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Lesungen 02.10.2016


1. Lesung vom 27. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C:
Hab 1,2-3; 2,2-4

Lesung aus dem Buch Habakuk:

Wie lange, Herr, soll ich noch rufen,
und du hörst nicht?
Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt!
Aber du hilfst nicht.
Warum läßt du mich die Macht des Bösen erleben
und siehst der Unterdrückung zu?
Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Mißhandlung,
erhebt sich Zwietracht und Streit.
Der Herr gab mir Antwort und sagte:
Schreib nieder, was du siehst,
schreib es deutlich auf die Tafeln,
damit man es mühelos lesen kann.
Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst;
aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung;
wenn es sich verzögert, so warte darauf;
denn es kommt,
es kommt und bleibt nicht aus.
Sieh her:
Wer nicht rechtschaffen ist,
schwindet dahin,
der Gerechte aber
bleibt wegen seiner Treue am Leben.



Habakuk gehört zu den 12 kleinen Propheten. Ob die Stückelung, die die Lesung erfahren hat, glücklich ist? Jedenfalls wurde eine Linie zum Evangelium geschaffen: es geht um Glauben. Wie in den Psalmen erscheint der Glaube angefochten und in Zweifel gezogen. Nicht die Existenz Gottes ist ein Problem - sein Schweigen verunsichert, sein Wegsehen bedrückt: "Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit." Was in philosophischer Diktion "Theodizeefrage" heißt, ist bei Habakuk ein Gebet: Wie lange, Herr ... warum lässt du ... Die Perikope ist so geschnitten (oder auch verschnitten), dass den Fragen die Gottesantwort folgt. Der Prophet soll aufschreiben, was er sieht - deutlich und mühelos zu lesen. Aber mühelos zu hören ist nicht, was er aufschreibt - was ihm nicht anzulasten ist: Denn was sieht Habakuk? Worauf soll er warten? Was drängt zum Ende? Man wird sich die Mühe schon machen müssen, den ganzen Habakuk zu lesen, zumindest das 2. Kapitel. Es rächt sich, wenn ein ("kleiner") Prophet klein gemacht wird. Die Glaubenden werden zur Geduld ermahnt, auch die Verzögerung des Gerichtes Gottes und seines Heiles anzunehmen. "Es kommt, es kommt und bleibt nicht aus." Vers 4 - der hebr. Text ist verstümmelt - ist sehr unglücklich übersetzt. Paulus hat in Röm 1,17 den Glauben auf die Gerechtigkeit bezogen, die vor Gott gilt.


Habakuk - ein Zeitgenosse des Jeremia - war tätig zwischen dem Tod des Königs Joschija (gefallen in der Schlacht bei Meggiddo, 609 v. Chr.) und der ersten Belagerung Jerusalems unter Nebukadnezar (598 v. Chr). Joschija hatte eine religiöse Erneuerung eingeleitet, das deuteronomische Gesetz veröffentlicht und den Bund des Volkes mit Jahwe erneuert (2 Kön 23,1-3). Er galt im Volk als zweiter David. Sein Sohn und Nachfolger Jojakim (609 -598 v. Chr.) war "Anführer der Ungerechtigkeit" (Jer 22,13-19) und führte einen religiösen und politischen Niedergang herbei. Rechtlosigkeit, Gewalt, Misshandlung, Streit, Korruption machten sich breit. Habakuk ist betroffen über die Vorgänge im Gottesvolk, sieht aber keinen irdischen Helfer und beginnt ein Klagegeschrei zum Gott des Bundes: Wie lange, Herr, soll ich noch rufen, und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht. warum lässt du mich die Macht des Bösen erleben und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit (vgl. Ps 13,2ff). Ein Klagelied im Gottesdienst ohne Bitte und ohne "Erhörungsgewissheit". Damals gab es die Institution der Gerichte nicht - schreit der Prophet wie jemand, der Menschen und Richter verzweifelt zusammenruft, zu Gott um sein Recht? Der Herr gab mir zur Antwort und sagte: Schreib nieder, was du siehst, schreib es deutlich auf die Tafeln, damit man es mühelos lesen kann. Die Antwort Jahwes hat eine Verbindlichkeit wie ein Vertrag und muss für immer festgehalten werden. Sie wird sich erst später erfüllen. Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus. Gott kündigt keine Rettungstat an; er wird die Klage nicht erhören, wie es der Beter erwartet. Gott ist der ganz andere, ist wie ein dunkles Geheimnis, hat langen Atem. Konkret: Das lang vergessene Babylon wird zur Großmacht, besiegt das assyrische Reich (612 und 609 v. Chr.), besiegt Ägypten bei Karkemisch (605 v. Chr.) und wird zum Gerichtswerkzeug Jahwes an Jerusalem und Juda. Später wird es dem Gericht verfallen (Jer 27,6f). Aber Gott bleibt trotz allem Gott. Sieh her: wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. Das Böse und der Böse haben keine Zukunft. Wer am Glauben und an der Treue zu Jahwe festhält, wird leben. Babel wird eines Tages fallen - das wird 539 v. Chr. geschehen. Der Glaube ist in der Zukunft Gottes über Generationen weg verankert. Dieser Glaube überwindet die Welt. Eine Botschaft von ungeheurer Wucht. Das Wort hatte in der Reformationszeit große Bedeutung: "Der Gerechte wird aus dem Glauben leben," (Röm 1,17; Gal 3,11; Hebr 10,38). (Kommentare in Anlehnung an Johannes Koller, Frohbotschaft Gottes am Sonntag, Wien 1994.)


