23.05.2018

Kontexte 11.02.2018


Papst lädt Obdachlose in den Zirkus ein

Die Presse, 10,01,2018 um 10:54
https://diepresse.com/home/ausland/welt/5350980


Der Papst hat ein Herz für Obdachlose. Papst Franziskus zeigt wieder einmal seine Offenheit für Arme: Er lädt morgen, Donnerstag, 2100 Bedürftige und eine Gruppe von Häftlingen zu einem Zirkusbesuch in Rom ein. Dies berichtete der Almosenmeister des Papstes, Konrad Krajewsky, laut italienischer Nachrichtenagentur ANSA. Alle Plätze im Zelt des Zirkus "Medrano" in Rom wurden für Obdachlose reserviert. Hier können die Obdachlosen auch in Wohnmobilen von Ärzten und Krankenpflegern untersucht werden, die vom Vatikan entsendet wurden.

Bei einer Generalaudienz in den vergangenen Tagen hatte der Papst Zirkusleute aus ganz Italien empfangen. Diese hatten sich bereit erklärt, mit dem Papst den Zirkusbesuch der Obdachlosen und Bedürftigen in Rom zu organisieren.

Papst Franziskus fordert seit seinem Amtsantritt vor fast fünf Jahren immer wieder eine Kirche für die Armen. In den vergangenen Jahren ließ der 81-Jährige Duschen und einen kostenlosen Friseur in der Nähe des Petersplatzes für Obdachlose einrichten. Auch zu einem Besuch in der Sixtinischen Kapelle und eines Konzerts im Vatikan lud der Argentinier einige von Ihnen ein.



Flüchtlingshelferin Ute Bock ist tot

Die Presse am 19.01.2018 um 16:16
https://diepresse.com/home/leben/mensch/5356503/


Die bekannte Flüchtlingshelferin Ute Bock ist am Freitag in den frühen Morgenstunden 75-jährig gestorben. Für Bundespräsident Van der Bellen "verliert Österreich einen außergewöhnlichen Menschen".

Die prominente Flüchtlingshelferin Ute Bock ist am frühen Freitagmorgen gestorben. Das teilte der Verein "Flüchtlingsprojekt Ute Bock", dessen Gründerin, Obfrau und Schirmherrin Ute Bock war, auf seiner Homepage mit. Bock sei "nach kurzer schwerer Krankheit um 4:40 Uhr im Kreise ihrer Schützlinge im Ute Bock Haus" verstorben, hieß es. Für ihr Engagenment wurde Bock 2012 vom damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet, außerdem erhielt sie von Rennerbis Kreisky-Preis zahlreiche weitere Ehrungen.

Zohmanngasse als symbolträchtiger Ort

Bock, am 27. Juni 1942 in Linz geboren, begann nach der Matura in einem Heim für schwer erziehbare Sonderschüler zu arbeiten. Der nächste Weg führte sie nach Wien-Favoriten, in die Zohmanngasse, bis heute ein symbolträchtiger Ort für Bock-Freunde wie Gegner. Dort stand in den 1970er-Jahren ein Gesellenheim, Bock kümmerte sich dort zunehmend um Fälle aus schwierigen sozialen Verhältnissen. 1976 wurde sie Leiterin der Einrichtung.

In den I99oer-Jahren wandelte sich das vormalige Gesellenheim immer mehr in ein Quartier für junge Zuwanderer, zunächst aus dem Jugoslawien-Krieg, später auch für viele Afrikaner. Letztere Gruppe war es auch, die Bock immer wieder Probleme mit Anrainern einbrachte, die sich an der recht großen AfrikanerKolonie mitten in Favoriten stießen. 1999 dann der Tiefpunkt im Bock'sehen Wirken: Bei der nicht unumstrittenen Polizeiaktion "Operation Spring" wurde "die Zohmanngasse" Ziel einer Razzia, bei der etwa 30 Afrikaner unter Verdacht des Drogenhandels festgenommen wurden.

