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Lesungen 03.06.2016


1. Lesung vom Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, Lesejahr C:
Ez 34,11-16

Lesung aus dem Buch Ezechiel:

So spricht Gott, der Herr:
Jetzt will ich meine Schafe selber suchen
und mich selber um sie kümmern.
Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag,
an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben,
so kümmere ich mich um meine Schafe
und hole sie zurück von all den Orten,
wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben.
Ich führe sie aus den Völkern heraus,
ich hole sie aus den Ländern zusammen
und bringe sie in ihr Land.
Ich führe sie in den Bergen Israels auf die Weide,
in den Tälern und an allen bewohnten Orten des Landes.
Auf gute Weide will ich sie führen,
im Bergland Israels werden ihre Weideplätze sein.
Dort sollen sie auf guten Weideplätzen lagern,
auf den Bergen Israels sollen sie fette Weide finden.
Ich werde meine Schafe auf die Weide führen,
ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn.
Die verlorengegangenen Tiere will ich suchen,
die vertriebenen zurückbringen,
die verletzten verbinden,
die schwachen kräftigen,
die fetten und starken behüten.
Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist.



Der richtige Hirte sucht nicht sich selber, sondern er ist ganz da für seine Herde. In Christus ist diese Vision des Propheten erfüllt. Das Bild des Hirten, der über seine Herde wacht, ist nicht neu, aber immer eindrucksvoll. Jeremia verglich oft die Könige mit Hirten. Übten nicht Saul und David den Beruf des Hirten aus, ehe sie zu Königen Israels wurden? Jene, die Ezechiel als schlechte, gewissenlose Hirten schildert (Ez 34,2-10), sind ihre letzten Nachfolger in Juda. Ihr Eigennutz, ihre Verbrechen und Morde haben die Herde zerstreut. Aber auf dieses dunkle Bild folgt die Heilsverheißung: die Schafe werden wieder gesammelt, Israel wird wieder hergestellt. Wie der Psalmist verheißt (Ps 23), wacht Gott persönlich über jedes seiner Schafe, über das verirrte, verwundete, schwache - und auch über das fette, da es ja nur dann gesund bleiben kann, wenn es geschützt wird vor den Gefahren des Weges, der Raubtiere und der Unwetter. Diese Weissagung voll Hoffnung und Liebe verwendet Jesus zu seiner Parabel vom verlorenen Schaf und zur Allegorie vom guten Hirten.


Die Stimme des Propheten Ezechiel ertönt in der Zeit des Exils (586-538 v. Chr.). Die Ich-Rede des Propheten wird mit der Botenformel "so spricht Gott, der Herr" durchsetzt, sodass für den Leser und Hörer das Wort Jahwes klar und deutlich wird. In unserem Abschnitt bzw. im ganzen Kapitel 34 von Ezechiel dominiert das Bild des Hirten: In 34,1-10 findet sich ein Gerichts- und Wehewort über die schlechten Hirten, in 34,11-22 ein Heilswort, das wiederum in eine Gerichtsansage mündet. Gott selbst sorgt für Gerechtigkeit und Recht in seiner Herde des Volkes Israel. In 34,23-31 wird die Einsetzung des Knechtes David als neuen Hirten und damit die Erneuerung des Friedensbundes verheißen. Im Abschnitt unserer Lesung ist es Jahwe selbst, der seine Schafe aus der Zerstreuung zusammenführt, sie auf gute Weide im Bergland Israels führt und für Recht unter ihnen sorgt. Es wird ein Bild von Jahwe gezeichnet, das ihn selbst als aktiv zeigt, wenn es darauf ankommt. Er ist ein Gott, der sich für sein Volk im Exil einsetzt und dafür Sorge trägt, dass es Heimat findet.


Jahwe als Hirten zu betrachten ist keine Patentleistung Israels bzw. keine Kreation alttestamentlicher Theologie. Eine Gottheit als Hirte zu betrachten, war in der Umwelt Israels normale Erscheinung. Kann ein Entstehungsmotiv eines solchen Bildes - Gott als Hirte - in der Frustration über weltliche Herrscher geortet werden? Ezechiel gehört zu den Deportierten. 597 v. Chr. nahm Nebukadnezar Jerusalem ein. Die Oberschicht Jerusalems wurde nach Babel abtransportiert. 586 folgte in Jerusalem ein Aufstand gegen die babylonische Herrschaft, welcher niedergeschlagen wurde, wobei auch der Tempel in Jerusalem selbst zerstört wurde. Für das Babylonische Reich ein Nebenereignis am Rande; für die Judäer eine Weltkatastrophe. Enttäuschung, über die judäischen Könige, den Adel, Priester ... lenkt den Blick auf Jahwe! Wohliges gibt das griffige Bild aus der Alltagserscheinung vom Umgang des Hirten mit seiner Herde her. Nur so kann Jahwe sein im Gegensatz zu dem Pack, welches die Zerstreuung und Verschleppung bis nach Babel verschuldet hat.