Das Buch Habakuk läßt sich in drei Teile gliedern: Der erste Teil beinhaltet die Klage des Propheten über die Gewalt und den Rechtsbruch im Südreich Juda, aber auch bei den Babyloniern. Habakuk erhält die Zusage Jahwehs, daß die Gerechten am Leben bleiben werden und die, die nicht rechtschaffen sind, dahin schwinden werden. (Hab 1,2 - 2,5). Im zweiten Teil konkretisieren Wehrufe die herrschende Habsucht, Ausbeutung, Gewalt und den Götzendienst. Dem gegenüber steht der Herr, der in seinem heiligen Tempel wohnt. (Hab 2,6-20). Der dritte Teil des Buches erbittet und schaut das Kommen Gottes in der Form eines Psalms. (Hab 3,1-19). Die meisten Exegeten gehen von einer Grundschicht des Buches aus, in der sich die Kritik des historischen Habakuk an der Lebensweise der Verantwortlichen in Juda und Jerusalem und die Androhung der neubabylonischen Invasion findet. Der Prophet wäre damit zeitlich zwischen 630 und 600 vor Christus einzuordnen. Habakuks Klage - Gottes Antwort Der Text der heutigen Lesung nimmt nur einige Verse aus dem ersten Teil des Buches heraus. Aus der Klage des Propheten, der um sein Gottesbild ringt, wird durch dieses Vorgehen ein einfaches Patentrezept. (vgl. ungekürzte Fassung) Der Prophet steht vor dem Problem: Wie ist das mit meinem Gottesverständnis zusammenzubringen, daß auch im Volk Gottes Zwietracht, Streit und Gewalt herrschen und anscheinend ein noch gewalttätigeres Volk notwendig ist, um diesen Zustand zu beenden. Aber das Handeln Gottes in der Geschichte bleibt letztlich unbegreiflich. Die Eigendynamik, die im Menschen und damit auch in ganzen Völkern steckt, läßt sich schwer auf das direkte Eingreifen Gottes zurückführen: Dann ziehen sie weiter, wie der Sturmwind sausen sie dahin. Doch sie werden es büßen, denn sie haben ihre Kraft zu ihrem Gott gemacht. (Hab 1,11) Ähnlich wie bei einem Verkehrsunfall durch überhöhte Geschwindigkeit die Ursache nicht zuerst in einer Strafe Gottes sondern im zu schnellen Fahren zu suchen ist, versucht der Prophet Zusammenhänge zwischen Gewalt und Unheil zu erkennen, weil ein zerstörerischer, grausamer Gott nicht in sein Gottesbild hineinpaßt. Nur aus einem Grundvertrauen heraus, daß Gott sich dem Menschen zuwendet und ihm nichts Böses will, kann der Prophet so mit seiner Klage vor Gott treten und auf Antwort warten. Als Antwort bekommt der Prophet gesagt, daß jeder mit den Konsequenzen seines Handelns rechnen muß, auch wenn der Zeitpunkt nicht vorhersehbar ist: Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. (Hab 2,4). Trotzdem hat bei aller Verantwortung des Menschen Gott das letzte Wort. Die Liebe ist größer Der über die Grenze des Verstehbaren gehenden Gewalt steht die unermeßliche Liebe Gottes gegenüber, die den Menschen retten will (Hab 3,13) und entscheidet wer gerecht ist vor Gott. (Jes 1,18: "Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat, spricht der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle.") Die Frage des Propheten, die die Frage vieler Menschen ist, wird damit nicht beantwortet. Aber aus der Erfahrung, Gesprächspartner Gottes zu sein, findet Habakuk im Gebet (Hab 3) zu einer Haltung, die Gott weit mehr zutraut, als für das materiell Erfahrbare zu sorgen: "Zwar blüht der Feigenbaum nicht, an den Reben ist nichts zu ernten, der Ölbaum bringt keinen Ertrag, die Kornfelder tragen keine Frucht, im Pferch sind keine Schafe, im Stall steht kein Rind mehr. Dennoch will ich jubeln über den Herrn, und mich freuen über Gott meinen Retter. Gott, der Herr, ist meine Kraft. Er macht meine Füße schnell wie die Füße der Hirsche und läßt mich schreiten auf den Höhen. (Hab 3,17-19)


