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22.06.2018

Kontexte 11.03.2018


Ich steh an deinem Kreuz, Herr Christ

Arno Pötzsch, EG 556.


Ich steh an deinem Kreuz, Herr Christ,
und seh dein Bildnis an und weiß:
was hier geschehen ist,
das hab ich dir getan .

(…)

Ich steh an deinem Kreuz, Herr Christ,
und seh dein Bildnis an und weiß:
was hier geschehen ist,
das hast du mir getan.



"Wie die Schlange zum Symbol der Medizin wurde

Turner, C.W.: Symbole der Medizin. Ciba-Zeitschrift, Dezember 1934, auf: http://www.armin-zimmermann.eu/Ramm/Clodius/Clodius_Wappen.html#Philipp_Melanchthon


…Nun scheint der Weg zur modernen Anwendung der Schlange als eines Symbols der medizinischen Wissenschaft sehr einfach. Es ist es aber nicht. Denn die Schlange als Symbol spielt jahrhundertelang keine Rolle mehr. Es ist bekannt, dass der Humanismus alle antiken Gottgestalten neu belebte. Sie finden sich seit dem 15. Jahrhundert in unendlicher Fülle wieder in der bildenden Kunst. Aber Äskulap erscheint nur selten unter ihnen. Von den bekannten Graphikern, Dürer, Holbein, Aldegrever, Stimmer, Binck oder Floris, wird Äskulap unter ihren antiken Göttergestalten entweder überhaupt nicht oder nur selten und dann beiläufig dargestellt. Äskulap gehörte weder zu den Planetengöttern, noch war die Medizin ins antike System der freien Künste aufgenommen. In diesem Zusammenhang fehlt also die Schlange fast immer. Sie fehlt sogar auf den Titelblättern der medizinischen Werke des Vesalius und meist auch auf denen anderer, obwohl man sich bei diesen Titelblättern an allegorischen Bildern gar nicht genug tun konnte. Aber die Schlange wird auf einem Umwege, der über die christliche Religion führt, wieder zu einem wichtigen und deutlichen Symbol. Zwar kannte das Christentum die Schlange schon in mancherlei Bedeutung.

Da es in der Bibel hieß: "Sei klug wie die Schlangen", wurde sie zum Symbol der Prudentia, und ihre Rolle beim Sündenfall machte sie zum Tier alles Bösen schlechtweg. Aber es war eine andere biblische Bedeutung, von der ausgehend sie wieder zum Symbol der Heilung wurde.

Die Aufrichtung der ehernen Schlange ist im alten Testament ein Heilvorgang. Das Volk leidet unter einer Schlangenplage und Moses stellt auf Geheiß Gottes das Schlangenbild auf, damit das Volk zu ihm aufblicke und nicht sterbe. Dieser Vorgang, der im Zusammenhang der Mosesgeschichte sehr nebensächlich ist, wurde im Mittelalter ein höchst beliebtes Thema.

Das Mittelalter hat den Hauptwert des Alten Testaments darin gesehen, das es das neue vorher verkündet habe. Und so hat die Theologie des Mittelalters die Aufrichtung der heilbringenden ehernen Schlange immer als eine parallele zur Kreuzaufrichtung aufgefasst. Deshalb erscheint sie so besonders häufig in Plastik und Malerei, Glasfenstern, Wirkteppichen und Buchmalereien. Sie wird schließlich zum reinen Attribut : an den französischen Kirchenportalen der Gotik erscheinen in langen Reihen diejenigen Gestalten des Alten Testamentes, die auf das neue vorbereitet haben. Unter ihnen ist Moses mit einer Säule, um die sich die eherne Schlange ringelt. ..."

Auch bei den Reformatoren spielt die eherne Schlange eine große Rolle. Martin Luther formuliert in einer Passionspredigt von 1521: "Die erene Schlang, die auff dem pfal hengt, ist Christus ans Creutz geschlagen." Er bezieht sich dabei auf Johannes 3,14f: "Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." bzw. als Vergleichsstelle 4 Mose 21,8: "Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie zum Zeichen auf; wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben."



Zu Christus aufschauen

http://www.evang-kirche-eysoelden.de/pr100925.htm


"Denn wie jenes (das Gesetz) nur leblose Schatten gewisser Tugenden unklar abzeichnete, so stellt uns dieses (das Evangelium) das höchst lebendige Vorbild des Lebens, Christus, vor und durch den Anblick seines so gnadenvollen Antlitzes wird es jede Bewegung des Geistes durch seinen Glanz aufhellen. Und was denn anderes bedeutete jene für uns in der Wüste erhöhte Schlange, als dass wir mit festem Blick gläubig (fromm) zu Christus aufschauen" - so Melanchthon in einer Vorrede aus dem Jahre 1521 zur Ausgabe des Römerbriefs (MBW 142, T 1, 142f).



Haupt der Medusa

http://bitflow.dyndns.org/german/WilhelmBusch/Die_Eherne_Schlange_1950.html


Die Griechen des Altertums erzählten sich eine sehr eindrucksvolle Sage von dem großen Helden Perseus. Der saß beim Hochzeitsmahl mit der schönen Andromeda. Da wird die Saaltür aufgerissen, und ein anderer König erscheint, um die Andromeda zu rauben. Es entbrennt ein wilder Kampf. Schon sind viele gefallen. Perseus kommt in Not, denn die Feinde sind in großer Überzahl. Da ruft Perseus seinen Feinden zu: „Ihr zwingt mich zum Äußersten und Schrecklichsten!" Und während er in eine Tasche fasst, die ihm an der Seite hängt, ruft er: „Es wende sein Antlitz ab, wer mein Freund ist!" Dann hält seine Hand das grauenvolle Haupt der Medusa hoch. Diese Medusa war ein furchtbares Ungeheuer: Statt der Haare hatte sie Schlangen auf dem Haupt. Wer sie sah, erstarrte zu Stein. Im Medusenhaupte hat sich für den Griechen alles Grauenvolle, alles, was das Blut erstarren macht, verkörpert. Dort im Saal nun hält Perseus ihr abgeschlagenes Haupt hoch. Und seine Feinde erstarren zu Stein. Ein Blick auf die Medusa tötet sie auf ewig.

