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14.11.2018

Kontexte 08.03.2015


Die Zehn Gebote

Aus: Beten im Alltag, Action 365.


Ich bin der Herr, dein Gott

1. Du sollst den Herrn, deinen Gott anbeten und ihm dienen!

Das ist für Christen die Forderung, den Glauben an den einen Gott, der Vater, Sohn und Geist ist, zu bekennen. Auf ihn sollen wir unsere Hoffnung setzen, denn er ist Ursprung und Ziel unseres Lebens.

2. Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen!

Das ist eine Forderung der Ehrfurcht vor dem unergründlichen Geheimnis Gottes. Wir können nicht groß genug von seiner Macht und Herrlichkeit denken. Das muss unser Reden von Gott, unseren Umgang mit ihm und mit allem bestimmen, was zu Gott gehört.

3. Gedenke, dass du den Sabbat heiligst!

Das ist für den Christen die Forderung, an der schöpferischen Ruhe Gottes teilzunehmen und im Gottesdienst dem Herrn für die Gaben der Schöpfung und die Gnade des Erlösungswerkes zu danken, wie es die Kirche vor allem in der sonntäglichen Feier der Eucharistie tut.

4. Du sollst Vater und Mutter ehren!

Das ist die Forderung in der Familie, in Staat und Gesellschaft, in der Kirche jedem Glied der Gemeinschaft mit Achtung zu begegnen und zu ihm zu stehen.

5 Du sollst nicht töten!

Das ist die Forderung, das eigene und das fremde Leben zu achten. Geistiges und leibliches Leben sind Gaben, die uns Gott zur Pflege und Entfaltung anvertraut.
Das schließt den Auftrag ein, für gesunde Lebensbedingungen zu sorgen und ein Klima der gegenseitigen Fürsorge zu schaffen, in dem jeder nicht nur sein Recht erhält, sondern auch jene Liebe und Anerkennung erfährt, ohne die er verkümmern müsste.

6. Du sollst nicht ehebrechen! - 9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau/ deiner Nächsten Mann.

Eine verantwortungsbewusste Haltung gegenüber der Geschlechtlichkeit schafft die Voraussetzung für eine menschenwürdige Begegnung zwischen Mann und Frau.

7. Du sollst nicht stehlen! - 10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut!

Das ist die Forderung, das Eigentum des Nächsten zu respektieren und verantwortlich mit eigenem und fremdem Gut umzugehen.

8. Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten.

Das ist die Forderung nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit im Reden und Handeln. Kein Mensch kann sich entfalten und keine Gemeinschaft kann Bestand haben, wenn falscher Schein, Täuschung und Lüge, Verleumdung, Treulosigkeit und Unzuverlässigkeit das Vertrauen und die Sicherheit untergraben und zerstören. Wir leben von der Treue und von der Wahrhaftigkeit Gottes.



Sakralräume

Aus: Georg Gänswein / Martin Lohmann (Hg.) Katholisch - Wissen aus erster Hand, Freiburg, 2010.


In jüngerer Zeit finden Kirchenbauten in der Öffentlichkeit wieder mehr Beachtung. Dies bietet den christlichen Gemeinden die Chance, durch entsprechende pastorale und kulturelle Konzepte das Proprium Sakralraum an die Gesellschaft zu vermitteln. Es geht um die Erfahrung des Anderen in einer zweckrational bestimmten Welt. Dazu ist eine Besinnung auf das, was christliche unter "sakral" zu verstehen, unumgänglich. Das sacrum ist das Ausgegrenzte, Gott Geweihte. Dem steht das profanum gegenüber, wörtlich das vor dem Heiligen Liegende. Erst durch die Ausgrenzung heiliger Bezirke kann der eigene Lebensraum als geordneter Raum erfahren werden. Das Profane steht also nicht im Widerspruch zum sakralen, sondern ist dessen Möglichkeitsbedingung. Dennoch bleibt die Kategorie des Sakralen im Christentum (wie auch im Judentum) doppeldeutig, da das eigentliche Heiligtum nicht ein Gebäude, sondern einberufene Versammlung aus "lebendigen Steinen" ist.



Jesus, der Feindschaftsfähige

Aus: Anselm Grün, Bilder von Jesus, Münsterschwarzach 2001.


Jesus ist angeeckt. Er hat den Menschen nicht nach dem Mund geredet. Er hat gesagt, was er von Gott her als richtig erkannt hat. Das hat ihm die Feindschaft vieler Sadduzäer und mancher Pharisäer eingebracht. Die Sadduzäer sahen ihre religiösen und wirtschaftlichen Interessen bedroht. Jesus hatte den Mut, im Tempel die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler umzustoßen und die Händler und Käufer aus dem Tempel zu treiben. (Markus 11,15-19) Als das die Hohenpriester und Schriftgelehrten hörten, "suchten sie nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen." (Markus 11,18) Jesus hätte auch vorsichtiger sein können. Doch ihm war Gottes Wille wichtiger als die Meinung der Menschen. Und hier ging es um das Haus Gottes, das ein Haus des Gebetes sein sollte und keine Räuberhöhle.

Die Tempelreinigung ist nur ein Bild für den Kampf Jesu gegen eine Frömmigkeit, die das Haus des Glaubens verunreinigt, indem sie mit Gott handelt, indem sie einen frommen Betrieb aufrecht erhält und die Frömmigkeit für wirtschaftliche Interessen benutzt. Gegen diese Einstellung der Gottesbeziehung ist Jesus konsequent vorgegangen. Durch seinen aggressiven Auftritt im Tempel hat er sich die Sadduzäer zu Feinden gemacht. Für sie war der Tempel eine wichtige Einnahmequelle. Denn der Gewinn aus dem Tempelhandel floss in die Kasse der hohenpriesterlichen Familie. So sahen die Sadduzäer ihre wirtschaftliche Grundlage durch Jesu Zeichenhandlung bedroht und beschlossen, diesen unbequemen Rabbi zu töten.