Von Favoriten in die Leopoldstadt

Wenig später war Bock in Pension, was ihr Engagement aber nicht beendete. Ganz im Gegenteil, mit eigenen Renteneinkünften und Gaben von Sponsoren wurden Unterkünfte für obdachlose Flüchtlinge lukriert. Bocks Einrichtungen wurden auch zur Briefkasten-Adresse für jene, die kein Dach über dem Kopf hatten und einen Meldeort benötigten. Gewechselt wurde die Hilfszentrale. Von Favoriten ging es in die Leopoldstadt.
Die von ihren Schützlingen gerne als "Mama" betitelte Oberösterreicherin schwang sich mit ihrem Wirken schnell zu einer Art Kult-Figur auf, was beim Lukrieren von Geldern durchaus hilfreich war. Die wohl bekannteste Aktion war "Bock auf Bier", bei der in Dutzenden Wiener Lokalen ein 10-Cent-Zuschlag zugunsten der Bock-Einrichtungen eingehoben wurde. Bock selbst meint zu solchen Aktivitäten: "Ich brauch1 die Reklame, und ich brauch1 das Geld." Alles Bemühen vor allem der Kulturwelt hätte freilich nichts genützt, wäre nicht der Industrielle Hans-Peter Haselsteiner in die Bresche gesprungen, als 2008 Bocks Verein finanziell vor dem Aus stand und die Helferin sogar mit dem Sprung aus dem Fenster drohte.

Fischer als prominenter Unterstützer

Später lief alles wieder in ruhigeren Bahnen ab. Bock bekam ein neues Haus, das eigentlich ein altes war, wieder in der Zohmanngasse, sehr zum Unwillen der örtlichen Freiheitlichen und vieler Anrainer. Ende 2013 überstand sie einen schweren Schlaganfall, wieder gab es Geldsorgen. Sie musste kürzertreten, kehrte 2014 aber in ihr Wohnprojekt zurück. Prominente Unterstützer hatte sie viele, darunter Alt-Bundespräsident Heinz Fischer.
Im Herbst 2015, als die Flüchtlingskrise am Höhepunkt war und Tausende am Wiener Westbahnhof strandeten, erhob sie die Stimme und warnte vor Scheinheiligkeit. "Es ist nicht das wichtigste, dass die Leute da einen Kilo Brot hintragen", meinte sie in einem Interview mit der Austria Presseagentur. Das Schlimmste sei "dass wir so eine fürchterliche Einstellung haben - wenn ich in der Straßenbahn höre, 'wären sie halt daheim geblieben', das ist unerträglich".

Politik und Zivilgesellschaft würdigen Bock

Bis zur letzten Sekunde habe sich Bocks ganzes Denken und Handeln um das Wohlergehen geflüchteter Menschen gedreht, hieß es nun am Freitag seitens des Flüchtlingsprojekts. Der Erfüllung ihres größten Wunsches, eines Tages überflüssig zu werden, sei man gerade in Zeiten wie diesen ferner denn je. "Tugenden wie Zivilcourage, Solidarität und Menschlichkeit hat uns Frau Bock Zeit ihres Lebens gelehrt", hieß es: "Ohne viele Worte hat sie einfach gehandelt, sich selbst hat sie dabei nie geschont."

Für Caritas-Präsident Michael Landau war Ute Bock eine "beeindruckende Frau und ein mutiger Mensch". Ihr "unermüdlicher Einsatz für Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und Elend flüchten" habe sie zu einer "Leitfigur der österreichischen Zivilgesellschaft" gemacht. Für Bundespräsident Alexander Van der Bellen "verliert Österreich einen außergewöhnlichen Menschen". Ute Bock habe "uns gezeigt, was Menschsein bedeuten kann. In ihren Projekten wird ihr Engagement weiterbestehen." Kanzler Sebastian Kurz schrieb auf Twitter: "Ihr langjähriger Einsatz & ihre Zivilcourage haben unser Land geprägt & verdienen unseren Respekt." Er drückte Familie und Freunden seine "tiefe Anteilnahme aus". Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) würdigte Bock als "überzeugte Humanistin". Vieles, wofür Wien stehe, "war in Ute Bock verkörpert und lebt in ihrem Andenken weiter".



Augustin

http://www.augustin.or.at/ueber-uns/die-idee.html


Der Augustin wurde 1995 nach dem Beispiel amerikanischer, britischer oder französischer Straßenzeitungen gegründet. Der Verkauf der Straßenzeitungen hilft Menschen, die aus verschiedenen Gründen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind (Obdachlosen, Langzeitarbeitslosen, Asylwerber_innen u.a.), ihre Not zu lindern. Professionelle Sozialarbeiter_innen des Augustin sind an ihrer Seite. Vorrangiges Ziel der Augustin-Sozialarbeit ist aber nicht, die Marginalisierten jobready zu machen, sondern ihren Ausbruch aus der Entmündigung zu fördern.

