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15.11.2018

Lesungen 04.11.2018


1. Lesung vom 31. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Dtn 6:2-6

Lesung aus dem Buch Deuteronomium:

Mose sprach zum Volk:
Wenn du den Herrn, deinen Gott, fürchtest,
indem du auf alle seine Gesetze und Gebote,
auf die ich dich verpflichte,
dein ganzes Leben lang achtest,
du, dein Sohn und dein Enkel,
wirst du lange leben.
Deshalb, Israel, sollst du hören und darauf achten,
alles, was der Herr, unser Gott, mir gesagt hat, zu halten,
damit es dir gut geht
und ihr so unermeßlich zahlreich werdet,
wie es der Herr, der Gott deiner Väter, dir zugesagt hat,
in dem Land, wo Milch und Honig fließen.
Höre, Israel!
Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig.
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele
und mit ganzer Kraft.
Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte,
sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. 



Dieser Abschnitt schließt an den Dekalog (Dtn 5) an und leitet zu den Unterweisungen des Volkes über (Dtn 7-11). Dtn 6,4-5 (bzw. 4-9) wurde später einer der wichtigsten liturgischen Texte des Judentums: Zusammen mit Dtn 11,13-21 und Num 15,37-41 ist es das "Schemac"-Gebet. Wenn sich Israel an die Gesetze hält, wird ihm Wohlstand verheißen. Mit dem "Höre, Israel" (vgl. auch Dtn 5,1; 9,1; 20,3; 27,9) wird eine Grundsatzaussage, gleichsam ein Glaubensbekenntnis eingeleitet. Das Bekenntnis zum einen Gott hängt zusammen mit dem Liebesgebot; es geht nicht mehr nur um ein juristisches Verhältnis anhand der Gesetze, sondern um ein Liebesverhältnis zu Gott, um "Vater-Kind". "Diese Worte" (also eigentlich das gesamte Gesetzeswerk) müssen gelernt und weitergegeben werden. Das Besondere dieser Stelle ist die eindringliche Aufforderung zur Gottesliebe (vgl. Hosea). Dieses ist das erste und wichtigste aller Gebote.


2. Lesung vom
31. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Hebr 7,23-28

Lesung aus dem Hebräerbrief:

Schwestern und Brüder!
Im Alten Bund folgten viele Priester aufeinander,
weil der Tod sie hinderte zu bleiben;
Jesus aber hat, weil er auf ewig bleibt,
ein unvergängliches Priestertum.
Darum kann er auch die, die durch ihn vor Gott hintreten,
für immer retten;
denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten.
Ein solcher Hoherpriester war für uns in der Tat notwendig:
einer, der heilig ist, unschuldig, makellos, abgesondert von den Sündern
und erhöht über die Himmel;
einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat,
wie die Hohenpriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen
und dann für die des Volkes;
denn das hat er ein für allemal getan,
als er sich selbst dargebracht hat.
Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohenpriestern,
die der Schwachheit unterworfen sind;
das Wort des Eides aber,
der später als das Gesetz kam,
setzt den Sohn ein,
der auf ewig vollendet ist.



Der Hebräerbrief benennt Jesus als den "Hohenpriester". Hier wird von 2 Arten von Hohenpriestern gesprochen: den sterblichen (schwach, unvollendet) - also den jüdischen Hohenpriestern, und dem erhöhten ("heilig, makellos, unschuldig"), nämlich Jesus. Was jene wiederholt machen müssen für die eigenen Sünden, das hat Jesus ein für allemal für alle gemacht: Sündevergebung.


Evangelium vom 31. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Mk 12, 28b-34


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin
und fragte ihn:
Welches Gebot ist das erste von allen? 
Jesus antwortete: Das erste ist:
Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. 
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen und ganzer Seele,
mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. 
Als zweites kommt hinzu:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. 
Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm:
Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt:
Er allein ist der Herr,
und es gibt keinen anderen außer ihm, 
und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand
und ganzer Kraft zu lieben
und den Nächsten zu lieben wie sich selbst,
ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. 
Jesus sah, daß er mit Verständnis geantwortet hatte,
und sagte zu ihm:
Du bist nicht fern vom Reich Gottes.
Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen. 



Wieder ist es ein Schulgespräch, in welchem Jesu auf eine Frage (diesmal eines Schriftgelehrten) eingeht. Dieser Schriftgelehrte wird nicht als feindlich, sondern als sehr verständig geschildert. Die Frage nach dem "ersten" der Gebote zielt auf eine Rangordnung: das wichtigste Gebot. Jesus gibt in der Antwort eindeutig einen solchen Vorrang der beiden Liebesgebote vor allen anderen an. Jesus zitiert Dtn 6,5 - und bezeugt: es geht um die Liebe zum einzigen Gott Israels, Jahwe. Er soll geliebt werden mit Herz, Seele und Kraft. - Hinzugefügt wird der Dtn-Stelle: mit ganzem Denken - die Vernünftigkeit der Gottesliebe. Das zweite Gebot: den Nächsten lieben wie sich selbst (Jesus zitiert Lev 19,18). Wer ist der Nächste? (Vgl. Lk 10,30-37: sogar der Feind, der Samariter!) Der Schriftgelehrte führt Jesu Antwort weiter: diese Gebote sind allen Kultgeboten vorzuziehen. Indem ein jüdischer Schriftgelehrter Jesus bestätigt, wird Jesu Lehrautorität gewissermaßen von offizieller Seite bestätigt.