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Lesungen 17.12.2017


1. Lesung vom Dritten Adventssonntag, Lesejahr B:
Jes 61,1-2a. 10-11

Lesung aus dem Buch Jesaja:

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir;
denn der Herr hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe
und alle heile, deren Herz zerbrochen ist,
damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
und den Gefesselten die Befreiung,
damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn.
Meine Seele soll jubeln über meinen Gott.
Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils,
er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit,
wie ein Bräutigam sich festlich schmückt
und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.
Denn wie die Erde die Saat wachsen läßt
und der Garten die Pflanzen hervorbringt,
so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor
und Ruhm vor allen Völkern.



Die erste Lesung fasst den Beginn und das Ende des 61. Kapitels des Jesaja-Buches zusammen. Verfasst wurde der vorliegende Text nach dem Babylonischen Exil und blickt auf die dankbare Befreiung aus selbigem zurück. Formal handelt es sich in den ersten Versen um eine so genannte Heilsproklamation oder Heilsverheißung. Es wird von einem Mann gesprochen, der von Gott gesandt wurde und sich in der Lage sieht, die Gottes Heilsbotschaft zu verkünden. Wichtig ist es, bei dieser Lesung zu beachten, dass hier einerseits die tatsächliche materielle Sorge der damaligen Menschen angesprochen wird. Dass andererseits aber darüber hinaus mit dem Bild vom "gebrochenen Herz" noch tiefer Liegendes mitgemeint wird: In der alttestamentlichen Sicht des Menschen gilt das Herz als Synonym für die menschliche Identität. Somit wird klar, dass die Zuwendung Gottes mehr als materiellen Wohlstand bewirken wird. Mit den "Gefangenen" sind jene Menschen gemeint, die in die Schuldsklaverei gedrängt wurden. Im angekündigten Gnadenjahr werden sie dann aus dieser befreit. Hier werden inhaltlich das Erlassjahr aus Ex 23,10ff. und das Jubeljahr aus Lev 25,39ff. aufgegriffen und thematisiert. Ist derjenige, der die Botschaft Gottes verkündet, im ersten Teil der Lesung gleichsam in der Funktion eines Sprechers zu sehen, dessen sich Gott bedient, so ist er im zweiten Teil der Lesung wohl als Mitglied der von ihm adressierten Gemeinde zu verstehen, die Gott mit psalmenähnlichen Texten preist.


Der Abschnitt der Lesung entstammt dem 3. Jesaiabuch, das nach der Befreiung aus der babylonischen Gefangenschaft geschrieben wurde. In Dankbarkeit wird auf die Befreiung und das Wirken des Geistes Gottes geschaut. Die ersten Verse (1-3) sind wie eine Proklamation der Heilsbotschaft (Kap. 60-62) eines Mannes, der sich von Gott gesandt und ausgerüstet weiß, die Heilsbotschaft zu verkünden (mehrere Sätze und Begriffe in diesem Abschnitt gehen auf die Gottesknechtlieder (42,1-4. 49,1-6) zurück). Das angesprochene "Gnadenjahr des Herrn" greift die Tradition des Erlaßjahres (Ex 23,10-12) sowie des Jubeljahres (Lev 25) auf. Diese Zeiten sollen gerade den Verschuldeten, den Armen und den Versklavten einen neuen Anfang geben. Verarmung und Schuldsklaverei widersprechen dem Willen Gottes. Die Worte am Anfang der Lesung hat Jesus bei seinem ersten öffentlichen Auftreten auf sich selbst bezogen (Lk 4,18-19). Er ist der Gesalbte Gottes, der "Christus". Der vorliegende Text wurde zu einem Kerntext der Befreiungstheologie Lateinamerikas. Es soll auf die umfassende Befreiung hingewiesen werden (d.h. auch die Befreiung von ökonomischen Fesseln und Ungerechtigkeiten, usw.). Im Jahre 1999 wurde in vielen Ländern Europas - unter Mitwirkung der Kirchen - eine Kampagne unter dem Titel: Schuldenerlaß 2000 gestartet. Ein Kernsatz daraus stammt aus der heutigen Lesung.