Das Evangelium erzählt — und diesmal ist es keine Sage — das Gegenstück. Es sagt uns von einem Totenhaupt, dessen Anblick bis zu diesem Tage ewiges Leben schenkt.



Anschauen dessen, was mich quält

Pastor Dr. Christoph Schroeder, Predigt über 4. Mose 21,4-9, 02.04.2006 in der Auferstehungskirche Großhansdorf. http://www.predigtpreis.de/predigtdatenbank/predigt/article/predigt-ueber-4-mose-214-9-1.html


... Wenn das Gift einmal da ist, das Denken besetzt und mutlos macht, das Gift, das überall einsickert und sich festsetzt, das Gift, das einen lähmt und leblos macht, dann ist das keine Lösung: “dass er die Schlangen von uns nehme.”
Dem Alkoholiker, der dabei ist, sich zu Tode zu trinken, kann man nicht sagen: ‘Hör doch auf zu trinken.’ Dem Depressiven, der seinen Lebensmut verloren und das Gift der Schwermut in sich aufgenommen hat, kann man nicht sagen: ‘Sei doch wieder fröhlich.’ Dem Volk Israel in der Wüste, das sich destruktiver Schwermut hingibt, ist nicht geholfen, wenn sein Bitte erfüllt wird, ”dass er die Schlangen von uns nehme.” (...)

In der Geschichte von Mose und der Schlange geht es um Leben und Tod. Wie überlebe ich den Biss der Schlange? Wie stehe ich eine Krise durch, die mich schleichend vergiftet und in Schwermut stürzt? Nach dieser Geschichte nicht durch positives Denken, das derzeit so im Schwange ist, sondern durch das Anschauen dessen, was mich quält und mir zu schaffen macht.
Eine Weisheit, die heute nicht mehr gefragt ist. Die aber dennoch wahr ist. Die Verheißung Gottes gilt auch heute noch: “Wer gebissen ist und schaut die Schlange an, der soll leben.”



Überwältigt sein vom Staunen

Aus: Pierre Stutz, geborgen und frei. Mystik als Lebensstil. Kösel Verlag, München 2008.



Sehnsucht nach Gott

Aus: Margot Käßmann, Sehnsucht nach Leben. Mit Bildern von Eberhard Münch. adeo Verlag in der Gerth Medien GmbH, Asslar 2011.



Die Träumer

Aus: Ilse Pauls, Stille Stunden. Aquarelle und Gedichte. Edition Club d' Art-International. Wien 1009.



Vielleicht

Aus: Hans Thurn, Die Welt in Splittern. Gedichte. Wort und Welt Verlag, Thaur 1995.



Was Gott-Suche heißt

Aus Ludger Schulte, Gott suchen - Mensch werden. Vom Mehrwert des Christseins. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.



Von Mutterleib und Kindesbeinen an ...

Karl Mittlinger in: Die Augen meiner Augen sind geöffnet. Erfahrungen der Dankbarkeit. Eine Hommage an David Steindl-Rast. Herausgegeben von Rosemarie Primault und Rudolf Walter. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.



Laß es zu, daß dein Schmerz der Schmerz wird

Aus: Henri Nouwen, Auf der Suche nach dem Leben. Ausgewählte Texte mit einer Einführung von Robert A. Jonas. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2001.



Den Anstand nicht verlieren

Aus: Edgar Rohmert; Sonntagsgruß zum 15. April 2012 Freiburg (87)/2012.



Nicht gefangen

Vera-Sabine Winkler in: Wort auf dem Weg 2008, Verlag Die Quelle Feldkirch 2007.



Ein Schrei um Erbarmen

Aus: Henri J.M. Nouwen; Gebete aus der Stille. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1982.



Lange ist es her

Aus: Anton Rotzetter; Gott, der mich atmen läßt. Gebete. Freiburg, 1986.



Liebesfähigkeit

Aus: Khalili Gibran; Die sieben Worte der Weisheit. Walter Verlag, Zürich, Düsseldorf 2001



Ein Lebenslied

Aus: Ramon Llull; die Kunst, sich in Gott zu verlieben. Ausgewählt, übertragen und erläutert von Erika Lorenz Herder Freiburg Basel Wien 1985.



Das Höhlengleichnis

Platon Politeia (Übersetzer: Friedrich Schleiermacher) Siebentes Buch. http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=2027&kapitel=1#gb_found



Wahrheit in Wahrhaftigkeit

Aus: Hans Küng, Vertrauen, das trägt. Spiritualität für heute. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2003.



Wahrheit - Wissen um das Nichtwissen

Albin Eser in: Was kommt. Was geht. Was bleibt. Herausgegeben von Markus Schächter. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2001.



Zur Weltlage

Aus: Christine Busta, Wenn du das Wappen der Liebe malst. Gedichte. Otto Müller Verlag, Salzburg 1995 (1981).



Man lebt

Aus: Lothar Zenetti, Leben liegt in der Luft. Worte der Hoffnung. Matthias Grünewald Verlag 2007.