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Lesungen 05.05.2016


1. Lesung vom Hochfest Christi Himmelfahrt (A/B/C):
Apg 1,1-11

Lesung aus der Apostelgeschichte:  

Im ersten Buch, lieber Theophilus,
habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat,
bis zu dem Tag, an dem er (in den Himmel) aufgenommen wurde.
Vorher hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln,
die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben.
Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, daß er lebt;
vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen
und hat vom Reich Gottes gesprochen.
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
Geht nicht weg von Jerusalem,
sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
die ihr von mir vernommen habt.
Johannes hat mit Wasser getauft,
ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.
Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn:
Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?
Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen,
der auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa
und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben,
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten,
standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten:
Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?
Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde,
wird ebenso wiederkommen,
wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.



Am Beginn des Lukasevangeliums beansprucht der Autor des Doppelwerkes (Lukasevangelium und Apostelgeschichte) große Autorität für sich: „Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben.“ (Lk 1,3) Dazu zählt auch die Erwähnung der Himmelfahrt Jesu in Lk 24,51. Unter diesem Anspruch steht auch seine Apostelgeschichte. Sie entfaltet in den Versen Apg 1,2-8 noch einmal eine Kurzfassung des Lebens und Handelns Jesu und sein Versprechen des Pfingstgeistes. Ebenso wichtig ist der Auftrag zu Zeugnis und Mission. Vers Apg 1,9 beschreibt dann die Entrückung in den Himmel. Biblisch gibt es ähnliches bei der Entrückung des Elija. Im Gegensatz zu Elischa sind die Jünger Jesu aber Augenzeugen der Entrückung ihres Herrn. Wie bei der Erfahrung von Maria von Magdala am leeren Grab sind es auch hier die zwei Männer im weißen Gewand (Apg 1,10f), die die Erklärung für das Geschehen liefern.


Die Apostelgeschichte ist als zweiter Teil des lukanischen Doppelwerkes erkennbar. Lukas verfolgt die Absicht, die nachösterliche Kontinuität der Jesusbotschaft in der Ausbreitung des Wortes Gottes, das verkündigt werden soll, aufzuzeigen. Für Lukas ist das Wort Gottes das Zentrale. Die Apg schreibt nicht über Taten und Wirken der Apostel, sondern über die Macht und Gewalt, die in der Kraft des Geistes weitergegebenen und bezeugten Wortes. Deutlich macht dies der Vers Apg, 1,8: „Ihr werdet meine Zeugen sein: in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien, bis an die Grenzen der Erde." In den Versen 9-11 greift Lukas nochmal auf sein Evangelium zurück (vgl. Lk 24, 50-53). Die Himmelfahrt bildet im Evangelium den feierlichen Abschluß des Lebens Jesu, in der Apostelgeschichte wird sie dagegen zum Auftakt der Kirchengeschichte. Wir sollen nach vorne blicken und handeln und nicht erstarrt stehenbleiben.


Die Einleitung der Apg nimmt Bezug auf das Evangelium des Lukas. Sie markiert den Einschnitt zwischen der Zeit der Jünger mit Jesus (Lk-Evangelium) und dem neuen Abschnitt, der Zeit der Kirche. Zuvor war Jesus unmittelbar erfahrbar, nun ist er es durch den Geist. Zuvor gab er den Jüngern Aufträge, nun wird geschildert, wie sie diesen Aufträgen nachkommen. Die Himmelfahrt markiert so den Einschnitt zwischen diesen beiden Zeiten. Die vierzig Tage der Erscheinungen Jesu sind symbolisch zu verstehen und kommen im Zusammenhang mit dem besonderen Handeln Gottes vor (Noach - Gen 8,6; Elija - 1 Kön 19,8; Zeit der Vorbereitung: Mose am Sinai - Ex 24,18; Jesu Fasten - Lk 4,1). Die vierzig Tage widersprechen ansonsten der Darstellung von Lk 24, wo die Himmelfahrt unmittelbar an die Rückkehr der Jünger aus Emmaus anschließt, also wenige Stunden nach der Auferstehung stattfindet. In der Darstellung greift Lukas zurück auf Entrückungserzählungen des AT mit den Bildern der Wolke (= Hinweis auf das Eingreifen Gottes) und den Deuteengeln, die den Zeugen die Augen öffnen. Es geht nicht um eine historische Erzählung; sie wird auch nur von Lk gebracht (und wurde dann in den Markus-Schluß übernommen) - alle anderen kommen ohne den Bericht der Himmelfahrt aus. Es geht um eine Veranschaulichung des neuen Zustandes Jesu, der "Erhöhung zum Vater". Lk macht diese Erhöhung fest am "Himmel": Dieser Himmel ist der Ort des Vaters, auch der Ort, von dem aus der Auferstandene seine Herrschaft ausübt und von wo er einst wiederkommen wird. Die Himmelfahrtserzählung setzt einen endgültigen Schlußpunkt unter die Christuserscheinungen.