In der alttestamentlichen Lesung sind der Beginn und das Ende aus dem 61. Kapitel des Prophetenbuches Jesaja zusammengefügt, die mittleren sieben Verse fehlen - vermutlich aus praktischen Gründen (Länge!). Um den inneren Gehalt der Lesung wirklich zu erfassen, ist es jedoch ratsam, sich das gesamte Kapitel anzusehen (vgl. 1. Lesung Langfassung). Unser Text enthält eine Heilsverheißung Jahwes an sein Volk in der noch instabilen Zeit nach der Heimkehr aus dem Babylonischen Exil. Dabei wird besonders den "Armen" die Zuwendung Gottes zugesagt, womit nicht nur die materiell Bedürftigen gemeint sind, sondern alle, die in irgendeiner Not leben. Ein eindrucksvolles Bild für ihren Zustand ist das Wort vom "gebrochenen Herzen". Das Herz bedeutet in der hebräischen Anthropolgie soviel wie die Personmitte, den Sitz der menschlichen Identität. Gottes Zuwendung gilt den Gebrochenen und Gebeugten. Unser Text hat dabei Zustände harter Realität im Blick. Mit den "Gefangenen" sind etwa jene Menschen gemeint, die in Schuldsklaverei gefallen sind, und denen nun im angekündigten "Gnadenjahr" (vgl. die Rechtsinstitution des Jubeljahres Lev 25:39-41) eine Aufhebung ihrer erniedrigenden Arbeitsverhältnisse verheißen wird. Gott bedient sich, um seine Heilsverheißung an die Menschen zu bringen, eines Sprechers. Seine besonderen Merkmale ("Geist Gottes", "Salbung") sind weniger Auszeichnungen für ihn, sondern Merkmale des besonderen Ranges der Verheißung. Im zweiten Teil (Vers 10-11) ist er deshalb mehr ein repräsentatives Mitglied der von ihm angesprochenen Gemeinde, wenn sie psalmenartig Gott preist.


Ungekürzte Fassung der
1. Lesung vom Dritten Adventssonntag, Lesejahr B: 
Jes 61,1-11

Lesung aus dem Buch Jesaja:

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir;
denn der Herr hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe
und alle heile, deren Herz zerbrochen ist,
damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
und den Gefesselten die Befreiung,
damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe,
einen Tag der Vergeltung unseres Gottes,
damit ich alle Trauernden tröste,
die Trauernden Zions erfreue,
ihnen Schmuck bringe anstelle von Schmutz,
Freudenöl statt Trauergewand,
Jubel statt der Verzweiflung.
Man wird sie «Die Eichen der Gerechtigkeit» nennen,
«Die Pflanzung, durch die der Herr seine Herrlichkeit zeigt».
Dann bauen sie die uralten Trümmerstätten wieder auf
und richten die Ruinen ihrer Vorfahren wieder her.
Die verödeten Städte erbauen sie neu,
die Ruinen vergangener Generationen.
Fremde stehen bereit und führen eure Herden auf die Weide,
Ausländer sind eure Bauern und Winzer.
Ihr alle aber werdet «Priester des Herrn» genannt,
man sagt zu euch «Diener unseres Gottes».
Was die Völker besitzen, werdet ihr genießen,
mit ihrem Reichtum könnt ihr euch brüsten.
Doppelte Schande mußten sie ertragen,
sie wurden angespuckt und verhöhnt;
darum erhalten sie doppelten Besitz in ihrem Land,
ewige Freude wird ihnen zuteil.
Denn ich, der Herr, liebe das Recht,
ich hasse Verbrechen und Raub.
Ich bin treu und gebe ihnen den Lohn,
ich schließe mit ihnen einen ewigen Bund.
Ihre Nachkommen werden bei allen Nationen bekannt sein
und ihre Kinder in allen Völkern.
Jeder, der sie sieht, wird erkennen:
Das sind die Nachkommen, die der Herr gesegnet hat.
Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn.
Meine Seele soll jubeln über meinen Gott.
Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils,
er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit,
wie ein Bräutigam sich festlich schmückt
und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.
Denn wie die Erde die Saat wachsen läßt
und der Garten die Pflanzen hervorbringt,
so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor
und Ruhm vor allen Völkern.