Die Zeitung selbst definiert sich einerseits als Stadtzeitung, auch mit unterhaltenden Elementen, andererseits als Forum radikaler Kritik aller Formen sozialer Ungerechtigkeit und als Plattform der Marginalisierten. Sie wird von professionellen JournalistInnen und GrafikerInnen gemacht. Eine Definition aus beobachtender Sicht: Der Augustin ist das soziale Gewissen Wiens (Prof. Fritz Hausjell, Publizistik-Institut Wien).

Die Journalist_innen, Grafiker_innen und Sozialarbeiter_innen, die das Augustin-Team bilden, sind identisch mit dem Vorstand des Herausgebervereins (Sand & Zeit). Der Verein bezieht von Beginn an keinerlei öffentliche Subventionen. Alle Kosten werden von den Einnahmen des Zeitungsverkaufs, von 333 Liebhaber_innen, Inserateneinnahmen und durch private Spenden gedeckt. Die hundertprozentige Eigenfinanzierung ist eine ideale Voraussetzung für die Unabhängigkeit des Projekts (Slogan: Der Augustin hört auf ... niemanden). Die Zeitung erscheint 14-tägig. Pro Ausgabe werden von ca. 450 zur Zeit aktiven Verkäufer_innen zwischen 22.000 und 27.000 Exemplare verkauft.

Radio Augustin
(auf dem freien Wiener Kanal Orange 94.0) und TV Augustin (auf dem freien Wiener Kanal Okto) komplettieren die mediale Präsenz des Projekts. In jedem Medium finden Ausgeschlossene Chancen zur aktiven Mitgestaltung vor. Die zahlreichen Projekte im Projekt die Schreibwerkstatt, der Chor Stimmgewitter Augustin, die Schauspielgruppe 11%K-Theater, der Fußballklub Schwarz-Weiß Augustin, die Tischtennisgruppe, die Stadtspaziergänge und andere bilden inzwischen das Gesamtkunstwerk Augustin. Sie bieten die Chance, dass Menschen, denen pauschal gerne Leistungswilligkeit abgesprochen wird, ihre verborgenen und von der Gesellschaft entwerteten Talente entfalten können.



Melaten

http://de.wikipedia.org/wiki/Melaten-Friedhof (10.02.2015)



Duden: "rein"

http://www.duden.de/rechtschreibung/rein_sauber_nur_eindeutig_ganz - (10.02.2015)



Morgenlicht leuchtet

Jürgen Henkys in: EG 455



Kühn

Friedrich Spitta (1898) in: EG 259,3



Vorurteile

Süddeutsche Zeitung 10. Dezember 2014: http://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-in-deutschland-vom-vorurteil-zur-fremdenfeindlichkeit-1.2251706-2 - (10.02.2015)



Diversity Management

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Diversity_Management



Ein bisschen Wärme

Aus: Für jeden Tag, Gedanken von Mutter Teresa. Ausgewählt und zusammengestellt von Angelo Devananda.Neue Stadt Verlag, Reihe "Saatkörner", München Zürich Wien 1990.



Schwäne

Aus: Hans Magnus Enzensberger, Die Geschichte der Wolken. 99 Meditationen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003.



Wer AIDS hat, ist selber schuld

Aus: Markus Commercon, Mein Gott AIDS. Pattloch Verlag, Augsburg 1995.



"Europa führt Krieg gegen Flüchtlinge"

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. So 05.02.2012 16:00



Ein Schadensfall?

Aus: Franz Kamphaus, Um Gottes willen - Leben. Einsprüche. Mit einem Vorwort von heinz-Günther Stobbe. Herder Verlag, Freibrg Basel Wien 2004.



Frühlingslied

Heinrich Heine, Fünf Frühlingslieder: III, in: ders., Sämtliche Gedichte in zeitlicher folge, hrsg. K. Briegleb, Frankfurt und Leipzig: Insel 2005, S. 105.



Die Stimmen

Rainer Maria Rilke, Die Stimmen. Neun Blätter mit einem Titelblatt (Das Buch der Bilder), in: Die Gedichte, itb 2246, Frankfurt und Leipzig: Insel 1998, S. 393 u. 401,



Reines Herz

Dietrich Bonhoeffer, Nachfolge (1937), DBW 4, München: Kaiser 1989, S. 106f.



Wir haben Gottes Spuren festgestellt

Diethard Zils (1981) nach dem französischen Nous avons vu les pas de notre dieu von Michael Scouarnec (1973), in: EG 648.



Reinheit

Dirk Mende, Art. Reinheit, in: R. Konersmann, Wörterbuch der philosophischen Metaphern , Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2007, S. 292.