menschen, die Frieden stiften,
die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut.
Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten?
Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern.
Ihr begehrt und erhaltet doch nichts.
Ihr mordet und seid eifersüchtig
und könnt dennoch nichts erreichen.
Ihr streitet und führt Krieg.
Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet.
Ihr bittet und empfangt doch nichts,
weil ihr in böser Absicht bittet,
um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden.



Die Autorenschaft des Jakobusbriefes ist sehr unklar, weil direkte Bezüge zum Autor nur angedeutet sind. Deutlich wird in dem Schreiben aber, dass es sich um einen Kreis von Christen handelt, die gut mit den jüdischen Traditionen vertraut war. In der Perikope des Sonntags mahnt der Autor zu einem Leben, das so ausgerichtet ist, dass alle Zwistigkeiten vermieden werden. Dazu soll der Fromme seine Leidenschaften in 'den Griff bekommen', denn in ihnen wohnt das Böse.


Der Jakobusbrief entstand zu Ende des 1. Jahrhunderts und wurde von einem für uns namentlich nicht bekannten Autor verfasst. Der Brief ist gleichsam ein Kompendium von Verhaltensmaßregeln sowie -anweisungen und stellt damit eine Art frühchristlichen Verhaltenskodex á la Knigge dar. Die Weisheit von oben, die Weisheit von Gott her steht im Mittelpunkt und wird von der Realität auf Erden kontrastiert. Das Handeln des Menschen führt letztlich zu nichts, da es von Streit, Zwietracht und Eifersucht geprägt ist. Ziel ist die positive Formulierung dessen, was in 4,1-3 negativ ausgedrückt wird. So kann die Weisheit Gottes auf die Menschen überspringen und für uns in der Welt sichtbar werden. Das wird zugleich auch der Grund für die vielen Mahnungen sein, die im Anschluss folgen.


Der Jakobusbrief - entstanden Ende des 1. Jahrhunderts und von einem namentlich unbekannten Verfasser niedergeschrieben - enthält eine Fülle von ethischen Lebensregeln und Verhaltensmasstäben, die ihn fast zu einem Handbuch christlicher Lebensführung machen. In der zweiten Lesung wird die Weisheit ins Auge gefasst, indem die Weisheit von Oben (von Gott her) der Realität auf der Erde gegenüber gestellt wird. Das, was die Menschen in ihrer Eifersucht und im Streit tun, führt zu nichts. Es geht um eine positive Formulierung dessen, was in 4,1-3 negativ ausgedrückt wird. So kann die Weisheit von Oben auf uns Menschen überspringen und in der Welt manifest werden. Das wird zugleich auch der Grund für die vielen Mahnungen, die im Anschluss noch folgen, sein.


Ruf vor dem Evangelium am 25. Sonntg im Jahreskreis (B)
vgl. 2 Thess
2,14

Halleluja. Halleluja.
Durch das Evangelium hat Gott uns berufen
zur Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn.
Halleluja.


Evangelium des 25. Sonntags im Jahreskreis, Lesejahr B:
Mk 9,30-37

Aus dem hl. Evangelium nach Markus:

In jener Zeit
zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa.
Er wollte aber nicht, daß jemand davon erfuhr;
denn er wollte seine Jünger über etwas belehren.
Er sagte zu ihnen:
Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert,
und sie werden ihn töten;
doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.
Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht,
scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.
Sie kamen nach Kafarnaum.
Als er dann im Haus war, fragte er sie:
Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?
Sie schwiegen,
denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen,
wer (von ihnen) der Größte sei.
Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen:
Wer der Erste sein will,
soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
Und er stellte ein Kind in ihre Mitte,
nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen:
Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt,
der nimmt mich auf,
wer aber mich aufnimmt,
der nimmt nicht nur mich auf,
sondern den, der mich gesandt hat. 



Unter formalen Aspekten haben wir zwei verschiedene Einheiten vorliegen. Die Verse 30-33 stellen nach den Versen 8,31ff die zweite Ankündigung des Leidens und Auferstehens Jesu dar. Die rahmende Erzählung vom Unverständnis der Jünger kommt im Markusevangeliums immer wieder vor. Allein der Bericht von der Angst der Jünger, Jesus zu fragen findet sich nur hier. Die szenische Gegebenheit - Gespräch auf der Wanderschaft - entspricht dem Bild Jesu als Wanderprediger. Die Verse 33-37 sind eine Mahnung an die Jünger, wie sie ihr Leben in der Nachfolge Jesu gestalten sollen. Wie etwa auch die Beispiele der Wunder durch die Verbindung von Heilungsgestus und Heilungswort wirken, ist auch die Mahnung bestimmt durch einen Gestus (Umarmung des Kindes) in Verbindung mit einem ausdeutenden Wort ("Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt...").


Innerhalb des Markus-Evangeliums kündigt Jesus bereits zum zweiten Mal (vgl. 8,31) sein Leiden an. Erneut ergeht die Ankündigung an die Jünger, die nun ganz offensichtlich als die ausschließlichen Hörer der Worte Jesu beschrieben werden (9,30). Aber wieder, wie ausdrücklich festgestellt wird (9,32), verstehen sie Jesu Worte nicht. Illustriert wird dieses Unverständnis auch durch den Streit um die Frage, wer der Größte sei (9,34). Diese Frage steht in großem Kontrast zum Handeln Gottes, zur Erniedrigung des Menschensohnes, von der gerade die Rede gewesen ist. Die unerwartete Antwort Jesu verweist auf das Dienen als wahrhaftige Größe und sie steht damit eindeutig im Kontext des Leidens, der Hingabe des Menschensohnes als Ausdruck seines Dienens (10,45). Das Motiv, das die Jünger nicht verstehen, ist für das Markus-Evangelium aber ganz typisch und trägt dazu bei, dass das Kreuz betont wird. Als die Jünger mit Jesus im Land umherwanderten, konnten sie ihn nicht verstehen, denn es fehlte ihnen - im Gegensatz zu uns - die Perspektive vom Ende des Weges Jesu, "die nachösterliche Brille". So zielt der Evangelist mit seinem Bild der Jünger darauf ab, dass die Jesus-Nachfolger in seiner eigenen Zeit Jesus verstehen - und dies bedingt Konsequenzen für das gegenseitige Verhältnis (9,36 f.).


Dieser Abschnitt aus dem Mk-Evangelium zeigt, dass es bereits dem Ende zugeht. Der Tod Jesu rückt näher ins Blickfeld. Wir hören bereits die 2. Leidensankündigung (9,30-32). Der Weg nach Jerusalem hat für Jesus längst begonnen. Im zweiten Teil (9,33-37) gibt Jesus den Jüngern entscheidende Hinweise für ein Leben in der Nachfolge. Doch begreifen die Jünger wieder einmal die Dringlichkeit dieser letzten Weisungen Jesu noch nicht. Jesus erteilt den Jüngern eine Lehre und beantwortet ihre unausgesprochene Frage. Dabei stellt er ein Kind in die Mitte. Es folgen viermal dasselbe Wort vom Aufnehmen im Vers 37. Eine der vier Bedeutungen meint, jemanden gastlich (ins Haus) aufnehmen. Eine freie Deutung wäre demnach: Wer ein Kind um Christi Willen aufnimmt, bei dem ist Gott zu Gast, bei dem nimmt Gott Wohnung. Unübersehbar steht das Evangelium im grossen Zusammenhang mit Mk 10,15: "Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen."