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15.11.2018

Kontexte 04.11.2018


Schma Jisrael - das Glaubensbekenntnis im Judentum

https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/s/schma-jisrael - 30.10.2018.


"Sch'ma Jisrael" bedeutet "Höre, Israel!". So heißt das Glaubensbekenntnis der Juden. Es steht in der Tora im 5. Buch Mose Kapitel 6. und ist das wichtigste Gebet im Judentum. Wenn sie es sprechen, legen viele Juden die Hand über die Augen. Damit schützen sie sich vor Ablenkungen, denn auf dieses Gebet  wollen sie sich ganz konzentrieren.

Das Sch'ma Jisrael ist in hebräischer Sprache geschrieben. So lautet eine Übersetzung:

Höre Israel!
Gott ist einzig, darum sollst du ihn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft!
Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen geschrieben stehen und du sollst sie deinen Kindern erzählen und davon, wenn du zuhause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst.
Du sollst sie als Zeichen um dein Handgelenk binden und sie sollen ein Merkzeichen auf deiner Stirn sein.
Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.



Liebe ist mehr als ein Wort

Gerhard Kiefel


Liebe ist mehr als ein Wort,
das einer dem anderen sagt.
Liebe geht von uns fort,
wenn sie keiner mehr wagt.

Liebe ist mehr als ein Traum,
der die Schönheit des anderen sieht.
Liebe gibt allem Raum,
auch der Nacht, der das Glück entflieht.

Liebe ist mehr als ein Ja,
das einer dem andern verspricht.
Liebe ist einfach da,
sie schenkt sich und fordert nicht.

Liebe ist mehr als ein Spiel,
das einer, der Glück hat, gewinnt.
Liebe ist immer zuviel
Für den, der zu lieben beginnt.

Liebe ist mehr als ein Lied,
das einer dem anderen singt.
Liebe bringt Schmerzen mit,
auch wenn sie heute gelingt.

Liebe lässt einsam sein,
wer liebt, der leidet mit Gott,
die Liebe schließt alles ein,
auch den Tod.



Den ich lieb wie keinen

Klaus Berger in: Gott? Die religiöse Frage heute. H. von Johannes Röser. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2018.


Das Mädchen von Piräus sagt nicht: „Ich werde ihn lieben“. Sondern sie singt von der Gegenwart: „Ein Schiff wird kommen, und das bringt mir den einen, den ich so heb wie keinen und der mich glücklich macht“. Und auch: „... meinen Traum erfüllen und meine Sehnsucht stillen“. Das Mädchen, das am Hafen wartet, steht für uns alle. Wir haben alle nahe am Wasser gebaut. Denn ziemlich nahe unter der klugen, vernünftigen Oberfläche stoßen wir bei allen auf das, was sie unter allen Umständen und um jeden Preis lieben. Wie in einer Vulkanlandschaft ist die Humusschicht nur dünn, so dass wir sehr bald auf heiße, glühende Lava stoßen. Man kann diese Lava Traum nennen oder Sehnsucht. Ich nenne sie die verdeckte, aber doch eben kompromisslose, reine und absolute Liebe. Und es kommt wohl nur darauf an, diese sehr nahe liegende Schicht unter dem richtigen Winkel anzubohren und so gut wie möglich freizulegen. Denn da und in dieser Hinsicht sind wir schon die radikal Verliebten. Wir sind es schon, und nicht: Wir könnten oder wollen es werden. Es gilt jetzt: „Ich bin verliebt in die Liebe“, wie Chris Roberts gesungen hat (1969).

Der heilige Augustinus (354-430), der größte christliche Theologe, hilft uns, die nächsten, jetzt fälligen Sätze zu formulieren. Denn nach einer stürmisch und mit allen Sinnen durchlebten Jugend entdeckt er sein Herz und ist so ehrlich zu sagen, dass es nie zufrieden sein wird. Er hat immer geliebt, und in jeder Liebschaft war ein Stückchen davon, ein Brocken Lava. In der augustinischen Theologie des Herzens bildet sich ab, wie Augustinus allmählich gelernt hat, darüber zu sprechen.

