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17.07.2018

Pfarrer Bernd Kösling verstorben

Pfarrer Bernd Kösling
Pfarrer Bernd Kösling

Am 26. Juni 2018 ist Pfarrer Bernd Kösling, ein engagierter Mitarbeiter des Predigtforums, im Alter von 55 Jahren verstorben. - Anfang Februar bat Bernd Kösling mit folgenden Zeilen um eine Pause: "Ich muss leider sämtliche Termine für das Predigt Forum absagen. Leider habe ich eine schwere Krebsdiagnose bekommen ...  Tut mir leid. Wenn es wieder geht, melde ich mich natürlich und mache gerne auch weiter. Denn es macht mir viel Freude." - Wir vermissen einen engagierten Verkündiger der Frohen Botschaft. R.I.P.

Kontexte 04.12.2011


Das Christliche ist Christus

Aus: Ludger Schulte, Gott suchen - Mensch werden. Vom Mehrwert des Christseins. Herder Verlag, Freiburg, Basel Wien 2006.


Mit Roman Guardini ist daran festzuhalten: »Das Christliche ist letztlich nicht eine Wahrheitslehre oder Deutung des Lebens. Es ist auch das; aber darin besteht nicht sein Wesenskern. Den bildet Jesus von Nazareth, sein konkretes Dasein, Werk und Schicksal - das heißt also eine geschichtliche Person. [... Die christliche Lehre] behauptet nämlich, durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes, durch seinen Tod und seine Auferstehung, durch das Geheimnis des Glaubens und der Gnade sei alle Schöpfung aufgefordert, ihre scheinbare Eigenständigkeit aufzugeben und unter die Bestimmung einer personalen Wirklichkeit, nämlich Jesu Christi, als der entscheidenden Form zu treten.«"

Damit ergibt sich ein weiteres wichtiges Zwischenergebnis: »Schon die Zeitgenossen Jesu haben gefunden: >Herr, deine Rede ist hart, wer kann sie hören?< Und Jesus lässt sie sofort frei: >Wollt auch ihr gehen?< (vgl. Johannes 6). Niemand wird gezwungen, aber wer von seiner Stimme sich innerlich angesprochen fühlt, muss sich entscheiden.

Das muss deshalb so betont werden, weil es helfen kann, die volle Eigenart der christlichen Religion wieder klarer zu erfassen: Sie ist in erster Linie weder Weltanschauung noch Sittengesetz, weder Sinndeutung noch Lehre noch Weltverbesserungsprogramm - das alles kann aus ihr gewonnen werden, wurde ja auch aus ihr gewonnen, macht aber nicht ihr eigentliches Wesen aus, sondern im Kern ist unsere Religion die personale Begegnung jedes einzelnen von uns mit Gott, die sich konkretisiert in unserer Beziehung zu Jesus Christus. In ihm tritt uns Gott selbst entgegen und stellt uns vor die Frage: Glaubst du mir?«"

Nur: Kennen wir diesen Jesus Christus wirklich? Ist unser Kopf und Herz selbst nicht mit den seltsamsten Vorstellungen vollgestopft?



Immer kleiner werdende Unterhaltungen

Hans Magnus Enzensberger in: Gottesgedichte. Ein Lesebuch zur deutschen Lyrik nach 1945. Hrsg. Helmut Zwanger und Karl-Josef Kuschel. Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011.


»Wohl dem, der nicht wandelt
im Rat der Gottlosen ...«
Man wechselt taktvoll das Thema.

»Der Sinn des Lebens ...«
Peinlicher Ausrutscher!

»Alle Verhältnisse gilt es umzuwerfen,
in denen der Mensch
ein erniedrigtes Wesen ist ...«
Alles gähnt, geniert sich, lacht.

Dagegen Genome nach Maß,
Unsterblichkeit auf der Festplatte -
O Wissenschaft! Ecstasy! Euthanasie!

Manchmal ist man froh,
dass manche der Ewiggestrigen
unter den Jüngeren
noch ein paar Fragen haben.



Unikum

Beat Brechbühl in: Gottesgedichte. Ein Lesebuch zur deutschen Lyrik nach 1945. Hrsg. Helmut Zwanger und Karl-Josef Kuschel. Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011.


Im Zug redet
einer von Gott.

Die Leute schauen Löcher
in den Mann.

Dann lächeln sie
verständnisvoll
und frösteln.



Umwertung aller Werte

Aus: Eugen Roth, Ein Mensch. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1995.


Ein Mensch von gründlicher Natur
Macht bei sich selber Inventur.
Wie manches von den Idealen,
Die er einst teuer mußte zahlen,
Gibt er, wenn auch nur widerwillig,
Weit unter Einkaufspreis, spottbillig.
Auf einen Wust von holden Träumen
Schreibt er entschlossen jetzt: »Wir räumen!«
Und viele höchste Lebensgüter
Sind nur mehr alte Ladenhüter.
Doch ganz vergessen unterm Staube
Ist noch ein Restchen alter Glaube,
Verschollen im Geschäftsbetriebe
Hielt sich auch noch ein Quentchen Liebe,
Und unter wüstem Kram verschloffen
Entdeckt er noch ein Stückchen Hoffen.
Der Mensch, verschmerzend seine Pleite,
Bringt die drei Dinge still beiseite
Und lebt ganz glücklich bis zur Frist,
Wenn er noch nicht gestorben ist