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Kontexte 02.08.2015


Hungerkampagne der Caritas

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten.


Caritas Österreich möchte bis 2018 für 500.000 Menschen langfristige Ernährungssicherheit schaffen - Südsudan ist eines der Schwerpunktländer der diesjährigen Hungerkampagne der Caritas.

Wien, 21.7.2015 (KAP) Der Kampf gegen den Hunger kann nur gewonnen werden, wenn in den Entwicklungsländern die kleinbäuerlichen Strukturen gestärkt werden. Das hat Caritas-Auslandshilfechef Christoph Schweifer im "Kathpress"-Gespräch betont. Schweifer äußerte sich anlässlich der derzeit laufenden August-Sammlung (Hungerkampagne) der Caritas.

795 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger und Unterernährung, täglich sterben daran 8.000 Kinder. "Kinder, die mit viel zu geringem Gewicht auf die Welt gekommen sind oder die das erste Fieber nicht überlebt haben. Kinder, deren Familien vor den Kämpfen in ihrer Heimat flüchten mussten oder ihre Felder nicht bestellen konnten", so Schweifer.

Hilfe und Entwicklung seien aber möglich: "Heute leiden weltweit um 167 Millionen Menschen weniger an Hunger als noch vor 10 Jahren. Das macht Hoffnung und zeigt, dass wir in der Lage sind, Armut und Hunger zu besiegen." Wie Schweifer sagte, müsse die Förderung der nachhaltigen kleinbäuerlichen Landwirtschaft auch verstärkt auf der internationalen Agenda stehen. Die internationale Staatengemeinschaft gebe derzeit viel zu wenig für deren Förderung in den ärmsten Ländern der Welt aus. So liege beispielsweise ihr Anteil an der gesamten Entwicklungshilfe der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten bei nur 5 Prozent und sollte auf mindestens 10 Prozent erhöht werden.

Hilfe im Südsudan

Die Caritas Österreich möchte bis 2018 für 500.000 Menschen langfristige Ernährungssicherheit schaffen. Eines der Schwerpunktländer der diesjährigen Hungerkampagne ist der Südsudan. Das Land in Ostafrika ist seit 2011 unabhängig und damit der jüngste Staat der Welt. In drei von zehn Provinzen tobt ein Bürgerkrieg, in sieben sei es hingegen friedlich, wo auch langfristige Hilfsprojekte umgesetzt werden können, so Schweifer, der vor Kurzem das Land besuchte.

In Tombura-Yambio im Südwesten des Landes unterstützt die Caritas u.a. ein Landwirtschaftsprojekt für Kleinbauern. Diese Region sei prinzipiell die Kornkammer des Südsudan, erläuterte im "Kathpress"-Gespräch der Landwirtschaftsexperte und Entwicklungshelfer Matthias Fettback, der für die Caritas vor Ort ist. Caritas-Mitarbeiter versuchen gemeinsam mit der Bevölkerung eine lokal angepasste, ökologisch verträgliche sowie rationelle Bewirtschaftung des
Landes zu ermöglichen und langfristig sicherstellen.

(gekürzt)

(Caritas-Spendenkonto: IBAN AT92 6000 0000 0770 0004, BIC: OPSKATWW, Kennwort: Hungerhilfe)



Papstkritik zur Expo: Wo sind die "Gesichter der Hungernden"?

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Bei der Weltausstellung in Mailand zum Thema Ernährung sitzen mehr Länder denn je mit am Tisch - Doch die Kritik an einer weitgehenden Ausblendung des Hungers in der Welt verstummt nicht - Kathpress-Korrespondentenbericht von Christoph Schmidt.

Mailand, 1.5.2015 (KAP) Es ist angerichtet. Die Welt hat sich am Freitag in Mailand zu Tisch begeben - die Expo 2015 ist eröffnet. "Den Planeten ernähren. Energie für das Leben" heißt das Motto. Ein Thema, das buchstäblich jeden angeht, jeden Tag. Bis zum 31. Oktober steht es im Mittelpunkt einer Weltausstellung der Rekorde. Fast 150 Staaten, mehr als je zuvor, sind auf der Schau vertreten. Kaum eine andere war und ist so umstritten wie diese. Nicht nur wegen der Kosten von 2,5 Milliarden Euro und der vielen Korruptionsskandale im Vorfeld. Wo es ums Essen geht, ist auch die Frage nach dem globalen Hunger nicht weit. Sie aber wird nach Ansicht der Kritiker auf dieser Expo kaum gestellt.

So sorgte Papst Franziskus bei der Eröffnungszeremonie beinahe für einen Eklat: Nachdem Italiens Politgrößen auf der Bühne inmitten satter Kornähren die Bedeutung des Ereignisses für das Land und die Welt beschworen und pflichtschuldig Ernährungssicherheit für alle Erdenbewohner angemahnt hatten, sprach Franziskus per Liveschaltung aus dem Vatikan Klartext. Diese Schau sei doch selbst Teil einer "Kultur des Überflusses, des Wegwerfens". Zur Solidarität mit den Armen und zu einer gerechten Entwicklung trage sie nicht bei. Jeder Besucher, der durch die "wunderbaren Pavillons" schlendere, dürfe die "Gesichter der Hungernden" nicht vergessen.