Obwohl Theologe bin ich nicht so unvorsichtig, einfach zu sagen, selbstverständlich sei Gott das Ziel dieser Liebe, von Anfang an und auch jetzt. Wir Theologen fallen den Mitmenschen immer viel zu schnell mit der Tür ins Haus, mit perfekten Lösungen. Lind wir wundern uns dann, wenn diese Lösungen als zu aufdringlich und auch als zu kurz geschossen erscheinen. Selbst der heilige Augustinus hat ein halbes Leben für eine ihn selbst zufriedenstellende Antwort gebraucht. Denn das unruhige Herz gilt immer, aber Augustinus kann trotzdem sagen: „Spät habe ich dich geliebt.“ Neu ist hier die eindeutige Ausrichtung auf das „Dich“. Und er erzählt dann nicht irgendwelche frommen Geschichten, sondern spricht von der „ewigen Schönheit“. Denn unser Glaube ist schön.

Und mit unserem Perfektionismus könnte sich der Satz bewahrheiten: Nachchristlich wird der Glaube viel schwieriger, als er vorchristlich war. Aber auch das ist in jeder Liebe ähnlich.

Denken wir uns also mit dem heiligen Augustinus und dem Mädchen aus Piräus etwas wie ein Gespräch zu dritt. Augustinus: Man sollte schon hingehen an den Strand. Ich treffe da oft interessante Leute wie neulich den kleinen Jungen, der sich vergeblich bemühte, das weite Meer in ein Sandloch zu schaufeln. Wie wollen wir da Gott begreifen? - Das Mädchen aus Piräus würde fragen: Und wenn kein Bräutigam kommt? Meine biologische Uhr tickt unaufhaltsam. - Und ich würde ergänzen: In der mittelalterlichen Variante des Motivs vom ankommenden Schiff („Es kommt ein Schiff ...“) heißt es: „Der Anker haft’ auf Erden, da ist das Schiff an Land. Das Wort tut Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt!“ Denn Sehnsucht ist der Stoff, aus dem unsere Seele gemacht ist, aber das Schiff braucht einen Anker. Sonst bleibt alles nur Traum. Maria ist der Landeplatz, an dem das Schiff vor Anker ging.

Aber dann beginnen die Fragen erst. Denn zum Beispiel zum Stichwort „biologische Uhr“ erwarten viele Menschen eine Antwort auf die Frage, was denn nach dem Tod kommt. Denn das ist außer dem vulkanischen Herzen dasjenige, das allen Menschen gemeinsam ist. Ich fand am witzigsten und am schönsten die treuherzige Antwort Martin Luthers: „Wir sollen schlafen, bis er kommt und klopft an das Gräblein und spricht: Doktor Martinus, steh auf! Da werde ich in einem Augenblick auferstehen und werde ihm ewiglich glücklich sein“ (Weimarer Ausgabe 37,151).

Klaus Berger in: Gott? Die religiöse Frage heute. H. von Johannes Röser



Lebensregeln aus Jesus Sirach

Aus: Breite deinen Frieden in mir aus. Gebete der Religionen. Zusammengestellt und kommentiert von Walter Kühnelt. Verlag St. Gabriel, Mödling - Wien 1989.



Aus dem Koran

Aus: Breite deinen Frieden in mir aus. Gebete der Religionen. Zusammengestellt und kommentiert von Walter Kühnelt. Verlag St. Gabriel, Mödling - Wien 1989.



ohne Phrasen, praktisch

Albino Luciani in: Breite deinen Frieden in mir aus. Gebete der Religionen. Zusammengestellt und kommentiert von Walter Kühnelt. Verlag St. Gabriel, Mödling - Wien 1989.



Erfolgsfaktor Liebe

Daniel Langhans in: Manager-Gebetbuch. Besinnung für Führungskräfte. Hrsg. Michael Bommers, Mechthild Löhr und Lothar Roos. Verlag Butzon & Berker Kevelaer 2001.



Sich liebend begegnen

Aus: Pierre Stutz, Atempause für die Seele. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2004.