Erweiterte Fassung der
1. Lesung vom 27. Sonntag im Jahreskreis,
Lesejahr C: Hab 1,2-4; 2,2-5

Lesung aus dem Buch Habakuk:

Ausspruch, den der Prophet Habakuk in einer Vision hörte.
Wie lange, Herr, soll ich noch rufen, und du hörst nicht?
Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht.
Warum läßt du mich die Macht des Bösen erleben
und siehst der Unterdrückung zu?
Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Mißhandlung,
erhebt sich Zwietracht und Streit.
Darum ist das Gesetz ohne Kraft,
und das Recht setzt sich gar nicht mehr durch.
Die Bösen umstellen den Gerechten,
und so wird das Recht verdreht.

Ich will auf meinem Wachtturm stehen,
ich stelle mich auf den Wall
und spähe aus, um zu sehen, was er mir sagt,
was er auf meine Klage entgegnet.
Der Herr gab mir Antwort und sagte:
Schreib nieder, was du siehst,
schreib es deutlich auf die Tafeln,
damit man es mühelos lesen kann.
Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst;
aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung;
wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt,
es kommt und bleibt nicht aus.
Sieh her:
Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin,
der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben.
Wahrhaftig, der Reichtum ist trügerisch,
wer hochmütig ist, kommt nicht ans Ziel,
wenn er auch seinen Rachen aufsperrt wie die Unterwelt
und unersättlich ist wie der Tod,
wenn er auch alle Völker zusammentreibt
und alle Nationen um sich vereinigt.


Antwortpsalm am 27. Sonntag im Jahreskreis (C)
Ps 95,1-2. 6-9

R Hört auf die Stimme des Herrn,
verhärtet nicht euer Herz! – R

Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn
und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen,
vor ihm jauchzen mit Liedern! - (R)

Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen,
lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
Denn er ist unser Gott,
wir sind das Volk seiner Weide,
die Herde, von seiner Hand geführt. - (R)

Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören!
„Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba,
wie in der Wüste am Tag von Massa!
Dort haben eure Väter mich versucht,
sie haben mich auf die Probe gestellt
und hatten doch mein Tun gesehen.“ - R


2. Lesung vom 27. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C:
2 Tim 1,6-8. 13-14

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus:

Mein Sohn!
Ich rufe dir ins Gedächtnis:
Entfache die Gnade Gottes wieder,
die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist.
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft,
der Liebe und der Besonnenheit.
Schäme dich also nicht,
dich zu unserem Herrn zu bekennen;
schäme dich auch meiner nicht,
der ich seinetwegen im Gefängnis bin,
sondern leide mit mir für das Evangelium.
Gott gibt dazu die Kraft:
Halte dich an die gesunde Lehre,
die du von mir gehört hast;
nimm sie dir zum Vorbild,
und bleibe beim Glauben und bei der Liebe,
die uns in Christus Jesus geschenkt ist.
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut
durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt.



Es sind Ermahnungen, die Paulus bzw. sein Schüler für Timotheus aufschreibt: die Gnade entfachen, an die gesunde Lehre halten, das anvertraute kostbare Gut bewahren. Gruppiert sind die Ermahnungen - es handelt sich um einen "Pastoralbrief", der der Gemeinde nicht vorenthalten wird - um Indikative, die geschenkte Realitäten darstellen: "den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit" - "Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt" - "Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt". Die Vermutung, Timotheus hätte Ermahnungen nötig gehabt, ist allerdings nicht gut begründet. Vielmehr handelt es sich um eine Vergewisserung. Timotheus wird an seine Ordination erinnert, die ihn trägt und leitet. "Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen." Wenn aus diesem Brief im Gottesdienst gelesen wird, schaut eine Gemeinde hinter die Kulissen. Sie weiß um die Schwierigkeiten, Christ zu sein. Sie weiß aber auch um die Verheißung, dass das "anvertraute kostbare Gut" vom Heiligen Geist selbst bewahrt wird. Und dass der Geist "in uns wohnt", bewahrt davor, lieblos über die zu urteilen, die in der Kirche Dienst tun. Der "Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit" ist allen verheißen, die zu Christus gehören. Gänzlich unverständlich ist jedoch, dass die Verse 9-12, besonders aber Vers 9f, herausgeschnitten wurden (vgl. "Ungekürzte Fassung der 2. Lesung"). Vers 9f ist der eigentliche Schlüssel, das Zentrum: "Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium, für das ich eingesetzt bin als Prediger und Apostel und Lehrer. Aus diesem Grund leide ich dies alles; aber ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag." Ohne diese Mitte wird nicht klar, was "gesunde Lehre" ist und was als anvertrautes kostbares Gut bewahrt wird. Der Gemeinde ist eine Lesung mit "Loch" nicht zuzumuten.


In einer Zeit, wo Paulus nicht mehr lebt, auch nicht sehr geschätzt ist, und die Apostel bereits tot sind (2 Tim 3,10; 4,5), besteht angesichts der Verfolgung die Gefahr der Müdigkeit und Verzagtheit. Es gilt, so wie Paulus zu kämpfen und aus der Amtsgnade zu handeln, die Paulus vermittelt hat - alle Amtsgnade geht in der paulinischen Kirche auf diesen Apostel zurück. So beginnt die Lehre von der apostolischen Sukzession. Timotheus ist der legitime Nachfolger des Apostels. Der Brief ist wohl von einem Paulusschüler geschrieben, wie ein persönliches Testament des Apostels. "Mein Sohn! Ich rufe dir ins Gedächtnis: entfache die gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist." - Die Weihegnade (das Amtscharisma) muss wie Feuer, das zeitweise von der Asche zugedeckt werden kann, angefacht, neu entfacht werden. Paulus hat durch Handauflegung (Weihe) die Amtsgnade verliehen. "Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." - Haltungen, die im Amts-Charisma wurzeln: Geist der Kraft, der Liebe, der pastoralen Klugheit. "Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft." - Dies ist die Aufforderung zu einem mutigen Zeugnis (martyrion) für Christus und für den Apostel, Aufforderung zur Leidensbereitschaft für das Evangelium, wie auch Paulus gelitten hat. Die letzte Gefangenschaft des Apostels war in Rom. Der leidensbereite Einsatz für das Evangelium gehört nach dem Vorbild des Paulus wesentlich zum amtlichen Dienst. Hauptgefahren hierbei sind aber: Furcht vor der damaligen Gesellschaft, Feigheit, manche schämten sich des Paulus. Auffallend ist, dass das Zeugnis für Christus und für Paulus zusammengehört. Wer sich zu Paulus bekennt, bekennt sich zu Christus - dies ist wohl auch im Hinblick auf manche Irrlehrer gesagt. Paulus hat das Evangelium verkündet und dafür viel gelitten. "Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehört hast; nimm sie dir zum Vorbild und bleibe beim Glauben und bei der Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt ist. Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des heiligen Geistes, der in uns wohnt." - Ein programmatischer Text über die verbindliche christliche Tradition. "Das anvertraute kostbare Gut"" (griechisch "paratheke") ist die Fachbezeichnung für die apostolische Lehre: sie ist das Evangelium, das Wort Gottes, die apostolische Lehre. Der Heilige Geist selbst trägt in den Amtsnachfolgern Sorge für die Bewahrung und Weitergabe des apostolischen Glaubens. Das Erbe der Apostel darf nicht vertan werden. "Gesunde Lehre"": keine Einseitigkeiten, Übertriebenheiten oder sektiererische Tendenzen. Kraft des Heiligen Geistes ist es dem Amtsträger gegeben, das "anvertraute kostbare Gut" unversehrt zu bewahren und weiterzugeben. Der Heilige Geist bewahrt durch die Amtsgnade die Glaubenswahrheit für die Zukunft. Damit ist aber auch der Amtsträger in eine starke Verpflichtung vor dem ewigen Richter genommen, er muss sich im Glauben und in der Liebe bewähren. (Kommentar in Anlehnung an Johannes Koller, Frohbotschaft Gottes am Sonntag, Wien 1994)