Antwortpsalm am Fest Christi Himmelfahrt
Ps 47,2-3. 6-7. 8-9


R: Gott stieg empor unter Jubel,
der Herr beim Schall der Posaunen: - R
Oder: Halleluja.


Ihr Völker alle, klatscht in die Hände;
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste,
ein großer König über die ganze Erde. - (R)

Gott stieg empor unter Jubel,
der Herr beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja, singt ihm!
Spielt unserm König, spielt ihm! - (R)

Denn Gott ist König der ganzen Erde.
Spielt ihm ein Psalmenlied!
Gott wurde König über alle Völker,
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. - (R)


2. Lesung vom Hochfest Christi Himmelfahrt (A/B/C):
Eph 1,17-23

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser:

Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,
damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens,
damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid,
welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,
hoch über alle Fürsten und Gewalten,
Mächte und Herrschaften und über jeden Namen,
der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird.
Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn,
der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt.
Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt,
der das All ganz und gar beherrscht.



Das alte Schema der Briefe der damaligen Zeit begegnet uns heut in der Lesung aus dem Epheserbrief. Das Schema wird nicht an den Beginn des Textes gesetzt. Das geschieht im Lob auf den Heilsplan Gottes in Eph 1,3-14. Erst nach dem Lob auf diesen Gott und seinen Heilswillen können auch die Empfänger den Wunsch nach Heilserfahrung einordnen.


Der Blick auf den auferweckten und zur Rechten Gottes inthronisierten Herrn läßt uns ahnen, wie machtvoll Gott auch in unserem Leben am Werk ist, und wie hoffnungsfroh wir deshalb in die Zukunft gehen können. Christi Himmelfahrt als Zeichen unserer Befreiung aus allen zerstörerischen Kräften und Befreiung aus allen Abhängigkeiten und aller Unterdrückung - Christus steht über allen Kräften, Mächten und Gewalten. Der Auftrag der Kirche muss sein, dem Geist der Freiheit Raum zu geben. Der Vers 18 verdeutlicht dies: Zunächst sollen die Leser wissen, welche Hoffnung sich damit verbindet, dass Gott sie berufen hat. Die Hoffnung erst eröffnet dem Christen die Aus-Sicht, entreißt ihn der Leere, der Angst, der Dunkelheit und übersteigt die gegenwärtigen begrenzten Erfahrungen. Somit ist die Kirche der Ort dieser Hoffnung. Hoffnung befähigt zum Handeln und ermutigt, den Ruf Gottes positiv zu beantworten, d.h. jede Art der Perspektivenlosigkeit kann überwunden werden. Die schöpferische Kraft und Stärke Gottes, seine Verheißung, den Geist auszugießen, sind Gottes Hoffnungsgut für uns Menschen, für unsere Kirche, unser Pfarrgemeinden. Diese gelebte Hoffnung - sei sie noch so klein und unscheinbar - ermöglicht auch uns den „Platz" mit Christus im Himmel. (vgl. Stuttgarrter kleiner Kommentar - Neues Testament 10 - Epheserbrief,)


Der Beginn des Briefes (1,3-14) ist ein Hymnus, in dem das Wirken Gottes durch die Zeiten hindurch gepriesen wird. Darauf geht Paulus auf den Glauben an die Auferstehung ein: diesen Glauben erhalten die Brüder und Schwestern durch "den Geist der Weisheit und Offenbarung". Es ist der Glaube an Auferstehung und Erhöhung Christi. Er ist das Haupt über alles, auch über die Gemeinde der Gläubigen, die Kirche. Die Kirche selbst ist "sein Leib", von ihm erfüllt. Diese Erkenntnis aber ist Geschenk des Geistes, der "die Augen des Herzens erleuchtet". Es wird hier eine universale Christologie (Christus - das Haupt der ganzen Schöpfung) verbunden mit dem zentralen Anliegen des Epheserbriefes: der Bildung der Kirche. Die Kirche ist hier nicht mehr eine verängstigte kleine Schar, sondern die Weltkirche. Sie steht im Dienst Christi in seinem "Herrschen über das All".