Antwortpsalm am 3. Adventsonntag (B)
Lk 1,46-54


R Meine Seele soll jubeln über Gott, meinen Retter. – R

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. - (R)

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten. - (R)

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehn.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen. - R


2. Lesung vom Dritten Adventssonntag, Lesejahr B:
1 Thess 5,16-24

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher:

Freut euch zu jeder Zeit!
Betet ohne Unterlaß!
Dankt für alles;
denn das will Gott von euch,
die ihr Christus Jesus gehört.
Löscht den Geist nicht aus!
Verachtet prophetisches Reden nicht!
Prüft alles, und behaltet das Gute!
Meidet das Böse in jeder Gestalt!
Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar
und bewahre euren Geist,
eure Seele und euren Leib unversehrt,
damit ihr ohne Tadel seid,
wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt.
Gott, der euch beruft, ist treu;
er wird es tun.



Die zweite Lesung ist dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher, dem ältesten Textdokument des Neuen Testaments (aus dem Jahr 51 oder 52 nach Christi) entnommen. Paulus gibt uns mit diesem Brief einen Einblick in die damalige Situation der Gemeinde von Thessaloniki. Inhaltlich ist das fünfte Kapitel von einer großen Naherwartung geprägt, stilistisch ist unser heutiger Lesungstext ein paränetischer (mahnender) Abschnitt, der die Gemeinde zur Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln aufruft. Die Verse 19-22 sind den Charismen, den Wirkungen des von Gott gesendeten Geistes in der Gemeinde gewidmet. Diese Charismen oder Gnadengaben sollen sich entfalten können und dürfen in der Gemeinde keinesfalls zurückgedrängt werden. Vers 19 "Löscht den Geist nicht aus!" ist aufgrund seiner Bedeutung fast zu einem Sprichwort geworden.


Der 2. Thessalonicherbrief ist das älteste Dokument des Neuen Testaments. Es ist stark geprägt von der Naherwartung. Die Gemeinde von Thessaloniki (vgl. Vers 4,13ff) erwartet gespannt das Ende und die Ankunft des erhöhten Herrn. Im Vers 5 mahnt der Apostel zur Wachsamkeit. Im heutigen Abschnitt werden spezielle Fragen des Gemeindelebens angesprochen. So werden die jeden Christen ganz speziell angehenden Forderungen angesprochen: "Freut euch; betet; und dankt für alles." Dazu die Zusicherung: Gott steht zu eurer Berufung, er ist und bleibt treu.


Der Text der zweiten Lesung entstammt dem paränetischen (mahnenden) Teil des von Paulus um die Jahre 51/52 n. Chr. verfaßten Briefes an die Thessalonicher. Wir haben es bei diesem Brief mit der ältesten Schrift des Neuen Testaments zu tun und erhalten damit Einblick in eine Gemeinde der Ursprungszeit. Abgesehen von den Segenswünschen des Paulus am Ende könnte man unsere Stelle in zwei Abschnitte einteilen. Im ersten geht es mit den Aufforderungen zu ungebrochener Freude, zu anhaltendem Gebet und zu Danksagung um Haltungen, die das Gesicht einer Gemeinde bestimmen sollen, zumal sie dem neuen Sein in Christus entsprechen: "die ihr Christus Jesus gehört". Der zweite Abschnitt ist den Charismen, den Geistwirkungen in der Gemeinde gewidmet. Sie sollen sich entfalten können und nicht ausgelöscht werden. Fridolin Stier spricht in seiner Übersetzung eindrucksvoll vom Nicht-Ersticken des Geistes. Im einzelnen geht es um die prophetische Rede, weil im paulinischen Verständnis vor allem sie die Gemeinde aufbaut, aber auch um eine kritische Urteilsfähigkeit bezüglich charismatischer oder charismatisch anmutender Phänomene. Die birgt insgesamt eine Herausforderung für die Kirche auch heute: Sind unsere Gemeinden gekennzeichnet von jener geistgewirkten Verantwortung aller, zu der Paulus die Seinen auffordert?


Ruf vor dem Evangelium am 3. Adventsonntag (A)
Jes
61,1 (Lk 4,18)

Halleluja. Halleluja.
Der Geist des Herrn ruht auf mir.
Der Herr hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen.
Halleluja.