Der 2. Timotheusbrief ist wie auch der 1. Timotheusbrief und der Titusbrief nicht im Lebenslauf des Paulus unterzubringen. Auch aufgrund theologischer Argumente halten es die meisten Exegeten für ausgeschlossen, daß die Pastoralbrief von Paulus selbst oder zu seinen Lebzeiten entstanden sind. Zeitlich sind sie wahrscheinlich gegen Ende des ersten oder Anfang des zweiten Jahrhunderts anzusetzen. Der 2 Timotheusbrief ist als eine Art Testament des Paulus verfaßt, in dem er "Timotheus" noch Mahnungen und Weisungen gibt und sich selbst als Vorbild im Leiden darstellt. Für die heutige Lesung sind nur die Rahmenverse des Abschnitts 2 Tim 1,6-14 herausgenommen. Der Mittelteil, der als ein bekenntnisartiges Stück die inhaltliche Entfaltung des Evangeliums bringt und so die Grundlage ist für jedes christliche Leben und Handeln wurde weggelassen. Durch die Handauflegung des Paulus ist in Timotheus die Gnade Gottes, die Timotheus jetzt, wo Paulus nicht mehr da ist, weiter lebendig halten soll. Die Gnade des Apostelschülers hängt eng zusammen mit dem Apostel, er soll sie weiter verwalten, wie es der Apostel beispielhaft vorgelebt hat, auch bezogen auf sein Leiden. Als Verwalter des ihm von Gott anvertrauten Gutes, das ein zentraler Begriff in der Theologie der Pastoralbriefe ist, ist der Apostel und seine Nachfolger verantwortlich für die gesunde Lehre, die bewahrt werden soll. Diese Fixierung auf Apostel und Lehre geht deutlich über das hinaus, was Paulus in seinen Briefen über sich selber schreibt. Aber in der Zeit der Identitätsfindung ist es notwendig, abzugrenzen, Orientierungshilfen zu schaffen und Fixpunkte zu markieren. Problematisch wird diese Entwicklung, wenn vor lauter Fixpunkten und Glaubensvorschriften der Inhalt. das Bekenntnis zu Jesus Christus, der uns Heil und Rettung geschenkt hat, fehlt.


Ruf vor dem Evangelium am 27. Sonntag im Jahreskreis (C)
1 Petr 1,25

Halleluja. Halleluja.

Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit,
das Evangelium, das euch verkündet wird.

Halleluja.


Evangelium vom 27. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C:
Lk 17,5-10

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:

In jener Zeit baten die Apostel den Herrn:
Stärke unseren Glauben!
Der Herr erwiderte:
Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn,
würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen:
Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden,
und verpflanz dich ins Meer!,
und er würde euch gehorchen.
Wenn einer von euch einen Sklaven hat,
der pflügt oder das Vieh hütet,
wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen:
Nimm gleich Platz zum Essen?
Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen:
Mach mir etwas zu essen,
gürte dich, und bediene mich;
wenn ich gegessen und getrunken habe,
kannst auch du essen und trinken.
Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven,
weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
So soll es auch bei euch sein:
Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde,
sollt ihr sagen:
Wir sind unnütze Sklaven;
wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.



