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15.11.2018

Lesungen 21.10.2018


1. Lesung des 29. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Jes 53,10-11

Lesung aus dem Buch Jesaja:

Der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen Knecht,
er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab.
Er wird Nachkommen sehen und lange leben.
Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen.
Nachdem er so vieles ertrug,
erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.
Mein Knecht, der gerechte,
macht die vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.



In den Kapiteln Jes 40-55 finden sich, über mehrere Stellen verteilt, die sogenannten Gottesknechtlieder, die von einem "Knecht Jahwes" reden, der einen weit über Israel hinausgehenden Auftrag bekommt, durch seinen Gehorsam ins Leiden und bis in den Tod hinunter geführt wird, zu dem sich aber Jahwe aber als zu seinem Knecht bekennt. Die Verse Jes 53,1-12 sind eine bekenntnishafte Schilderung des Geschicks des Knechtes im Munde einer Gemeinde, die staunend Jahwes Geheimnis anbetet. Als Empfänger des hier geschilderten heilvollen Geschehens sind die "Vielen" genannt. Eine exklusive Verkündigung der Heilsbotschaft an Israel findet nicht mehr statt. In seinen rahmenden Worten bekennt sich Jahwe voll zu seinem Knecht, der erhöht wird und so den Lohn für seine Selbsthingabe bis in den Tod empfängt.


Ungekürzte Fassung der
1. Lesung des 29. Sonntag im Jahreskreis,
Lesejahr B: Jes 53,1-12
 

Lesung aus dem Buch Jesaja:

Wer hat unserer Kunde geglaubt?
Der Arm des Herrn - wem wurde er offenbar?
Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Sproß,
wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden.
Er hatte keine schöne und edle Gestalt,
so daß wir ihn anschauen mochten.
Er sah nicht so aus, daß wir Gefallen fanden an ihm.
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt,
war er verachtet;
wir schätzten ihn nicht.
Aber er hat unsere Krankheit getragen
und unsere Schmerzen auf sich geladen.
Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen,
wegen unserer Sünden zermalmt.
Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm,
durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe,
jeder ging für sich seinen Weg.
Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen.
Er wurde mißhandelt und niedergedrückt,
aber er tat seinen Mund nicht auf.
Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt,
und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer,
so tat auch er seinen Mund nicht auf.
Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft,
doch wen kümmerte sein Geschick?
Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten
und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen.
Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab,
bei den Verbrechern seine Ruhestätte,
obwohl er kein Unrecht getan hat
und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.

Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht),
er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab.
Er wird Nachkommen sehen und lange leben.
Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen.
Nachdem er so vieles ertrug,
erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.
Mein Knecht, der gerechte,
macht die vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.

Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen,
und mit den Mächtigen teilt er die Beute,
weil er sein Leben dem Tod preisgab
und sich unter die Verbrecher rechnen ließ.
Denn er trug die Sünden von vielen
und trat für die Schuldigen ein.


Antwortpsalm am 29. Sonntag im Jahreskreis (B)
Ps 33,4-5. 18-20. 22

R: Lass deine Güte über uns walten, o Herr,
denn wir schauen aus nach dir, - R

Das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. - (R)

Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschaun;
denn er will sie dem Tod entreißen
und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. - (R)

Unsre Seele hofft auf den Herrn;
er ist für uns Schild und Hilfe.
Lass deine Güte über uns walten, o Herr,
denn wir schauen aus nach dir. - R


2. Lesung des 29. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Hebr 4,14-16

Lesung aus dem Hebräerbrief:

Schwestern und Brüder!
Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben,
der die Himmel durchschritten hat,
Jesus, den Sohn Gottes,
laßt uns an dem Bekenntnis festhalten.
Wir haben ja nicht einen Hohenpriester,
der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche,
sondern einen,
der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist,
aber nicht gesündigt hat.
Laßt uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden
und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.



Angesichts der glaubensgefährdenden Lebenssituation seiner Leser deutet der Autor des Hebräerbriefes die irdische Existenz Jesu als ein "Angefochtensein". Weil aber Jesus auf diesem Weg in die Herrlichkeit als Erhöhter gelangte und so einen neuen Heilsweg geschaffen hat, darf sich die Gemeinde in ihren Krisen in das Heil Jesu "mithineingenommen" wissen. Die Aussage über den Hohenpriester, der als Mensch in der Versuchung lebte, ist für den Autor somit die Begründung zum Festhalten am Bekenntnis, wie auch für die Ermutigung zu Gott hinzutreten, wo Erbarmen und Hilfe gefunden werden können.


Ruf vor dem Evangelium am 29. Sonntag im Jahreskreis (B)
Vgl. Mk 10,45

Halleluja. Halleluja.
Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Halleluja.



Evangelium des 29. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Mk 10,35-45

Aus den hl. Evangelium nach Markus:

In jener Zeit
traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten:
Meister, wir möchten, daß du uns eine Bitte erfüllst.
Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm: Laß in deinem Reich
einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen.
Jesus erwiderte: Ihr wißt nicht, um was ihr bittet.
Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke,
oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
Sie antworteten: Wir können es.
Da sagte Jesus zu ihnen:
Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke,
und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.
Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken
habe nicht ich zu vergeben;
dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.
Als die zehn anderen Jünger das hörten,
wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich und sagte:
Ihr wißt, daß die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken
und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen mißbrauchen.
Bei euch aber soll es nicht so sein,
sondern wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will,
soll der Sklave aller sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.



Wenn Jesus zu seinen Jüngern sagt: "Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (V.45), dann greift er auf das biblische Verständnis des Lösegelds und auf Jes 43,3f. zurück. Heißt es dort, daß Ägypten, Kusch und Seba von Gott als Lösegeld für Israel hingegeben würden, so spricht Jesus hier davon, daß er gekommen sei, sein eigenes Leben hinzugeben. Entgegen der allgemeinen Erwartung der jüdischen Tradition von der Ankunft eines mächtigen Menschensohnes, der über die anderen erhoben ist, kommt der Menschensohn nach Jesus "...nicht um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen...". Nachfolge Jesu bedeutet hier nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern so zu leben, daß andere Menschen aufleben können. Ein Streit um Sitzplätze, wenn auch um himmlische, ist aus dieser jesuanischen Perspektive des Menschensohnes unsinnig.