Evangelium vom Dritten Adventssonntag, Lesejahr B:
Joh 1,6-8. 19-28

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war;
sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht,
damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht,
er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Dies ist das Zeugnis des Johannes:
Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten
mit der Frage: Wer bist du?,
bekannte er und leugnete nicht;
er bekannte: Ich bin nicht der Messias.
Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija?
Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet?
Er antwortete: Nein.
Da fragten sie ihn: Wer bist du?
Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben.
Was sagst du über dich selbst?
Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft:
Ebnet den Weg für den Herrn!,
wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.
Sie fragten Johannes:
Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist,
nicht Elija und nicht der Prophet?
Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser.
Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt;
ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.
Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan,
wo Johannes taufte.



Johannes der Täufer ist gleichsam das Bindeglied zwischen dem Alten und dem Neuen Testament und steht an der Schwelle zum Neuen Bund. Er ist sowohl letzter Prophet des Alten Testaments, als auch direkter Wegbereiter, bzw. "Ankündiger" Jesu. Für sich selbst lehnt er den Anspruch der Messias, Elias oder ein Prophet zu sein, ab. An sich selbst liegt ihm scheinbar nichts. Er versteht sich vielmehr als den fast sprichwörtlichen "Rufer in der Wüste", der auf einen Anderen, einen noch Kommenden hinweist. Dieser ist bereits unter uns, und er wird nicht mit Wasser, sondern mit Geist taufen. Indem der Autor des Evangeliums zu Beginn der heutigen Evangelienstelle den Prolog seines Evangeliums zitiert, ist es eindeutig, dass mit dem "nach Johannes Kommenden" Jesus Christus gemeint ist.


Mit Johannes dem Täufer ist der letzte Prophet des Alten Bundes aufgetreten. Er steht an der Schwelle zum Neuen Bund. Die ersten Verse des heutigen Evangeliums sind dem Prolog entnommen. Mit dem Vers 19 beginnt der Evangelist mit dem Erzählton. Die Abgesandten, welche zu Johannes mit der Frage "wer bist du" gekommen waren, werden für den Leser der Evangelien als eine Art von Tempelpolizei (Religionswächter) dargestellt. Johannes lehnt für sich den Anspruch, der Messias, der Elias oder ein Prophet zu sein, ab. Der Täufer sieht sich ausschließlich als namenlose "Stimme" und Bußprediger seines Gottes; an seiner Person und seinem Namen ist ihm nichts gelegen. Die Antwort des Täufers weist auf den unbekannten Heilsbringer hin, der bereits mitten unter uns ist, und den der Täufer (vgl. Vers 31) selbst nicht kennt. Dieser wird die "Geisttaufe" bringen, während Johannes "nur" mit Wasser tauft.


Unser Text vereinigt zwei nicht unmittelbar zusammenhängende Stellen aus dem ersten Kapitel des Johannesevangeliums (Joh 1,6-8 und Joh 1,19-28). Es geht uns zunächst einmal um die zweite Stelle, in der in szenischer Schilderung vom Zeugnis Johannes des Täufers über Jesus gegenüber der Jerusalemer Obrigkeit erzählt wird. Die innere Dynamik dieser Verse besteht in einem sukzessiven Aufmerksammachen auf Jesus durch Johannes unter beständiger Zurücknahme seiner eigenen Persönlichkeit: Ist am Beginn noch die Identität des Täufers von Interesse, so geht es am Ende um die Identität des angekündigten Herrn. Er ist der geheimnisvoll Anwesende, nicht Erkannte, der Kommende. Dennoch: Die Rolle Johannes' ist eine unverzichtbare. Er ist der charismatische Zeuge und damit Urbild jeder christlichen Verkündigung. "Zeugnis" ist ein Leitwort im Johannesevangelium. Es bezweckt immer den Glauben der Angesprochenen. Später wird Jesus selber Zeugnis ablegen, schließlich auch der Geist bzw. von ihm geleitet die Jünger. Das Wort "Zeugnis" bildet auch die Klammer zur vorangehenden Stelle, die aus dem kunstvollen Prolog des Johannesevangeliums entnommen ist. Es soll gewissermaßen durch einen Vorspann deutlich gemacht werden, daß es um sich offenbarende göttliche Wirklichkeit ("Licht") geht und deshalb Gott auch zum Zeugnis beruft.