Das heutige Evangelium bewahrt zwei Logien auf: Im ersten Logion bitten die Apostel um den gestärkten Glauben. Jesus aber verweist sie auf den Glauben, der "so groß" ist wie ein Senfkorn. Das Senfkorn, winzig, das kleinste Samenkorn überhaupt, wird zu einem Bild größter, ja menschenunmöglicher Kraft. Hat Jesus die Bitte der Jünger erfüllt und ihren Glauben gestärkt? Musste er ihnen vielleicht nur die Augen für Größenverhältnisse öffnen? Ihnen den "kleinen Glauben" lieb und wert machen? Das Evangelium sagt dazu nichts. Bitte und Antwort stehen scheinbar unverbunden nebeneinander. Aber sie klingen zusammen: Die überaus großen Maulbeerbäume, die tief ins Erdreich ragen, werden entwurzelt und sogar ins Meer versetzt. Das Unmögliche und Gegensätzliche wird hier zum Bild von Veränderungen und Umkehrungen, die sich kein Mensch ausdenken kann. Denn Bäume verkörpern geradezu Standfestigkeit, während das Meer für das Bodenlose steht. Das zweite Logion hilft den Jüngern, alles zu tun, was ihnen aufgetragen ist, ohne Dank oder Anerkennung zu erwarten. Dem kleinen Senfkorn und seiner großen Kraft wird im Evangelium die Sklavenarbeit zur Seite gestellt. Sklaven haben, so die feine Einzeldarstellung - erst Arbeit auf dem Feld, dann in der Küche - eine große Kraft und Beharrlichkeit, eine "Spannkraft" über den ganzen Tag und über ein ganzes Leben. Das Evangelium legt den Jüngern nahe, sich in diesem Bild kleiner Größe wiederzufinden. (Nebenbei bemerkt, demaskiert das Bild die Herren, die nur reden, sich an die gedeckten Tisch setzen und sich selbst anerkennen.) Im Kontext des Evangeliums hat auch der Ausschnitt, der gelesen und gehört wird, eine christologische Ausrichtung: Jesus selbst ist der "Sklave" (vgl. Phil 2,5-11), der sogar sein Leben einsetzt. Es ist mehr als eine Paradoxie: Der Kyrios ist der Sklave; der Sklave spricht als Herr zu den Jüngern. Ohne diesen christologischen Horizont könnte das Logion missverstanden werden als - auch falsche, auch instrumentalisierbare, auch vereinnahmende - Demutshaltung. Der Glaube, der Bäume versetzt, ist alles andere als unterwürfig. Wer noch andere Gedanken kennen lernen möchte, findet Anregungen unter: http://www.perikopen.de/Lesejahr_C/27_iJ_C_Lk17_5-10_Hofmann.pdf Auch die Auslegung der Kirchenväter verdient, neu gehört zu werden: http://www.catena-aurea.de/ljcpann27.html