2. Lesung am Fest Christi Himmelfahrt, Lesejahr C (Auswahl):
Hebr 9,24-28; 10,19-23

Lesung aus dem Hebräerbrief:

Christus ist nicht
in ein von Menschenhand errichtetes Heiligtum hineingegangen,
in ein Abbild des wirklichen,
sondern in den Himmel selbst,
um jetzt für uns vor Gottes Angesicht zu erscheinen;
auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern,
denn er ist nicht wie der Hohepriester,
der jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht;
sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt leiden müssen.
Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen,
um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen.
Und wie es dem Menschen bestimmt ist,
ein einziges Mal zu sterben,
worauf dann das Gericht folgt,
so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert,
um die Sünden vieler hinwegzunehmen;
beim zweitenmal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen,
sondern um die zu retten, die ihn erwarten.
Wir haben also die Zuversicht, Brüder,
durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten. 
Er hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen
durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch. 
Da wir einen Hohenpriester haben,
der über das Haus Gottes gestellt ist, 
laßt uns mit aufrichtigem Herzen
und in voller Gewißheit des Glaubens hintreten,
das Herz durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen
und den Leib gewaschen mit reinem Wasser. 
Laßt uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten,
denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu.



Es geht um das Opfer Christi am Kreuz. Es ist ein Opfer, das endgültig ist (vgl Hebr 9,28). Und es ist ein Opfer, das durch ihn nötig ist, weil sonst niemand es tun konnte (vgl Hebr 9,25f). Es hat eine Gültigkeit aus sich selbst und ist nicht daran gebunden, dass die Glaubenden es annehmen. Wenn dies aber geschieht, so ist es Zukunft für die Glaubenden. Wenn die Parallelität zum Hohepriester aufgebaut wird, der für die Menschen das Opfer bringt und in ihren Anliegen betet, dann ist Christus der große Fürsprecher für die Gemeinde.


Die Lesung aus dem Hebräerbrief stellt Christus als "Hohenpriester" dar, unterscheidet ihn aber von den "Hohenpriestern" (Plural), die im Jerusalemer Tempel seit alters her Dienst getan haben. Die Typologie gewinnt nach dem Jahre 70 - der römischen Einnahme Jerusalems und der Zerstörung des Templs - an Bedeutung. Dies wird näher bestimmt: Christus geht in kein von Menschen errichtetes Heiligtum, sondern erscheint - für uns - vor Gottes Angesicht. Christus opfert sich selbst, bringt aber keine jährlichen Opfer (Versöhnungstag) dar - und sein Opfer tilgt die Sünde ganz. Wenn Christus wieder erscheint (und damit ist seine Epiphanie dann auch abgeschlossen und nicht wiederholbar), kommt er nicht wegen der Sünde, sondern um die zu retten, die ihn erwarten. In diesem Dreiklang wird die Würde Christi einer Gemeinde verkündigt, die noch in den alten Bildern von Tempel, Hohenpriester und Versöhnungstag lebt. Aber in Christus und von Christus her bekommen die Bilder und Erfahrungen einen neuen Inhalt: Christus ist der Hohepriester, er ist vor Gottes Angesicht und es ist sein eigenes Blut, das für uns spricht. Der Hebräerbrief qualifiziert das als "Ende der Zeiten", weiß aber um das "zweite Mal" - und um die Errettung derer, die Christus erwarten. In einem eschatologischen Blick ist der Bann der Sünde "dazwischen" jedoch gebrochen.


