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9.12.2018

Lesungen 18.11.2018


1. Lesung vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Dan 12,1-3

Lesung aus dem Buch Daniel:

In jener Zeit tritt Michael auf, der große Engelfürst,
der für die Söhne deines Volkes eintritt.
Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war,
seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit.
Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet,
jeder, der im Buch verzeichnet ist.
Von denen, die im Land des Staubes schlafen,
werden viele erwachen,
die einen zum ewigen Leben,
die anderen zur Schmach,
zu ewigem Abscheu.
Die Verständigen werden strahlen, wie der Himmel strahlt;
und die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben,
werden immer und ewig wie die Sterne leuchten.



Das Buch Daniel entstand im 2. Jahrhundert v. Chr. Judäa war besetzt von den griechischstämmigen Seleukiden unter dem Regime des Königs Antiochus IV., der das jüdische Volk brutal verfolgte. So erlitten viele Juden das Martyrium. Dieses apokalyptische Buch versucht, in all dem Leiden einen Sinn zu erfahren und zu vermitteln. Angesichts der Not durch die Verfolgung entsteht im Fragen nach dem Sinn des Leidens ein anfänglicher Auferstehungslauben, von dem die aktuelle Perikope erzählt.


Das Buch Daniel entstand im 2. Jahrhundert v. Chr. Judäa war besetzt von den griechischstämmigen Seleukiden unter dem Regime des Königs Antiochus IV., der das jüdische Volk brutal verfolgte. Ein uns namentlich nicht bekannter Autor verfaßte um 160 v. Chr. das biblische Buch Daniel. Stilistisch ist es mit der apokalyptischen Literatur des Spätjudentums verwandt. Visionen, Träume, Entrückungen, das Hören himmlischer Stimmen etc. bestimmen den Inhalt. Die Auferstehung der Toten wird in diesem Abschnitt des Danielbuches klar ausgesprochen. Es ist dies somit das älteste schriftliche Zeugnis von theologischen Überlegungen zur Auferweckung der Toten zum Leben oder zum Gericht (spätere Texte: bspw.: 2Makk 7,9ff; 12,43f; 14,16) im jüdischen Bereich.


Antwortpsalm am 33. Sonntag im Jahreskreis (B)
Ps
16, 5. 8-11

R: Behüte mich, Gott,
denn ich vertraue auf dich. – R

Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;
du hältst mein Los in deinen Händen.
Ich habe den Herrn beständig vor Augen.
Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. - (R)

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;
auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.
Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis;
du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen. - (R)

Ich sage zum Herrn: „Du bist mein Herr;
mein ganzes Glück bist du allein.“
Du zeigst mir den Pfad zum Leben.
Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle,
zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit. - R


2. Lesung vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Hebr 10,11-14. 18

Lesung aus dem Hebräerbrief:

Jeder Priester steht Tag für Tag da,
versieht seinen Dienst
und bringt viele Male die gleichen Opfer dar,
die doch niemals Sünden wegnehmen können.
Dieser aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht
und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt;
seitdem wartet er,
bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden.
Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden,
für immer zur Vollendung geführt.
Wo aber die Sünden vergeben sind,
da gibt es kein Sündopfer mehr.



Der Hebräerbrief ist geprägt von der Vorstellung vom Hohenpriestertum Jesu Christi. Durch seinen Adressatenkreis - die hebräischen Gemeinden - ist bedingt, dass Paulus seine theologischen Anknüpfungspunkte im Alten Testament sucht. Jesus Christus wird in den Vergleich zu den Hohenpriestern des Alten Bundes gestellt. Der vorliegende Abschnitt zieht nun Parallelen zwischen dem Altaropfer des Tempels und dem Kreuzesopfer des Gottessohnes.


In diesem Textabschnitt handelt es sich um wesentliche Aussagen über Christus als den Hohenpriester, verbunden mit einer Kritik des Gottesdienste Israels - vergleichbar mit der Kritik des Paulus am jüdischen Gesetz. Die Christen sollen sich vom Tempelgottesdienst und von heidnischen Gottesdiensten lösen und ihren Gottesdienst in der Form schlichter eucharistischer Feiern begehen. Inhaltlich wird davon gesprochen, daß die alten Opfer abgeschafft worden sind und den Menschen umfassende Vergebung durch Christus zuteil wird. Was hier in Christus geschehen ist, erfolgte ein für allemal und endgültig.


Ungekürzte Fassung der
2. Lesung vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Hebr 10,11-18

Lesung aus dem Hebräerbrief:

Jeder Priester steht Tag für Tag da,
versieht seinen Dienst
und bringt viele Male die gleichen Opfer dar,
die doch niemals Sünden wegnehmen können.
Dieser aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht
und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt;
seitdem wartet er,
bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden.
Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden,
für immer zur Vollendung geführt.
Das bezeugt uns auch der Heilige Geist;
denn zuerst sagt er:
Das wird der Bund sein,
den ich nach diesen Tagen mit ihnen schließe -
spricht der Herr:
Ich lege meine Gesetze in ihr Herz
und schreibe sie in ihr Inneres;
dann aber:
An ihre Sünden und Übertretungen denke ich nicht mehr.
Wo aber die Sünden vergeben sind,
da gibt es kein Sündopfer mehr.


Ruf vor dem Evangelium am 33. Sonntag im Jahreskreis (B)
Lk
21,36

Halleluja. Halleluja.
Wacht und betet allezeit,
damit ihr hintreten könnt vor den Menschensohn.
Halleluja.


Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B:
Mk 13,24-32

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
In jenen Tagen, nach der großen Not,
wird sich die Sonne verfinstern,
und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen,
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit
auf den Wolken kommen sehen.
Und er wird die Engel aussenden
und die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!
Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,
wißt ihr, daß der Sommer nahe ist.
Genauso sollt ihr erkennen,
wenn ihr (all) das geschehen seht,
daß das Ende vor der Tür steht.

Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,
auch nicht die Engel im Himmel,
nicht einmal der Sohn,
sondern nur der Vater.



Der vorliegende Textabschnitt stammt aus einer Rede im Markusevangelium (13,1-37), die vom künftigen Reich Gottes erzählt. Diese Rede hat apokalyptische Züge. Wie viele Offenbarungshandlungen findet auch sie auf einem Berg statt. Als historischer Hintergrund dieser Rede von Zerstörung ist der Jüdische Krieg (1. Jhdt. n. Chr.) mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels zu vermuten. Die vorliegende Erzählung ist ein Teil einer Reihe von Antworten auf die Frage nach dem Zeitpunkt der von Jesus angekündigten Zerstörung des weltlichen Jerusalems als Zeichen der Wiederkunft des Herrn (Vers 2). Zu gliedern ist der Text in folgende Teile: Ankündigung von kosmischen Zeichen und des Kommens des Gottessohnes (Verse 24-27), das Gleichnis vom Feigenbaum (eines der wenigen Gewächse in Palästina mit saisonal bedingtem Laubverlust) mit dem Ende der apokalyptischen Rede (28-32). Die nicht aufgeführte Ermahnung zur Wachsamkeit (33-37) beschliesst den Textabschnitt.


Der Evangelientext wurde in der Zeit nach 70 n. Chr. geschrieben, nach den Greueln des Jüdischen Krieges, den Christenverfolgungen unter Nero, der Zerstörung Jerusalems und des Tempels. Viele Christen dürften angesichts der Zeitumstände nahe an der Verzweiflung gewesen sein, denn nach damaliger judenchristlicher und jüdischer Überzeugung gehörten der Untergang des Tempels und der Untergang der Welt zusammen. Die Christengemeinden benötigten Orientierung und neue Kräfte. In dieser Situation gibt der Evangelist keine authentische Rede Jesu wieder, sondern er verkündet in apokalyptischer Sprach- und Bilderwelt die Botschaft Jesu Christi. Die Christen gelangen durch Tod und Auferstehung zum wahren Leben. Markus berichtet aber nichts über die konkreten Details oder gar den Zeitpunkt zu dem dies alles erwartet werden kann, denn sein Text soll eine theologische Botschaft und keine Angaben über ein historisches oder kosmisches Ende der Welt transportieren.