Bei dem Text Lk 17,5-10 handelt es sich um eine allgemein gültige Jüngerbelehrung - kein Ort, kein Zeitpunkt, kein Name ist angegeben und es besteht auch kein unmittelbarer Zusammenhang mit dem vorherigen und dem nachfolgenden Text. Die Apostel baten den Herrn: stärke unseren Glauben! - Genauer übersetzt: "Gib uns Glauben dazu!". Eine einmütige Bitte der Apostel, der Verantwortlichen der Kirche, an den Auferstandenen (Kyrios) angesichts ihrer Ohnmacht im Hinblick auf ihre weltweite Sendung. Sie glauben an Christus (vgl. Lk 9,18ff) und haben den heilsnotwendigen Glauben. Aber es braucht dazu die "Kraft des Glaubens" oder das Charisma des Glaubens zum Dienst an den Menschen (1 Kor 12,9) angesichts der uferlosen Aufgabe und Sendung. Es gibt den Glauben der Beziehung ("Du bist der Messias ..."), den wir im Glaubensbekenntnis, bzw. Taufbekenntnis, aussprechen. Dieser Du-Glaube ist heilsnotwendig. Darüber hinaus gibt es den "Glauben des Tuns", aus dem Gebet, Fürbitte, Verkündigung und Handeln in Vollmacht erwachsen. Die Jünger haben wohl aus diesem Glauben gehandelt, haben aber auch durch Kleinglauben versagt. Kleinglaube und Resignation sind das Gegenteil des "charismatischen Glaubens". Unglaube und Angst sind Gegenteil des heilsnotwendigen Glaubens. Der Herr erwiderte: "Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer, und er würde euch gehorchen. - Ein extrem formuliertes Bildwort. Ein Senfkorn ist klein wie ein Stecknadelkopf. Ein Maulbeerfeigenbaum (Sykomore) hat besonders starke und tiefe Wurzeln. Man meinte, dass er 600 Jahre alt werden kann. Die Kraft des Glaubens kann ihn entwurzeln und in den See Genesareth verpflanzen. Mt spricht in diesem Zusammenhang von dem Wegrücken eines Berges, ein noch ungewöhnlicheres Bild. Ein ganz kleiner Glaube aus der Kraft des Heiligen Geistes trägt also göttliche Vollmacht in sich und vermag Unmögliches, ermöglicht das Handeln Gottes - dieser Glaube ist Charisma, unendlich mehr als "positives Denken". Später werden die Apostel angewiesen, auf die "Kraft von oben" zu warten. Mit anderen Worten: die Apostel werden in Schwierigkeiten ersticken, wenn sie diesen Glauben nicht haben. "Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?" - Dieses Gleichnis spricht ohne Sentimentalität und Gesellschaftskritik von der allgemein bekannten täglichen Wirklichkeit der Sklaven. Kriegsgefangene, Diebe, die Gestohlenes nicht zurückgeben konnten, Kinder, die von ihren Eltern verkauft wurden, Schuldner, die ihre Schuld nicht bezahlten, konnten zu Sklaven werden. Ein Sklave ist Eigentum des Herrn und hat blind zu gehorchen, hat keinen Anspruch auf Lohn, bekommt das Lebensnotwendige und muss widerspruchslos alle Arbeit tun. Der Herr hat über ihn Verfügungsgewalt bis zum Tod. Gott erhebt vollen Anspruch auf seine Diener, sie sind sein Eigentum. Er will totale Verfügbarkeit auf Grund von Taufe, Firmung und Weihe. Dieses Wort hat auch den frommen pharisäischen Leistungsstolz und das Sammeln von Verdiensten im Auge. Allerdings wussten auch die Juden: "Wenn du viel Thora ausgeübt hast, dann tue dir darauf nichts zugute; denn dazu bist du geschaffen." Es gibt die große Gefahr für charismatische "Apostel", Gott für eigene fromme Ziele, für "wichtige apostolische Ziele", nach eigener Vorstellung zu missbrauchen. "So soll es auch bei euch sein: wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: wir sind unnütze Sklaven, wir haben nur unsere Schuldigkeit getan." - Die Worte von der "Sohnschaft" sind damit nicht außer Kraft gesetzt. Aber jeder selbstsüchtige Anspruch der Diener Gottes, jede Überheblichkeit der Guten, jedes Rechnen mit der eigenen Tüchtigkeit wird dadurch überwunden. Ohne diese Ganzhingabe werden Charismen, auch das Charisma des Glaubens, missbraucht. Pharisäer verrichteten vielfach Werke der Übergebühr, um Verdienste und Lohn zu erwerben. Ähnlich tun es manche Christen. Lk hatte wohl großartige Männer der Urkirche vor Augen, die sich auf ihre missionarische Leistung etwas einbildeten und daraus ein Recht auf Belohnung durch Gott und auch auf eine entsprechende Stellung in der Kirche ableiten wollten. (Kommentar in Anlehnung an Johannes Koller, Frohbotschaft Gottes am Sonntag, Wien 1994)