Hebr 9,24-26: Den Urchristen fiel es schwer, sich vom prächtigen Tempelkult oder von verschiedenen heidnischen Opferkulten zu lösen. In diese Situation hinein möchte der Brief an die Hebräer nochmals die Bedeutung des Opfertodes Jesu Christi in Erinnerung rufen und auf den "neuen Bund" hinweisen. Dieser neue Bund wurde einmal geschlossen und muss nicht jährlich erneuert werden. Die Opfer früherer Zeiten sind für die Christen nicht mehr notwendig und gelten als überholt. Sündenvergebung, Taufe und Eucharistie beruhen auf Opfertod und Auferstehung Jesu Christi. Hebr 9,27: Der Tod wird für uns Menschen ein Weg ins Leben, in die Rettung und Auferstehung. Die Christen sollen nicht müde werden, Gott treu zu bleiben. Hebr 9,28: Die Christen dürfen mit Zuversicht auf das Kommen Gottes warten und damit rechnen. Sie brauchen das Gericht nicht mehr zu fürchten. Heilspraktiken oder sogenannte "pharisäische" Leistungen sind zur Erlangung des Heils nicht notwendig.


Ruf vor dem Evangelium am Fest Christi Himmelfahrt
Mt 28,19a. 20b

Halleluja. Halleluja.

(So spricht der Herr:)
Geht zu allen Völkern,
und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.
Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt.

Halleluja.


Evangelium vom Fest Christi Himmelfahrt, Lesejahr C:
Lk 24,46-53

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern:
So steht es in der Schrift:
Der Messias wird leiden
und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
und in seinem Namen wird man allen Völkern,
angefangen in Jerusalem, verkünden,
sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
Ihr seid Zeugen dafür.
Und ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat,
zu euch herabsenden.
Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet.
Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien.
Dort erhob er seine Hände und segnete sie.
Und während er sie segnete,
verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben;
sie aber fielen vor ihm nieder.
Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück.
Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.



Wie in der Lesung aus der Apostelgeschichte stehen am Beginn des heutigen Evangelienabschnitts die Erklärung des Heilsweges, das Versprechen der Geistsendung und der Auftrag zur Mission und zum Zeugnis. Im Gegensatz zur Apg setzt Jesus hier aber noch einen Akzent in der Segnung. Bis zum Schluss ist er um seine Jünger bemüht und gibt ihnen, was nötig ist. Jesus kehrt zum Vater zurück, von wo er ausgegangen ist. Die Apostel kehren nach Jerusalem zurück, von wo sie mit Jesus aufgebrochen waren. Sie kehren zurück an den Ort der neuen Erfahrung, die sie bald anderen vermitteln sollen. Im weiteren Gegensatz zur Apg setzt Lukas im Evangelium die Himmelfahrt auf den Osterabend. Nach der Begegnung mit den Emmausjüngern kommt es zur Begegnung mit allen und dann zum Abschied. In der Apg gibt es die heilige Zahl der 40 Tage, in denen die Jünger sich mit ihrem Meister in die neue Erfahrung von Ostern einfinden können.


Diese Perikope stellt den Abschluß des Lukasevangeliums dar. Sie steht im Kontext von 24,36-53. Lk erzählt hier nur die Begegnung am leeren Grab (24,1-12) und die Begegnung mit den Emmausjüngern (24,13-35). Auf die letzte Erscheinung im Kreis der versammelten Jünger (24,36-49) erfolgt unmittelbar die Erzählung von seiner Erhöhung in den Himmel. Hier setzt die Apostelgeschichte ein. Der erste Teil der Begegnung (Verse 36-43) ist nicht Teil der liturgischen Perikope: Jesus überzeugt darin die Jünger von der Echtheit der Erscheinung, indem er die Wundmale zeigt und mit ihnen ißt. Der zweite Teil (Vv. 44-49) stellt eine Abschiedsrede Jesu dar, in der er zusammenfassend sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung deutet; Leiden und Erhöhung sind Erfüllung der Schrift. Die Jünger werden als Zeugen gesandt - der Geist wird ihnen dabei Kraft geben. Das Wirken des Geistes wird die neue Gegenwart Jesu bei seinen Jüngern sein. Der dritte Teil (Verse 50-53) erzählt in Kürze die Himmelfahrt: den Weg hinaus nach Betanien, den Segen Jesu, seine Erhöhung, die Rückkehr der Jünger "in großer Freude" nach Jerusalem. Die Erhöhung meint das Übergehen Jesu in eine höhere Sphäre. Die Freude der Jünger ist ein Zeichen ihres Glaubens, wodurch sie nun zu Verkündern des Glaubens werden. - Diese Verkündigung der Apostel wird in der Apg erzählt.