Antwortpsalm am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu
Ps 23,1-6

R Der Herr ist mein Hirte,
nichts wird mir fehlen. - R

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. - (R)

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. - (R)

Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher. - (R)

Lauter Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit. - R



Gottlose missachten den Willen Gottes. Im Sühnetod Jesu geht die Gnade dem Glauben voraus. Das Besondere, das Paulus hier aufgreift, ist, dass Jesus für Schwache und Gottlose stirbt. Für einen gerechten Menschen das Leben geben, ist in der Antike nicht sehr häufig bezeugt. Für eine gerechte Sache jedoch zu sterben, dazu finden sich viele Beispiele. Könige opfern sich, um Unheil von den Bürgern abzuwenden. Aber in Jesus wird dies alles übertroffen, da er eben für Gottlose stirbt! Und Paulus betont nochmals. bzw. malt noch deutlicher aus: werden wir bereits jetzt gerecht gemacht, um wie viel mehr erst dann? Erst dann beim Gericht! Der Gekreuzigte und Auferstandene tritt für uns ein, bürgt für uns bei Gott. Denn Versöhnung meint, Feindschaft findet ein Ende, Friedensschluss wird möglich. Indem Gott Jesus dahin gegeben hat, beendet er die Feindschaft der Sünder ihm gegenüber. Jetzt schon dürfen wir uns der Gegenwart Gottes rühmen, und nicht bloß harren auf künftige Errettung. Durch den Auferstandenen ist uns die Versöhnung mit Gott geschenkt.


Der Abschnitt spricht die Thematik von Sühne und Versöhnung durch Christus an. "Christus ist für die gottlosen Sünder gestorben, als sie noch schwach waren. Gottes Heilstat in Christus geht dem Glauben voran und gibt ihm seinen Grund in der Geschichte". Paulus spricht in diesem Kapitel auch die Frage der Rechtfertigung an. Gott will die Rettung aller. Sein "Gericht" will nicht verurteilen, sondern retten. (Vgl. NTD, Bd. 6, Göttingen 1989)


2. Lesung vom Hochfest de Heiligsten Herzens Jesu, Lesejahr c:
Röm 5,5b-11

Lesung aus dem Brief an die Römer:

Schwestern und Brüder!
Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen
durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Christus ist schon zu der Zeit,
da wir noch schwach und gottlos waren,
für uns gestorben.
Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben;
vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen.
Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen,
daß Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.
Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind,
werden wir durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet werden.
Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes,
als wir noch (Gottes) Feinde waren,
werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind,
gerettet werden durch sein Leben.
Mehr noch, wir rühmen uns Gottes durch Jesus Christus, unseren Herrn,
durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.



Gottlose missachten den Willen Gottes. Im Sühnetod Jesu geht die Gnade dem Glauben voraus. Das Besondere, das Paulus hier aufgreift, ist, dass Jesus für Schwache und Gottlose stirbt. Für einen gerechten Menschen das Leben geben, ist in der Antike nicht sehr häufig bezeugt. Für eine gerechte Sache jedoch zu sterben, dazu finden sich viele Beispiele. Könige opfern sich, um Unheil von den Bürgern abzuwenden. Aber in Jesus wird dies alles übertroffen, da er eben für Gottlose stirbt! Und Paulus betont nochmals. bzw. malt noch deutlicher aus: werden wir bereits jetzt gerecht gemacht, um wie viel mehr erst dann? Erst dann beim Gericht! Der Gekreuzigte und Auferstandene tritt für uns ein, bürgt für uns bei Gott. Denn Versöhnung meint, Feindschaft findet ein Ende, Friedensschluss wird möglich. Indem Gott Jesus dahin gegeben hat, beendet er die Feindschaft der Sünder ihm gegenüber. Jetzt schon dürfen wir uns der Gegenwart Gottes rühmen, und nicht bloß harren auf künftige Errettung. Durch den Auferstandenen ist uns die Versöhnung mit Gott geschenkt.


Der Abschnitt spricht die Thematik von Sühne und Versöhnung durch Christus an. "Christus ist für die gottlosen Sünder gestorben, als sie noch schwach waren. Gottes Heilstat in Christus geht dem Glauben voran und gibt ihm seinen Grund in der Geschichte". Paulus spricht in diesem Kapitel auch die Frage der Rechtfertigung an. Gott will die Rettung aller. Sein "Gericht" will nicht verurteilen, sondern retten. (Vgl. NTD, Bd. 6, Göttingen 1989)


Ruf vor dem Evangelium zum Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu
Mt 11,29ab

Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig.
Halleluja.

Oder:
vgl. 1 Joh 4,10b

Halleluja. Halleluja.
Gott hat uns geliebt
und seinen Sohn gesandt als Sühne für unsere Sünden.
Halleluja.


Evangelium vom Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, Lesejahr C:
Lk 15,3-7

In jener Zeit erzählte Jesus
den Pharisäern und Schriftgelehrten ein Gleichnis und sagte:
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert,
läßt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück
und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Und wenn er es gefunden hat,
nimmt er es voll Freude auf die Schultern,
und wenn er nach Hause kommt,
ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen:
Freut euch mit mir;
ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch:
Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen
über einen einzigen Sünder, der umkehrt,
als über neunundneunzig Gerechte,
die es nicht nötig haben umzukehren.