Der Spruch von der Macht des Glaubens steht im Lukasevangelium im Kontext von Forderungen nach radikaler Gesetzeserfüllung, Matthäus und Markus bringen ihn in anderen Zusammenhängen. Radikale Glaubensnachfolge ist nicht leistbar, ja hat überhaupt nichts mit Leistung zu tun, wie der darauffolgende Abschnitt über die unnützen Sklaven zeigt. Glaube ist ein Geschenk, um das man nur bitten kann. Glaube als Vertrauen in das liebende Handeln Gottes, das auch dort noch Auswege kennt, wo der menschliche Verstand ansteht, wirkt Wunder im Leben von Menschen. Wo Glaube gelebt wird, sind Dinge möglich, die menschliches Vorstellungsvermögen übersteigen. Oft genug ist auch diese Textstelle mißbraucht worden um Menschen in der Kirche klein zu halten, Aufopferung und "Sklavendienste" zu verlangen, eventuell mit dem Hinweis aus ein besseres Jenseits... Hinter dieser Erzählung steht aber ein ganz anderer Zusammenhang: Die Pharisäer dachten das Verhältnis Gottes zu den Menschen als eine Art Vertrag: Ich gebe dir und du gibst mir. Glaube wird zur Leistung und dafür kann man dann bei Gott etwas einfordern. Dieses Bild bestreitet nicht das Bild des liebevollen Vaters, des guten Hirten, das die ganze Verkündigung Jesu prägt. Lukas richtet sich an die Apostel, auch sie, die alles aufgegeben haben, um Jesus zu folgen, können nicht auf ihr Leistung pochen, um vor Gott Ansprüche zu stellen. Gottes Lohn entspricht nicht der Leistung des Menschen, er beschenkt in viel reicherem Ausmaß, als wir uns das vorstellen können, und denjenigen gegenüber, die weniger "getan haben" als wir uns das auch vorstellen wollen. Wo Menschen aus diesem Leistungdenken in ihrem Glaubensleben nicht herauskommen, ist die Gefahr groß, daß sich die, die meinen, mehr zu leisten, als "Herren" über die anderen fühlen, wirklich ein Sklaven-Herren-Verhältnis schaffen. Eine der ersten Grundaussagen der Bibel, daß alle Menschen vor Gott gleich würdig und wertvoll sind, wird damit mit Füßen getreten. Wenn wir uns oder andere zu Sklaven des Leistungsgedankens machen, nehmen wir dem Menschen diese Würde und versuchen Gottes liebevolles, sichfreiverschenkendes Handeln in unsere menschlichen Regel zu pressen. Das zu tun, was in unserer Möglichkeit steht, ist das Angebot Gottes, mitzuarbeiten an seiner Schöpfung, Verantwortung zu übernehmen, weiterzuschenken, was wir empfangen und dann zurückzutreten im Wissen, daß wir nicht aus eigener Kraft leben und handeln können.


Erweiterte Fassung der
2. Lesung vom 2. Fastensonntag, Lesejahr A und der
2. Lesung vom 27. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C:
2 Tim 1,6-14

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus:

Mein Sohn!
Ich rufe dir ins Gedächtnis:
Entfache die Gnade Gottes wieder,
die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist.
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft,
der Liebe und der Besonnenheit.
Schäme dich also nicht,
dich zu unserem Herrn zu bekennen;
schäme dich auch meiner nicht,
der ich seinetwegen im Gefängnis bin,
sondern leide mit mir für das Evangelium.
Gott gibt dazu die Kraft:

Er hat uns gerettet;
mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen,
nicht aufgrund unserer Werke,
sondern aus eigenem Entschluß und aus Gnade,
die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde;
jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters
Christus Jesus offenbart.
Er hat dem Tod die Macht genommen
und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht
durch das Evangelium,
als dessen Verkünder, Apostel und Lehrer ich eingesetzt bin.
Darum muß ich auch dies alles erdulden;
aber ich schäme mich nicht,
denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe,
und ich bin überzeugt, daß er die Macht hat,
das mir anvertraute Gut bis zu jenem Tag zu bewahren.

Halte dich an die gesunde Lehre,
die du von mir gehört hast;
nimm sie dir zum Vorbild,
und bleibe beim Glauben und bei der Liebe,
die uns in Christus Jesus geschenkt ist.
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut
durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt.