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12.12.2018

Kontexte 17.06.2018


Neu will ich machen

Diethard Zils (1970), in: EG 429.


(KV) Lob und preist die herrlichen Taten des Herrn.
Halleluja, Halleluja

So spricht der Herr: Neu will ich machen Himmel und Erde.
Niemand wird nach dem Alten sich sehnen, es ist vergessen.

Jubel wird sein in allen Ländern, Jubel und Freude.
Denn ich will bauen die Stadt der Menschen, für einen jeden.

Friede wird sein für alle Menschen, Friede und Freiheit,
und diese Welt wird endlich bewohnbar für einen jeden.

So spricht der Herr: Ich schuf den Himmel, ich schuf die Erde,
schuf sie zur Wohnung für alle Menschen, doch nicht zur Wüste.

Ich gieße aus über die Menschen Geist aus der Höhe,
dann wird die Steppe, dann wird die Wüste fruchtbarer Garten.

Dann wohnt das Recht unter den Menschen und schafft den Frieden,
für alle Völker – Spruch unseres Gottes- sichere Zukunft.



Zedern auf den Höhn

Günter Rutenborn (1971) nach einem ungarischen Kirchenlied vor 1575, in: EG 284.


Das ist köstlich, dir zu sagen Lob und Preis:
Deine Güte, von der ich zu singen weiß, deinen Namen,
Allerhöchster, rühm ich gern;
überall will ich verkünden: Lobt der Herrn!

Wie ein Palmbaum grün und kräftig werd ich stehn,
wachsen werd ich wie die Zeder auf den Höhn
und dem Sturme trotzend leben in der Welt.
Denk an Gott nur und vergiß nicht, wer dich hält!



Samenkorn

Dr. Rainer Oechslen, http://www.predigtpreis.de/predigtdatenbank/predigt/article/predigt-ueber-markus-426-29-2.html


Seit ein paar Monaten war ich Vikar. Ich sollte einen alten, alleinstehenden Mann zum Geburtstag besuchen - am Ostersonntag, denn da wollte mein Chef nach dem Gottesdienst zu seiner Familie. Ich ging also hin, sprach ein wenig linkisch meine Glückwünsche aus und wartete, was der Mann wohl sagen würde. Er fühlte sich einsam und unglücklich. Er sprach vom Sterben und daß danach alles aus sei. Was sollte ich sagen? Wie sollte ich den Glauben ins Spiel bringen? Ich konnte nur antworten: „Heute ist doch Ostersonntag!“, darauf er: „Na und? - Für mich ein Tag wie jeder andere.“ Ich schwieg. „Ach“ sagte er, „Sie meinen die Geschichte mit der Auferstehung? Die ist doch ein Märchen. Daran glaube ich längst nicht mehr.“ Ziemlich geknickt ging ich davon. Von Hoffnung und Freude hatte ich dem Mann nichts sagen können.

Ein paar Wochen später fuhr ich zu einem Kurs ins Predigerseminar. Irgendwann kam mein Chef zu Besuch. In der Mittagspause erzählte er: „Neulich starb ein Mann aus der Brandlberger Straße. Die Söhne kamen und meldeten die Beerdigung an. Sie sagten, du hättest ihren Vater zum Geburtstag besucht. Jedesmal, wenn sie danach zum Vater gekommen wären, noch am Tag vor seinem Tod, habe der Vater wieder angefangen: „Da war neulich ein Vikar bei mir, so ein kleiner, dicker. Der sprach von der Auferstehung.“

Vielleicht ist an jenem Ostersonntag ein Samenkorn in das Herz des alten Mannes gefallen - gerade als ich meinte: Ich habe versagt. Vielleicht hat der Same Frucht getragen für die Ewigkeit. Ich weiß es nicht. Ich muß das auch nicht wissen.



Kunst der Unterscheidung

Prof. Dr. Christian Möller, Predigt am Sonntag Sexagesimae (07.02.99) über Mk 4,26-29 in der Peterskirche Heidelberg. https://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/theologie/universitaetsgottesdienste/990207.html


Das scheint alles so selbstverständlich zu sein und so klar, der Erde Zeit zu lassen und dadurch selber Zeit zu gewinnen, daß uns so etwas kaum des Nachdenkens wert ist. Und doch macht Jesus uns auf einen so ein-fachen Vorgang aufmerksam, um uns das Geheimnis von Gottes Reich mitzuteilen, das sich nicht irgendwo im Jenseits, sondern ganz in unserer Mitte abspielt. Und dieses Geheimnis besteht darin, daß einer unterscheiden kann zwischen der Zeit, die er sich nehmen muß, wenn er dran ist, und derjenigen Zeit, die er sich lassen kann, weil etwas von selbst zu seinem Besten geschieht, außerhalb seiner selbst. Mit so einer Unterscheidung der Zeiten werden mehr als bloß Erfolge produziert, Scheine gemacht, Leistungen erbracht. Es wächst vielmehr Frucht heran, und ich darf mir Zeit lassen, sie wachsen zu lassen, auch wenn sie jetzt noch verborgen ist.