In den Gesichtern mancher Organisatoren waren in diesem Moment die Überraschung und Pikiertheit nicht zu übersehen. Dass die päpstliche Kritik sich derart deutlich gegen das Expo-Projekt selbst richten würde, hatten offenbar nur wenige erwartet.

Die Zahlen aber sind bekannt: 805 Millionen Menschen auf der Welt werden niemals satt. Hunderte Millionen essen zu viel oder leiden an massivem Übergewicht, viele bekommen Herzkrankheiten oder Krebs. Für die Produktion von einem Kilo Fleisch werden durchschnittlich 20.000 Liter Wasser verbraucht, während ein Kilo Getreide nur 1.000 Liter benötigt. In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten produzierte die Menschheit ein Viertel der Nahrungsmenge seit Christi Geburt; ein Großteil wanderte umgehend in den Müll.

Von all diesen Gegensätzen ist auf der Expo auf den ersten Blick in der Tat wenig zu erkennen. Gewaltig, eindrucksvoll ist sie zweifellos. Wer die 1,7 Kilometer lange, fast durchgehend überdachte Achse hinunterläuft, fühlt sich anfangs wie in der Holzabteilung eines gigantischen Baumarkts. Ein Großteil der 54 Pavillons - ärmere Länder haben sich zu Clustern zusammengeschlossen - sind aus dem Naturstoff gebaut. Das soll Nachhaltigkeit signalisieren.

Wie jede Expo ist auch diese ein Architekturfest. Nie gesehene Formen futuristischer Baukunst locken den Besucher. Zwischen dem Geruch von frischem Holz wabern Küchendämpfe appetitlich durch diese Science-Fiction-Welt. Nahezu jedes Land bietet in seinem Pavillon Spezialitäten. Wer will, kann sich auf knapp zwei Kilometern einmal um den Planeten schlemmen. Präsentation und der Wunsch nach gelungener Eigendarstellung stehen im Vordergrund. Bei den meisten geht das Konzept auf.

Ein Erlebnis ist diese Expo allemal, wenn auch die Präsenz von Entwicklungsorganisationen wie "Save the Children" inmitten der Auftritte von Coca Cola, Ferrero oder Lindt das Bizarre dieser Weltausstellung nicht vergessen lässt. Dort erfährt der Interessierte, dass allein 200 Millionen Kinder auf diesem Planeten unterernährt sind.

Die unerwartete Papstschelte dürfte das Interesse am - verhältnismäßig - kleinen Pavillon des Vatikan nicht geschmälert haben. "Nicht nur vom Brot allein" ist sein Motto. Innen regt ein multimediales Angebot mit bewegten Bildern aus fünf Kontinenten zum Nachdenken über Völlerei und Hunger an. Dieser Pavillon, sagte sein Patron, der Präsident des päpstlichen Kulturrats Kardinal Gianfranco Ravasi, sei der einzige, wo es nichts zu kaufen gebe.



Danksagung

Johannes Calvin, Auslegung von Joh. 6,11 in: Johannes Calvin, Auslegung der Heiligen Schrift. 14. Band: Das Johannes-Evangelium, übers. M. Trebesius und H.Ch. Petersen, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag 1964.



Das Lied vom Brot

Huub Oosterhuis Aus: Mitten unter uns, übertragen von Peter Pawlowsky, Herder-Verlag 1982.



Abendmahl

Johannes Calvin, Auslegung von Joh. 6,11 in: Johannes Calvin, Auslegung der Heiligen Schrift. 14. Band: Das Johannes-Evangelium, übers. M. Trebesius und H.Ch. Petersen, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag 1964.



Herr, du wollest uns bereiten

Friedrich Gottlieb Klopstock (1724 - 1803)



Hungern

Berthold Brecht, Geschichten vom Herrn Keuner, in: Werke: Prosa I, hrsg. W. Jeske, Frankfurt: Büchergilde Gutenberg 1991.



Drei-Wörter-Sätze

Pfarrer Matthias Blaha 02.08.2009 in St. Anton, Ingolstadt.
http://www.predigtpreis.de/predigtdatenbank/newsletter/article/predigt-ueber-2-mose-162-412-15-und-johannes-624-35.html



Warum werden wir nicht satt?

Song von Die Toten Hosen:
http://www.dietotenhosen.de/veroeffentlichungen_songtexte.php?text=singles/satt/satt.php



Kleider machen (keine) Leute

Aus: Bruder Paulus, Das Leben findet heute statt, Hamburg, Januar 2009.



Gelebte Verbundenheit

Aus: Ernst Wiedemann , Miteinander glauben, Augsburg 1998.



Gott gibt alles

Aus: Henri Nouwen, Jesus , Eine Botschaft, die Liebe ist, Freiburg 2008.



Ein Geheimnis bleibt ein Geheimnis

Aus: Roland Breitenbach, Sechs Minuten Predigt, Freiburg 2008.



Kein Kunstwerk trägt meinen Namen

unbekannt