23.05.2018

Kontexte 10.05.2018


Gen Himmel aufgefahren

Bartholomäus Gesius 1601 nach „Coelos ascendit hodie“ 16. Jahrhundert.


Gen Himmel aufgefahren ist, Halleluja,
der Ehrenkönig Jesus Christ. Halleluja.

Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja,
herrscht über Himml und alle Land. Halleluja.

Nun ist erfüllt, was g’schrieben ist, Halleluja,
in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja.

Drum jauchzen wir mit großem Schall’n, Halleluja,
dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Halleluja.

Der Heiligen Dreieinigkeit, Halleluja,
sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja.



Was nützt uns die Himmelfahrt Christi?

Heidelberger Katechismus, revidierte Ausgabe 1997, Neukirchen-Vluyn 1997, Frage 49.


Erstens:
Er ist im Himmel
vor dem Angesicht seines Vaters
unser Fürsprecher

Zweitens:
Wir haben durch unseren Bruder Jesus Christus
im Himmel die Gewissheit,
dass er als das Haupt uns, seine Glieder,
auch zu sich nehmen wird.

Drittens:
Er, sitzend zur Rechten Gottes,
sendet seinen Geist zu uns,
der uns die Kraft gibt,
zu suchen, was droben ist,
und nicht das, was auf Erden gilt.



Unsere Sehnsucht

Heidelberger Predigtforum 21.05.2009 https://predigtforum.de/2009/05/18/druben-am-horizont-beruhren-sich-himmel-und-erde/#predigt


Ich weiß noch, wie bunt ich mir als Kind die Himmelfahrt Jesu vorstellte. Eine richtige majestätische „Auffahrt“. Keine kleinen Schritte, keine mühsamen Treppenstufen. Die Jünger haben verdutzte Gesichter, stehen mit halboffenen Mündern und zugekniffenen Augen da. Ich war natürlich klüger als sie. Dass Jesus die Kurve kratzte, beunruhigte mich nicht weiter. Der Himmel ist eben so weit weg und so unendlich groß. Im Religionsunterricht lernte ich dann später das Lied: „Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig“. Ich sah dann im Himmel einen Thron und Jesus darauf sitzen. Die Vorstellung gefiel mir. Sie machte mich auch groß. So ein König – toll! Da sollte doch die ganze Welt einmal erstarren. Wer alles auf Knien rutschen sollte, wusste ich auch. Wie gut, dass ich nie darüber geredet habe – peinlich?

Verliebte aber wissen wohl am meisten vom Himmel. Entschuldigung, ihr Naturwissenschaftler-/innen und Hobbyastronomen/innen: euch ist der Himmel wie ein großes Labor, wie eine Formelsammlung, eine intellektuelle Herausforderung – mit schwarzen Löchern seid ihr glücklich und zufrieden, aber den Verliebten hängt der Himmel voller Geigen. Ich frage mich zwar auch, wie das kommt, weiß auch nicht so genau, was ich sagen soll, aber: so modern die Zeiten geworden sind, Verliebte wissen, dass Gott im Himmel ist – und sie jetzt auch. Die Erdenschwere löst sich förmlich auf, ohne ihren alltäglichen Reiz zu verlieren. Das muss wohl daran liegen, dass der Himmel da hinten – schaut mal nach – die Erde küsst. So unfassbar der Himmel vor unseren Augen ist, so groß und großartig sind seine Bilder. Die Beispiele, die ich erzählt habe, sind nur Annäherungen und Hinweise. Wenn Eltern mit ihren Kindern auf der Wiese den Wolken folgen, der nächtliche Sternenhimmel meine kleine Welt in die Arme nimmt und himmlische Geigen ein Liebeslied anstimmen, dann hat unsere Sehnsucht einen Ort.



Überfließende Himmel

Rainer Maria Rilke, Aus den Gedichten an die Nacht http://www.textlog.de/22450.html



Ein inneres Crescendo der Gottesschau

Aus: Anselm Grün, Was kommt nach dem Tod? Münsterschwarzach 2009 (2).



Berühre mich mit der Kraft deines Geistes

Aus: Johannes Bours, Halt an, wo läufst du hin? Bildmeditationen, Freiburg, 1990.



Das Reich Gottes beginnt nicht erst im Jenseits

Aus: Franz Sieder, Gegen den Strom, Amstetten 2001. Auszug aus einer Predigt anlässlich 20 Jahre Betriebsseelsorge in Steyr am 25. September 1994.



"Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist"

Reinhard Hauke, in: Was er euch sagt das tut, Gebetbuch zur Betrachtung des Rosenkranzes.



In der Nähe deines Himmels

Aus: Michael Blum und Hans Dieter Hüsch, Das kleine Buch zum Segen, Düsseldorf 1999 (2)



Zeuch uns nach dir

Friedrich Funke (1642 - 1699), in: Hausbuch deutscher Gedichte, Freiburg, Basel, Wien: Herder 1964.



In tausend Bildern

Albrecht Haushofer, Qui resurrexit. in: Hausbuch deutscher Gedichte, Freiburg, Basel, Wien: Herder 1964.



Alles erfüllender Sinn

Auszüge aus: Gerhard Lohfink, Der Tod hat nicht das letzte Wort. Meditationen, Freiburg, Basel, Wien: Herder Verlag 8. Aufl. 1980.



Auf Christi Himmelfahrt allein

Ernst Sonnemann (1661) nach Josua Wegelin (1636), in: EG 122.



Auf diesen Tag bedenken wir

Nach Johannes Zwick um 1533/34 von Friedrich Spitta 1898, in: EG 565.



In tausend Bildern

Albrecht Haushofer, Qui resurrexit. in: Hausbuch deutscher Gedichte, Freiburg, Basel, Wien: Herder 1964, S. 519/20.



Himmel

Huub Oosterhuis, Im Vorübergehn. Wien, Freiburg, Basel: Herder 1969, S. 220/21 u. S.224/25.



Gegenpol zur radikalen Vereinsamung

Auszüge aus: Joseph Ratzinger, Einführung in das Christentum. Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis, München: Kösel-Verlag 1968, S. 257 - 260.