Ach, wenn wir uns doch durch Jesu Gleichnis in dieses Unterscheiden zwischen Gottes Zeit und unserer Zeit einüben ließen! Wir hätten mehr Zeit und könnten uns mehr Zeit lassen. Das trennt ja den Teufel so ab-grundtief von Gott: Der Teufel hat keine Zeit und läßt dir keine Zeit, sondern nimmt dir auch noch die letzte Zeit, so daß du unter teuflischen Zeitdruck gerätst und am Ende nicht einmal mehr schlafen kannst. Am Ende eines Semesters redet er dir ein: Zu spät, mein Lieber, du hast keine Zeit mehr. Das Durcheinanderbringen der Zeiten gehört zum Geschäft des Teufels: Gottes Zeit und deine Zeit wirft er durcheinander. Mal redet er dir ein, daß du ständig und immer dran bist und nimmt dir so die Zeit und jagt dich zu Tode. Und dann redet er dir wieder ein, daß du gar nicht mehr dran bist und alles zu spät ist und bringt dich so in Verzweiflung.

Jesus dagegen übt mit uns die Unterscheidung zwischen Gottes Zeit und unserer Zeit gleichnishaft ein. Und wenn ihr euch in dieses Unterschei-den von Jesus einüben laßt, dann beginnt ihr die Luft von Gottes Reich zu atmen. Gott hat nicht nur Zeit, er läßt uns auch Zeit und schenkt uns Zeit, so wie die Erde diesem Bauern Zeit schenkt, daß er schlafen und aufstehen kann Nacht und Tag.



In der Nähe deines Himmels

Aus: Michael Blum und Hans Dieter Hüsch, Das kleine Buch zum Segen, Düsseldorf 1999.



Bäume als religiöse Symbole

Aus: Jutta Schnitzler–Forster, …und plötzlich riechst nach Himmel, Religiöse Erlebnisräume und Freizeiten und in Gruppen, Ostfildern 1999.



Segen

Eva Maria Leiber in: Jutta Schnitzler–Forster, …und plötzlich riechst nach Himmel, Religiöse Erlebnisräume und Freizeiten und in Gruppen, Ostfildern 1999.



Beim Herrn sein

Aus: Anselm Grün, Was kommt nach dem Tod? Die Kunst zu leben und zu sterben Münsterschwarzach 2009.



Im Guten ist Gottes Kraft

Aus: Jutta Schnitzler–Forster, …und plötzlich riechst nach Himmel, Religiöse Erlebnisräume und Freizeiten und in Gruppen, Ostfildern 1999.



Ein Lob auf den Kompost

Barbara Lehner, aus: Andrea Kett und Hildegund Keul (Hg.), Du gibst meinem Leben weiten Raum, Spirituelle Texte von Frauen. Schwabenverlag, Ostfildern 2011.



Ein Beginn

Bischof Oscar A. Romero



Zwei Gärten

Aus: Renate Schubert, Durch viele Welten wandern wir, Günter Kohn, Verlag Eschbach, Eschbach/ Markgräflerland 1997.



Meditation für eine Tulpenzwiebel

Aus: Andrea Schwarz, Wenn ich meinem Dunkel traue. Auf der Suche nach Weihnachten. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1993.



Wo Gott wohnt

Phil Bosmans in: Für jeden Tag ein gutes Wort. Freiburg - Basel - Wien 2005.



Kleines Senfkorn Hoffnung

Alois Albrecht in: Beiheft zum Gotteslob für das Erzbistum Freiburg, Erzbischöfliches Seelsorgeamt Freiburg 1985.



Weißt du, wo der Himmel ist

Aus: Der Regenbogen. Liederheft der Abtei Münsterschwarzach. Als Manuskript gedruckt.



Der Himmel in dir

Angelus Silesius in: . . . unterwegs in ein neues Jahrtausend. Pilgerbuch zur St. Ansgar-Pilgerfahrt Hamburg 2000.



Manchmal bricht dein Licht

Huub Oosterhuis in: Weisheit für die Seele. Gute Gedanken für alle Tage. Freiburg - Basel - Wien 2007.